So nicht, Herr Kirchhof

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neuester Beitrag: 22.08.05 11:16
eröffnet am: 22.08.05 09:32 von: bammie Anzahl Beiträge: 8
neuester Beitrag: 22.08.05 11:16 von: 54reab Leser gesamt: 309
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22.08.05 09:32

8970 Postings, 6215 Tage bammieSo nicht, Herr Kirchhof

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel hat dem Konzept des Finanzfachmannes in ihrem Wahlkampfteam, Paul Kirchhof, eine Absage erteilt. Kirchhof vertritt einen Einheitssteuersatz von 25 Prozent sowie die weitgehende Streichung von Ausnahmen im Steuerrecht.

"Unser Programm gilt und Professor Kirchhof hat sich auf der Basis dieses Programmes bereit erklärt, mitzuarbeiten", sagte Merkel in einem am Samstag auszugsweise ausgestrahlten Interview des ZDF. Die CDU-Politikerin betonte, Kirchhof habe erklärt, im Unions-Programm seien weit mehr als 50 Prozent seiner Vorstellungen angelegt. Kirchhof hatte die Pläne der Union als einen wichtigen Schritt hin zu einer grundlegenden Steuerreform, wie er sie entwickelt habe, bezeichnet. "Aber natürlich will ich meine Konzepte auch in einer Regierung umsetzen", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Kirchhof vertritt einen Einheitssteuersatz von 25 Prozent sowie die weitgehende Streichung von Ausnahmen im Steuerrecht. Das Wahlprogramm der Union sieht unter anderem einen mehrstufigen Steuersatz vor.

Merkel verteidigte erneut die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer im Fall eines Wahlsieges der Union: "Weil wir die Abwanderung von mehr als tausend Arbeitsplätzen pro Tag stoppen wollen, müssen wir die Kosten der Arbeit unter anderem senken." Wenn die Neuverschuldung nicht noch gesteigert werden solle, gehe das nur mit einer höheren Mehrwertsteuer.

DPA  

22.08.05 09:34

19522 Postings, 7189 Tage gurkenfred*JIMPS* o. T.

22.08.05 09:38

3357 Postings, 7274 Tage das Zentrum der M.beide haben Recht

Frau Merkel wird Ihr Wahlprogramm für die nächste Legistraturperiode verfolgen und das ist auch richtig.
Herr Kirchhoff hat aber eine Vision und eine klares Ziel das weiter als bis zur nächsten Legistraturperiode reicht. Und auch das ist richt und gut so. Beide werden sich schon vorab auf die entsprechende Vorgenhensweise verständigt haben, denn sonst hätte Frau Merkel Kirchhof nicht ins Boot geholt.

 

22.08.05 09:41

12570 Postings, 6139 Tage EichiKirchhof ist ein Visionär

Und Visionäre dieser Art braucht die Politik, so Frau Merkel gestern im Talk bei Sabine Christiansen.

Kirchhof vertritt die richtigen Ansichten von Entbürokratisierung des Steuerdschungels und allgemein.

Streichung aller Subventionen und langfristig die Abschaffung von Lohn- und Einkommensteuererklärungen bzw. zuletzt nur noch 1 Seite, sind die richtigen Vorstellungen, für eine gerechte Steuerpolitik. Würde noch vorschlagen, schrittweiser Personalabbau bei den Finanzämtern und Steuerberatern automatisch. Unkomplizierte Handhabung bedeutet Freiheit statt Sozialismus und damit mehr Freude am Gründen von Unternehmen.  

22.08.05 09:49

129861 Postings, 6162 Tage kiiwiiMerkel verteidigt Kirchhofs Visionen

SPIEGEL


Merkel verteidigt Kirchhofs Visionen


Paul Kirchhof hat fundamental andere Vorstellungen, als es das geltende Steuerkonzept der Union vorsieht. Doch CDU-Chefin Merkel verteidigte seine Berufung in ihr Wahlkampfkampfteam: Der Wissenschaftler sei ein "Visionär", der die Union "drängen und anspornen" soll.


Merkel bei Christiansen: "Er weiß, dass zwischen den Wissenschaften und der Politik ein Unterschied ist"


Berlin - Angela Merkel wies gestern Abend in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" den Vorwurf zurück, es gebe allzu krasse Widersprüche zwischen den Steuerkonzepten von CDU/CSU und des Wissenschaftlers. Kirchhof erkenne an, dass das Unions-Steuerkonzept mit Sätzen von zwölf bis 39 Prozent "ein ganz wesentlicher Schritt hin zu dem ist, was er als Vision hat", sagte die Kanzlerkandidatin. "Er weiß, dass zwischen den Wissenschaften und der Politik ein Unterschied ist."


Merkel will den Ex-Verfassungsrichter und Steuerexperten, der einen 25-Prozent-Einheitssteuersatz befürwortet, nach einem Sieg bei der geplanten Bundestagswahl am 18. September zum Finanzminister machen. CSU-Chef Edmund Stoiber, dem selbst Ambitionen auf das Amt des Bundesfinanzministers nachgesagt werden, unterstütze die Besetzung Kirchhofs im "Kompetenzteam" der Union, sagte Merkel in der Sendung.


Die CDU-Vorsitzende erteilte Wünschen des baden- württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) nach Übergangsregelungen bei der geplanten Abschaffung der Eigenheimzulage eine Absage. Die Eigenheimzulage solle aufgelöst werden, um den geplanten Kinderbonus im Rentensystem zu finanzieren. Die Eigenheimzulage sei also "weg, und Herr Oettinger hat zugestimmt".


"Eine Menge Spielraum"


Unions-Fraktionsvize Wolfgang Schäuble (CDU) sagte in der n-tv-Sendung "Späth am Abend" zum Einfluss Kirchhofs in einer unionsgeführten Regierung: "Er wird eine Menge Spielraum haben." Im Regierungsprogramm der Union stünden "die Grundlinien dessen, was wir zum 1. Januar 2007 machen wollen, genau beschrieben. Das ist ein erster Schritt. Das ist nicht das Ende der Reform (...)." Am Ende solle es aber "auf die Kirchhofsche Reform rausgehen", versicherte Schäuble.


FDP-Generalsekretär Dirk Niebel nannte Kirchhofs Vorschlag für eine radikale Steuerreform derzeit nicht finanzierbar. Er sagte der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse", der von Kirchhof favorisierte Einheitssteuersatz von 25 Prozent sei wegen der damit verbundenen Steuerausfälle nicht realistisch. Daher habe die FDP "den Stufentarif mit Sätzen von 15, 25 und 35 Prozent entwickelt".


Zugleich betonte Niebel, dass die Einheitssteuer "das langfristige Ziel" einer schwarz-gelben Koalitionsregierung bleiben müsse.


Der Heidelberger Finanzwissenschaftler Manfred Rose verteidigte Kirchhofs Reformpläne gegen rot-grünen Vorwürfe der Ungerechtigkeit. "Die Kombination aus einheitlichem Steuersatz und Grundfreibetrag sorgt für eine indirekte Progression", sagte der Steuerexperte der Zeitung "Die Welt". "Bei einem Einheitssatz von 25 Prozent und einem Grundfreibetrag von 10.000 Euro zahlt jemand, der 20.000 Euro im Jahr verdient, 2500 Euro Steuern. Ein Gutverdiener mit einem Einkommen von 120.000 Euro zahlt 27.500 Euro Steuern." Roses Fazit: Der Gutverdiener verdiene "sechs Mal so viel, zahlt aber elf Mal so viel Steuern. Das ist nicht ungerecht".



MfG
kiiwii
ariva.de
Let's ignore, it's so easy,...
 

22.08.05 10:46

69017 Postings, 6175 Tage BarCodeAha

Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Politik lautet also:
Wissenschaft steht für eine gute Reform, Politik ist dafür da, sie in eine schlechtere umzuwandeln.

Gruß BarCode  

22.08.05 11:00

304 Postings, 6776 Tage Schorsch DabbeljuhNein, nicht ganz, BarCode

Wichtig ist allein, dass beide in die gleiche Richtung unterwegs sind.
Die eine versucht als Schnecke als erste anzukommen, der andere als Kamikazefahrer ohne Bremsen, Sicherheitsgurt und Airbag.  

22.08.05 11:16

7336 Postings, 6477 Tage 54reabunseren politikern in

allen parteien fehlt der mut, wirkliche "vereinfachungen" im steuerrecht durchzuführen. da die kassen leer sind, sind steuersenkungen in der gesamtbilanz kaum möglich. unser steuerecht ist zwischenzeitlich so pervers, dass die vereinfachung zu steuererhöhungen bei teilen der parteienklientel aller parteien führen würde. ob der nachtarbeiter oder der investor - alle richtungen wären betroffen. der aufschrei der bevölkerung wäre riesig, denn merke: wir wollen alle reformen, solange sie uns nicht selber treffen.


 
 

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