SPD-Wienand gibt Erhalt von Bestechnungsgeldern zu

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neuester Beitrag: 26.11.04 15:44
eröffnet am: 26.11.04 14:56 von: kiiwii Anzahl Beiträge: 18
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26.11.04 14:56

129861 Postings, 5787 Tage kiiwiiSPD-Wienand gibt Erhalt von Bestechnungsgeldern zu

Wienand gibt Erhalt von Geldern im Kölner Korruptions-Prozess zu


Der frühere SPD-Bundespolitiker Karl Wienand hat eingeräumt, im Zuge der Kölner Affäre um Korruption beim Bau einer Müllverbrennungsanlage knapp drei Millionen Mark erhalten zu haben.


HB KÖLN. Wienands Anwalt Rudolf Karras erklärte am Freitag vor dem Kölner Landgericht, sein Mandant habe bis zu 2,7 Millionen Mark im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe für den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage Anfang der Neunziger Jahre erhalten.

Der frühere Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion hatte seinem Anwalt zufolge keine Bedenken, das Geld anzunehmen. Es habe sich schließlich um eine zuvor vereinbarte Provision gehandelt, die sein damals als Unternehmensberater tätiger Mandant für die Vermittlung des Auftrages ausgehandelt hätte.

Die Staatsanwaltschaft sieht Wienand als zentrale Figur in der Korruptions-Affäre. Sie wirft dem 77-Jährigen Beihilfe zur Bestechung und Untreue im besonders schweren Fall vor. Von den insgesamt rund 21,6 Millionen Mark (rund elf Millionen Euro) Bestechungsgeldern habe Wienand 4,2 Millionen Mark erhalten. Karras sagte, Wienand könne sich daran erinnern, Mitte der Neunziger in mehreren Tranchen Geld erhalten zu haben. Die genaue Summe könne er nicht mehr beziffern.

Wienands zweiter Anwalt Hans J. Hauschild sagte im Anschluss an die Verhandlung, die Einlassung seines Mandanten könne als Teilgeständnis gewertet werden. Der Vorsitzende Richter Martin Baur hatte zuvor gesagt, ein Geständnis könne zu einer Bewährungsstrafe führen. Der Ex-Manager Ulrich Eisermann der städtischen Abfallverwertungsgesellschaft AVG, die den Auftrag zum Bau des Müllofens vergeben hatte und der Chef der mit dem Bau beauftragten Firma Steinmüller, Sigfrid Michelfelder, sind wegen der Korruptionsaffäre bereits verurteilt worden. Demnach ist erwiesen, dass Eisermann als Chef der AVG von Michelfelder bestochen wurde. Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt.

26.11.2004


ariva.de  

26.11.04 15:00

13436 Postings, 7036 Tage blindfishglaubt jemand ernsthaft...

auch nur einer von denen (egal ob cdu, spd, fdp, grüne, usw.) hat keinen dreck am stecken!? falls das tatsächlich jemand glaubt, dann: congrats, vielleicht lebst du in deiner traumwelt sogar relaxter...

gruß :-)  

26.11.04 15:01

68205 Postings, 5800 Tage BarCodeHabt Erbarmen mit dem armen Kerl...

"Wienand könne sich daran erinnern, Mitte der Neunziger in mehreren Tranchen Geld erhalten zu haben. Die genaue Summe könne er nicht mehr beziffern"

Wie soll er sich daran erinnern, ob er 2, 3 oder 4 Mio. gekriegt hat! Geht ja schließlich nicht um summen...

Gruß BarCode

 

26.11.04 15:03

129861 Postings, 5787 Tage kiiwiiKomisch,

immer wenn mal ein SPD-ler richtig zugelangt hat und aufgeflogen ist, kommt die Abwiegeltour ("Alle anderen sind doch genauso schlecht etc.pp.")

Soll das ein Trost sein? Im übrigen war der Wienand schon "genetisch" korrupt.


MfG kiiwii  

ariva.de  

26.11.04 15:04

95440 Postings, 6832 Tage Happy EndNur Mut, die Herren Kohl, Koch und Kanther

...ein Geständnis wirkt strafmindernd ;-)  

26.11.04 15:05

129861 Postings, 5787 Tage kiiwiiKohls Beträge waren ja noch kleiner;

also wie sollte sich dann der erinnern können?
Sprechen wir nicht eigentlich doch nur über peanuts? (geht bis 50 mio DM;-))

MfG kiiwii  

ariva.de  

26.11.04 15:05

95440 Postings, 6832 Tage Happy End@kiiwii

zu #4: In die Müll-Affäre sind nicht nur SPD-Politiker involviert. Und die Reaktion, die Du beschreibst, kenn ich an sich genau andersrum *lol*  

26.11.04 15:05

21799 Postings, 7235 Tage Karlchen_IWienand - der Super-Kanalarbeiter...

27. April 1972: Im Bundestag, damals noch in Bonn, findet ein Misstrauensvotum gegen den damaligen Kanzler Willy Brandt auf Antrag der CDU/CSU  Fraktion statt. Der damalige Kanzler Willy Brandt darf weiterregieren, weil der Kanzlerkandidat der CDU/CSU Fraktion, Rainer Barzel, zwei Stimmen zu wenig erhält.

Welche Abgeordneten nicht für ihn gestimmt haben bleibt ungeklärt. Im Juni 1973 gibt dann Julius Steiner auf einer Pressekonferenz zu, bei der Abstimmung mit Enthaltung gestimmt zu haben. Er habe dafür vom Geschäftsführer der SPD Bundestagfraktion Karl Wienand 50.000 DM bekommen. Damit löste er die Steiner-Wienand-Affäre aus, da Karl Wienand diese Vorwürfe von sich wies.

Zur Klärung richtete der Bundestag am 15. Juni 1973 den "Steiner/Wienand- Untersuchungsausschuß" ein. Weil dieser auch nach 40 öffentlichen Sitzungen weder die eine noch die andere Behauptung bestätigen konnte, wurde er am 27. März 1974 ergebnislos aufgelöst.

Die Affäre brachte der SPD monatelange negative Schlagzeilen. Welcher Abgeordneter sich außer Steiner am 27. April 1972 noch der Stimme enthalten hat, ist bis heute nicht geklärt.  

26.11.04 15:07

13436 Postings, 7036 Tage blindfishkiiwii...

wenn dein posting auf meines bezogen war, dann haben wir uns mißverstanden: das ist alles andere als abwiegelnd gemeint! was ich versucht habe zu umschreiben war: mich kotzen diese ganzen dr*cks*cke einfach nur noch an...

gruß :-)  

26.11.04 15:08

68205 Postings, 5800 Tage BarCodeStimmt schon kiiwii

Gegenüber den jeweils bevorzugten Parteien wird gerne relativiert.. Ist mir heute hier auch schon aufgefallen (allerdings in gegenläufiger Konstellation):
http://www.ariva.de/board/208003/...lk&search_id=&search_full=

Gruß BarCode

 

26.11.04 15:08

129861 Postings, 5787 Tage kiiwiiWie Du schon sagtest, karlchen

"Kanalarbeiter" (da unten isses so dunkel, da sieht man ja beim besten Willen wirklich nix)


MfG kiiwii  

ariva.de  

26.11.04 15:08

21799 Postings, 7235 Tage Karlchen_INoch mehr

Wienand stand nicht nur im Zwielicht, sondern immer wieder auch im Zentrum von Affären. 1971 stand er im Verdacht, mit seinen Beziehungen einer maroden Fluggesellschaft geholfen zu haben, die später bankrott ging. Im Zusammenhang mit dem knapp gescheiterten Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) am 27. April 1972 geriet Wienand dann ins Zentrum eines Polit-Skandals, der die Republik erschütterte. 1973 behauptete der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Julius Steiner, er habe 1972 nicht für den Unions-Kandidaten Rainer Barzel gestimmt, sondern für Brandt. Dafür habe er von Wienand verabredungsgemäß 50 000 Mark erhalten. Wienand bestritt das vehement. 20 Jahre später stellte sich heraus: Die Stasi der DDR hatte Steiner das Schmiergeld zugesteckt.

Nach der deutschen Einheit geriet Wienand unter Spionageverdacht. Er wurde - obwohl er stets seine Unschuld beteuerte - 1996 wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit für die DDR zu zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Mark verurteilt. Die Haft blieb ihm erspart, da ihn der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1999 mit fünfjähriger Bewährungsfrist begnadigte.

Mit dem Gesetz kam Wienand auch an anderen Stellen in Konflikt. 1975 wurde er wegen Steuerhinterziehung und falscher Verdächtigung zweier Journalisten zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Verurteilungen wegen Trunkenheitsfahrten folgten.

Aus dem Bundestag schied Wienand 1974 nach der Steiner-Affäre aus, wurde später tätig als Unternehmensberater. An der SPD-Basis im Rheinland blieb Wienand offenkundig einflussreich.
 

26.11.04 15:09

7336 Postings, 6102 Tage 54reabdie größte korruption

gab und gibt es auf kommunaler ebene. dort wird viel gebaut, von der kommune und von privatleuten. am meisten geld wurde und wird in ballungsräumen umgesetzt. dort ist alles auch wesentlich unübersichtlicher.

historisch waren die ballungsräume immer das terrain der spd, sogar in bayern. damit sollte klar sein, wer am meisten geschmiert wurde.


 
 

26.11.04 15:10

129861 Postings, 5787 Tage kiiwiiWie ich oben sagte, bei Wienand war es

"genetisch" (oder "chronisch"? chronologisch gesehen ...)


MfG kiiwii  

ariva.de  

26.11.04 15:12

95440 Postings, 6832 Tage Happy End@BarCode

Daran musste ich auch gerade denken ;-)  

26.11.04 15:16

129861 Postings, 5787 Tage kiiwiiKorruption ist ein Phänomen, das

nur dort vorkommen kann, wo einer in seinem Tun von der Genehmigung eines anderen abhängig ist.

Angesichts der immer weiter zunehmenden Regelungsdichte in unserer Wirtschaft und Gesellschaft ist davon auszugehen, daß die Häufigkeit des Vorkommens von Korruption kontinuierlich ansteigt.

Man kann auch so sagen: Der Staat selbst "provoziert" das gehäufte Auftreten von Korruption;, d.h., er ist schuld.

MfG kiiwii  

ariva.de  

26.11.04 15:19

13436 Postings, 7036 Tage blindfishkiiwii...

stimme dir zu - ähnlich sehe ich es übrigens bei der schwarzarbeit...  

26.11.04 15:44

129861 Postings, 5787 Tage kiiwiiGenau, blindfish

ohne das Weiße gibt es nix Schwarzes!
Ohne rote Ampeln keine Verkehrssünder.
Ohne Osama keinen George W. (mehr).
Ohne good Cop keinen Bad Cop.

Also: was lernen wir daraus?

Ohne Hölle keinen Himmel (äähh... oder wars umgekehrt?)


MfG kiiwii  

ariva.de  

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