Roulettespiel auf Schalke

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Clubmitglied, 44792 Postings, 7379 Tage vega2000Roulettespiel auf Schalke

13.09.2005   20:04 Uhr

Der Schalker Finanzvorstand Schnusenberg berichtet über die Vereins-Bilanzen.

 

Schalkes Spiel mit den CL-Millionen

Gelsenkirchen (dpa) - Als sich Schalke 04 für die Champions League qualifizierte, fiel nicht nur der sportlichen Leitung ein Stein vom Herzen. Auch der Finanzchef des Revierclubs, Josef Schnusenberg, war erleichtert.

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«Ich habe mich natürlich vor allem über den sportlichen Erfolg gefreut, aber auch aus wirtschaftlicher Sicht war das enorm wichtig. Die Einnahmen aus der Champions League machen das Leben leichter. Sowohl für die laufenden Geschäfte als auch für die Planungen», sagte Schnusenberg.


Allein aus der Gruppenphase mit sechs garantierten Partien gegen Eindhoven, AC Mailand und Fenerbahce Istanbul kann Schnusenberg mit Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe kalkulieren. «Ich rechne mit über zehn Millionen Euro», sagte der 64 Jahre alte Diplom-Finanzwirt. Garantiert sind das vom europäischen Verband UEFA gezahlte Startgeld (3,5 Millionen Euro) und Schalkes erster Anteil aus dem deutschen Marktpool (4,8 Millionen Euro). Hinzu kommen Erfolgsprämien (161 000 Euro pro Remis/323 000 Euro pro Sieg) sowie die Zuschauer-Einnahmen aus den drei Heimspielen. Weitere Gelder hängen davon ab, ob Schalke die Gruppenphase übersteht. «Dann wird es aus finanzieller Sicht erst richtig interessant», so Schnusenberg.<!-- AS_NP|0xA34C 61B0|1126638003 -->


Das Geld aus der «Königsklasse» kann Schalke gut gebrauchen und hat es zum Teil schon reinvestiert. Denn der Vizemeister rüstete vor der Saison personell weiter auf, um Bayern München in der Bundesliga Paroli bieten und im Konzert der europäischen Fußball-Schwergewichte mitspielen zu können. Neben den ablösefreien Fabian Ernst und Zlatan Bajramovic wurden Kevin Kuranyi (6,9 Mio Euro), Sören Larsen (2,3) und Rafinha (5,0) verpflichtet. Den Ausgaben von 14,2 Millionen Euro stehen Erlöse von 7,2 Millionen Euro - unter anderem für Ailton und Mike Hanke - gegenüber. Das Transferminus von 7 Millionen Euro wird durch die Champions League kompensiert.


Schnusenberg macht keinen Hehl daraus, dass die letzten Jahre mit Mindereinnahmen und steigenden Kosten ein Loch in die Kasse gerissen haben. Zum 31. Dezember 2004 wies die Bilanz Schulden von 112,9 Millionen Euro aus, das Vereinsvermögen betrug 41,4 Millionen Euro. Zwei Jahre in Folge musste man einen hohen operativen Verlust verkraften, den Schnusenberg ohne Abschreibungen auf insgesamt 14 Millionen Euro beziffert. Der Gesamtertrag (Umsatz) betrug im Vorjahr 95,2 Millionen Euro. Die Kosten für den Lizenzspielerkader schlugen mit 41 Millionen Euro zu Buche. Allein das «Heben stiller Reserven» von 43,2 Millionen Euro ermöglichte eine «positive» Bilanz.


«Bei den Ausgaben haben wir zuletzt zu wenig Geld eingespielt», stellt Schnusenberg klar, der aber schon in diesem Jahr mit einer spürbaren Entspannung rechnet. «Wir werden 2005 den Umsatz auf deutlich über 100 Millionen Euro steigern. Ich rechne mit einer schwarzen Null». Dennoch brauche man bis 2006, um «zwei katastrophale Jahre» zu kompensieren, ehe er eine «richtig gute Bilanz» erwarte: «Wir sind noch in der Phase der Konsolidierung. Aber unsere Planung ist auf zehn Jahre ausgerichtet. Ich kann ruhig schlafen.»


Um weiter wie bisher investieren zu können, sei die regelmäßige Teilnahme an der Champions League unabdingbar, mahnte Schnusenberg. «Mit dem Kader erwarte ich das auch. Andernfalls gibt es eine einfache Rechnung: Entweder wir steigern den Umsatz auf andere Weise oder wir senken die Personalkosten.»

 

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