Spiegel: aktueller Bericht

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eröffnet am: 07.10.01 19:25 von: boomer Anzahl Beiträge: 2
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2165 Postings, 6999 Tage boomerSpiegel: aktueller Bericht

R A K E T E N   A U F   K A B U L

Der Vergeltungsschlag hat begonnen

Die USA haben um 18.27 Uhr MESZ mit dem Militärschlag gegen das Taliban-Regime in Afghanistan begonnen. In der Hauptstadt Kabul schlugen mehrere Raketen ein, auch in Kandahar soll es Explosionen gegeben haben.

Islamabad/Washington - Präsident George W. Bush sagte in einer live im Fernsehen übertragenen Rede: "Wir haben militärische Attacken gegen Terroristenausbildungslager und das Militär in Afghanistan gestartet. Großbritannien als befreundete Nation steht an unserer Seite." Andere Nationen wie Deutschland unterstützten die Aktionen, sagte der US-Präsident.
Bomben auf Flughäfen

Nach Augenzeugenberichten gab es Explosionen in Kabul und Kandahar. Ein Korrespondent des arabischen TV-Senders "Al-Dschasira" berichtete, die Angriffe konzentrierten sich in Kabul auf den Flughafen der Hauptstadt. Zunächst seien Flugzeuge zu hören gewesen. Dann habe es eine große Explosion im Nordosten der Hauptstadt Kabul gegeben, sagte der Journalist. Anschließend sei in der ganzen Stadt der Strom ausgefallen. Der Sender zeige Live-Bilder von Flugzeugen, die im Dunkeln über die Stadt flogen sowie die Blitze des Abwehrfeuers.

Auch die Kommandozentrale des Flughafens von Kandahar soll zerstört worden sein. Die Stadt gilt als Hochburg der islamistischen Taliban unter ihrem Führer Mullah Mohammad Omar. CNN zufolge wurde der Militärschlag gegen den Tower von einem örtlichen Behörden-Vertreter bestätigt. CNN meldete wenig später, auch die Stadt Dschalalabad werde angegriffen.

Taliban: "Wir werden angegriffen"

Ein Taliban-Vertreter in Kabul sagte, "wir werden angegriffen. Sie haben den Süden von Kabul bombardiert. Unsere Geschütze feuern". Der Taliban-Vertreter, der von Pakistan aus telefonisch erreicht wurde, gab seinen Namen mit Mudir an. Er nannte keine näheren Einzelheiten.

Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah hatte am Sonntagmittag in Dschabal-us-Saradsch gesagt, er glaube, dass die Angriffe der USA und ihrer Verbündeten "sehr bald" stattfänden. Auf die Frage, ob es sich nur noch um Stunden handele, sagte er: "Wie viel Uhr ist es jetzt?" Und weiter: "Sicherlich ist es keine Frage von Wochen. Ich sage nicht bald, sondern sehr bald."

"Die Taliban leisten kaum Gegenwehr"

Ein Sprecher der Nordallianz, Mohammad Habeel, sagte der Nachrichtenagentur Reuters per Satellitentelefon aus Afghanistan, seine Truppen hätten elf Dörfer in der zentralen Provinz Ghor von den Taliban erobert. Wahrscheinlich werde auch die Provinzhauptstadt Cheghcharan bald fallen. "Die Taliban leisten kaum Gegenwehr", sagte Habeel. "Sie haben keinen Kampfgeist mehr und können ihren örtlichen Verbündeten nicht vertrauen. Heute sind 250 (verbündete Soldaten) und gestern 150 zu uns übergelaufen."

Die Nordallianz kämpft seit Jahren gegen die radikal-islamischen Taliban und kontrolliert zwischen fünf und zehn Prozent des Landes.

USA lehnt Angebot der Taliban ab

Das Taliban-Regime hatte Washington zuvor angeboten, Bin Laden festzunehmen und ihm nach islamischem Recht vor Gericht zu stellen. Dazu müssten die USA ein förmliches Ersuchen an Afghanistan richten, sagte der Taliban-Botschafter in Pakistan, Abdul Salam Saif.

In Afghanistan sei das islamische Recht eingeführt, und deshalb sei es angemessen, Bin Laden dort auch den Prozess zu machen. Die Festnahme sei kein Problem, sagte der Botschafter weiter. Im Gegensatz zu früheren Verhandlungsangeboten verlangten die Taliban keine Beweise für eine Beteiligung Bin Ladens an den Terroranschlägen vom 11. September.

Das Weiße Haus wies das Angebot umgehend zurück: Die Taliban müssten Bin Laden bedingungslos ausliefern. Bereits am Samstag hatten die Taliban versucht, durch Verhandlungen den drohenden Militärschlag der USA abzuwenden. Sie stellten die Freilassung der acht inhaftierten Shelter-Now-Mitarbeiter - unter ihnen vier Deutsche - in Aussicht, falls die USA ihre Drohung mit einer Militäraktion fallen lassen und Verhandlungen aufnehmen würden.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,161241,00.html



 

07.10.01 19:29

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