SPD gibt Propaganda Blatt FR ab

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eröffnet am: 04.11.05 13:08 von: Slater Anzahl Beiträge: 2
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04.11.05 13:08

44542 Postings, 7165 Tage SlaterSPD gibt Propaganda Blatt FR ab

SPD-Holding leitet Verkauf der "FR" ein

von Isabell Hülsen, Hamburg

Die SPD-Medienholding DDVG hat mit dem Verkauf der "Frankfurter Rundschau" (FR) begonnen. Die Partei will die Mehrheit am Blatt abgeben.

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 Für die Frankfurter Rundschau werden Käufer gesucht

"Wir führen erste Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten aus dem Verlagsbereich", sagte am Donnerstag SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier, die zugleich Generaltreuhänderin der DDVG ist. 2006 wolle die Partei-Holding den Verkauf ihrer Mehrheit am Verlag des Blattes unter Dach und Fach bringen, einen Minderheitsanteil werde die DDVG aber behalten. Unter den Interessenten seien ausschließlich deutsche Verlage, so Wettig-Danielmeier.

Mit der FR steht binnen kurzer Zeit erneut eine große deutsche Tageszeitung zum Verkauf, deren Veräußerung die Gewichte auf dem deutschen Zeitungsmarkt verschieben könnte. Vor gut zehn Tagen war bereits die "Berliner Zeitung" an britisch-amerikanische Finanzinvestoren verkauft worden, die nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren weitere Blätter erwerben wollen. Die Konsolidierung auf dem Zeitungsmarkt, der noch immer unter schwachen Anzeigenerlösen und der Konkurrenz durch Online-Medien leidet, gewinnt damit an Tempo.

Kaufpreis könnte bei etwa 100 Mio. Euro liegen

Die DDVG hatte im April vergangenen Jahres 90 Prozent des angeschlagenen FR-Verlags für 1 Euro gekauft und die Schulden übernommen. In der Bilanz der DDVG, die im vorigen Jahr einen Überschuss von 11,5 Mio. Euro erwirtschaftete, sind für 2004 Bankverbindlichkeiten von knapp 84 Mio. Euro notiert - der größte Teil davon entfällt auf Kauf und Sanierung der FR. Seit dem Einstieg hat die Parteiholding dem Blatt einen harten Sparkurs verordnet: Seit Mai 2004 ist die Zahl der Vollzeitstellen von 1060 auf 720 bis Ende dieses Jahres gesunken. Das Verlagsgebäude wurde an einen Investmentfonds verkauft, Branchenkreise schätzen den Erlös auf 40 Mio. Euro.

Ob es gelingt, die FR in diesem Jahr wie geplant in die schwarzen Zahlen zu führen, ließ DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen offen: "Das wird von der Entwicklung im vierten Quartal abhängen." 2003 hatte die FR einen Verlust im höheren einstelligen Millionenbereich eingefahren. Die Anzeigenerlöse lägen mit voraussichtlich 40 Mio. Euro in diesem Jahr leicht über dem Niveau des Vorjahres, sagte Berendsen.

Süddeutsche wird als Kandidat gehandelt

Ursprünglich hatte die DDVG die Mehrheit am Verlag bereits in diesem Jahr verkaufen wollen, dies aber verschoben, weil sich die Sanierung verzögerte. Nun stehen "50 Prozent plus x" zum Verkauf. Zehn Prozent gehören der Karl-Gerold-Stiftung. Der Verkauf werde sich aber bis in die zweite Jahreshälfte des nächsten Jahres ziehen, weil die DDVG die Zahlen für 2005 vorliegen haben möchte, um den Kaufpreis festzuzurren. Branchenkreise rechnen mit etwa 100 Mio. Euro.

Welche Verlage bereits mit der DDVG verhandeln, ist unklar. In der Branche wird seit längerem der Verlag der "Süddeutschen Zeitung" als Kandidat gehandelt, dieser führt derzeit aber nach eigenen Angaben keine Gespräche. Auch die WAZ-Gruppe ist laut Wettig-Danielmeier nicht unter den Kandidaten. Holtzbrinck-Geschäftsführer Michael Grabner sagte: "Wir haben grundsätzlich weiter Interesse an Zeitungsübernahmen, geben aber zu konkreten Objekten keinen Kommentar ab."

Keine Veräußerung an Finanzinvestoren

Einen Verkauf an Finanzinvestoren schloss Wettig-Danielmeier aus. "Es wäre verrückt, wenn wir genau das täten, wovor wir die ,Frankfurter Rundschau? bewahren wollten." Die DDVG hatte vor einem Jahr kurzfristig ein Konsortium von Finanzinvestoren aus dem Rennen geworfen, das nun - in anderer Konstellation - bei der "Berliner Zeitung" zum Zuge gekommen ist. Darunter ist die britische Investmentgesellschaft Mecom.

Wettig-Danielmeier hatte den Holtzbrinck-Verlag heftig dafür kritisiert, den Berliner Verlag an die Investoren zu verkaufen. Sollte das Konsortium weitere Blätter kaufen wollen, schloss Wettig-Danielmeier nicht aus, dass die SPD Konkurrenzangebote vorlegt. "Wenn wir im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten einen Beitrag zur Verlagsvielfalt leisten können, werden wir das tun." Ein Verkauf der "Sächsischen Zeitung", den die DDVG gemeinsam mit Gruner + Jahr besitzt, sei derzeit kein Thema.

 

04.11.05 13:45

505 Postings, 5506 Tage leesongerüchteweise hat springer interesse bekundet *g* o. T.

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