Staatlich genehmigter Bankenfeudalismus...

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neuester Beitrag: 08.10.12 09:07
eröffnet am: 06.10.12 13:00 von: Tony Ford Anzahl Beiträge: 35
neuester Beitrag: 08.10.12 09:07 von: Tony Ford Leser gesamt: 1330
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06.10.12 13:00
7

24619 Postings, 7143 Tage Tony FordStaatlich genehmigter Bankenfeudalismus...

Gestern sah ich einen Film im TV, bei dem es um die Problematik der Weiterverkäufe von Krediten geht.

D.h. eine Bank kann Kredite einfach so weiterverkaufen und die neue Bank oder Finanzinvestor kann dann die Kreditbedingungen einfach ändern und z.B. die volle Restschuld sofort verlangen.

Zahlt dann der Schuldner die Restschuld nicht (was er im Regelfall nicht kann), so kann die Bank die Zwangsversteigerung vollziehen.
Das Makabere dabei ist, dass wenn Beispielsweise der Wert der Zwangsversteigerung weniger Geld bringt (gewöhnlicherweise gehen Zwangsversteigerungen etwa gut 30% unter Wert weg) wie die Restschuld noch beträgt, so hat man als Häuslebesitzer kein Haus mehr und noch einen Schuldenberg.

In Deutschland ist die Masche noch nicht so verbreitet, doch in Spanien haben so schon zehntausende ihr Haus und Hof verloren und nun einen Schuldenberg an der Backe.

Sowas ist meiner Meinung nach mit einem Rechtsstaat nicht vereinbar, denn es verletzt zutiefst das Vertragsrecht. Mittlerweile ist es jedoch so, dass man kaum noch Kredite bekommt, wenn man diese Klausel nicht unterschreibt.

Wenn ich als Kunde einen Vertrag mit einer Bank schließe, so kann diese Bank ohne meine Zustimmung diesen Vertrag nicht einfach so weiterverkaufen, selbst wenn diese vertraglich so geregelt ist, denn Niemand würde eine unkalkulierbare Verschlechterung seiner Rahmenbedingungen hinnehmen.


Weiterhin feudalistisch halte ich es, wenn die Kreditsumme mit steigender Inflation mitwächst. Durch eine solche Regelung sichern sich die Eliten und Banken die Macht von morgen, denn sie können im Grunde selbst bei einer Hyperinflation nicht verlieren bzw. werden am Ende weiterhin die Macht inne halten können.
Zudem erschwert es den positiven Effekt, den eine Inflation mit sich bringt, nämlich dass die Schuldenlasten sinken können. Doch stattdessen explodieren logischerweise die Schuldenberge, weil Schulden mit der Inflation mitwachsen.

Wann endlich ist Schluss mit dem Bankenfeudalismus?
Wann endlich werden die Banken ihres Geldmonopols entmachtet?

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9 Postings ausgeblendet.

06.10.12 14:48

129861 Postings, 6217 Tage kiiwii#9 -- Lesen ist zumutbar

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An intellectual is a person who has discovered
something more interesting than sex. (A.Huxley)

06.10.12 15:21
1

12570 Postings, 6194 Tage EichiDer Vorteil von Banken liegt darin,

das sie wertlose Forderungen verkaufen dürfen.

Jeder kleine Finanzmakler (es gibt sie kaum noch) käme dafür in den Knast.
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Merkel hat sich nach dramatischer Nachtsitzung gebeugt.

06.10.12 15:52
5

50035 Postings, 3673 Tage boersalinoFeudalismus und Raubrittertum

Meines Erachtens fällt die Tatsache, dass Banken (in diesem Fall meine Hausbank) für die Überziehung des Kontos 13,70 % verlangen - und für die Überziehung des eingeräumten Überziehungsrahmens (11.000,-) sogar 17,70 % - und das alles bei bester Bonität und garantierter Gehaltszahlung (die wissen am besten, dass wir nicht über unsere Verhältnisse leben und im Schließfach keine Pornofilme bunkern), unter Raubrittertum.
Kennt man nämlich die Begründung für diese Abzockerei (in der Regel sprechen sie von hohem Ausfallrisiko), so subventionieren entweder Kunden mit guter Bonität jene mit schlechterer, oder die Bank ist zu faul, Überziehungskreditkosten wie nahezu jede andere Form des Kredits an die jeweiligen Einkommensverhältnisse (oder Kontohistorie) anzupassen.
Kurz: schlichter Raub!  

06.10.12 16:14
2

12850 Postings, 6894 Tage Immobilienhaiwarum muss man eigentlich sein konto überziehen?

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Ist ein Würstchen eine Kiwi?

06.10.12 16:18

15373 Postings, 4542 Tage king charles#12 das sie wertlose Forderungen verkaufen dürfen.

na und

wenn sie dafür einen Käufer finden ist das doch nicht das Problem der verkaufenden Bank
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Grüsse King-charles

06.10.12 16:56
3

50035 Postings, 3673 Tage boersalinoWeil ich nicht ständig ans Depot gehe!

Außerdem haben sie an mir in Q3 ganze 3,89 EUR verdient. Bestimmt mussten sie Handtaschen klauen.  

06.10.12 17:12
1

12850 Postings, 6894 Tage Immobilienhaidas ist deine ganz persönliche entscheidung

nicht ständig ans depot zu gehen, keiner zwingt dich den dispo in anspruch zu nehmen.....
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Ist ein Würstchen eine Kiwi?

06.10.12 19:06

27398 Postings, 3324 Tage ex nur ichDer Schuldenkäufer

Gerhard Polt   http://www.youtube.com/watch?v=1U74HLtZOkw  

06.10.12 19:31
2

50035 Postings, 3673 Tage boersalinoNehmen wir mal an, ich habe ne Arztrechnung

über 4.600,- Euro. Ich kann sie überweisen, wenn die Anträge bei der OFD Aurich und der Debeka beglichen sind. Bin ich für ne Weile weg, mache ich das lieber sofort.
Schwupps zahle ich für ca. zwei Wochen das, was ich überziehe.
Dafür muss ich doch nicht drei Buffalos verkaufen!  

06.10.12 20:00
2

5252 Postings, 3816 Tage sabaAuch bei meinem Broker

werden ab 01.10. KEINE Zinsen mehr gezahlt. Wenn ich im Gegenzug einen Lombardkredit in Anspruch nehme, wurde dieser Zinssatz schon seit längerem nicht mehr nach unten angepasst. Ich bin absoluter Anhänger der freien Marktwirtschaft, aber nach den von den Usern oben geschilderten Fällen, läuft doch einiges schief im Bankensystem und Bedarf einer Korrektur zu Gunsten der Verbraucher.   

"aufgrund der Zinsentwicklung an den Finanzmärkten ändert Cortal Consors ab 01.10.2012
entsprechend der mit Ihnen getroffenen Vereinbarung folgende Standard-Zinssätze:
• Guthabenverzinsung für das Verrechnungskonto: 0,00% p.a.
(bisher 0,25% p.a. für Guthaben bis 25.000 EUR,
0,00% p.a. für Guthaben über 25.000 EUR)
• Guthabenverzinsung für das Margin-Konto (EUREX): 0,00% p.a.
(bisher 0,25% p.a. für Guthaben bis 25.000 EUR,
0,00% p.a. für Guthaben über 25.000 EUR)
"
 

 

07.10.12 09:08
2

12850 Postings, 6894 Tage Immobilienhaiwer zwingt euch eigentlich die kredite in anspruch

zu nehmen? niemand......


das ist euer ganz persönliches anspruchsdenken......nehmt einfach keinen kredit in anspruch und ihr braucht euch auch nicht aufregen....
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Ist ein Würstchen eine Kiwi?

07.10.12 09:14
2

50035 Postings, 3673 Tage boersalinoNa gut, ich schichte 10.000 auf's Gehaltskonto,

dann muss ich nie wieder Überziehungszinsen zahlen. Wieso bin ich da nicht früher drauf gekommen ... und die vielen anderen ... dann wäre das sicher nie erfunden worden?!  

07.10.12 09:50
2

24619 Postings, 7143 Tage Tony Fordso funktioniert das leider nicht...

zu nehmen? niemand......


das  ist euer ganz persönliches anspruchsdenken......nehmt einfach keinen  kredit in anspruch und ihr braucht euch auch nicht aufregen....
 
Erinnert mich so ein wenig an eine sinnfreie Aussage wie "Jeder kann doch Manager werden!"
 
Leider kann nicht jeder Manager werden, so wie nicht jeder ohne Kredit auskommen kann, da Schulden = Geldvermögen, ergo ohne Kredite es auf der anderen Seite keine Geldvermögen geben könnte, quasi das ganze System nicht mehr funktionieren würde.
 
Im Grunde ist es sogar so, wenn  weniger Leute Kredite aufnehmen würden, das Geldsystem kollabieren würde, weil die Nettogeldverschuldung entsprechenend sinken, demzufolge Geldvermögen sinken müssten.
Tja und wie sinken Geldvermögen? Z.B. in Form von Bankenpleiten, wie z.B. der Lehman-Bank.
 
Den Beweis hierfür sieht man an der Nettogeldverschuldung/Nettogeldvermögen, welche seit 20 Jahren bis auf die Ausnahme 2008 gestiegen waren.
 
http://de.wikipedia.org/w/...gen.PNG&filetimestamp=20111027113426
 
D.h. ohne Kredite, ohne die hohen Zinsen und Beschiss könnten die Vermögen der Oberschicht nicht um die 5 bis 15% pro Jahr steigen und wer von den Oberschichtlern will sowas schon?
 
Ergo wird man als z.B. Geringverdiener eben entweder keine Kredite bekommen (weil die Banken wissen, dass es da nix zu holen gibt) oder nur Kredite bekommen, welche unattraktiv und mit den entsprechenden Klauseln versehen sind. Irgendwie schon absurd, die die Kredite dringend brauchen und diese mit guten Vertragsbedingungen auch zurückzahlen könnten, bekommen Kredite, welche ihre Liquidität gefährdet und das Ausfallrisiko ansteigen lässt, welches die Bank dann aber über diverse nette Klauseln eben wieder reduziert.
 
Tja und die Regierungen, die dagegen etwas tun könnten, indem sie z.B. keine Banken oder Finanzinstitute mehr retten würden, tun alles daran, dass die Schulden explodieren und die Menschen langsam aber stetig immer mehr verarmen (Stichwort Mittelschicht stirbt aus)
 
Und um von dieser Problematik abzulenken, richtet man den medialen Fokus lieber auf Imigranten oder HartzIV-Empfänger und viele Leute fallen darauf noch rein und lassen sich davon blenden.
 

07.10.12 11:06
1

12570 Postings, 6194 Tage EichiWer kauft denn wertlose Forderungen @king

charles ??

Die Verkäufer sind solche, welche die Lizenz zum Betrügen haben.

Würdest du das machen, könntest du dich vor Strafanzeigen (mit der entsprechenden rechtlichen Konsequenz) kaum noch retten.
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Merkel hat sich nach dramatischer Nachtsitzung gebeugt.

07.10.12 11:48

5772 Postings, 5010 Tage MoutonEichi

Forderungen kann eigentlich jeder verkaufen. Am einfachsten ist es, zuerst nen Vollstreckungsbescheid zu erwerben, dann vollstrecken. Bekommst du nicht deine vollständige Forderung aus der Vollstreckung beglichen, gibt es genug Unternehmen, die die dir abkaufen.  

07.10.12 12:05
2

24619 Postings, 7143 Tage Tony FordLizenz zum Betrügen...

so ist es.

Dabei kann man den Banken nichtmal einen Vorwurf machen, denn sie nutzen ihre Möglichkeiten einfach aus.

Ich wäre dafür, dass man als überschuldete Privatperson einfach seine Schulden in eine "Bad Person" auslagert, sozusagen seinen Schuldenberg auf das Konto seines "schlechten" Klons umbucht und wenn man mal ein bissl Cash über hat, dann tilgt man über 100 Jahre diesen Schuldenberg ;-)
Achja und wenn man dann gestorben ist, dann schlägt der Erbe einfach das Erbe aus und der Staat bzw. Steuerzahler springt dann ein. ;-)

Was mich bei der ganzen Banken- und Geldsache so verwundert ist, dass sich Leute über die DDR aufregen, doch unser heutiges Geldsystem doch letztendlich keinen Dreck besser ist, denn im Grunde wurden in der DDR die Gelder durch die Mächtigen unabhängig der Marktregularien verteilt und so wird es Heute immer noch bzw. wieder getan, indem man nahezu alle Marktmechanismen ausgeschaltet hat.

Ehrlichgesagt denke ich mittlerweile immer stärker darüber nach, wie ich mich der Steuern und Zwangsabgaben entledigen kann, denn ich habe immer weniger Bock mit meiner guten soliden Arbeit die Eliten immer fetter zu füttern und selbst kaum etwas davon ab zu bekommen.

Wenn ich mir überlege, dass meine Produktivität um den Faktor 7 in den letzten 10 Jahren gestiegen ist, so finde ich die paar Prozent Lohnsteigerung einfach nur einen Witz und profitieren von meiner höheren Produktivität tun am Ende nur diverse Manager, Führungskräfte sowie Investoren.

Und wenn ich dann die Forsa-Umfragen und Politbarometer sehe, dass da CDU und SPD wieder beide größere Prozente bei den Wählerstimmen holen können, so bin ich von meinen deutschen Mitbürgern ziemlich enttäuscht, da sie damit die Umverteilung von unten nach oben weiter aufrecht erhalten und ich für diesen Mist an Wählerschaft dann immer mehr bluten muss.

Und bitte komme mir niemand mit dem Argument, dass es keine Alternativen gibt und jede Partei so macht, sowas ist schlichtweg Quatsch, weil bis dato seit Jahrzehnten immer nur CDU oder SPD am großen Ruderrad saßen.

07.10.12 12:29
2

5772 Postings, 5010 Tage MoutonTony

Nicht alle sind Opfer. Wenn du mal jeden Tag mit  den "Betrogenen" zu tun hattest, dann würdest du wohl auch vielleicht etwas anders denken.  

07.10.12 13:55
2

23235 Postings, 7337 Tage modDass Banken Forderungen verkaufen,

wurde erst unter Rot-Grün im damaligen Liberalisierungsrausch
gesetzlich ermöglicht und führte zu extrem absurden und unsozialen
Ergebnissen.
Inzwischen wurde es ein wenig wieder (z.B. im Immo-Fin.-Bereich)
eingeschränkt.
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Bei Ariva gibts seit 2000 nur einen mod

07.10.12 14:11

129861 Postings, 6217 Tage kiiwiiForderungsverkäufe gab es immer

Und wie man das juristisch sauber macht, sagt das BGB.
Das hat mit "Liberalisierungsrausch" zunächst gar nichts zu tun.
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An intellectual is a person who has discovered
something more interesting than sex. (A.Huxley)

07.10.12 14:18
3

23235 Postings, 7337 Tage modok., sorry

ich meinte speziell Grundschulden.
Z.B. Sparkassen verkauften damals diese im Block, die
Schuldner wussten nichts davon und gingen - bei nichtigem Anlass -
in den Zwang.
Die Fälle waren skandalös und gingen damals durch die Presse
Ermöglicht wurde dies erst durch Rot-Grün und dem Finanzmarkt-
deregulierungsG.
-----------
Bei Ariva gibts seit 2000 nur einen mod

07.10.12 14:23
1

23235 Postings, 7337 Tage modMir fallen spontan immer

solche Fälle ein, weil die damalige Rot-Grün-Regierung
in einem Liberalisierungsrausch erst die gesetzl. Grundlagen für
die spätere Bank- und Finanzkrise gelegt hat.
Natürlich wurde das auch im Bundesrat von CDU/CSU/FDP durch-
gewunken.
... aber Rot-Grün stellt ja immer per se die besseren und kompetenteren
Politiker.
-----------
Bei Ariva gibts seit 2000 nur einen mod

07.10.12 14:45

24619 Postings, 7143 Tage Tony Ford@mod...

solche Fälle ein, weil die damalige Rot-Grün-Regierung
in einem Liberalisierungsrausch erst die gesetzl. Grundlagen für
die spätere Bank- und Finanzkrise gelegt hat.
Natürlich wurde das auch im Bundesrat von CDU/CSU/FDP durch-
gewunken.
... aber Rot-Grün stellt ja immer per se die besseren und kompetenteren
Politiker.

 

Getrieben wurde diese Liberalisierung aber vor allem auch durch die CDU/CSU/FDP, denn Dtl. stand damals weitaus schlechter da als Heute, hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Wachstum usw.

Die CDU und vor allem auch die FDP argumentierte damals, dass Deutschland "wettbewerbsfähiger" werden muss und man doch Regularien abbauen und die Märkte liberalisieren sollte.

Für die Mehrheit der Wähler und Bürger war die Liberalisierung damals notwendig und richtig. U.a. kann ich mich noch daran erinnern, als immer wieder Leute schimpften, dass in Dtl. der Staat viel zu viel reguliert und man doch mehr Freiheiten gewähren solle, der Markt sich doch schließlich auch selbst regulieren wird.

Die SPD und Grüne standen damals vor der Wahl eine Politik der "Regularien" zu machen, die damals ziemlich unpopulär waren und als Ursache für das schwache Wachstum angeprangert wurden oder sie vollziehen die Liberalisierung und zeigen, dass sie bereit sind "Staat" abzubauen und mehr "Freiheiten" zu geben.

 

Tja und 2009 war dann plötzlich "Liberalisierung" out und "Regulierungen" in, dabei hat man die Liberalisierung leider am ende "fälschlicherweise" nachreguliert, indem man Banken hat gerettet.

Andernfalls wären 3/4 aller Banken Pleite, die Schuldenberge sowie Geldvermögen wären deutlich eingedampft worden, evt. wäre der EURO hyperinflationiert und man müsste nicht mehr über solche Dinge wie den Weiterverkauf von Krediten kritisch debattieren.

07.10.12 19:15
1

23235 Postings, 7337 Tage mod@Tony Ford

Deinem Gedächtnis kann dank des Inets schnell nachgeholfen
werden!
- Bekanntlich regierte von 1998 bis 2005 Rot-Grün im Bund.
- Vielleicht machst du dir die Mühe, hier dies zu lesen:

Von der Politik geschaffene Grundlagen der Finanzkrise

Der Fuchs, der den Hühnerstall bewachen soll
in:
http://www.heise.de/tp/artikel/28/28961/1.html

Asmussen war auch die rechte Hand von Steinbrück und ist SPD-Mitglied








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Bei Ariva gibts seit 2000 nur einen mod

07.10.12 19:36

23235 Postings, 7337 Tage modZum anderen, Tony,

war von 2005 bis 2009 wer verantwortlicher Bundesfinanzminister?

... bekanntlich hiess der   Peer Steinbrück
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Bei Ariva gibts seit 2000 nur einen mod

08.10.12 09:07
1

24619 Postings, 7143 Tage Tony Ford@mod...

Dies ist keine Antwort bzw. Argument, was meine Behauptungen wiederlegt, dass die CDU/CSU sowie FDP alles Andere als die bremsenden Kräfte waren.

Man muss ja bedenken, dass die CDU-Regierung 1998 der ROT-GRÜNEN Regierung einen Scherbenhaufen hinterlassen hatten, d.h. hohe Arbeitslosigkeit sowie einen stark wachsenden Schuldenberg (Klar die Wende war teuer, daher kann man bezüglich der Schulden keine zu großen Vorwürfe machen).

Naja und dann kam Rot-Grün an die Macht und hatten sich auf die Fahnen geschrieben, Reformen anzuschieben um wieder für Wachstum zu sorgen und den Schuldenberg nicht explodieren zu lassen.

Tja und dann kam das Jahr 2000 und eine WWK, wie sie bis dato nur aus dem Jahre 1929 bekannt war.
Nach der Krise erholte sich Deutschland im Vergleich zu USA und andere Länder eben nur sehr spärlich, so dass der Druck auf die Regierung immer größer wurde und man nach möglichen Ursachen suchte, d.h. schaute, was in den USA oder GB eben besser läuft, denn im Gegensatz zu Heute hatten die damals 5% Arbeitslose und wir teils mehr als 10%.

Ergo empfahlen die meisten Chefvolkswirte sowie Wirtschaftsexperten, dass die Ursachen des schwachen Wachstums in der hohen staatlichen Regulierung liegt, die internationale Investoren abschreckt bzw. Dtl. im weltweiten Vergleich unattraktiv erscheinen lässt.

Die SPD/Grüne zögerten relativ lange mit der Deregulierung, während CDU/FDP der Regierung vorwarfen, zu lange an staatliche Hürden festzuhalten und damit Dtl. weiterhin wettbewerbsunfähig zu machen.
Für die SPD/Grüne war klar, dass wenn sie handeln müssen. Hätten sie jedoch die Regulierungen verschärft, wären sie zeitnah abgewählt worden, denn die mehrheitliche Meinung der Wirtschaftsexperten, Wirtschaftsweisen sowie Wirtschaftsforschungsinstituten und einem großen Teil der Opposition war damals, dass weniger Staat zwingend notwendig und Mehr Staat schädlich ist.

Hätte man damals eine Forsaumfrage zur Deregulierung der Märkte gemacht, hätten 80% des Wähler dafür gestimmt, Heute hingegen sähe es vermutlich genau konträr aus.

Ich persönlich war damals skeptisch, andererseits muss ich zugeben, im Nachhinein ist man immer schlauer.

Ich möchte damit nicht die "falschen" Entscheidungen von Rot-Grün schönreden, doch Fakt ist, dass CDU/FDP es hätten nicht besser gemacht und im Grunde ALLE daran ihren Anteil hatten.
Die Einzigen, die dagegen waren, waren die Linken, irgendwie schon lustig oder? ;-)

Achja, wer auch noch dagegen war, war der Wirtschaftsweise Bofinger, der sich immer wieder klar gegen diverse Liberalisierungen aussprach und die Potenziale in vernünftigen Lohnstrukturen sowie guten Arbeitsbedingungen sieht und dies auch wissenschaftlich belegen kann bzw. Jeder der mal mathematisch logisch tiefgründiger nachdenkt, auch darauf kommen würde.

Doch stattdessen werden die Hartz-Reformen und Agenda 2010 als Erfolgsrezept verkauft, was aber nur eine Halbwahrheit ist.
In Wahrheit lebt Deutschland seit vielen Jahren von Exportüberschüssen und so konnte bis vor wenigen Jahren Dtl. fast immer den Exportweltmeister stellen.
Und woher kommen die großen Außenhandelsüberschüsse denn? Doch nicht wegen der Agenda2010, sondern weil EU-Länder wie Spanien, Griechenland, Italien, Irland, uvm. dank der EU plötzlich billige Kredite bekamen. So sanken die Renditen in diesen Ländern binnen kürzester Zeit um teils 80%, wodurch viele Länder plötzlich doppelt oder dreifach so hohe Kredite aufnehmen und refinanzieren konnten, womit sie dann Waren aus Dtl. importierten.

Ein Beweis, dass dies so ist, zeigte die Krise 2008/2009. Trotz der Stärke von Dtl. war die Rezession in Dtl. 2009 im EU-Vergleich am Höchsten, höher als z.B. in Spanien.  Es zeigt, wie exportlastig Dtl. nach wie vor ist und woher die geringe Arbeitslosigkeit bei uns sowie soliden Haushaltslage kommt, eben weniger von der Agenda2010 und vielmehr dank der billigen EU-Kredite.

Da bin ich mal gespannt, wie Dtl. und Frau Merken dumm schauen wird, wenn sie Europa nen Sparkurs verpassen und dann die Exporte massiv einbrechen und wir in eine deftige Rezession abrutschen, denn von Innen heraus können wir uns nicht retten, denn dazu gibt es viel zu viele schlecht bezahlte Tätigkeiten, vor allem auch im Dienstleistungssektor.  

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