Steht uns bal ein neuer Nahostkrieg bevor ???

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eröffnet am: 02.07.04 10:58 von: Speculator Anzahl Beiträge: 14
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02.07.04 10:58

2284 Postings, 7432 Tage SpeculatorSteht uns bal ein neuer Nahostkrieg bevor ???

SPIEGEL ONLINE - 02. Juli 2004, 8:51
URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,306684,00.html
Iran auf Konfrontationskurs

Das Spiel der Mullahs

Von Alexander Schwabe

Gegen den Sturz Saddam Husseins durch die US-geführte Kriegsallianz hatten die Mullahs in Teheran nichts. Nun aber geht Iran wieder auf Konfrontationskurs zum Westen. Der "Große Satan" hat seine Schuldigkeit getan - jetzt wird er kräftig provoziert.



AFP
Das Verhältnis Iran-USA: Fundamental gegensätzliche Interessen
Plötzlich waren sie sich ganz nahe. Die höchsten Außenrepräsentanten Großbritanniens und Irans, die Außenminister Jack Straw und Kamal Charrasi, unterhielten sich - den Hörer am Ohr - über einen Zwischenfall, der sich im Schatt al-Arab ereignet hatte. Sechs britische Marinesoldaten und zwei britische Matrosen waren von iranischen Sicherheitskräften in ihren drei Patrouillenbooten aufgebracht und festgenommen worden.

Nachdem die Gefangenen der iranischen Öffentlichkeit via Fernsehen mit verbundenen Augen vorgeführt worden waren, ließ man sie nach vier Tagen frei. Straw dankte daraufhin der Teheraner Regierung für deren "Unterstützung" und zeigte sich "hocherfreut".

Dabei ist das Verhältnis zwischen den Mullahs und westlichen Regierungen alles andere als erfreulich. Nicht nur, dass die britischen Bootsbesatzungen inzwischen behaupten, sie seien mit Gewalt in iranische Gewässer gebracht worden, nicht nur, dass die Vereinigten Staaten am Dienstag zwei iranische Diplomaten wegen des Vorwurfs der Spionage ausgewiesen haben, nicht nur, dass Teheran Briten und Amerikaner gerade erst für die Drogen-Rekordernte in Afghanistan verantwortlich gemacht hat - nun ist man wieder an dem Punkt angekommen, den der US-Staatssekretär im Außenministerium, John Bolton, vor mehr als einem Jahr ausgemacht hatte, als er sagte, Irans Atomprogramm sei gefährlicher als das Nordkoreas.

Teheran stellt auf stur



AP
Erfreute den britischen Außenminister Straw: Irans Außenminister Charrasi (r.)
Das Kräftemessen zeigt sich im Streit über das iranische Nuklearprogramm. Seit der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) die iranische Regierung wegen mangelnder Zusammenarbeit bei Inspektionen gerügt hat, stellt Teheran auf stur. Es kündigte an - was möglicherweise längst der Fall ist -, dass die Arbeit an Zentrifugen aufgenommen werde, die zur Anreicherung von Uran nötig sind.

Der tiefgehende Konflikt zwischen Iran und den USA bricht wieder auf, nachdem er in den vergangenen Monaten unterdrückt worden war - wegen eines anders gelagerten nationalen Interesses Irans: Das Land strebt eine sichere Westgrenze an. Daher verfolgten die Mullahs lange Zeit das gleiche Ziel wie die USA: Saddam Hussein, der Iran von 1980 bis 1988 einen blutigen Krieg aufgezwungen hatte, zu stürzen. Sie stellten sich den Allierten und deren Angriff auf den Irak nicht in den Weg und taten viel, um den "großen Satan" im Gefühl zu wiegen, Iran würde nicht versuchen, das Machtvakuum zu füllen, das nach dem Sturz Saddams in der Region entstehen würde.

Iran unterstützte seit der Befreiung Kuweits durch die Amerikaner 1991 systematisch die Schiiten im Irak und finanzierte etwa die Badr-Brigaden des im Teheraner Exil lebenden irakischen Schiiten Ajatollah Mohammed Bakir al-Hakim, dessen Kampftruppen im Nordirak operierten, um Saddam zu schwächen.

Iran fütterte, das Pentagon fraß



REUTERS/ Al Alam
Britische Soldaten während ihrer Gefangenschaft in Iran
Schließt man sich der Deutung "Stratfors" an, einem Unternehmen, das mit Geheimdienstinformationen handelt, so führte Iran bei der amerikanischen Mittelost-Politik Regie. Über altbewährte Kanäle fütterte das Land genau diejenigen in den USA mit vorgeblich brisanten Geheiminformationen, die Einfluss auf die Bush-Regierung hatten und meinten, der Irak stelle eine große Gefahr dar.

Eine zentrale Rolle spielte der Führer des Irakischen Nationalkongresses, Ahmed Tschalabi. Ihn hatten die USA seit einem Jahrzehnt als sichere Quelle für Geheimdienstinformationen über den Irak eingestuft. Von ihm stammten denn auch die meisten Hinweise über Massenvernichtungswaffen im Irak.

Überraschend kam nun vor rund sechs Wochen ans Licht, dass der geschätzte Tschalabi enge Kontakte zum iranischen Geheimdienst unterhielt und, so die erschreckende Einsicht in Washington, wohl ein Doppelagent war, wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtete.

"Stratfor" zufolge wusste Iran, dass der Irak sein Programm zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen bereits aufgegeben hatte. Diese Information sei an die amerikanischen Stellen jedoch nicht weitergegeben worden.

Ebenso wenig diejenige, dass der Irak auf den amerikanischen Angriff nicht mit einer konventionellen Kriegsführung reagieren werde, sondern einen Guerillakrieg plante, der nach dem Fall Bagdads einsetzen sollte. Iran habe diese beiden wichtigen Informationen den USA vorenthalten, weil das Land genau zwei Dinge erreichen wollte: Dass die vergebliche Suche nach den Massenvernichtungsmitteln die Bush-Administration in den Staaten und der Guerillakrieg der Baathisten die Amerikaner im Irak schwächen würde.

Kühl kalkulierender Strippenzieher

Iran - in dieser Lesart der große Strippenzieher, der trotz aller innenpolitischen Lagerkämpfe zwischen Konservativen und Liberalen kühl kalkulierend genau das erreichte, was in seinem außenpolitischen Interesse steht. Je chaotischer die Lage im Irak wurde und je mehr Bush im eigenen Land die Wähler davonliefen, desto dringender brauchten die USA einen verlässlichen Verbündeten, um mit den widerständischen Sunniten fertig zu werden, einen Verbündeten, der darüber hinaus auch die Nachschubwege aus Kuweit nicht abschneiden würde: die Schiiten.

Nachdem Saddam gefasst war, und Iran damit eines seiner Ziele erreicht hatte, begann man umgehend auf Distanz zu den Amerikanern zu gehen. Aus politischen Gründen schlug man Ende Dezember nach einem verheerenden Erdbeben in Bam mit mehr als 10.000 Toten sogar ein Hilfsangebot der Amerikaner aus.

In der Folge suchten die USA verstärkt Kontakt zu den irakischen Sunniten. Als sie andeuteten, dass diese und auch die Kurden in einer Übergangsregierung ein Vetorecht haben sollten, verstärkte Schiitenführer Ajatollah Ali al-Sistani den Druck auf die US-Verwaltung. Er rief zu großen Demonstrationen auf und forderte direkte Wahlen so früh wie möglich. Der Konflikt verschärfte sich. Mitte Januar drohte Sistani mit einer Revolte der Schiiten.

Sistani ließ es zu, dass der radikale Prediger Muktada al-Sadr in der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf den Aufstand probte. Die USA wandten sich daraufhin völlig von den aus ihrer Sicht unzuverlässigen Schiiten ab. Sie wurden vor die Entscheidung gestellt, entweder am neuen Staatsgebilde mitzuwirken - oder außen vor zu bleiben.

Fundamentaler Interessenskonflikt

In dieser Situation, so die Theorie des "Stratfor"-Strategen George Friedman, nutzte Iran die Rüge der IAEA und das angebliche Eindringen der britischen Patrouillenboote in sein Hoheitsgebiet, um den USA klarzumachen, dass es eine, wenn nicht die neue Macht in der Region ist.

Der Konflikt wird weitergehen. Die Interessen Irans und der USA stehen sich fundamental entgegen. Teheran will die dominierende Macht im Mittleren Osten sein, die USA wollen genau dies verhindern, damit das Land für amerikanische Verbündete in der Golfregion - und damit ihren eigenen strategischen Zielen - nicht gefährlich werden kann. Die USA sehen in Iran einen Hort des internationalen Terrorismus, und sie können nicht zulassen, dass die Mullahs demnächst die Atombombe haben werden - so wenig wie dies die Israelis akzeptieren können, deren Gegner Hamas, Hisbollah und Islamischer Dschihad zudem von Iran mitfinanziert werden. Das Spiel, das sich bald abzeichnen könnte ist bekannt: Terrorvorwürfe und der Besitz von Massenvernichtungsmitteln - das waren die Kriegsgründe gegen den Irak.


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Zum Thema:

Zum Thema in SPIEGEL ONLINE:    ·  Britisch-iranischer Konflikt: Acht Marinesoldaten wieder in Freiheit (24.06.2004)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,305607,00.html
·  IAEO-Schelte: Iran droht Atomprogramm wieder aufzunehmen (20.06.2004)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,304980,00.html

 

02.07.04 11:07

18298 Postings, 7243 Tage börsenfüxlein.....

guter Artikel Speku !

mfg
füx  

02.07.04 11:15

2718 Postings, 6175 Tage IDTEsollte

bush die wahlen gewinnen und die neokonservativen weiter ihre aussenpolitik verfolgen dürfte es bald zum krieg kommen.
schaut man sich die letzten auseinandersetzungen der amerikaner an (Afghanistan, irak-bzw. bündnis mit pakistan u. türkei) so könnte man meinen, dass ganze zielt auf eine einkesselung des iran hin!
wohl auch deshalb werden ständig neue truppen nach afg. und in den irak geschickt.
dort wird momentan die ifrastruktur für den kommenden krieg geschaffen.

wäre aber auch unlogisch den irak wegen angeblicher massenvernichtungswaffen anzugreifen und den iran, der nach meinung der amis an der atombombe bastelt, unbehelligt zu lassen.
logische konsequenz KANN also nur ein milit. angriff auf den iran sein.  

02.07.04 11:29

4561 Postings, 6711 Tage lutzhutzlefutzDa kennt der Ami kein Pardon

wenn´s ums Öl und seine Sicherheit geht!

Kein Wunder, denn zündelnde Kinder sind unberechenbar. Schlimm genug, daß Juden, Pakistanis und Inder Atomwaffen haben, wenn jetzt die Mullahs auch noch mit dem Feuer spielen, wer weiß was dann passiert...  

02.07.04 11:41

2284 Postings, 7432 Tage SpeculatorSo einfach ist das aber nicht

Die größte Bevölkerungsgruppe im Irak bilden die Schiiten, die traditionell zum Iran halten, der Irak ist für Amerika im Falle eines Krieges ein großes Sicherheitsrisiko.

Der Iran ist militärisch viel stärker als es der Irak war, möglicherweise auch schon im besitzt einer Atombombe, Amerika jetzt schon finanziell am rande des Bankrott kaum in der Lage ein weiteren Krieg zu finanzieren.

gruß: Speculator  

02.07.04 11:47

8584 Postings, 7222 Tage RheumaxWenn hier einer zündelt

und einen Krieg nach dem anderen plant und führt, dann sind es die Amis unter Herrn Bush und seinen Hintermännern.
Hoffe, die Iraner haben ihre Bombe bereits, dann dürften sie vor dem Cowboy einigermaßen sicher sein.
 

02.07.04 11:49

2718 Postings, 6175 Tage IDTEdie grösste bevölkerungsgruppe

in der usa bilden die kriegstreiber. nur die wahl gewinnen und los gehts. die planungen sind doch bestimmt schon abgeschlossen.

"Amerika jetzt schon finanziell am rande des Bankrott kaum in der Lage ein weiteren Krieg zu finanzieren."

spricht eher für einen weiteren krieg oder nicht? war in der vergangenheit eigentlich immer so.

 

02.07.04 11:52

Clubmitglied, 45297 Postings, 7435 Tage vega2000Datteln

Der Irak ist mit über 75% der Größte Dattelexporteur der Welt. Oel interessiert die USA nicht, schaut euch doch mal all die dicken Amis an.

Den Artikel kannst du getrost in die Tonne drücken! Nach den Erfahrungen im Irak (mal abwarten, wie lange sich die eingesetzte Regierung hält) & Afghanistan werden die USA nicht noch ein weiteres Lagerfeuer entzünden.  

02.07.04 12:04

8584 Postings, 7222 Tage RheumaxHoffe, Du hast recht, Vega

Fürchte leider, dass Wolfowitz seinen Plan für die Region durchziehen wird.
Die Kosten müssen die Amis diesmal jedoch selbst tragen. Das ist das Einzige, was sie abhalten kann, falls Bush gewinnt.

Gruß
Rheumax
 

02.07.04 12:44

85 Postings, 6067 Tage mr.Börnswir leben eben in dem kriegerischen jahrzent und

das einzige, was den amys und den europäern gefährlich werden kann ist, das die bevölkerung geteilter meinung ist. Dabei müsste mann ihnen nur erklären, das wenn man nicht wieter expandiert jemand anderer expandiert naja, und wo jemand expandiert muss jemand einstecken dass wären wohl dann wir. gefressen oder gefressen werden.  

04.07.04 09:36

18298 Postings, 7243 Tage börsenfüxlein.....

Irak beschuldigt Nachbarn, Terroristen zu unterstützen

Sonntag, 4. Juli 2004, 7.03 Uhr
Zwischen der neuen irkischen Regierung und Iraks Nachbarländern bahnt sich ein Streit wegen der angeblichen Unterstützung für Aufständische an. Die Bagdader Regierung werde in den kommenden Tagen durch die Vorlage von Geheimdiensterkenntnissen nachweisen, dass die irakischen Rebellen Hilfe aus Nachbarländern erhielten, sagte der irakische Außenminister Hoschjar Sebari dem britischen ?Sunday Telegraph?. Er wollte diese Länder aber nicht beim Namen nennen; die Zeitung zitierte ?hochrangige irakische Beamte?, denen zufolge Syrien und Iran gemeint seien.

wenn da nicht die Amis dahinterstecken....

mfg
füx
 

04.07.04 09:39

5698 Postings, 6766 Tage bilanzhmmmmmmmmmmmmm o. T.

04.07.04 10:31

1889 Postings, 6168 Tage gamblelvNach dem Fall des eisernen Vorhang 1989

war die Welt für einen kurzen Augenblick sicherer. Russland öffnete sich -auch wenn dies ein noch andauernder Prozess ist-, China das zweite kommunistische Großreich besinnt sich mehr auf die Stärkung seiner Ökonomie und möchte zur Wirtschaftsmacht aufsteigen. Nur der Nahe Osten kann keinen Frieden finden und wird so zur Bedrohung für die Weltgemeinschaft.

MFG  

05.07.04 07:09

2284 Postings, 7432 Tage SpeculatorIrak beschuldigt Nachbarn ...

Schwerwiegende Beschuldigung
Irak verärgert Nachbarn  

Der irakische Außenminister Hoschiar Sibari hat mehrere Nachbarstaaten beschuldigt, die Aufständischen in seinem Land aktiv zu unterstützen. In einem Interview für den britischen "Sunday Telegraph" kündigte der Minister an, die irakische Übergangsregierung werde in den kommenden Tagen Beweise dafür vorlegen.

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf irakische Regierungskreise, zu den Ländern, die Aufständischen finanzielle und logistische Hilfe zukommen ließen und sie ausbildeten, gehörten Iran und Syrien.

Die Anschuldigungen könnten nach den Angaben zu einer schweren diplomatischen Krise der neuen Regierung in Bagdad führen. Sibari deutete laut "Telegraph" außerdem an, dass der Irak sich nicht gegen im Irak stationierte US-Truppen stellen würde, falls das US-Militär diejenigen Nachbarländer Iraks angreifen würde, die die Aufständischen unterstützten. Die Regierung in Bagdad glaubt den Angaben zufolge außerdem, dass bis zu 10.000 verdeckte Agenten aus dem Ausland seit dem Krieg in den Irak eingesickert seien.

"Seit wir uns mit der Sicherheitslage beschäftigen, sehen wir, wie ausländische Regierungen Terroristen geholfen haben. Warum sie dies tun, wissen wir nicht, aber wir wissen, woher die Unterstützung kommt. Wir planen, dies in den kommenden Tagen öffentlich zu machen", sagte der Minister der Zeitung. Die Unterstützung aus dem Ausland für die Terroristen dauere an, sagte er weiter.

Iran klagt gegen Saddam

Unterdessen hat die iranische Führung angekündigt, den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein wegen der Iran-Invasion in den 80er Jahren als Kriegsverbrecher verklagen zu wollen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid-Reza Assefi, sagte am Sonntag vor Journalisten in Teheran, dabei solle es auch um den Einsatz von Chemiewaffen gegen iranische Soldaten durch den Irak gehen.

Während des achtjährigen Krieges (1980-1988) waren nach Schätzungen Hunderttausende von iranischen Soldaten getötet worden, darunter mehr als 40.000 Opfer irakischer Chemiewaffenangriffe. Auf irakischer Seite sollen etwa 250.000 Mann gefallen sein.


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Alles nur Drohungen oder werden die Schwerter schon geschmiedet!?
Wie würde sich das wohl auf die Börsen und Ölpreis auswirken!

Gruß: Speculator  

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