"So wahr mir Allah helfe!"

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eröffnet am: 23.12.06 13:44 von: denkidee Anzahl Beiträge: 3
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23.12.06 13:44
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112127 Postings, 6296 Tage denkidee"So wahr mir Allah helfe!"

Erster muslimischer US-Kongressabgeordneter

"So wahr mir Allah helfe!"
Der erste islamische Abgeordnete im US-Kongress, Keith Ellison, will seinen Eid auf den Koran ablegen - nicht auf die Bibel. Ellisons Ankündigung löste heftige Reaktionen aus: Konservative Politiker sehen den Untergang der christlichen Nation gekommen.

Von Carsten Schmiester, ARD-Hörfunkstudio Washington

 [Bildunterschrift: Keith Ellison will auf den Koran schwören. ]
"Wenn die amerikanischen Bürger nicht endlich aufwachen, dann werden sehr wahrscheinlich noch viel mehr Moslems in den Kongress gewählt und verlangen, dass sie beim Amtseid die Hand auf den Koran legen". Ein Zitat aus einem Brief von Virgil Goode an seine Wähler. Der konservative Republikaner sitzt im Repräsentantenhaus und beschwört den Untergang der - noch - mehrheitlich christlichen Nation.

Goodes politisch einigermaßen unkorrekte Warnung ist der bisherige Höhepunkt im skurrilen Streit um den Demokraten Keith Ellison, der vor langer Zeit als Student zum Islam übergetreten war und im November von den Wählern in Minneapolis mit großer Mehrheit in den Kongress gewählt wurde. Ellison wird Anfang Januar als erster islamischer Abgeordneter in der Geschichte der USA eingeschworen, und er möchte dabei die bisher gängigste Formel ein wenig abändern - in "so wahr mir Allah helfe".

"Wir sind hier, um Amerika stärker zu machen!"

Den Koran in der Hand und Amerika im Herzen? Für Widersacher Goode passt das nicht zusammen. US-Soldaten kämpfen gegen islamische Terroristen, deren Glaubensbrüder nach seinen Worten entweder als legale oder illegale Einwanderer zu Zehntausenden ins Land kommen und nun auch noch einen Vertreter im Kongress haben! "Wehret den Anfängen!", so der Politiker aus dem Südstaat Virginia. Er nimmt den "Fall Ellison" zum Anlass, grundsätzlich mit der aus seiner Sicht viel zu liberalen Immigrationspolitik abzurechnen. Während Ellison ruhig bleibt und dem nicht-muslimischen Rest des Landes im Nachrichtensender CNN geduldig erklärt, dass nicht alle Moslems Bomben basteln, erst Recht nicht in den USA: "Es gibt hier fünf Millionen von uns. Wir sind hier, um Amerika stärker zu machen und genau so zu leben, wie alle Amerikaner auch. Da gibt es nichts, was man fürchten müsste."

Schon gar nicht einen Amtseid auf den Koran, den Ellison als Demonstration gelebter Freiheit versteht. "Natürlich werde ich meine Hand auf ein Buch legen, das die Basis meines Glaubens ist, des Islams", sagt er. "Glaubensfreiheit - dafür steht Amerika doch." Immerhin muss Ellison nicht länger fürchten, dass Rivale Goode ihm Anfang Januar die Show verdirbt. Der Republikaner hat erklärt, dass er nichts gegen den Koran im Kongress unternehmen will, wohl aber gegen die falsche Einwanderungspolitik: "Ich bin für schärfere Gesetze, damit wir nicht irgendwann eine Moslem-Mehrheit im Kongress haben."

Im offiziellen Teil spielt die Religion keine Rolle
Die ist bei derzeit fünf Millionen Moslems in einem 300-Millionen-Volk ohnehin erst einmal nicht in Sicht. Goodes Ärger wirkt daher einigermaßen übertrieben und hat nur einen Effekt: Kongressneuling Ellison ist zur nationalen Berühmtheit geworden - schon vor der Vereidigung, die übrigens im offiziellen Teil traditionell ohne jede Anspielung auf den Glauben der Politiker abläuft. Der Koran kommt erst hinterher auf den Tisch, bei einer kleinen und rein privaten Zeremonie
 
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23.12.06 14:03

7953 Postings, 5114 Tage Skyline2007Allah

nee da sag ich lieber nix drüber.

angst vor den 3 weltkrieg  

23.12.06 16:29
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112127 Postings, 6296 Tage denkideeKeith Ellison - der erste Moslem im US-Kongress

Keith Ellison - der erste Moslem im US-Kongress

Keith Ellison ist zum Abgeordneten im US-Kongress gewählt worden. Der Anwalt tratt in Minnesotas größter Stadt, Minneapolis, für die Demokraten an. Sein Wahlkreis ist zu drei Vierteln weiß und kleinbürgerlich. Ellison selbst ist schwarz - und Moslem. Eine Reportage aus dem Wahlkampf.

Von Frank Aischmann, MDR-Hörfunkstudio Washington

Es ist ein freundlicher Samstagvormittag im Frühherbst im Stadtpark von Minneapolis - die Demokraten haben zum Wahlkampfrühstück geladen. Allzu viele sind nicht gekommen, aber die vielleicht 20 Engagierten jubeln jenem untersetzten Mann mit kurzen Haaren und Brille zu, der selbst hierher in den Mittleren Westen verlässlich Kamerateams aus aller Welt zieht.

Nicht, weil er als Anwalt und Lokalpolitiker gelernt hat, durchaus charismatisch aufzutreten. Nicht nur, weil er bei den Kongresswahlen am 7. November das als "unentschieden" geltende Minnesota für die Demokraten holen soll. Sondern vor allem, weil Keith Ellison der erste Moslem der Geschichte im US-Kongress werden könnte. Ein zum Islam übergetretener Schwarzer in einem zu drei Vierteln weißen, kleinbürgerlichen Wahlkreis.

Ellison sagt über seinen Wahlkreis: "Die Leute hier geben dir eine Chance, sie schauen auf deine Ideen und deine Fähigkeiten zu urteilen und zu entscheiden. Das ist für sie wichtiger als deine sexuelle Orientierung, deine Hautfarbe oder deine Religion." Die Leute interessiere am Ende nur eins: "Bleibst du deinen Werten treu, wenn du es nach Washington schaffst?"

Ungern beantwortet: Fragen nach Religion
Weil er aber dicht davor ist tatsächlich Kongressabgeordneter zu werden, hält sich Keith Ellison mit allem zurück, was Wähler jetzt noch vergraulen könnte. Er braucht Stimmen und er braucht Geldspenden für den Wahlkampf. Seine Aussagen sind eingeübt und ausgewogen und sie werden kürzer, wenn es um seine Religion geht.

Warum hat er mit 19 Jahren seinen christlichen Glauben zu Gunsten des Islam aufgegeben? Warum verteidigte er damals in einem Aufsatz Louis Farrakhan, den immer wieder mit antisemitischen Sprüchen auffallenden Boss der "Nation of Islam". Eine Jugendsünde sei das gewesen, sagt Keith Ellison und möchte lieber über seine politischen Ziele für den Fall sprechen, dass er an die Schalthebel in Washington gewählt wird.

Irak-Krieg als Thema Nummer eins

"Ich will helfen unsere Truppen aus dem Irak zurückzubringen", spricht er das bestimmende Thema das Wahlkampfs an. Und "ich möchte eine allgemeine Krankenversicherung mit durchsetzen, wie sie ja auch in Deutschland funktioniert. Hier bei uns sind 47 Millionen Menschen unversichert und werden nur im Notfall versorgt, das müssen wir ändern." Auch die Mindestlöhne seien seit fast zehn Jahren nicht mehr angehoben worden, "wir haben also jede Menge zu tun".

Glaube und "nach vorne schauen" hilft
Je näher der November-Wahltermin rückt, desto persönlicher werden die Angriffe auf die Konkurrenz. Bei unentschiedenen Wählern kann die Charakterschwäche eines Kandidaten den Ausschlag geben. Keith Ellison ist da ein gutes Ziel, gegen ihn wurde zum Beispiel wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Der Kandidat sagt dazu: "Das ist eine Schmutzkampagne gegen mich und ich bedaure natürlich alle meine persönlichen Verfehlungen der Vergangenheit. Ich habe mich dafür entschuldigt und nun blicke ich nach vorn."

Nach gut fünf Minuten endet die improvisierte Pressekonferenz im Stadtpark in Minneapolis. Und Keith Ellison findet auch noch eine diplomatische Antwort auf die Frage, wie sehr es ihn eigentlich nerve, hauptsächlich als möglicher erster Moslem im US-Kongress wahrgenommen zu werden. "Wäre ich kein Moslem würdet ihr Medienleute gar nicht mit mir reden wollen. Mein Glaube hilft mir also irgendwie meine Botschaft der Toleranz und der Teilhabe zu verbreiten."

[Bildunterschrift: Keith Ellison will eigentlich nicht darüber sprechen, warum er zum Islam übergetreten ist. Aber wäre er sonst überhaupt so interessant für die - auch internationale - Öffentlichkeit?]
 
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