So wird 2002 !!! Finanzen!! Politik! Vorrausschau!

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neuester Beitrag: 28.12.01 12:42
eröffnet am: 28.12.01 08:24 von: mothy Anzahl Beiträge: 5
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28.12.01 08:24
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1594 Postings, 7526 Tage mothySo wird 2002 !!! Finanzen!! Politik! Vorrausschau!

Aus der FTD vom 28.12.2001 www.ftd.de/2002
So wird 2002
Von unseren Redakteuren

Auch wenn es schwerlich möglich ist, die Zukunft der Wirtschaft aus der Hand zu lesen. Zum Jahresende wagen Redakteurinnen und Redakteure der Financial Times Deutschland einen Blick auf das vor uns liegende Jahr. Sie geben jeweils zu ihrem Spezialgebiet ihre ? ganz persönliche ? Prognose ab.


So wird 2002: Finanzen
Von unseren Redakteuren


Wird 2002 das Jahr der Aktie?

Ja. Allerdings dürfen die Anleger nicht mehr die zweistelligen Renditen erwarten. Die Stärke des Aufschwungs in den USA wird darüber entscheiden, ob die Aktien aus dem "Wettlauf" mit den festverzinslichen Rentenpapieren als Gewinner hervorgehen oder ob es eher ein Unentschieden wird. Vor allem die klassischen Zykliker wie die Stahlbranche haben gute Chancen auf Kursgewinne. Ina Bauer

Sinken die Leitzinsen weiter?

Bei den US-Leitzinsen dürfte mit 1,75 Prozent das Ende der Fahnenstange sehr nahe sein. Die Europäische Zentralbank hat noch viel Luft nach unten. Sie hat weitere Zinssenkungen davon abhängig gemacht, dass sie ihre jüngste Konjunktur- und Inflationsprognose nach unten revidieren muss. Es dürfte nicht allzu lange dauern, bis es so weit ist. Norbert Häring


Wird der Dollar schwach?

Nein. Geht es der US-Wirtschaft gut, steigt der Dollar, weil Kapital nach Amerika strömt. Geht es ihr schlecht, bleibt der Dollar fest, weil es in Europa noch schlechter läuft und weil die amerikanische Notenbank handelt. Der Dollar bleibt außerdem stark, weil alle Seiten ein Interesse daran haben. Lucas Zeise

Wird die Commerzbank verkauft?

Nicht zwingend. Jedenfalls wird der Vorstand nach zwei vergeblichen Versuchen seinerseits nicht auf Partnersuche nach einer breiten Schulter zum Anlehnen gehen. Dazu wird die Bank für 2001 eines ihrer schlechtesten Ergebnisse einfahren und steckt mitten in einem Kostensenkungsprogramm: keine attraktive Braut, da jeder Freier eine gehörige Mitgift mitbringen müsste. Andererseits bleibt der niedrige Aktienkurs eine ständige Gefahr. Rolf Lebert

Lebt der Neue Markt wieder auf?

Analysten und Strategen sind sich dessen sicher. Der Neue Markt kann nicht mehr tiefer fallen als 2001. Durch die Einführung der Delistings-Regeln sind bereits einige Pleitekandidaten vom Markt verschwunden, weitere werden folgen. Zudem schreibt die Börse jetzt standardisierte Quartalsberichte vor und verlangt von Vorständen und Aufsichtsräten, Verkäufe von Aktien des eigenen Unternehmens spätestens nach drei Tagen zu melden. Die Transparenz für die Anleger ist damit erhöht worden. Eine Aktieneuphorie erwartet aber niemand mehr. Tim Bartz

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Unternehmen

Welche Fluglinien überleben?

Ein globales Angebot wird in Europa ausschließlich den großen Drei ? Lufthansa, British Airways, Air France ? vorbehalten bleiben. Andere wie Crossair, Alitalia, Iberia, Finnair werden sich im Wesentlichen auf ihre Heimatmärkte konzentrieren müssen. Wackelkandidaten sind Alitalia, die griechische Olympic, die französische Air Lib, die belgische DAT und die portugiesische TAP. Gute Aussichten haben dagegen Billig-Fluglinien wie die irische Ryan Air. Jenny Genger

Schafft Chrysler den Turnaround?

Es sieht alles danach aus. Spätestens im vierten Quartal. Denn kein anderer US-Autobauer ist so früh in die Restrukturierung gestartet wie Chrysler. Dieter Zetsche dürfte sich damit für Höheres im DaimlerChrysler-Konzern empfehlen: die Schrempp-Nachfolge 2005. Guido Reinking

Geht die Fusion von Hewlett-Packard und Compaq durch?

Ja, soweit die Kartellbehörden zustimmen. HP-Chefin Carly Fiorina und Compaq-Chef Michael Capellas benötigen dann von ihren Aktionären nur eine Zustimmung von 50 Prozent plus eine Aktie. Das dürfte bei Compaq problemlos sein. Für Fiorina wird es schwerer, da sich die Nachkommen der Gründer gegen die Fusion sperren. Oliver Wihofszki

Wer gewinnt das Rennen um Internet- und Web-Services?

Bei der Verzahnung des Webs mit Offline-Dienstleistungen wird sich wohl Sun mit ?Sun One? durchsetzten: Das Unternehmen nutzt wie die meisten die bewährte Computersprache Java. Kontrahent Microsoft steht mit ?Dotnet? alleine da. Außerdem hemmt ein EU-Kartellverfahren. Mögliches Ergebnis: Fremde Programme müssen im Betriebssystem Windows XP gleichberechtigt integriert werden. Arndt Ohler

Wie entwickeln sich die Preise?

Auch wenn Verbraucherschützer fürchten, dass der Einzelhandel die Euro-Umstellung für Preiserhöhungen nutzen könnte: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Preise für Lebensmittel nennenswert steigen. Dafür ist der Wettbewerb in der Branche zu hart. Christiane Ronke

Zieht der Halbleitermarkt wieder an?

Ja. Die Konjunktur wird anziehen, also investieren die Unternehmen auch wieder in Computer. Weil die aber noch auf recht gutem Stand sind, geschieht das nicht gerade stürmisch. Das Desaster-Jahr auf dem Speicherchipmarkt werden weitere Anbieter nicht überleben. Weniger Angebot aber lässt die Preise klettern. Sven Clausen

Wird es zu massenhaften Unternehmensveräußerungen kommen?

Nein. Dafür ist die Situation auf dem deutschen Markt für Mergers & Acquisitions zu schlecht. Von der Steuerreform werden aber Impulse ausgehen. Vor allem Konzerne werden ungeliebte Töchter tendenziell eher abstoßen ? weil es künftig steuerfrei ist. Ein weiterer Punkt kommt hinzu: Viele Unternehmen werden im Frühjahr wahre Horrorbilanzen für 2001 präsentieren müssen. Da ist der Anreiz recht groß, die Lösung gleich mitzuliefern: Verkäufe von Unternehmensteilen, um die Bilanz zu glätten. Tasso Enzweiler

Erholt sich die Stahlindustrie?

Stahlkonzerne können in der zweiten Hälfte 2002 auf steigende Preise hoffen. Nach einem 20-Jahres-Tief ist das für die Branche auch dringend notwendig. Überkapazitäten in der Produktion werden durch Fusionen und freiwillige Beschränkungen der Produzenten runtergefahren. In der maroden US-Stahlindustrie beginnt eine Übernahmewelle, sollte sich die Regierung nicht für Zölle auf Importstahl entscheiden. Cordula Eubel

So wird 2002: Politik
Von unseren Redakteuren

Gewinnt Schröder die Wahl?

Ja. Seine SPD hat die besten Chancen und den schlagkräftigsten Apparat. Und bisher haben die Bundesbürger noch immer zum Kanzler die jeweils stärkste politische Figur gewählt, was Schröder derzeit eindeutig ist. Offen ist allerdings die Konstellation, in der Schröder regieren kann: rot-grün, sozialliberal oder in einer großen Koalition. Alles ist möglich. Peter Ehrlich

Scheitern die Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde?

Nein. Zwar hat die Partei aus Sicht ihrer linken Anhänger in der ablaufenden Wahlperiode alle Gründungsideale verraten. Gingen die Fundis nicht zur Wahl, blieben den Grünen von den 6,7 Prozent, die sie 1998 geholt haben, höchstens vier. Rettung kommt jedoch ausgerechnet von der CDU/CSU: Ihr Kanzlerkandidat Edmund Stoiber wird noch einmal für einen Mobilisierungsschub quer durch die zerstrittenen Lager sorgen, der die Grünen knapp über die Fünf-Prozent-Hürde hieven wird. Ob das zum Weiterregieren reichen wird, ist aber fraglich. Claus Hulverscheidt


Wer wird Unions-Kanzlerkandidat?

Wahrscheinlich Edmund Stoiber. CDU-Chefin Angela Merkel wird letztlich doch einsehen, dass in einem Wirtschaftswahlkampf der CSU-Vorsitzende mit seiner guten Bilanz aus Bayern die besseren Chancen hat. Stoiber hat auch die besseren Umfragewerte. Das wiegt schwerer als das Argument, dass Merkel Wechselwähler eher ansprechen könnte und der SPD die Polarisierung schwerer machen würde als Stoiber. Jens Tartler


Wann kommt der Aufschwung?

Auch die schlimmste Rezession dauert nicht ewig. Ein günstiger Ölpreis, niedrigere Zinsen und das gewaltige Konjunkturprogramm in den USA sollten im Laufe des Jahres ihre Wirkung nicht verfehlen. Wenn die Lohnrunde im Frühjahr nicht zum konjunkturellen Stolperstein wird, könnte die im Herbst neu gewählte Bundesregierung ihre Amtszeit schon mit einem kleinen Aufschwung beginnen. Im Wahlkampf wird Rot-Grün allerdings noch andere Argumente brauchen als die Konjunktur. Christian Schütte


Wird die Riester-Rente ein Erfolg?

Freuen können sich die mit Jobs in der Old Economy. Sie werden per Tarifvertrag riestergefördert sparen. Die verspricht im Unterschied zum Privatsparen niedrige Kosten und ordentliche Rendite. Anders sieht es für die aus, die in Kleinbetrieben oder der New Economy arbeiten. Ihnen bleiben teure Privatverträge, durch die kaum einer durchblickt. Auch die Job-Mobilen haben?s schwer: Sie können die Betriebsrente nicht huckepack nehmen. Cordula Tutt

Wer wird französischer Präsident?

In den Stichwahlen am 5. Mai wird der amtierende Präsident Jacques Chirac gegen Lionel Jospin gewinnen. Der Gaullist kann das Thema Sicherheit glaubwürdiger besetzen als der sozialistische Premier. Dazu kann Jospin wegen der schlechten Konjunktur seine wirtschaftspolitischen Erfolge schlecht verkaufen. Chirac muss allerdings kaschieren, dass er nach siebenjähriger Präsidentschaft kaum eigene Erfolge vorzuweisen hat. Daniela Schwarzer

Wann tritt Duisenberg ab?

Genau wie 1998 angedeutet, wird EZB-Chef Wim Duisenberg sich zurückziehen, nachdem das Euro-Bargeld erfolgreich eingeführt ist. Den genauen Zeitpunkt bestimmt allerdings die französische Politik: Dort muss man sich auf einen Nachfolger einigen, was kaum vor der Präsidentschaftswahl im Mai 2002 geschehen wird. Thomas Hanke

Und schließlich ...



Wer wird Fußball-Weltmeister?

Deutschland kaum, aber es könnte weit kommen. Seine Gruppengegner Irland, Saudi-Arabien und Kamerun sind ein Glückslos. Auch im Achtelfinale wartet wohl kein fußballerischer Riese, Paraguay vielleicht. Dann käme wohl allerdings ? Italien. Also Schluss im Viertelfinale wie schon bei den letzten beiden Turnieren. Weltmeister werden die Franzosen, Brasilien oder Argentinien. Paul Breitner tippt auf Portugal. Das hätte immerhin Charme. Die hatten den Pokal noch nie. Axel Kintzinger



 

28.12.01 11:22

1594 Postings, 7526 Tage mothyTops + Flops 2002

Aus der FTD vom 28.12.2001 www.ftd.de/fluglinien
Tops + Flops 2002: Fluggesellschaften
Von Jenny Genger, Hamburg, und Jens Flottau, München

Den Fluggesellschaften steht ein anstrengendes Jahr bevor. Der größte Teil der Unternehmen hat zwar bereits einen harten Sparkurs eingeschlagen. Dennoch wird die Branche noch eine kräftezehrende Zeit durchstehen müssen. Nicht alle sind dafür ausreichend gerüstet.

Die Terrorattacken des 11. September haben in der Luftverkehrsbranche zum Kollaps geführt. Bei den Fluggesellschaften, die ohnehin durch den Konjunktureinbruch seit Anfang 2001 geschwächt waren, führten die Anschläge zum Herzstillstand. Für vier Tage kam der Luftverkehr fast zum Erliegen. Für die Swissair und die belgische Sabena war das der Todesstoß. Andere wie die Düsseldorfer Charterfluggesellschaft LTU oder die Sabena-Nachfolgerin DAT werden nur noch durch staatliche Subventionsspritzen am Leben erhalten. Selbst Gesellschaften mit stabilerer Konstitution wie Lufthansa, Air France oder British Airways sind noch nicht über den Berg.

Die härteste Zeit steht noch bevor: zurückschalten, ausharren und langsam durchstarten



Lufthansa

LTU

Swissair

Sabena

British Airways

United

Ryanair

Die gesamte Branche verlor nach einer Schätzung des internationalen Luftverkehrsverbands IATA bis zu 10 Mrd. $. Bis heute hält der Nachfrageeinbruch an. Vom 11. September bis Anfang November sackte das Passagieraufkommen über dem Nordatlantik um 35 Prozent ab, innerhalb Europas um 10 Prozent und im Fernostverkehr um mehr als 17 Prozent.



Geringes Vertrauen


Die Aktienkurse der europäischen Fluggesellschaften haben nach Berechnung der HypoVereinsbank seit Jahresbeginn 2001 im Durchschnitt 38,5 Prozent an Wert verloren. Damit ist die Marktkapitalisierung der Unternehmen um rund 6 Mrd. Euro geschrumpft.


"Das geringe Vertrauen gegenüber der Branche wird noch einige Monate anhalten", prognostizieren die Analysten der HypoVereinsbank. Eine Belebung im Luftverkehrsmarkt erwarten die meisten Experten nicht vor Ende 2002. "Ein Phantast ist, wer meint, bald werde alles wieder seinen gewohnten Gang gehen", erklärt Lufthansa-Chef Jürgen Weber in der Mitarbeiter-Zeitung "Lufthanseat". Zu tiefgreifende ist der Personalabbau, den die meisten Fluggesellschaften durchsetzten: Weltweit wurden 120.000 Arbeitsplätze gestrichen und große Teile der Flotten stillgelegt. Konzerne wie British Airways, die sich auf Geschäftskunden und Transatlantikflüge ausgerichtet haben, müssen ihre Strategie überarbeiten.


Neben den Ertragseinbußen müssen die Fluggesellschaften zusätzliche Kosten für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen und Versicherungsschutz verkraften. Viele Fluglinien können nicht mehr allein auf Expansion setzen. Vor allem Fluggesellschaften mittlerer Größe wie Alitalia, Iberia, KLM und die neu aufgestellte Schweizer Crossair müssen sich von der Vision verabschieden, als nationale Fluggesellschaft selbst aus einem kleinen Heimatmarkt ein globales Streckennetz anzubieten.



Stärke durch Bündnisse


Anfang Dezember erst hat die EU ein Konzept abgesegnet, das Vorbild für weitere Fluglinien seien könnte: Die Kommission hat die Allianz zwischen Austrian Airlines (AUA) und der Lufthansa genehmigt. Das Langstreckennetz überlässt die österreichische Gesellschaft dabei dem starken Bündnispartner.


Aus Fehlern der Vergangenheit hat auch die Crossair gelernt. Zumindest hat sich bei den Managern der ehemaligen Swissair-Tochter, die heute zu 70,4 Prozent den Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse gehört, die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Fluggesellschaft nur unter dem Dach einer Allianz existieren kann. Dagegen hatte der frühere Swissair-Chef Philippe Bruggisser noch die Ambitionen verfolgt, selbst ein umfassendes europäisches Bündnis aufzubauen. Doch selbst bei der mit 2,74 Mrd. Franken aus Wirtschaft und öffentlichen Kassen aufgepäppelten Crossair bleibt die Frage, ob das neue Geschäftsmodell dem kleinen Schweizer Heimatmarkt angepasst ist.


Ein ganz anderer Beitrag zur Konsolidierung des europäischen Luftverkehrs zeichnet sich in Belgien ab. Es könnte - wenn auch nur widerwillig - das erste EU-Land ohne nationale Fluggesellschaft werden. Denn obwohl der Staat bereits wieder einen saftigen Zuschuss an die Nachfolgegesellschaft der gescheiterten Sabena, DAT, gezahlt hat und die private Wirtschaft zu Investitionen aufruft, kommt nicht genug Geld zusammen. Stattdessen könnte dieser Markt von den Anbietern übernommen werden, die ihn bereits heute beherrschen: den drei großen Flugallianzen und den Billiganbietern Virgin Express und Ryanair. Diese Kombination hat Zukunft.


Neben integrierten Bündnissen mit einem globalen Angebot, bei denen wenige große Fluglinien Langstrecken abdecken und kleinere Gesellschaften die Verbindungen in ihre Heimatmärkte sicherstellen, wird noch den Billigfliegern für Kurz- und Mittelstrecken eine große Chance bescheinigt. Gerade in der Krise profitieren die Niedrigpreis-Anbieter Ryanair, Buzz, Go und Easyjet: Während alle Fluggesellschaften Sparprogramme auflegen, mischen die vier den europäischen Kontinent auf. Sie besetzen zwar noch Nischenmärkte - Ryanair hält in Deutschland rund rund vier Prozent am Markt -, doch sie wachsen mit zweistelligen Wachstumsraten. Das Modell mit seiner schlanken Kostenstruktur findet schon Nachahmer in Deutschland: Die Ferienfluggesellschaft Germania hat erste Erfahrungen gesammelt und einen Neustart stellt Berlin Jet in Aussicht.



© 2001 Financial Times Deutschland  

28.12.01 11:52

21160 Postings, 7857 Tage cap blaubärgegen Flieger spricht auch datt Öl

alles einschließlich LH issn Tanz aufm Vulkan
blaubärgrüsse  

28.12.01 12:02

21160 Postings, 7857 Tage cap blaubärVersicherungen/Banken vergessen

nur bei freundlichen Börsen iss hier was zu holen,ichschätzemal Öl und Energie generell hightech Med Tech Biotech vorsichtig paar Glaser dabei,datt woorett für nullzwoo kurzfristzockaussenvor
blaubärgrüsse  

28.12.01 12:42

1594 Postings, 7526 Tage mothy2002 wird das Jahr der Restrukturierung



2002 wird das Jahr der Restrukturierung
Börsenbrief aus New York
Von Michael Hartnett
Im Jahr 2002 dürften die Aktienmärkte von zwei Themen dominiert werden: Reflation und Restrukturierung. Die Zinssätze sind bereits deutlich gesunken und wir gehen davon aus, dass ein Ende dieses Rückgangs noch nicht erreicht ist. Durch billigeres Geld wird einerseits die Erholung stimuliert, andererseits sinken dadurch auch die Kosten des Schuldendienstes für die bedenklich hohen Schuldenberge, die einige der größten Unternehmen Europas in den letzten Jahren angehäuft haben.

Diese Unterstützung für die Gewinnerholung dürfte auch mit einer Umschichtung der Vermögenswerte von Unternehmen einhergehen, wenn die Unternehmen ihre Kapazitäten der geringeren Nachfrage anpassen und sich auf die viel versprechendsten Geschäftsfelder konzentrieren. Finanztitel und zyklische Werte der Old Economy werden voraussichtlich am meisten von diesen beiden positiven Faktoren profitieren. Wir rechnen mit einer fortgesetzten Rally bei Banken und Versicherungen, da die Zinsen noch wesentlich tiefer fallen werden. In der Zwischenzeit werden zyklische Aktien der Old Economy wie zum Beispiel Chemiewerte und Maschinenbauunternehmen wahrscheinlich eher von der Erholung der Nachfrage im Jahr 2002 profitieren als die Zykliker der New Economy wie zum Beispiel Chiphersteller, da in diesen Bereichen einfach kein so großes Überangebot herrscht. Sicher werden die High-Tech-Aktien von Zeit zu Zeit kräftige Kursrallys erleben, die Fundamentaldaten bieten aber noch keine Grundlage für einen Hausse-Markt. Die Bedingungen für einen Kursaufschwung bei europäischen Aktien sind vorhanden, die Konjunkturaussichten hellen sich auf. Dafür sprechen nach unserer Einschätzung vor allem die folgenden vier Gründe. Erstens herrschen in den USA nach einer drastischen Zinssenkungsrunde von insgesamt 400 Basispunkten nun negative Realzinsen - das heißt Zinsen, die niedriger sind als die Inflationsrate. Dies allein dürfte schon zur Stabilisierung der Kapitalmärkte und zur Stärkung der Bilanzen verschuldeter Unternehmen beitragen. Es erklärt auch, warum US-Aktien nach wie vor besser abschneiden als europäische.

Die Europäische Zentralbank ist bei ihren Zinsschritten wesentlich langsamer vorgegangen und senkte die Zinsen in diesem Jahr nur um 100 Basispunkte auf 3,75 Prozent. Wir rechnen aber mit einer zusätzlichen Reduzierung um 75 Basispunkte auf drei Prozent.

Zweitens werden auch die niedrigen Ölpreise die Erholung in Europa vorantreiben. Europa ist mehr von Ölimporten abhängig als Amerika und Japan, und der Rückgang des Ölpreises um fünf Euro von August bis Oktober dürfte eine Verbesserung der Kaufkraft der Verbraucher um bis zu ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts in der Region bewirken. Zudem sollte man nicht vergessen, dass in den frühen 90er-Jahren die Erholung auf den Aktienmärkten zeitgleich mit dem Rückgang der Ölpreise und nicht mit dem Anstieg der Gewinne einsetzte.

Der dritte Faktor ist die leichte Verengung der Kredit-Spreads in Europa, die trotz ihres nur geringen Ausmaßes dennoch zur allmählichen Verbesserung der Bedingungen für die Unternehmensfinanzierung beiträgt. Nimmt der Abstand zwischen den Zinsen, die Anleger für Ausleihungen an Unternehmen verlangen, und den niedrigeren Zinssätzen für Staatsanleihen ab, dann ist dies darauf zurückzuführen, dass die Investoren die Wahrscheinlichkeit der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen geringer einschätzen.

Darüber hinaus werden die Analysten nun langsam etwas realistischer, was die Aussichten für die Unternehmensgewinne angeht. Wenn man alle Prognosen für die Jahresüberschüsse der börsennotierten europäischen Unternehmen für das Jahr 2002 addiert und den Durchschnitt ermittelt, so ergibt sich eine geschätzte Steigerung der Unternehmensgewinne um 13 Prozent, was unserer Ansicht nach immer noch zu hoch ist. Aufschlussreicher ist vielleicht die Tatsache zu werten, dass die Analysten mittlerweile bei 70 Prozent aller Prognoseänderungen ihre Gewinnschätzungen nach unten korrigieren.

Wann geht es los? Diese allzu optimistischen Prognosen und die Tatsache, dass die gesamteuropäischen Aktien auf einer normalisierten Basis genau zu ihrem langfristigen Mittel - dem 15fachen ihrer Gewinne - gehandelt werden, erklären auch, warum Anleger den Perspektiven für Aktien nach wie vor vorsichtig gegenüberstehen. Da aber die Fondsmanager einen außergewöhnlich hohen Portfolioanteil von 7,8 Prozent in Barmitteln halten, ist ausreichend Liquidität für weitere Kursgewinne auf den Aktienmärkten im vierten Quartal vorhanden.

Allerdings könnte trotz dieser ungewöhnlich hohen Barreserven der Fondsmanager gegenwärtig jeder Kursanstieg als Gelegenheit für Gewinnmitnahmen genutzt werden. Die Hauptleidtragenden des seit einem Jahr andauernden Kursverfalls auf den Aktienmärkten sind die High-Tech-Aktien und die Telekommunikationswerte. Selbst wenn die Bedingungen noch nicht gut genug für einen Hausse-Markt sind, wird das Ende des Baisse-Marktes für die Aktien der überschuldeten europäischen Telekommunikationsunternehmen dennoch Signalwirkung haben. Diese Aktien zogen im Oktober an - wie in jedem ersten Monat eines jeden Quartals seit Anfang 1999. Diesmal aber ging dieser Aufschwung zum ersten Mal mit einem Rückgang der Zinssätze einher. Funktioniert die Reflation wirklich? Wenn ja, dann wird der Baisse-Markt für die Aktien des TMT-Sektors (Technologie/Medien/Telekommunikation) bald der Vergangenheit angehören.

Der Autor ist Leiter der Abteilung Europäische Aktienstrategie & Volkswirtschaft Merrill Lynch

http://www.welt.de/daten/2001/11/04/1104fi293303.htx  

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