Siemens: Hiobsbotschaft nach der Wahl

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eröffnet am: 12.09.05 09:06 von: Scontovaluta Anzahl Beiträge: 14
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12.09.05 09:06

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaSiemens: Hiobsbotschaft nach der Wahl

11.09.2005  14:34 Uhr
Kreise: Siemens vor größerem Stellenabbau nach der Bundestagswahl

München (dpa-AFX) - Bei Siemens geht die Angst um vor einem massiven Stellenabbau nach der Bundestagswahl. Allein in der verlustreichen Kommunikationssparte Com sei eine Größenordnung von 3.000 Arbeitsplätzen realistisch, erfuhr die dpa. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" könnten in den Problemsparten von Siemens insgesamt bis zu 10.000 Stellen wegfallen. Entscheidungen sollen frühestens kurz nach der Bundestagswahl bekannt gegeben werden.



Ende August hatte sich bereits der Siemens-Zentralvorstand bei einer Krisensitzung mit den Problemen bei Com, beim IT-Dienstleister SBS und in der Logistiksparte L&A beschäftigt. Als erste Konsequenz wurde die Ausgliederung des Produkt- und Systemgeschäfts für Materialfluss-Lösungen aus L&A in eine neue Gesellschaft mit 5.000 Beschäftigten angekündigt. Auf diesem Weg solle die Sparte für Kooperationen geöffnet werden. "Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei Siemens steht bereichsübergreifend Kooperation allzu oft nur für Verkauf", kritisiert die IG Metall.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld versuchte, die Beschäftigten zu beruhigen. "Wir beschäftigen in Deutschland 164.000 Mitarbeiter und diese Zahl ist im vergangenen Jahr stabil geblieben. Ich kann keinen Grund erkennen, warum sich an dieser Größenordnung etwas ändern sollte", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe).Auch habe Siemens nicht vor, Zentralen von Geschäftsbereichen ins Ausland umzusiedeln./ax/DP/he


 

12.09.05 09:09

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaSiemens: Stellungnahme-Fehlanzeige

12.09.2005 06:18
Siemens-Betriebsräte befürchten massiven Stellenabbau - Spiegel
MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Siemens AG, München, wird nach Einschätzung von Betriebsräten und Gewerkschaftern laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" im Zuge der Sanierung ihrer Problemsparten möglicherweise bis zu 10.000 Stellen streichen. Allein in der defizitären Telekommunikationssparte Com stünden rund 3.000 Arbeitsplätze zur Disposition, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf hochranigige Arbeitnehmervertreter. Siemens war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Dem Magazin zufolge bezeichnete ein Unternehmenssprecher die Zahlen über den Stellenabbau "als viel zu hoch gegriffen". Die Pläne würden unmittelbar nach der Bundestagwahl bekannt gegeben werden, hieß es weiter.

Sorgenkinder des Konzerns sind neben Com der IT-Dienstleister SBS sowie die Logistik-Sparte (L&A), für die derzeit neue Konzepte erarbeitet werden. Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld wies Befürchtungen der Belegschaft über einem massiven Stellenabbau im Inland zurück. "Wir beschäftigten in Deutschland 164.000 Mitarbeiter, und diese Zahl ist im vergangenen Jahr stabil geblieben. Ich kann keinen Grund erkennen, warum sich an dieser Größenordung etwas ändern sollte", sagte er in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe). DJG/mas/brb

(END) Dow Jones Newswires

September 12, 2005 00:18 ET (04:18 GMT)

Copyright 2005 Dow Jones & Company, Inc.

 

12.09.05 09:12

29871 Postings, 5710 Tage Scontovaluta"Herr von Pierer nimmt Rücksicht auf Frau Merkel "

Siemens plant weiteren massiven Stellenabbau
Bekanntgabe erst nach der Bundestagswahl
München - Siemens will offenbar nach der Bundestagswahl seinen Stellenabbau massiv vorantreiben. Nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" könnten in den Problemsparten des Münchner Konzerns insgesamt bis zu 10 000 Stellen wegfallen. Allein in der defizitären Telefonsparte Com ist laut Betriebsratskreisen eine Größenordnung von 3000 Arbeitsplätzen realistisch. "Bei den Zahlen zum Jobabbau haben wir sicher noch nicht das Ende gesehen", sagte Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann dem Anlegermagazin "Euro am Sonntag".


Die Stellenstreichungen sollen frühestens am 20. September - kurz nach der Bundestagswahl - bekanntgegeben werden. "Ein Großteil der Kollegen ist der Auffassung, daß Herr von Pierer aus Rücksicht auf Frau Merkel Einschnitten erst dann zustimmt", sagte Heckmann. Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer ist Wirtschaftsberater von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel.


Der befürchtete Stellenabbau ist laut Medienberichten die Folge des geplanten Sparkurses von Vorstandschef Klaus Kleinfeld. Laut "Spiegel" legt Kleinfeld gerade ein breites Sanierungsprogramm für drei wichtige Problembereiche des Konzerns auf. Er plane dabei auch Ausgliederungen. Bereits Ende August hatte sich der Siemens-Zentralvorstand bei einer Krisensitzung mit den Problemen bei Com, beim IT-Dienstleister SBS und in der Logistiksparte L&A beschäftigt. Als erste Konsequenz wurde die Ausgliederung des Produkt- und Systemgeschäfts für Materialflußlösungen aus L&A in eine neue Gesellschaft mit 5000 Beschäftigten angekündigt. Zugleich soll die Sparte für Kooperationen geöffnet werden. Solche Lösungen sucht Kleinfeld offenbar auch für SBS.


Der Siemens-Chef versuchte, die Beschäftigten zu beruhigen. "Wir beschäftigen in Deutschland 164 000 Mitarbeiter, und diese Zahl ist im vergangenen Jahr stabil geblieben. Ich kann keinen Grund erkennen, warum sich an dieser Größenordnung etwas ändern sollte", sagte Kleinfeld der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Vorstandsvorsitzende schloß Stellenstreichungen einzelner Bereiche in Deutschland nicht aus, doch würden erfolgreiche Sparten zugleich im Heimatland Arbeitsplätze schaffen. Ein Siemens-Sprecher bezeichnete die Zahlen über den beabsichtigten Personalabbau als "viel zu hoch gegriffen". bur




Artikel erschienen am Mo, 12. September 2005
 

12.09.05 09:20

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaHedgefonds setzen auf Abspaltungen

boerse ARD.de 11.09.2005 11:59

Siemens: Radikalschnitt nach der Wahl?  

Eine Lösung für die Verlustsparten des Siemens-Konzerns könnte kurz bevor stehen. Nach einem Medienbericht wartet Siemens-Chef Klaus Kleinfeld nur das Ergebnis der Wahl ab, um eine Sanierung einzuleiten.  

 
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" dürften beim Münchener Dax-Schwergewicht in Zukunft weniger sinkende Gewinne als eine sinkende Mitarbeiterzahl die Diskussion bestimmen. Ein Abbau von bis zu 10.000 Stellen sei denkbar. Ein Siemens-Sprecher bezeichnete diese Zahl allerdings am Wochenende postwendend als "viel zu hoch gegriffen".  

"Com" auch ohne Handys mit Verlusten
Eine Verschlankung oder gar Abspaltung der Sorgensparten könnte sich dennoch bald andeuten. Die Bereiche IT-Dienstleistungen (SBS), Logistik-Automatisierung (L&A) und die große Kommunikationstechnik-Sparte Com hatten im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal des Jahres 2004/2005 deutliche Verluste geschrieben. Bei Com war dies ein besonders entmutigendes Signal. Denn aus dem Geschäftsbereich war die defizitäre Handy-Sparte dabei schon heraus gerechnet worden. Der Handy-Bereich war nach langem Ringen an den taiwanesischen Hersteller BenQ abgegeben worden.

Die Ergebnisse der drei Sorgenkinder hatten dazu geführt, dass Siemens im abgelaufenen Quartal einen Rückgang des operativen Gewinns von 1,33 auf 0,98 Milliarden Euro hatte hinnehmen müssen. Vorstands-Chef Kleinfeld hatte zugleich die Gewinnprognose für das Gesamtgeschäftsjahr korrigieren müssen. Beim Gewinn erwartet man nun keine Steigerung gegenüber dem Vorjahresergebnis von 3,1 Milliarden Euro mehr in den fortgeführten Bereichen.

Stillhalten aus Rücksicht auf von Pierer
Der Betriebsrat geht zumindest von einem raschen Handeln des Managements nach der Bundestagswahl in der kommenden Woche aus. Gegenüber dem Anlegermagazin "Euro am Sonntag" äußerte sich Gesamtbetriebsrats-Chef Ralf Heckmann mit den Worten: "Bei den Zahlen zum Jobabbau haben wir sicher noch nicht das Ende gesehen".

Der Grund für die Zurückhaltung des Managements bis zur Wahlentscheidung wird in der delikaten Rolle von Aufsichtsrats-Chef und Kleinfeld-Vorgänger Heinrich von Pierer gesehen. Dieser würde mit Rücksicht auf die Wahlen Einschnitten bei Siemens erst nach dem Ende des Wahlkampfs zustimmen, so das Magazin. Von Pierer verbindet mit Bundeskanzler Schröder eine langjährige Freundschaft. Dennoch hatte sich von Pierer als wirtschaftspolitischer Berater in die Dienste der CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel gestellt.

Hedgefonds setzen auf Abspaltungen
Die Siemens-Aktie hatte sich in den vergangenen Monaten deutlich schlechter entwickelt als der Vergleichsindex Dax. Wegen der eher enttäuschenden Geschäftsentwicklung ist das Papier nach Zeitungsberichten sogar in den Blickpunkt von Hedgefonds geraten. Diese spekulieren offenbar darauf, dass der Konzern sich von unrentablen Bereichen rasch trennen wird. Für das Management steigt also der Handlungsbedarf weiter.


AB
 

13.09.05 10:38

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaWidersprüchliche Aussagen von Kleinfeld

10.000 gefährdet: Siemens zwischen Stellenabbau und Ausbau

Widersprüchliche Aussagen von Kleinfeld

12.09.2005 12:07 | von silicon.de        


Die Aktie des Siemens-Konzerns war am Montag morgen zeitweise um 0,63 Prozentpunkte nach oben geklettert, das ist sicher. Nicht so sicher ist, ob der Konzern tatsächlich, wie im Magazin Spiegel gemeldet, etwa 10.000 Stellen in Deutschland streichen wird. Konzernchef Klaus Kleinfeld deutete im Widerspruch dazu gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an, dass in Deutschland nicht mit Arbeitsplatzabbau zu rechnen sei.

Die etwa 164.000 Mitarbeiter in Deutschland haben dem Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden zufolge nichts zu befürchten, es gebe keinen Grund, in Deutschland weniger Mitarbeiter zu beschäftigen, sagte er gegenüber der Zeitung. Aber der Spiegel beruft sich in seinem Bericht ebenfalls auf hochrangige Entscheider. Die sprechen offenbar davon, dass unmittelbar nach der Bundestagswahl ein weiterer großer Umbau stattfinden wird, dem 10.000 Stellen zum Opfer fallen sollen.

Demnach sind vor allem in der Kommunikationssparte, der Industrielogistik und beim Dienstleister SBS Streichungen vorgesehen. Das will das Magazin aus Kreisen der Arbeitnehmervertretung erfahren haben und der Konzern hat dies inzwischen gewissermaßen bestätigt. Vor allem durch Ausgliederung und Verkauf sollen die drei Bereiche saniert werden, heißt es im Anschluss an eine außerordentliche Wirtschaftssitzung. Der Konzern ließ inzwischen ebenfalls wissen, dass Tausende Stellen gestrichen werden sollen, genaueres soll aber erst am 20. September bekannt werden, also zwei Tage nach der Bundestagswahl. Klaus Kleinfeld sagte dagegen, er schließe zwar Stellenstreichungen nichts aus, aber er könne derzeit keinen Grund erkennen, die Mitarbeiterzahl in Deutschland zu ändern. Konkret wollte er aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht werden.

In Kreisen der IG Metall wird diskutiert, ob dieses Hin und Her und das zunächst verordnete Stillschweigen des Konzerns bis zum 20. September möglicherweise deshalb eingehalten wird, um den Ausgang der Bundestagswahl am 18. nicht zu beeinflussen.  Ex-CEO und Vorstandsmitglied von Siemens, Heinrich von Pierer, ist hochrangiger Wirtschaftsberater von CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel.

 

14.09.05 22:18

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaAlso, doch....

Defizit-Sparte des Siemens-Konzerns

Bei SBS soll der eiserne Besen kehren


Die defizitäre Siemens-Tochter SBS steht vor einem radikalen Umbau: Im kommenden Geschäftsjahr, das am 1. Oktober beginnt, müsse der Bereich über die bislang bekannten Streichungen hinaus weitere 1290 Stellen abbauen, berichtete die ?Süddeutsche Zeitung? unter Berufung auf ein internes Strategiepapier.
 
HB MÜNCHEN. Bis September 2007 müsse die IT-Dienstleistungstochter eine Kostenlücke von 1,5 Milliarden Euro schließen, um die Margenziele von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld zu erreichen. Das seien 30 Prozent des Jahresumsatzes. Diese Maßnahmen seien erst der Anfang eines radikalen Umbaus, gehe aus dem Papier hervor, schreibt die Zeitung weiter. Zahlreichen Standorten in Deutschland drohe die Schließung.

Ein Siemens-Sprecher sagte, ?wenn wir nur herumsitzen und nichts tun, wären wir fehl am Platz?. Konkret wollte er sich nicht äußern, welche Maßnahmen Siemens einleiten wolle. Ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall sagte, das SBS-Management werde Arbeitnehmervertretern am Montag bei einem Treffen die Umbaupläne erläutern.

Aus dem Papier gehe weiter hervor, dass die Zeit für SBS dränge, schreibt die Zeitung weiter. Einer deutlichen Senkung der Personalkosten komme bei der Sanierung hohe Bedeutung zu. Dem Papier zufolge sollen die Standorte in Deutschland, wo 15 000 der über 30 000 Beschäftigten arbeiten, bis 2008 auf 22 von 63 reduziert werden, berichtet die Zeitung weiter.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 14. September 2005, 21:15 Uhr

 

14.09.05 22:28

69017 Postings, 6240 Tage BarCodeIch kann mal wieder nicht rechnen...

(letzte Zeile: Reduktion von 22 auf 63..)

Gruß BarCode  

15.09.05 15:22

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaInfo zu Stellenabbau erst am Montag

Siemens-IT-Dienstleister informiert Montag über Stellenabbau

dpa MüNCHEN. Für die Beschäftigten des angeschlagenen Siemens-IT-Dienstleisters SBS schlägt am Montag nach der Bundestagswahl die Stunde der Wahrheit. ?Dann findet eine Sitzung der Arbeitnehmervertreter mit SBS-Chef Adrian von Hammerstein statt.?

Das sagte Michael Leppek von der IG Metall in München. Die Gewerkschaft gehe davon aus, dass das Management bei dieser Gelegenheit der erwartete zusätzliche Stellenabbau verkündet wird. Dieser werde sich vermutlich in einer vierstelligen Größenordnung bewegen.

Siemens sucht derzeit nach Sanierungsmöglichkeiten in seinen Krisensparten. Dazu gehören neben SBS noch der Kommunikationsbereich Com und die Logistiksparte L & A. Nach Informationen in Branchenkreisen sollen allein bei Com etwa 3 000 Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt könnten bei Siemens laut Arbeitnehmerschätzungen sogar bis zu 10 000 Stellen gefährdet sein.

Die Arbeitnehmervertreter glauben nicht, dass der Termin für die Verkündung der Einschnitte zufällig gewählt wurde. ?Es ist sicher kein Zufall, dass das erst einen Tag nach der Bundestagswahl passiert?, sagte Leppek. Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer soll im Falle eines Wahlsiegs wirtschaftspolitischer Chefberater von Angela Merkel (CDU) werden.


HANDELSBLATT, Donnerstag, 15. September 2005, 15:06 Uhr

 

15.09.05 15:23

21799 Postings, 7675 Tage Karlchen_ISach da nur: Kompetenzteam o. T.

15.09.05 15:29
1

11570 Postings, 6195 Tage polyethylen@BarCode

laaangsaaaam lesen und die Anordnung der Wörter "von" und "auf" beachten!  ;-)  

19.09.05 08:15

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaDie gesamte Liste der Grausamkeiten

19.09.05 09:10

29871 Postings, 5710 Tage Scontovaluta"nicht mit Rücksicht auf die Union "

19.09.2005 09:01


Siemens informiert über massiven Stellenabbau

Der deutsche Siemens-Konzern will am Montag über den geplanten Stellenabbau und weitere Sanierungsmaßnahmen in seinen Krisenbereichen informieren. Vorstandschef Klaus Kleinfeld werde Lösungen für die Problemsparten Kommunikation (Com) und Logistik (L&A) sowie für den IT-Dienstleister SBS vorlegen, bestätigte eine Siemens-Sprecherin am Sonntag in München.

Dabei soll nach Informationen aus Branchenkreisen am Tag nach der Bundestagswahl der Abbau von mehreren tausend Arbeitsplätzen verkündet werden. Das "manager magazin" berichtete am Sonntag vorab, allein in der der Kommunikationssparte Com würden weltweit 4.224 Stellen gestrichen, davon 2.860 in Deutschland. Die Unternehmenssprecherin wollte die Zahlen nicht kommentieren.

Dem Blatt zufolge soll die Maßnahme in ein bis eineinhalb Jahren abgeschlossen sein. Am stärksten betroffen sei das Geschäft mit Kommunikationssystemen für Unternehmen (Enterprise). In der Sparte werde die Zahl der Jobs um 2.838 reduziert, davon 2.049 in Deutschland. Bei den Mobilfunk- und Festnetzen entfielen 797 Stellen (Deutschland: 311). Die Streichungen im Bereich Schnurlostelefone und andere Geräte beliefen sich auf 294 weltweit, davon 205 in Deutschland. Zudem solle die Com-interne IT nach Indien verlagert werden, was weitere 295 Arbeitsplätze koste, berichtete das Magazin.

Der Termin unmittelbar nach der Bundestagswahl sei nicht mit Rücksicht auf die Union angesetzt worden, sondern sei "abhängig von internen Abläufen und der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligung der Mitarbeiter an der Entscheidungsfindung", betonte ein Siemens- Sprecher nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Drei der 12 Siemens-Sparten hatten das vergangene Quartal mit Verlusten abgeschlossen: Kommunikation (Com), IT-Dienstleistungen (SBS) und Logistik (L&A). Siemens hat daraufhin bereits angekündigt, einzelne Bereiche auszugliedern und Kosten einzusparen.


München (APA,dpa)  
 

19.09.05 12:02

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaSiemens streicht tausende Stellen

HANDELSBLATT, Montag, 19. September 2005, 11:13 Uhr


Konzern geht die drei Problemsparten an


Siemens streicht tausende Stellen


Siemens geht seine Problemsparten an. Allein beim IT-Dienstleister SBS fallen binnen zwei Jahren 2400 Stellen weg; beim Telekommunikationsbereich Com steht die Zahl noch nicht fest. Das dritte Problemkind löst die Mutter gleich ganz auf.


HB/jojo MÜNCHEN. Die Kosten in der defizitären Sparte SBS sollten bis 2007 um 1,5 Milliarden Euro gedrückt werden. Das teilte die Siemens AG am Montag in München nach einer Sitzung des Zentralvorstands mit.

Bei Com - wo unter anderem Festnetztelefone gefertigt werden - seien Einschnitte unter anderem wegen der schwachen Inlandskonjunktur und der Kaufzurückhaltung bei mittelständischen Kunden notwendig, hieß es. ?Damit sind Personalanpassungen verbunden, zu denen das Unternehmen Gespräche mit Arbeitnehmervertretern und IG Metall führt.? Eine Größenordnung wurde zunächst nicht genannt. In Branchenkreisen war zuvor von 3000 bis über 4000 Arbeitsplätzen die Rede.

Hart trifft es auch die Logistiksparte L&A. Das Geschäftsfeld ?Distribution and Industry? mit 5000 Beschäftigten wird wie schon zuvor angekündigt in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert und so für Partnerschaften oder einen Verkauf vorbereitet. Mit Wirkung zum 1. Oktober wird der Bereich L&A aufgelöst. Das verbliebene Geschäft wird auf andere Sparten verteilt.

Die Maßnahmen kommen nicht überraschend. Auslöser der Restrukturierung ist die Vorgabe des seit Januar amtierenden Konzernchefs Klaus Kleinfeld, der sämtlichen Unternehmensbereichen Margenziele gesetzt hat, die sich an den jeweils besten Wettbewerbern der Branche orientieren. Diese Vorgaben müssen spätestens im Frühjahr 2007 erreicht werden. Um dies auch bei den Verlustbringern SBS, Com und L&A zu schaffen, musste Kleinfeld jetzt handeln.

Dass Siemens seine Umbaupläne am Tag nach der Wahl verkündet, werten Kritiker als Bestätigung dafür, dass der Konzern den politischen Ambitionen seines Aufsichtsratschefs Heinrich von Pierer nicht schaden wolle. Das CSU-Mitglied ist einer der wichtigsten wirtschaftspolitischen Berater von CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel.



SBS hat die internen Vorgaben von Siemens seit Jahren verfehlt und fuhr im vergangenen Quartal einen Verlust von 109 Mill. Euro ein. Schon lange wird gerätselt, wohin die Reise für SBS gehen soll. ?In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurde im Aufsichtsrat nie über die Strategie von SBS gesprochen?, sagte Wolfgang Müller, der für die IG Metall im Kontrollgremium von Siemens sitzt.

Im internationalen Vergleich mit großen Wettbewerbern wie IBM ist SBS zu klein. Zudem leidet das Geschäft unter einem gnadenlosen Preiskampf. Nach Ansicht von Analysten der Hypo-Vereinsbank muss SBS seine Kosten deutlich senken. Da die Sparte keine Werke besitze und Mitarbeiter das einzige Kapital seien, könne dies nur durch Personalabbau geschehen. Bislang hatte SBS für dieses Jahr angekündigt, 1000 Stellen zu streichen. Insgesamt rechnen die HVB-Analysten mit Restrukturierungskosten für SBS im laufenden Quartal von 85 Mill. Euro. Mit dem Verlust aus dem operativen Geschäft wird mit einem Quartalsverlust der Sparte von 184 Mill. Euro gerechnet.

Zweite wichtige Baustelle ist die Kommunikationssparte Com. Diese Sparte ist seit Jahren der größte Problembereich von Siemens. Vor allem das Telekommunikationsgeschäft mit Firmenkunden macht dem Konzern zu schaffen. Com musste im letzten Quartal einen hohen Verlust von 70 Mill. Euro hinnehmen.

Der Bereich L&A ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Anbieter von industriellen Logistikanlagen. Dort läuft das Großkundengeschäft zwar rund, doch die Umsätze aus dem Mittelstand gehen zurück. Im abgelaufenen Quartal musste L&A einen Verlust von fast 50 Mill. Euro hinnehmen.


 

26.09.05 21:27

29871 Postings, 5710 Tage ScontovalutaBlind einen Toten gekauft, an der Beatmung hängend

Übernahme der VA Tech beschert Kleinfeld nachträglich unerwartete Probleme

Siemens entdeckt neue Verluste


Der Siemens-Konzern kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Debakel um die Handy-Sparte und der angekündigten Entlassung von mehreren tausend Mitarbeitern im IT-Bereich sorgt jetzt auch die Österreich-Tochter des Unternehmens für Aufregung in der Münchener Konzernzentrale.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld kommt nicht zur Ruhe.

emb/jojo/oli WIEN/MÜNCHEN. Siemens Österreich hatte im Sommer den Konkurrenten VA Tech übernommen. Gestern bestätigte Siemens Österreich, sich damit auch ungeahnte Millionenverluste eingehandelt zu haben.

Diese stammen aus Deutschland und ausgerechnet von dem Unternehmensteil, den der spätere VA-Tech-Chef Klaus Sernetz bis zu seiner Berufung an die Spitze zu verantworten hatte. In Hamburg gibt es seit zwei Jahren die VA-Tech-Tochter Elin, die sich auf Gebäudetechnik spezialisiert hat. 110 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr knapp 31 Mill. Umsatz ? und fuhren, wie in Österreich spekuliert wird, bis zu 70 Mill. Euro Verlust ein. Die zuständigen Projektmanager haben inzwischen das Unternehmen verlassen müssen.

Aus der Niederlassung in Hamburg hieß es gestern, dass man noch ?keinen Überblick? über das Ausmaß des Schadens habe. Siemens-Österreich-Chef Albert Hochleitner räumte im Gespräch mit dem Handelsblatt ein, dass es keine vertiefte Prüfung der VA Tech durch Siemens gegeben habe. ?Uns hatte der VA-Tech-Vorstand keine Due Diligence angeboten. Es ist uns lediglich eine Planung vorgelegt worden die wir, wie in solchen Fällen üblich, durch unsere eigenen Berechnungen relativiert haben.? Zur Höhe des vermuteten Verlustes machte Hochleitner keine Angaben, ebenso wenig zu anderen noch möglichen Millionenlöchern bei der VA Tech. ?Gänzlich ausschließen kann man nichts?, sagte er und kündigte nach der gestrigen Krisensitzung in der Wiener Siemenszentrale eine ? zunächst interne ? Revision an. Hochleitner hat das VA-Tech-Geschäft eingefädelt und steht bis zu seiner angekündigten Ablösung Ende des Jahres noch an der Spitze der österreichischen Siemens-Gruppe.

Um das VA-Tech-Geschäft hatte es bereits in der vergangenen Woche Ärger gegeben, als Siemens die Verkaufsunterlagen für die Hydro-Sparte, die nach einer Entscheidung der Wettbewerbsbehörden veräußert werden muss, an Interessenten schickte. Darin wird zwar die Wasserkraftsparte beschrieben, nicht jedoch die zugehörige Automatisierungstechnik. Sie soll nicht verkauft werden ? was einen Anlagenbauspezialisten in der österreichischen Zeitung ?Standard? zu dem Vergleich anregte: ?Das ist wie ein Fernseher ohne Fernbedienung.?

Mit den jetzt zu Tage tretenden Schwierigkeiten zeigt sich, dass Siemens bei der Übernahme in Österreich vor allem aufs Tempo geachtet hat. Hochleitner hatte im vergangenen Jahr zwei Anläufe für eine Übernahme gebraucht. Der erste scheiterte sowohl am Widerstand der österreichischen Staatsholding Öiag, die Großaktionär bei der VA Tech war, wie auch an der ablehnenden Haltung des VA-Tech-Managements. Hochleitner gelang die Übernahme dann doch, nachdem er sich das Aktienpaket eines zweiten Großinvestors der VA Tech gesichert hatte. Danach gab es jedoch kein Zurück mehr.

Ein Sprecher in der Münchener Siemens-Zentrale betonte, dass der Konzern unter diesen Umständen erst nach dem offiziellen Übernahmeangebot Zugang zu den internen VA-Tech-Daten gehabt habe.


HANDELSBLATT, Montag, 26. September 2005, 19:00 Uhr




 

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