Russlands und Chinas Kriegsspiele

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eröffnet am: 19.08.05 09:02 von: quantas Anzahl Beiträge: 16
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19.08.05 09:02
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15289 Postings, 5653 Tage quantasRusslands und Chinas Kriegsspiele

 

 

Unbehagen in Taiwan

Heute fängt eine gemeinsame Militärübung von Russland und China an. Beteiligt sind 10'000 Soldaten aller drei Waffengattungen Marine, Luftwaffe und Heer. Es ist das erste Manöver dieser Art. China strebt eine Stärkung seiner strategischen Position an. Russland dagegen erhofft sich eine Erhöhung seiner Waffenexporte nach China.

Die Kriegsübung soll die Handlungsfähigkeit der beiden Nuklearmächte zeigen. Das Manöver beginnt im Osten Russlands in der Nähe der Stadt Wladiwostok. Es wird sich im Laufe einer Woche nach Süden entlang der chinesischen Küste bis zur Halbinsel Shandong und zum Gelben Meer bewegen.

Das Manöver soll zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus, Extremismus und Separatismus dienen und das gegenseitige Vertrauen vertiefen, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet. Es soll sich nicht gegen ein bestimmtes Land richten, sondern bloss Hilfe im Falle von politischen Unruhen in einem Drittstaat simulieren. 

Zeichen an die USA

Analytiker sind jedoch der Ansicht, dass ein Aspekt der Übung eine Machtdemonstration gegenüber den USA ist. Das Manöver mit dem Titel «Friedensmission 2005» unterstreicht die Überzeugung der beiden Staaten, dass sie sich nicht mit der alleinigen Vormachtstellung der USA abfinden möchten und eine multipolare Welt anstreben.    

China und Russland arbeiten in der Schanghai Organisation für Kooperation zusammen, in der auch zentralasiatische Staaten Mitglied sind. Diese Organisation forderte die USA kürzlich auf, ein Datum für einen Truppenabzug von ihren Militärbasen in Kirgisien und Usbekistan festzusetzen, welche die USA für Operationen in Afghanistan nutzen.   

Wirtschaftliche Interessen Russlands

Ein anderer Aspekt des Manövers ist der Versuch Russlands, seine Waffenexporte nach China auszubauen. Die russischen Rüstungsexporte haben sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Ausserdem möchte Russland der EU zuvorkommen, welche die Aufhebung des seit 1989 bestehenden Waffenembargos gegen China diskutiert.

Befürchtungen in Taiwan

Die Behauptung der Chinesen, dass die Übung auch für den Fall möglicher separatistischer Tendenzen dienen soll, hat in Taiwan aufhorchen lassen. Es werden Befürchtungen laut, dass China versucht, Russland in der Taiwan-Frage auf seine Seite zu ziehen.

Russland hat dies jedoch weit von sich gewiesen. Das Manöver richte sich nicht gegen andere Staaten in der Region, sagte ein russischer General in Moskau. «Wir reden nicht über Nordkorea oder Taiwan». 

Die lange verfeindeten Länder hegen aber immer noch grosses Misstrauen gegeneinander. Für Moskau bleiben Zweifel an Chinas langfristigen strategischen Zielen. Für China ist die Frage offen, ob es sich auf Russland als verlässlichen Partner verlassen kann. 

 

NZZ 19.08.2005

 
 

 

 
 

 

 
 
 

19.08.05 09:05

15289 Postings, 5653 Tage quantasChina dritthöchste Rüstungsausgaben weltweit


Pentagon warnt vor militärischer Aufrüstung Chinas

Die USA betrachten die massive Aufrüstung in China mit Sorge. China baue seine Armee in einem Tempo und einem Ausmass aus, die das militärische Gleichgewicht mit Taiwan zu kippen drohten, hiess es im China-Bericht des Verteidigungsministeriums.
 
(sda/Reuters) Die tatsächlichen Militärausgaben der Volksrepublik lägen etwa zwei- bis dreimal über dem von Peking offiziell angegebenen Wert und erreichten in diesem Jahr etwa 90 Milliarden Dollar hiess es in dem am Dienstag veröffentlichten jährlichen Bericht zur chinesischen Rüstung an den amerikanischen Kongress. Damit habe China die höchsten Militärausgaben in Asien und die dritthöchsten weltweit nach den USA und Russland.

Peking sei dabei, sein Arsenal an ballistischen Raketen auszubauen und seine konventionellen Streitkräfte zu modernisieren. Dazu gehörten der Kauf moderner Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe, U-Boote, Präzisionswaffen und computergestützter Aufklärungssysteme, notierte das Pentagon.

Obwohl China derzeit keiner direkten Bedrohung durch eine andere Nation ausgesetzt sei, investiere es massiv in sein Militär. Die Volksrepublik habe etwa 650 bis 750 mobile Kurzstreckenraketen an der Küste der Taiwan-Strasse stationiert. Dieses Arsenal werde jährlich um etwa 100 weitere Raketen ausgebaut.

 

19.08.05 09:10
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15289 Postings, 5653 Tage quantasWeitreichende geostrategische Ambitionen Pekings


Modernisierung und Professionalisierung von Chinas Streitkräften
Weitreichende geostrategische Ambitionen der Führung in Peking

China berechnet seine militärischen Kapazitäten nicht mehr nach riesigen Mannschaftsbeständen. Peking setzt heute auf eine umfassende Modernisierung und Professionalisierung der Streitkräfte, wobei bei der technologischen Aufrüstung die Marine, die Luftwaffe sowie die Raketenstreitmacht im Vordergrund stehen.

NZZ:von unserem China-Korrespondenten Urs Schoettli

Die Auseinandersetzung zwischen der Europäischen Union und den USA über die Aufhebung des seit dem Frühsommer 1989 bestehenden Waffenembargos dreht sich jenseits der politischen Implikationen auch um die künftige militärische Stärke Chinas. Washington tritt den europäischen Absichten, der Bestrafung Chinas für die gewaltsame Unterdrückung der Demokratiebewegung ein Ende zu bereiten, mit dem Argument entgegen, dass durch diesen Schritt eine Militärmacht gefördert würde, deren Ambitionen die Interessen sowohl der USA als auch ihrer nordostasiatischen Verbündeten schwer in Mitleidenschaft ziehen könnten. Im Vordergrund stehen dabei die Drohgesten Pekings gegenüber Taiwan, doch im Visier sind auch viel weiter reichende militärische und geostrategische Gewichtsverlagerungen im Fernen Osten und im Pazifik. China wiederum gibt sich als verantwortungsbewusste asiatische Führungsmacht von globaler wirtschaftlicher Bedeutung, deren Sicherheitsinteressen neue Dimensionen erhalten haben.

Die Lektion von Zheng He
Tatsache ist, dass Chinas Integration in die Weltwirtschaft und vor allem auch der Wohlstandszuwachs einer gewissen Bevölkerungsschicht dem Reich der Mitte nicht nur neues Prestige, sondern auch neue Verletzlichkeiten bescheren. Zu Maos Zeiten war es für die Chinesen und vor allem auch für die Stabilität der kommunistischen Alleinherrschaft weitgehend belanglos, was sich in der weiten Welt tat. Man konnte sich damit begnügen, externe revolutionäre Bewegungen vor allem verbal zu unterstützen und die Grossen auf der Weltbühne bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu irritieren. Heute sorgen die Abhängigkeit von einer reibungslosen Zufuhr von Rohmaterialien, die Notwendigkeit, einen wachsenden Anteil des Energiebedarfs durch Importe zu decken, und das Angewiesensein auf ein funktionierendes globales Finanzsystem und einen florierenden Welthandel dafür, dass China ein grosses Interesse an einer möglichst stabilen Weltordnung hat.

Es stellt sich schon heute die Frage, ob es gelingen wird, eine neue Grossmacht ohne Verwerfungen in das bestehende internationale Gefüge zu integrieren. In der Vergangenheit und im 20. Jahrhundert gleich zweimal pflegten neue Grossmachtaspirationen verlustreiche Kriege auszulösen. Beim Urteil über Chinas Vordringen auf die Weltbühne stehen sich zwei Schulen gegenüber, von denen die eine die «gelbe Gefahr» beschwört, während die andere China als eine traditionell nicht auf territoriale Expansion versessene Macht sieht.

Unweit von Kunming, der Kapitale der südwestchinesischen Provinz Yunnan, besucht man eine Gedenkstätte für Chinas bedeutendsten Seefahrer, Admiral Zheng He (1371-1433). In der weitläufigen Anlage steht auch Zheng Hes Vaterhaus, das heute ein kleines Museum mit Karten der Seereisen, mit einigen Utensilien und Modellen der riesigen chinesischen Schiffe beherbergt, die zwischen 1405 und 1433, achtzig Jahre vor der Ankunft der Portugiesen, den Indischen Ozean befahren hatten. Die Ausstellung ist einfach, ja macht gar einen vernachlässigten Eindruck. Nur wenige Besucher finden den Weg zu ihr. Nichts ist mit dem Triumphalismus zu vergleichen, der dem Monument für Heinrich den Seefahrer in Lissabon eignet. Die kurze Epoche in der Frühzeit der Ming-Dynastie, die China als die bis dahin bedeutendste Seemacht der Welt auf den Ozeanen aufkreuzen sah, ist typisch für die erratische Natur des chinesischen Verhaltens gegenüber der Aussenwelt.

Mit einer beispiellosen Sonderanstrengung hatte sich das Reich der Mitte zu Beginn des 15. Jahrhunderts zur seefahrenden Supermacht entwickelt, nur um weniger als hundert Jahre später zum hilflosen Opfer japanischer Piraten zu werden. Kaiser Zhu Di hatte innert vier Jahren über 1680 seetüchtige Schiffe bauen lassen. Die sieben grossen Seefahrten, die Zhen He über den indonesischen Archipel nach Ceylon und Indien, nach Aden und schliesslich an die Ostküste Afrikas bringen sollten, waren Unternehmen, welche die Expeditionen von Kolumbus und Vasco da Gama als logistischen Kleinkram erscheinen lassen. Auf einer der Seereisen führten die chinesischen Schiffe nicht weniger als 28 000 Menschen als Besatzung und Passagiere an Bord. Bereits 1424 sollte jedoch Zhu Dis Nachfolger ein kaiserliches Edikt ausgeben, welches das sofortige Ende aller Seefahrten verfügte. Nach einer kurzlebigen Wiederaufnahme der Expeditionen kamen die Ozeanfahrten mit Zheng Hes Tod 1433 zum endgültigen Erliegen. Obsiegt hatten am Kaiserhof die Konfuzianer, die der von der Lobby der Eunuchen protegierten Seefahrt schon immer aus Kostengründen ablehnend gegenüber gestanden waren.

Doktrin und Wandlungen
Nicht ohne Grund sieht die Welt die Chinesen als ein Volk mit einem ausgeprägten Hang zur Pragmatik. Auch ist die von den Chinesen selbst gepriesene einzigartige Kontinuität ihrer Kultur und Zivilisation keine Schimäre. Doch gibt es dazu wichtige Kehrseiten, die auch das Auftreten Chinas in der Welt wiederholt auf nachhaltige Weise geprägt haben. Der Verlauf der chinesischen Geschichte erweist sich bei sorgfältiger Betrachtung als ein Prozess mit unzähligen Brüchen, die dazu führten, dass es über weite Strecken kein geeintes Reich geben konnte. Auch fällt auf, dass etliche Brüche und vor allem die selbst verfügte Isolation gegenüber der Aussenwelt Resultate eines doktrinären Denkens und inflexiblen Handelns waren. Die Zeit des Admirals Zheng He kann als ein gutes Beispiel für solch abrupte Kehrtwendungen von langfristiger Tragweite dienen. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang etwa die Begründung, welche die Konfuzianer für die von ihnen befürwortete Abkehr von der Seefahrerei gaben. Das Wohl des Reiches beruhte für sie auf der Sicherheit des Territoriums, und diese wähnten sie gewährleistet durch die Grosse Mauer und nicht durch teure Expeditionen in fern liegende Kontinente.

Überblickt man die bald sechzigjährige Geschichte der Volksrepublik, so finden sich auch in dieser im gesamtchinesischen Kontext sehr kurzen Periode dramatische Kurswechsel. Von besonderer Bedeutung war Maos Militärdoktrin, war doch der Staatsgründer nicht nur in politischer und ideologischer, sondern wegen seines Erfolgs im Bürgerkrieg auch in militärischer Hinsicht der Hauptgestalter des neuen China. Bis heute bestimmen Maos Gedanken den Charakter der von ihm begründeten Volksbefreiungsarmee (PLA). Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass es seit dem Tod Deng Xiaopings an der Spitze der chinesischen Führung niemanden mehr mit Kriegserfahrung und militärischer Sachkompetenz gegeben hat. Die Professionalisierung der chinesischen Streitkräfte und die Modernisierung der chinesischen Verteidigungsdoktrin, die zurzeit im Gange sind, dürfen deshalb nicht nur als die Folgen der wirtschaftlichen Erstarkung Chinas oder eines veränderten geopolitischen Umfelds gesehen werden. Sie tragen ebenso sehr auch den neuen Qualitäten und dem veränderten Profil des chinesischen Staats und seiner Führung Rechnung.

Es wird sich weisen müssen, wie sich dies längerfristig auf die von Mao propagierte, fundamentale These, dass die Partei die Gewehre kontrolliert, auswirken wird. Jedenfalls ist die Unterordnung der Streitkräfte unter die Partei im jüngsten sicherheitspolitischen Dokument, dem Weissbuch von 2004, nach wie vor festgeschrieben, wobei jedoch im Aufgabenkatalog und bei den Massnahmen zur Bewältigung der anstehenden militärischen Herausforderungen die Akzente ganz eindeutig auf Professionalisierung und umfassende Modernisierung gelegt werden. Wie zur Zeit von Admiral Zheng He haben heute die zukunftsorientierten Modernisierer das Sagen. Die Frage steht im Raum, ob dereinst wie damals auch wieder traditionsbewusstere Kräfte die Oberhand gewinnen können.

Gewichtsverlagerungen in der Sicherheitspolitik
David Shambaugh präsentiert mit seinem Buch «Modernizing China's Military» eine ausgezeichnete Studie zu den Hintergründen der heutigen chinesischen Sicherheitspolitik sowie zur Entwicklung der geltenden Verteidigungsdoktrin und der militärischen Kapazitäten. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren es der Golfkrieg und die Taiwan-Krise von 1996, die Peking zu einer raschen und umfassenden Modernisierung seiner Verteidigung antrieben. Shambaugh sieht als wichtigste Folge des Golfkriegs Chinas Bruch mit Maos Prinzip vom absoluten Vorrang des Wehrmanns. Die Publikationen der PLA zeigten seither eine «neue Wertschätzung der Rolle der Waffen und der Technologie». Die amerikanische Kriegführung in Afghanistan und im Irak dürfte diese Akzentverschiebung noch verstärkt haben. So ist denn auch im Verteidigungspapier von 2004 fortlaufend die Rede von «Professionalisierung» und «Informatisierung». Die Entwicklung einer eigenständigen Verteidigungsindustrie ist bisher nicht sehr zufriedenstellend verlaufen, und die weitgehende Abhängigkeit von sowjetischer beziehungsweise russischer Technologie hat sich in wachsendem Masse als ein Handicap erwiesen. Pekings Interesse an einer Aufhebung des europäischen Waffenembargos ist deshalb nicht nur eine Sache des nationalen Ansehens, sondern es entspricht auch einem sehr konkreten Bedürfnis nach einer qualitativen Verbesserung der Ausrüstung.

Zu den wichtigen Gewichtsverlagerungen der jüngsten Zeit gehört jenseits der Erneuerung der militärischen Hardware die Professionalisierung der Streitkräfte. Laut Shambaugh legt das 1997 verabschiedete nationale Verteidigungsgesetz «einige grundlegende Veränderungen im Verhältnis zwischen dem Militär, der Partei und dem Staat» nahe. Von zentraler Bedeutung sind dabei der schrittweise Abbau der riesigen Mannschaftsbestände sowie der Rückzug der Armee aus nichtmilitärischen Aktivitäten. Dadurch sollen wertvolle Mittel für die Stärkung der Kampfkraft frei gemacht werden. Auch zieht Peking aus der amerikanischen Kriegführung den richtigen Schluss, dass die Zeit und vor allem die taktischen und technischen Anforderungen bei der Kampfführung für die Berufsarmeen arbeiten. Laut dem Weissbuch von 2004 sind die Mannschaftsbestände der PLA seit Mitte der achtziger Jahre um insgesamt 1,5 Millionen Mann reduziert worden. Die PLA werde modernisiert, indem «die gewöhnlichen Truppen, die technologisch rückständig sind, reduziert und gleichzeitig die Marine, Luftwaffe und Artillerie gestärkt» werden.

Besonderes Gewicht soll künftig auch auf die Verbesserung der Ausbildung und eine «Verschlankung der Stäbe» gelegt werden. Shambaugh sieht in diesem Zusammenhang bei hohen Offizierschargen eine Aufwertung der beruflichen Qualifikationen gegenüber dem früher dominanten politischen Aktivismus. Dennoch müsse China noch eine weite Wegstrecke zurücklegen, bevor die PLA im vollen Sinne eine nationale Armee werde. Noch immer laste auf der PLA das Erbe ihrer Gründung, bei der unter starken sowjetischen und deutschen Einflüssen die Politisierung des Militärs herausgestrichen worden sei. Zudem liege noch immer der Schatten von 1989, als die Armee die Parteiherrschaft retten musste, auf der PLA.

Amerikanische «Umzingelung»
Massgeblich für den Innovationszwang sind nicht nur der Aufstieg Chinas zur Führungsmacht Asiens und zu einer künftigen Weltmacht, sondern auch weitreichende Veränderungen im geopolitischen Umfeld des Reichs der Mitte. Bei der Nuklearstrategie sieht Shambaugh eine Fortsetzung des bewährten, seit langem befolgten Kurses eines Verzichts auf den Ersteinsatz von Kernwaffen. China unterstütze kernwaffenfreie Zonen und trete auch für das Verbot und die Vernichtung sämtlicher Kernwaffenarsenale ein. Peking sei «indessen nicht bereit, seine eigenen Bestände zu vermindern, solange nicht die anderen Nuklearmächte ihre Arsenale auf das chinesische Niveau reduziert haben».

Chinas strategische Grenzen umfassen laut Shambaugh das gesamte Festland, den Russland und Japan vorgelagerten Nordpazifik, die Strasse von Taiwan, das Ost- und das Südchinesische Meer sowie die in den Indischen Ozean führende Strasse von Malakka. Chinas Ambition ist es laut Shambaugh, «um die Mitte des 21. Jahrhunderts eine regionale und panpazifische Macht zu sein». Das Weissbuch von 2004 sieht einen «Trend zur Multipolarisierung der Welt» sowie «Terraingewinne für hegemonistische und unilaterale Tendenzen». Die Kriegführung wandle sich von der «Mechanisierung zur Informatisierung». Während es in der pazifisch-asiatischen Region eine «grundlegende Stabilität» gebe, nähmen anderseits die komplexen Sicherheitsprobleme zu. Japan arbeite an einer Revision seiner Verfassung, erneuere seine Verteidigungs- und Sicherheitspolitik und entwickle ein Raketenabwehrsystem. Die Lage bei den Beziehungen zwischen den beiden Seiten der Taiwan-Strasse sei schwierig.

Ganz besonders besorgt zeigt sich Peking über die amerikanische Politik in Süd- und Zentralasien. Das Weissbuch hält fest, dass «die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz in der Region neu ausrichten und verstärken». Unverkennbar ist in den Erklärungen verschiedener chinesischer Strategen die Furcht vor einer «Umzingelung» Chinas durch die USA enthalten. In vorderster Linie tragen dazu Washingtons bilaterale Bündnisse mit Seoul und Tokio bei. Hinter der chinesischen Politik gegenüber Nordkorea steht denn auch stets die Absicht, eine koreanische Vereinigung zu verhindern und damit auch ein anschliessendes Vorrücken der amerikanischen Verbündeten an die chinesisch-koreanische Grenze. Auch sind die scharfen Töne, mit denen Peking unlängst auf eine gemeinsame japanisch-amerikanische Sicherheitserklärung zu Taiwan reagiert hat, in diesem Zusammenhang zu sehen. Mit grossem Argwohn verfolgt China ferner die amerikanische Präsenz in Pakistan und in Afghanistan. Islamabad war bis zur Lancierung von Washingtons Krieg gegen den globalen Terrorismus Chinas bevorzugter Sicherheitspartner in Südasien gewesen. Schliesslich bereitet die in den letzten Jahren herangewachsene amerikanische Präsenz in Zentralasien, das China nach dem Zerfall der Sowjetunion eigentlich gerne als seinen strategischen Hinterhof sehen möchte, Peking grosses Unbehagen.

 

19.08.05 09:53

25551 Postings, 7074 Tage Depothalbiererja, und ?? taiwan gehört schon seit ewigen zeiten

zu china.
und genau da wird es auch wieder hingeholt, wenn die dortige regierung nicht von ihren abspaltungsplänen abweicht.

beim letzten artikel waren die rüstungsausgeben chinas noch ca 2 mal so hoch,wie offiziell angegeben, hier schon 2-3 mal.

beim nächsten mal wahrscheinlich 3-4 mal.

die propagandamaschinerie läuft mal wieder auf vollen touren.  

19.08.05 10:07

25551 Postings, 7074 Tage Depothalbiererhabe irgendwie das gefühl, daß hier auch keinem

mehr was vernünftiges einfällt,  

23.08.05 09:47

25551 Postings, 7074 Tage Depothalbiererhat mich mein gefühl wieder mal

nicht getäuscht.  

23.08.05 10:01

15289 Postings, 5653 Tage quantasdoch, doch Depothalbierer


Für Kriegsspiele ist viel Geld vorhanden!
Und für die leidgeplagte Bevölkerung in Tschetschenien?  
  
Russland: Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung Tschetscheniens leben in Armut
  
In Tschetschenien leben nach Angaben der russischen Regierung neun von zehn Menschen in Armut. 91 Prozent der Bewohner der Kaukasusrepublik müssten mit weniger als 87 Dollar (etwa 71 Euro) pro Monat auskommen, zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass den russischen Wirtschaftsminister German Gref.
  
Im Vergleich dazu leben in ganz Russland nur 17 Prozent der Menschen unter dem Existenzminimum.

?Der Stand der Armut unterscheidet sich dutzendfach von Region zu Region?, führte der Minister weiter aus. Der Anteil der Armen in den Autonomen Bezirken der Chanten und Mansen und der Jamal-Nenzen in Westsibirien liegt bei höchstens sieben Prozent. In Kalmykien und in Ewenkien leben 55 bis 56 Prozent unter der Armutsgrenze.

?Die Föderationsmitglieder und die Gemeindebehörden müssen ihre Bemühungen auf die Lösung dieses Problems konzentrieren?, betonte der Minister.

Laut Prognosen des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel soll der Anteil der Armen in Russland bis 2008 auf zehn Prozent zurückgehen gegen 17,8 Prozent 2004.

In Tschetschenien gibt es nach zwei Kriegen mit zehntausenden Toten nur eine minimal entwickelte Wirtschaft. Der Alltag wird weiterhin von Korruption und Gewalt bestimmt. [ RIA / afp / russland.RU ? die Internet - Zeitung ]  
 

23.08.05 10:08

25551 Postings, 7074 Tage Depothalbiereraber die tschetschenen sind doch gaaanz böse

terroristen, wie die iraker und dagerade krampf gegen den terror angesagt ist...  

23.08.05 10:12
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8970 Postings, 6212 Tage bammiewenn Du meine Meinung wissen willst,

China wird sich Taiwan, wenn nötig mit Waffengewalt, einverleiben. Die Streitkräfte werden  mit Tempo aufgerüstet, einerseits wegen Taiwan andererseits muss weitsichtiger gedacht werden. Es ist eine Stufe der gesamten Treppe. Da ist die Frage nach dem warum und sie wären doch nicht bedroht, unrelevant. Das globale Ungleichgewicht wird unabwendbar ausgeglichen. Die militärischen Übungen mit Russland verfolgen einen ganz anderen Sinn.
Russland ist aber nicht der einzige Eckpfeiler. Taiwan ist so gesehen nur Ablenkung, aus übergeordneter Sicht formiert sich eine Linie, die immer deutlicher wird.


greetz bammie





 

23.08.05 10:21

13393 Postings, 6146 Tage danjelshakealso ich find das gar net so schlecht...

is mir lieber, als wenn es nur eine weltmacht gibt.
da fragt man sich doch auch wozu die amis mininukes und microwellenwagen und den ganzen mist entwickeln und bauen. die werden doch auch von niemandem bedroht.
und warum hat die usa mit abstand(!) die höchsten rüstungsausgaben der welt??
und die penner in den slums verhungern oder erfrieren.

ich trau den chinesen mehr als den amis.

mfg ds  

23.08.05 10:32

8970 Postings, 6212 Tage bammiedanjel, Deine Frage hängt wieder mit dem

militärischen Komplex zusammen. Dieses Thema kam doch mal auf Arte. Hatten wir auch schon hier im Board

greetz  

25.08.05 11:02

15289 Postings, 5653 Tage quantasManöver "Friedensmission 2005"

Zwei chinesische Kampf-Flugzeuge feuern Raketen auf Boden-Ziele in Shandong während einer militärischen Übung mit dem schönen Namen "Friedens-Mission 2005".

 

25.08.05 11:06

13393 Postings, 6146 Tage danjelshakenach dem bericht, sollten die mobil machen

http://www.ariva.de/board/229267

scheiß auf die friedensmission.
glaub mit russland und china legen sich die amis nich an.
china über die westküste und russland übern atlantik richtung ostküste.

mfg ds  

25.08.05 13:13

25551 Postings, 7074 Tage Depothalbiereruups, die chinesenen haben ja sogar richtige

flugzeuge.

nicht solchesportflugzeuge, wie wir, die nur ohne waffen und bei schönem wetter richtig fliegen. (eurofighterchen)

außerdem quantas, in welchem land werden eigentlich die meisten gelder für kriegsspielchen aller art verpulvert?

weiterhin hast du auch noch gar nix dazu gesagt, ob tschetschensche nun terroristen sind, oder nicht.  

26.08.05 10:25

25551 Postings, 7074 Tage Depothalbiererüber den tschetschenienkrieg wird seit 2 jahren

so gut wie nix mehr berichtet.

vorher wurde das immer gern zum anlaß genommen, zu berichten, wie unmenschlich die russen dort gegen die terr..., ähh nein, was waren das noch gleich für welche?, vorgehen.

woran kann das liegen?  

31.08.05 09:09

25551 Postings, 7074 Tage Depothalbiererkeiner ne idee ??

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