Scharfe Kritik der Tourismusverbände an Carstensen

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Strittiger Schilderwechsel: Der Slogan "Land der Horizonte" wird ersetzt durch Tafeln, die Schleswig-Holstein als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort hervorheben.



Es war eine seiner letzten Amtshandlungen. Am 24. Juni präsentierte der inzwischen zurückgetretene Wirtschafts- und Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) neue Begrüßungsschilder an den Autobahnen und einigen Bundesstraßen. "Willkommen im Wirtschaftsland Schleswig-Holstein" und "Willkommen im Wissenschaftsland Schleswig-Holstein" heißt es auf den Tafeln, die in diesem Sommer an elf Standorten im Land aufgestellt werden sollen. Sie ersetzen den Slogan "Land der Horizonte".

Jetzt laufen die Tourismusverbände Sturm. "Ich glaube nicht, dass die Schleswig-Holsteiner ihr Land als Wissenschaftsland sehen", sagt Constanze Höfinghoff, Geschäftsführerin der Nordsee-Tourismus-Service GmbH. "Gäste, die bei uns geschäftlich unterwegs sind, brauchen keine emotionale Ansprache. Die nutzen andere Kanäle, um auf Schleswig-Holstein aufmerksam zu werden."

Wirtschaftsminister: "Wir schaffen auch eine Vision für die Zukunft"

Die Verengung der Image-Kampagne auf die Zuständigkeiten eines Ministeriums sorgt auch in den anderen Verbänden für Aufruhr. "Eine ganz klare Fehlentscheidung" nennt Volker Owerien, Vorsitzender des Ostsee-Holstein-Tourismus, den Schilderwechsel. "Schleswig-Holstein ist durch seine touristischen Vorzüge und Lage zwischen den Meeren geprägt." Dieses positive Image müsse auf solchen Schautafeln zum Ausdruck gebracht werden - auch um Klienten aus Wissenschaft und Wirtschaft anzusprechen. "Wohnqualität ist ja auch ein Standortfaktor für Investoren", sagt Owerien, der zugleich Bürgermeister von Scharbeutz ist.

Die neuen Begrüßungsformeln lösen das Motto "Schleswig-Holstein - Land der Horizonte" ab. Das Logo, entworfen zur Expo 2000, wirbt mit den stilisierten Notenlinien vor dem Hintergrund der Landesfarben auch für das Schleswig-Holstein Musik-Festival. "Wir führen das jetzt rüber auf die Flagge und das Hoheitszeichen - als eindeutige Marke für Schleswig-Holstein", verteidigt Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) die Entscheidung seines Vorgängers. "Mit den Willkommensgrüßen, die auf den alten Schildern fehlten, schaffen wir auch eine Vision für die Zukunft." Das Musik-Festival habe sich im Übrigen gut etabliert, und Schleswig-Holstein sei mehr als nur Urlaubsland oder das Land zwischen den Meeren, ergänzt eine Ministeriums-Sprecherin.

Werbetext sollte "Weite und Frische" zum Ausdruck bringen

Das sieht Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, naturgemäß anders. Er hätte sich einen Slogan gewünscht, der die "Weite und Frische" des Landes zum Ausdruck bringt. Dellnitz respektiert die Entscheidung aus Kiel, kann den Weg dorthin unter Ausschluss der Öffentlichkeit aber nicht nachvollziehen. "Man hätte die Leute mitnehmen können."

Froh ist Dellnitz insgeheim, dass im Norden noch keine Verhältnisse wie in Sachsen-Anhalt herrschen. Die dort an Autobahnen platzierte Begrüßungsformel scheint erst recht nicht konsensfähig. In einer Ferienregion wie Schleswig-Holstein wäre sie geradezu fatal: "Land der Frühaufsteher."

Quelle: http://www.shz.de/home/top-thema/article/111/...ahrer-begruessen.html


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