Rudi Assauer pöbelt mal wieder

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eröffnet am: 27.11.04 13:02 von: Happy End Anzahl Beiträge: 1
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95440 Postings, 6831 Tage Happy EndRudi Assauer pöbelt mal wieder

Eigentlich müsste beim FC Schalke 04 alles im Lot sein. In der Bundesliga sind die Königsblauen aussichtsreicher Dritter und auch im DFB-Pokal sowie im Uefa-Cup noch dabei. Dennoch meckert Manager Rudi Assauer nach dem Sieg gegen Ferencvaros Budapest über aufbegehrende Ersatzspieler - und die ARD.


Gelsenkirchen - "Irgendwann verstehst du die Sender nicht mehr. Sollen sie doch ein Bayern-Studio aufmachen und fetten Gänsen den Arsch schmieren", schimpfte Assauer heute. Damit monierte er die Entscheidung, dass die Partie Bayern München gegen den Hamburger SV zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga um einen Tag vorgezogen und für eine TV-Live-Übertragung ausgewählt wurde. Die Partie am 21. Januar 2005 (20.30 Uhr) wird im Free-TV von der ARD gezeigt.

Am selben Spieltag empfängt Schalke den Meister Werder Bremen. Assauer sieht seinen Club seit längerem benachteiligt, wenn es um Live-Übertagungen von Spielen (auch im DFB-Pokal) und die damit verbundenen Einnahmen geht. In den kommenden Wochen will der 60-Jährige das Gespräch mit dem Intendanten des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Fritz Pleitgen, suchen, weil er Schalke im WDR schlecht repräsentiert sieht.

Doch Heribert Faßbender, Sportchef des gescholtenen Senders, antwortete prompt: "Wenn sich einer nicht beklagen kann, dann ist es Rudi Assauer. Die ARD hat zum Bundesliga-Auftakt das Spiel Werder Bremen gegen Schalke gezeigt und Schalke in diesem Herbst dreimal im Uefa-Pokal", erläuterte Faßbender. Zudem habe der WDR zum 100. Jubiläum von Schalke 04 eine ganze Nacht über den Club berichtet und einen Film über die hundertjährige Geschichte des Vereins ausgestrahlt.

Quer, quer, quer

Auch über einige Angestellte seines Clubs ärgerte sich Assauer maßlos. "Die in der zweiten Reihe sind, die immer das große Mundwerk haben, waren die größten Versager", motzte Assauer nach dem Uefa-Cup-Gruppenspiel gegen Ferencvaros Budapest. "Das macht mich unzufrieden. Wir haben gespielt wie vor einigen Wochen - quer, quer, quer." Obwohl der 2:0 (2:0)-Sieg über die Ungarn für den vorzeitigen Einzug in die Runde der letzten 32 sorgte, reagierte er mit ungewöhnlich harter Kritik gegen die zweite Reihe des Schalker Kaders.

Besonders die Jungprofis Hamit Altintop, 21, der nach seiner Einwechslung überhaupt keine Bindung zum Spiel fand und Michael Delura, 19, gerieten ins Visier des temperamentvollen Managers. Möglicherweise hat Assauer im Fall Altintop die Tatsache erregt, dass Schalke für den türkischen Nationalspieler weitere 406.000 Euro an dessen früheren Verein Wattenscheid 09 überweisen muss, weil Altintop in der laufenden Saison sein 15. Pflichtspiel für die Schalker absolviert hatte. Bereits im vergangenen Jahr mussten die Schalke für Altintop, der im Sommer 2003 für 1,8 Millionen Euro aus Wattenscheid kam, weitere 290.000 Euro an die 09er überweisen - Altintop war der Sprung ins türkische Nationalteam gelungen.

Über Delura äußerte sich Assauer abfällig, weil der Stürmer vor einigen Tagen in aller Öffentlichkeit Wechselabsichten verlautbaren ließ. "Wenn er Schalke verlassen will, muss er zu mir kommen, dann kriegt er sofort die Freigabe. Er kann nach Mainz gehen, vielleicht wird er da noch Karnevalsprinz", ereiferte sich Assauer.

Delura, der gegen Budapest nicht zum Einsatz kam und in der Vorsaison Trainer Jupp Heynckes bei den A-Junioren für die Bundesligamannschaft entdeckt wurde, ist beim neuen Coach Ralf Rangnick nur noch Stürmer Nummer fünf und hat angeblich ein Angebot des Aufsteigers FSV Mainz 05. "Ich kann nicht länger warten und darauf hoffen, dass sich einer verletzt und ich dadurch in die Mannschaft komme, so will ich das auch nicht", hatte der Abiturient erklärt, der nach 18 Einsätzen in der vergangenen Spielzeit bislang nur 86 Minuten in dieser Saison spielte.

Halbes Jahr nur Grütze

"Das war eine ganz falsche Reaktion von ihm, mit der Öffentlichkeit zu sprechen, dadurch wird seine Situation nicht besser", konterte Assauer, "es kann nicht sein, dass ihn sein Berater und sein Vater verrückt machen. Er hat vergessen, dass ihn Heynckes hochgezogen und aufgebaut hat. Im letzten halben Jahr hat er nur Grütze gespielt."

Was Deluras Kollegen gegen den ungarischen Rekordmeister boten, war allerdings auch nicht berauschend. Doch gegen den harmlosen Gegner reichte es für die Königsblauen zum insgesamt elften Sieg im 13. Pflichtspiel unter Rangnick. Weil zwei Stunden später der FC Basel überraschend sein Heimspiel gegen Heart of Midlothian 1:2 verlor, stehen die Königsblauen bereits vor dem letzten Gruppenspiel am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) bei Feyenoord Rotterdam in der Runde der letzten 32.  

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