Rot-Grünes Endspiel

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eröffnet am: 15.09.05 10:18 von: Pantani Anzahl Beiträge: 26
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15.09.05 10:18
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33505 Postings, 5707 Tage PantaniRot-Grünes Endspiel

Rot-Grünes Endspiel

Handeln oder nicht handeln - das war hier die Frage. Sieben Jahre Regierung von SPD und Grünen gehen an diesem Sonntag voraussichtlich zu Ende. Eine Art Tragödie

von Nikolaus Blome und Peter Dausend

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Bundeskanzler Gerhard Schröder während einer Wahlkampfkundgebung in Hamburg
Foto: dpa
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1. Akt, Exposition (Einleitung) Die handelnden Personen werden eingeführt, der dramatische Konflikt kündigt sich an.

(Der Vorhang öffnet sich, es ist der 27. September 1998, der Tag, an dem Rot-Grün die Macht erobert) Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine und Joschka Fischer feiern bis den Morgen hinein den rot-grünen Wahlsieg. Es ist eine etwas seltsame Feier, weil Schröder, der künftige Kanzler, und Lafontaine, der künftige Finanzminister, nicht unbedingt das erreicht haben, was sie erreichen wollten. Schröder wäre lieber Chef einer großen Koalition geworden. Und Lafontaine wäre lieber Schröder geworden. Heimlich will er das immer noch. In den Tagen bis zur Unterzeichnung des Koalitionsvertrages, am 20. Oktober, organisiert er sich daher ein Finanzministerium, das viel größer, viel mächtiger, viel einflußreicher sein soll als Finanzministerien bisher waren. Bereits in seiner ersten Regierungserklärung, am 10. November, setzt der frischgewählte Kanzler das zentrale Thema der Tragödie: den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Schröder verspricht, die Zahl der Arbeitslosen signifikant zu senken, sein späteres Scheitern wird hier erstmals angedeutet.

Die Aufmerksamkeit des Protagonisten verlagert sich in der Folgezeit aber von der Arbeitsmarkt- auf die Außenpolitik. Das Parlament spricht sich am 14. November für eine deutsche Beteiligung an einer Nato-Schutztruppe im Kosovo aus. Die uneingeschränkte Unterstützung des Nato-Kurses seitens der SPD stößt bei den Grünen auf scharfe Kritik. Erste Risse werden erkennbar.

(Lafontaine, allein. Er öffnet eine Kiste Rotwein, Château du Pape) Nachdem sich die Handlung zuletzt in Nebensträngen zu verlieren drohte - die Regierung führte zum 1. Januar 1999 die volle Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wieder ein und erhöhte das Kindergeld -, steuert sie nun, im März 1999, auf einen ersten Höhepunkt zu. Lafontaine muß zunächst bei einem Treffen der EU-Finanzminister erkennen, daß die Welt nicht darauf gewartet hat, sich von ihm mit einem neuen Finanzsystem beglücken zu lassen - und dann bei einem Treffen mit Schröder, daß der Kanzler nicht darauf gewartet hat, sich von ihm Befehle erteilen zu lassen. Am 11. des Monats wirft Lafontaine hin, den Posten als Finanzminister - den Vorsitz der SPD auch (Lafontaine ab nach Saarbrücken).

2. Akt, Komplikation (Steigerung) Steigende Handlung - mit erregendem Moment. Die Situation verschärft sich. (Ein Karussell unweit des Kanzleramts, die Minister stehen Schlange) Gleich zu Beginn des 2. Aktes überschlagen sich die Ereignisse. Binnen weniger Monate wird ein Großteil der Nebenfiguren um den Protagonisten Schröder ausgetauscht. So treten die Minister Hombach, Naumann, Fischer (Andrea) und Funke (Karl-Heinz) ab - und die Minister Steinmeier, Nida-Rümelin, Schmidt (Ulla) sowie Künast (Renate) auf. Für den comic relief, das befreiende Lachen im Tragischen, sorgt der ehemalige saarländische Ministerpräsident Reinhard Klimmt: Er wird Verkehrsminister und fliegt gleich mal - und zwar aus dem Kabinett. (Klimmt ab nach Saarbrücken.) (Der Kanzler vor der Fraktion) Weitere Personal-Rochaden sorgen für Aufsehen. So wird Schröder am 12. April 1999 zum SPD-Vorsitzenden gewählt - und Franz Müntefering am 17. September zum SPD-Generalsekretär. Rot-grüne Prestige-Projekte nehmen im gleichen Zeitraum Gestalt an: Die erste Stufe der Ökosteuer tritt in Kraft, der Atomausstieg wird beschlossen. Und als es dem Kanzler gelingt, aus der Blockadefront der Union im Bundesrat zwei Steine rauszubrechen und damit am 14. Juli 2000 die größte Steuerreform der deutschen Nachkriegsgeschichte zu beschließen, scheinen die schweren Tage von Rot-Grün vorüber. Zumal die Union unter den Nachwehen ihrer Spendenaffäre leidet und das New-Economy-Boomjahr 2000 Hans Eichel, dem Sparstar im Kabinett, ewig volle Kassen verspricht. "Maß für Maß", lautet das Eichel-Motto dieser Tage - nur um später von einem "Was ihr wollt" abgelöst zu werden. Doch spätestens mit dem 11. September 2001 sind die schönen Tage von Berlin-Mitte vorbei. Kurz zuvor bereits, am 29. August, stimmte der Bundestag zwar für den Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien im Rahmen der Nato-Aktion "Essential Harvest" - doch erstmals konnte sich der Kanzler dabei nicht auf eine eigene Mehrheit stützen. Mit den Terroranschlägen in den USA und der anschließenden Weltwirtschaftsflaute verschlimmern sich nicht nur die Finanznöte - auch der Kanzler gerät in Not. Nur in Verbindung mit der Vertrauensfrage kann er am 16. November eine rot-grüne Mehrheit für eine Beteiligung der Bundeswehr am internationalen Kampf gegen den Terror erzwingen. (Der Kanzler auf dem Marktplatz in Goslar) In der Folgezeit verschlechtern sich zunächst die Wirtschaftsdaten - und dann die Arbeitslosenzahlen. Genüßlich reiben ihm seine politischen Widersacher das Versprechen seiner ersten Regierungserklärung unter die Nase. Als Schröder dann im März 2002 das nächste rot-grüne Prestigeprojekt, das Zuwanderungsgesetz, nur mit den Stilmitteln einer Posse durch den Bundestag bringt, scheint sein Schicksal besiegelt. Zumal er neun Wochen vor der Bundestagswahl auch noch Verteidigungsminister Rudolf Scharping die Badekappe in die Hand geben und sagen muß: "Schwimm schön, Rudi." Doch in letzter Minute geschehen zwei Dinge, die ihn retten: Die USA drohen dem Irak mit militärischer Intervention - und in Deutschland beginnt es zu regnen. Ein Regen, der alles wegspült. Auch Edmund Stoiber.

3. Akt, Peripetie (Gleichzeitiger Höhe- und Wendepunkt) Der Held steht in einer "tragischen Situation": Er hat die Auswahl zwischen verschiedenen Handlungsoptionen - und jede Entscheidung, die er trifft, führt unweigerlich in den Untergang. Der überraschende Wahltriumph führt Gerhard Schröder auf ein weites, leeres Feld, das vor ihm liegt. SPD und Grüne sind wenig vorbereitet, der knappe Sieg über Herausforderer Edmund Stoiber wurde ihnen erst in letzter Minute geschenkt. Die Konflikte verschärfen sich jäh. Entgegen allen Wahlkampfankündigungen prägt Hans Eichel die Koalitionsverhandlungen mit zahlreichen Sparvorhaben zur Etatsanierung. Doch Schröder gilt inzwischen als der Kanzler der Gewerkschaften; unmittelbar nach der Wahl rückt er weit nach links; wichtige Reformen werden auf die lange Bank geschoben oder verwässert. Im Herbst und beginnenden Winter 2002 herrschen Streit und Durcheinander in der Koalition. Gerhard Schröder scheint wie kraftlos zuzusehen. (Im Kanzleramt, Büro von Frank-Walter Steinmeier) Eine kleine Gruppe von "Reformern" um Schröder, den Kanzleramtschef Steinmeier und Vizeregierungssprecher Steg entwickelt die "Agenda 2010". Was zunächst als bloßes Planspiel einiger einflußreicher Beamter aussieht, entwickelt sich zur strategischen Reformoption des Kanzlers. Der gerade erst besiegelte Koalitionsvertrag wirkt dagegen wie ein wenig ambitioniertes "Weiter so". Das Dilemma: Wie lange läßt sich einerseits der Eindruck von Tatenlosigkeit im Angesicht der Wirtschaftsmisere politisch durchhalten? Wie weit bringt andererseits energisches Vorgehen, auch gegen die Interessen der Gefolgschaft, die eigene Macht in Gefahr? Der innere Kreis um den Kanzler zerfällt in zwei Lager. Jetzt muß sich Gerhard Schröder entscheiden: Handeln oder nicht handeln. (Bundestag, 14. März 2003, das Rednerpult ist leer) Gerhard Schröder tritt heran, der Spieler, der Zickzackpolitiker. Er liest vom Blatt und stößt eines der größten Reformvorhaben der Nachkriegsgeschichte an. Er legt eine lange Kette von Gesetzesvorhaben vor, die den grundsätzlichen Konflikt mit seiner eigenen Partei und den Gewerkschaften in sich tragen. Das Echo ist verhalten. Von "Blut, Schweiß, Spiegelstrich" schreibt die "Frankfurter Rundschau". Die Zweifel, ob Schröder es dieses Mal unverrückbar ernst meint, sind weit verbreitet. Gerhard Schröder wird diesem Kurs bis ins Jahr 2005 treu bleiben. Ahnt er, was auf ihn zukommt? In der klassischen Tragödie weiß der Protagonist, daß er dem Lauf der Dinge unterliegt.

4. Akt, Retardation (Fall/Umkehr) Fallende Handlung - mit aufschiebenden Momenten. Die Handlung verlangsamt sich, um in einer Phase der höchsten Spannung auf die bevorstehende Katastrophe hinzuarbeiten. (Kanzleramt, in einem Planungsbüro, Blick auf eine große Wand) Die Regierung bringt ein knappes Dutzend von Agenda-Gesetzen auf den Weg. Farbige Markierungen auf einer Großwand zeigen die Fortschritte in den politischen Instanzen an. Gerhard Schröder, der Basta-Kanzler, droht mehrfach mit seinem Rücktritt, sollte ihm die knappe Bundestagsmehrheit von Rot-Grün die Gefolgschaft versagen. Im Spätherbst hat er in allen Bundestagsschlachten gewonnen, aber erheblich an Vertrauen in der SPD verloren - und den Krieg mit der Opposition noch nicht gewonnen. Am 18. Dezember gelingt ein politisch kostspieliger Kompromiß mit der Unionsmehrheit im Bundesrat. (Bochum, 17. November 2003, SPD-Parteitag, ein Hinterzimmer) Der Parteitag hat den Reformkurs gestützt, aber Wirtschaftsminister Clement und Generalsekretär Scholz bitter abgestraft. Gerhard Schröder sagt zu Franz Müntefering: "Du mußt es machen." Der Plan zum Rückzug Schröders vom Parteivorsitz nimmt Gestalt an. Mit der Einführung der Praxisgebühr Anfang 2004 beginnen die Proteste der Betroffenen, die sich bis in die SPD-Gefolgschaft wühlen. Als Kanzler widersteht er ihnen, als Parteichef tritt er Anfang Februar 2004 zurück. (Teichoskopie, Mauerschau: Draußen im Land) Hartz IV wird zur Chiffre des Protestes gegen den vermeintlichen Sozialabbau. Hunderttausende gehen auf die Straßen, und Oskar Lafontaine versucht ein erstes Mal, sich an die Spitze zu stellen. Er scheitert zunächst, wie es immer wieder auch andere Erfolge für den Kanzler zu verbuchen gibt. Mit der Landtagswahl in Sachsen verschwindet die Gefahr einer Zweidrittelmehrheit gegen ihn im Bundesrat. In Brandenburg gelingt es einem couragierten SPD-Ministerpräsidenten, sein Amt zu verteidigen, indem er sich klar zu den Agenda-Reformen bekennt, anstatt sie zu verleugnen. Immer wieder gehen Wirtschaftsdaten ein, die die Hoffnung auf Aufschwung nähren. Deutschland bleibt Exportweltmeister. Dennoch: Keines der Zwischenhochs scheint das Niveau des davorliegenden erreichen zu können. Die Linie des Kanzlers weist, mindestens im Rückblick, nicht steil, aber stetig nach unten. Daran ändert auch nichts, daß seine Gegner im Lager der Union sich über ihren eigenen Rezepten anhaltend zerstreiten. Die Macht zerrinnt. Alles strebt auf die Schicksalswahl in Nordrhein-Westfalen zu. Es ist der 22. Mai 2005, 18.00 Uhr. Der Moment höchster Spannung entlädt, die letzte rot-grüne Bastion fällt. (Die SPD-Parteizentrale, Berlin, 22.5. 2005, 18.27 Uhr) Franz Müntefering räumt die Niederlage in Nordrhein-Westfalen ein - und spricht sich für Neuwahlen zum Bundestag aus. Die Reformpolitik des Kanzlers bedürfe "einer neuen Legitimation durch den Souverän". Der ist baß erstaunt, denn in den Umfragen steht die Union nahe der absoluten Mehrheit, und die SPD nahe ihrem Allzeittief. Selbstmord aus Angst vor dem Tod? Die Republik rätselt, was Schröder mit seinem bevorstehenden Untergang bezwecken könnte. Oskar Lafontaine betritt wieder die Bühne, um sich an dem Schauspiel zu weiden. Der Kanzler dagegen wirkt plötzlich entspannt, manche sagen: Er sei wie befreit.

5. Akt, Katastrophe (Scheitern des Helden) Die Agenda 2010 hat die Republik verändert. Ob ihr Geist überlebt, ist offen. Die SPD hat in den Umfragen aufgeholt, dennoch fehlen der rot-grünen Koalition drei Tage vor der Wahl noch mindestens sieben Punkte für eine Mehrheit. Jede andere Konstellation hat Gerhard Schröder für sich persönlich ausgeschlossen. Es ist das schier unausweichlich erscheinende Ende seiner sieben Jahre im Amt.

Artikel erschienen am Do, 15. September 2005

 
0 Postings ausgeblendet.

15.09.05 10:20

95440 Postings, 7265 Tage Happy EndJe näher die Wahl rückt

...desto aktiver wird Springer *g*  

15.09.05 10:21

3357 Postings, 7332 Tage das Zentrum der M.und Happy End o. T.

15.09.05 10:21

33505 Postings, 5707 Tage PantaniAuch Happy.

15.09.05 10:23

129861 Postings, 6220 Tage kiiwii...der vor allem

(..dafür hört man z.B. von Münte gar nix mehr)

MfG
kiiwii  

15.09.05 10:23

33505 Postings, 5707 Tage Pantani@Zentrum

2 Dumme,ein Gedanke,
grrrrrrrr.  

15.09.05 10:25

33505 Postings, 5707 Tage PantaniJa Kiiwii

Hast Du mal was von der SPD
gehört?  

15.09.05 10:28

12570 Postings, 6197 Tage EichiJetzt hatte diese Regierung

7 Jahre lang eine Chance mit dem Ergebnis, vorgezogene Bundestagswahl wegen Versagen!

Und diese Regierung hört nicht auf, die Schuld an der Missere auf die Kohl-Regierung abzuschieben, trotz ihrer damaligen absoluten Blockade im Bundesrat.  

15.09.05 10:34

95440 Postings, 7265 Tage Happy End...und "das Zentrum der Macht"

....nach Monaten der Enthaltsamkeit ist er auch noch in den Wahlkampf eingestiegen *g*  

15.09.05 10:34

33505 Postings, 5707 Tage PantaniGenau Meister

Du hast es erkannt.
Kohl ist schuld.  

15.09.05 10:46

33505 Postings, 5707 Tage PantaniEs reicht

Zweitstimmen (in %)CDU /
CSU
SPDPDS /
WASG
FDPB90 /
Grüne
REP +
NPD
Deutschland42,3%33,0%7,8%7,0%6,7%1,8%
Ost32,5%29,4%23,0%5,8%4,9%3,2%
West44,9%33,9%3,8%7,3%7,2%1,4%
Baden-Württemberg45,0%29,5%3,5%8,5%9,0%2,5%
Bayern57,5%24,5%3,0%5,5%6,0%1,5%
Berlin27,0%30,0%19,0%6,5%13,0%2,5%
Brandenburg22,5%36,5%27,5%5,0%3,5%3,0%
Bremen30,0%42,0%7,0%6,5%12,0%1,5%
Hamburg36,0%36,0%6,5%6,5%13,0%1,0%
Hessen41,0%35,5%4,0%8,5%8,5%1,5%
Mecklenb.-Vorp.39,5%29,5%22,0%4,5%2,5%1,5%
Niedersachsen41,0%41,0%3,0%7,0%6,0%1,0%
Nordrhein-Westfalen41,5%38,0%4,0%8,5%8,5%1,5%
Rheinland-Pfalz44,0%35,5%3,0%8,5%6,0%2,0%
Saarland39,5%31,5%15,0%6,0%4,0%2,0%
Sachsen37,0%24,0%23,0%6,0%3,5%5,0%
Sachsen-Anhalt33,5%31,5%23,0%6,5%2,5%3,0%
Schleswig-Holstein43,0%37,5%3,5%7,5%7,5%0,5%
Thüringen36,0%28,5%24,0%5,5%3,0%2,5%
 

15.09.05 10:52

33505 Postings, 5707 Tage PantaniAnschauen Happy. o. T.

15.09.05 11:01

95440 Postings, 7265 Tage Happy EndStimmt, Pantani

Danke für die Übersicht - ich sehe einige erstaunliche Zahlen...

...die Dir aber eigentlich nicht gefallen sollten.  

15.09.05 11:04

Clubmitglied, 44841 Postings, 7383 Tage vega2000Es reicht nicht für die Union

WAHLUMFRAGE

Mehrheit spürt keine Wechselstimmung

Mehr als die Hälfte der Bürger glaubt nicht, dass es Zeit für einen politischen Wechsel ist. Eine aktuelle Forsa-Umfrage registriert keine eindeutige Wechselstimmung. Eine Allensbach-Umfrage ergab: 30 Prozent der Wähler wissen noch nicht, wo sie ihr Kreuzchen machen werden.

Berlin - 51 Prozent der Bundesbürger glauben nicht, dass es Zeit für einen politischen Wechsel ist, ermittelte Forsa im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv. 45 Prozent meinen dagegen, es sei an der Zeit für einen Wechsel und die CDU/CSU müsse wieder die Regierung bilden.

Im Vergleich zur letzten Befragung vor zwei Wochen haben beide Ansichten je einen Prozentpunkt hinzugewonnen, teilte der Sender am Mittwoch mit. Mitte Juli hatte sich erstmals eine Mehrheit gegen einen politischen Wechsel ausgesprochen, seitdem ist die Stimmung in dieser Frage praktisch unverändert.

Für eine Koalition aus Union und FDP sind nach der Umfrage 35 Prozent, für eine große Koalition aus Union und SPD sprechen sich dagegen nur 23 Prozent aus, 19 Prozent wünschen ein Fortbestehen der rot-grünen Koalition. Nur 10 Prozent würden eine rot-rot-grüne und 5 Prozent eine Ampelkoalition befürworten.

Wie die Forsa-Umfrage weiter ergab, hat die Berufung von Paul Kirchhof als Finanzexperte in das Kompetenzteam von Unions- Kanzlerkandidatin Angela Merkel nach Ansicht von fast zwei Dritteln (64 Prozent) der Befragten CDU/CSU geschadet. Auch eine deutliche Mehrheit der Anhänger der Union (58 Prozent) und der FDP (57 Prozent) ist dieser Meinung.

Allensbach: 30 Prozent der Wähler noch unentschlossen

Das Allensbach-Institut registrierte ein Patt zwischen den politischen Lagern. Noch immer wissen demnachz 30 Prozent der Wähler nicht, wo sie am Sonntag ihr Kreuzchen machen werden.

Bei der Zweitstimmen-Wahlabsicht kam die Union laut der jüngsten Meinungsstudie im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf 41,7 Prozent und blieb damit im Vergleich zum Vormonat nahezu konstant. Die SPD legte lediglich im Monatsvergleich kräftig zu und kam auf 32,9 Prozent (Vorwoche 32,7). Ihr Zuwachs im vergangenen Monat ging dem Institut zufolge vor allem zu Lasten der kleinen Parteien. Die Grünen landeten bei 7,2 Prozent, die FDP bei 7,0 Prozent und die Linkspartei bei 8,5 Prozent.

Die Allensbach-Umfrage passt in den Gesamttrend der zuletzt veröffentlichten Umfragen. Danach verbesserte sich die SPD nach dem TV-Duell zwischen Merkel und Schröder in den Meinungsumfragen zwischenzeitlich auf bis zu 35 Prozent der Stimmen. Nach der gestern veröffentlichten Umfrage von Emnid im Auftrag von N24 gingen die Werte für die Sozialdemokraten inzwischen jedoch wieder auf 33,5 Prozent zurück. Auch Emnid hatte ein Patt zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Rot-Grün vorhergesagt.

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WAHLBAROMETERInteraktive Flash-Grafik:
Alle Wahlumfragen auf einen Blick


SPIEGEL ONLINE

Mehr als 30 Prozent der Wähler waren laut Allensbach-Umfrage kurz vor der Bundestagswahl noch unentschlossen. Laut Allensbach ist dies ein ungewöhnlich hoher Wert: Bei vorhergehenden Bundestagswahlen waren es den Angaben zufolge nur rund 20 Prozent. Ein paar Wochen vor der Wahl 2002 war laut anderen Instituten allerdings auch noch jeder dritte Wähler unentschlossen. 32 Prozent der aktuell Befragten wünschten sich eine Koalition aus Union und FDP, 23 Prozent waren für eine große Koalition und 15 Prozent für eine Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses.

Die Vorwahl-Umfrage wurde vom 4. bis 12. September bei rund 2000 Befragten erhoben.

SPD bei Jugendlichen hoch im Kurs

Bei vielen Jugendlichen in Deutschland steht die SPD hoch im Kurs: Bei der diesjährigen "U18"-Wahl wurden die Sozialdemokraten mit 38,8 Prozent stärkste Kraft, wie das "Netzwerk U18" in Berlin mitteilte. Auf Platz zwei kam die CDU/CSU mit 16,7 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 13,8 Prozent. Die Linkspartei kam mit 11,5 Prozent auf Platz vier. Die rechtsextreme NPD landete mit 6,7 Prozent noch vor der FDP, die 5,8 Prozent schaffte. Die 48.461 Stimmzettel wurden in bundesweit 583 Wahllokalen abgegeben.

Die Beteiligung an der Jugend-Wahl war regional sehr unterschiedlich: In Berlin, wo öffentliche und freie Träger der Jugendarbeit das Projekt aus der Taufe gehoben hatte, machten über 15.000 Kinder und Jugendliche mit. In Thüringen wurden ganze zwei Stimmen abgegeben, die beide an die Linkspartei gingen. Als "Alarmsignal" wertete Projektkoordinatorin Anja Baer das Abschneiden der NPD. Die Rechtsextremen schafften in Sachsen mit 16,3 Prozent sogar den dritten Platz. Das "U18"-Projekt hatte seine Premiere bei der Bundestagswahl 2002. Damals hatten 20.000 Kinder und Jugendliche an der Aktion teilgenommen.

 

spiegel

 

15.09.05 11:06

33505 Postings, 5707 Tage PantaniVega 2000

am Sonntach wirst du es
sehen,das es reicht.  

15.09.05 11:07

1298 Postings, 5587 Tage schnecke33die sogenannte "aktuelle"


forsa-umfrage ist kalter kaffee.

sie wurde vom 5.-9.september erhoben
also mehrheitlich kurz nach dem kanzlerduell

der erneute stimmungswechsel seit dem 12.9. ist überhaupt nicht enthalten  

15.09.05 11:09

15325 Postings, 5714 Tage quantasHallo Pantani


Du bist aber heute sehr aktiv.

Interessante Wahlumfrageliste. Du kannst Dich in jedem Falle freuen.
Angela Merkel wird gewinnen. Im schlimmsten Falle hat sie die
SPD als Juniorpartner im Boot. Für Schröder scheint mit 99 prozentiger
Sicherheit die Zeit gelaufen zu sein.

Schönen Kampftag
quantas  

15.09.05 11:12

33505 Postings, 5707 Tage PantaniHi schnecke

das gibt ein Fest
am Sonntag.
Von happy und den anderen
Roten,wird man nichts mehr hören.
Hahahaha.  

15.09.05 11:19

33505 Postings, 5707 Tage PantaniHallo Quantas

ich bin mir in dieser Sache
sicher,die Bürger hier werden
richtig entscheiden.
Schnauze voll von Rot-Grün.  

15.09.05 11:19
1

1298 Postings, 5587 Tage schnecke33ja klar!


hab gestern abend schon lecker sektchen gebunkert - bevor er ausverkauft ist...

was mich ein wenig traurig gemacht hat: hab' an der kasse am getränkemarkt den spd-vorsitzenden unseres ortes getroffen, der hat sich mit mineralwasser eingedeckt - ohne kohlensäure wohlgemerkt - ob der schon was ahnt!?  

15.09.05 11:23

33505 Postings, 5707 Tage Pantanigrrrrrrrrrrr

Schnecke,der war gut.  

15.09.05 11:31

33505 Postings, 5707 Tage PantaniHat Happy

eigentlich Urlaub heute?  

15.09.05 19:41

33505 Postings, 5707 Tage PantaniJa,Fischer ist der Beste


Der Kanzler signiert im Bundestag ein Sparschwein

 


n-tv.de Forum Wahl 2005

Donnerstag, 15. September 2005

Union sträubt sich
Absage an Schwarz-Rot


Letzte Umfragen gehen von einer unsicheren Mehrheit für Schwarz-Gelb aus, dennoch hat die Union nur drei Tage vor der Bundestagswahl erneut eine Koalition mit der SPD demonstrativ abgelehnt. Politiker von CDU und CSU erklärten am Donnerstag, eine große Koalition bedeute Stillstand. Nach Ansicht von SPD-Chef Franz Müntefering wird die Wahlbeteiligung wesentlich den Ausgang der Wahl bestimmen. Die Parteien kündigten einen Wahlkampf-Schlussspurt bis zuletzt an.
 
Müntefering sagte, er halte für seine Partei auch ein höheres Stimmergebnis als 38 Prozent für denkbar. "Ich bin da unersättlich und höre nicht auf zu wünschen." Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte ein Wahlergebnis von 38 Prozent für die SPD als Zielmarke genannt. Der Grünen-Spitzenkandidat Joschka Fischer bezeichnete die Wahl in einem Brief an die Wähler als "eine Grundsatzentscheidung zur Ausrichtung der Politik des restlichen Jahrzehnts".
 
CSU-Generalsekretär Markus Söder sagte, die SPD sei zu zerrissen, um für die Union als Regierungspartner in Frage zu kommen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) betonte, die Union kämpfe für eine Mehrheit nur mit der FDP, "weil wir fahrende Züge wollen, nicht stehende". Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (CDU) sagte: "Wir brauchen keine Regierung, die sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt." Der nötige Wechsel sei nur mit Union und FDP möglich. Alle elf Unions-Ministerpräsidenten sicherten Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) demonstrativ ihre Gefolgschaft im Bundesrat bei der Durchsetzung von Reformen nach einem Sieg von Union und FDP zu.
 
Fischer warnte vor "großkoalitionären Überlegungen". "Für die SPD bedeutet eine große Koalition nichts anderes als den Kniefall vor den unsozialen Neokonservativen Marke Kirchhof", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" mit Blick auf den parteilosen Steuerexperten im Wahlteam der Union, Paul Kirchhof.
 
Der Grünen-Vorsitzender Reinhard Bütikofer wies Überlegungen des Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele über ein Bündnis der Grünen mit der Linkspartei als "absurd" zurück: "Weder werden wir koalieren mit der Linkspartei noch uns von ihr tolerieren lassen." Auch eine Ampelkoalition lehnt die Grünen-Spitze ab. CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte: "Je aussichtsloser die Lage für Rot-Grün wird, desto lauter wird dort der Ruf nach einer Koalition mit der PDS."
 
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zeigte sich entsetzt über die Nominierung des früheren Republikaner-Chefs Franz Schönhuber zum NPD-Direktkandidaten in Dresden. "Fremdenfeindlichkeit und Populismus sollen hoffähig werden, Neonazismus soll akzeptierter Teil der Gesellschaft sein." Der 82-Jährige Schönhuber erklärte unterdessen in Dresden, er wolle nicht in die rechtsextreme NPD eintreten. Die ursprünglich benannte NPD-Direktkandidatin Kerstin Lorenz war Anfang September gestorben. In dem Wahlkreis mit rund 219.000 Wählern kann deshalb erst am 2. Oktober abgestimmt werden.
 
 

15.09.05 22:47

33505 Postings, 5707 Tage PantaniMaMoe blickt es

   32. @Zombie: Achtung, das mit der Stütze im Ausland   MaMoe   15.09.05 18:07  

hatte der Florida-Rolf leider vermasselt ... so gesehen ist´s bei dir nix mit auswandern ...

Ich habe im übrigen einen Deutschen in Salvador, Brasilien getroffen, der seit 3 monaten eine Ich-AG ist ... er war wenigstens so ehrlich zuzugeben, dass er mit dem Geld sofort in den Urlaub nach Brasilien gefahren ist und seit 2 Monaten munter Geld ausgibt ... danach fliegt er wieder heim, geht auf´s Amt und sagt: sorry, hat leider nicht geklappt ... ich fands eigentlich relativ witzig, weil der Typ mir wirklich sympathisch war: das einzige, was ich drauf sagen konnte: recht haste, wenn der Staat so blöd ist, dann muss man das so machen ... er hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd und gemeint, stimmt, ich wäre sonst nie nach Brasilien gekommen, das Geld hätte dafür bestimmt nie gereicht ...

;-))

Danke, für die tollen Reformen und aufpassen, sonst ist die Stütze gleich weg !! Der Florida-Rolf kann ein Lied davon singen ...

;-))

MaMoe  
 

15.09.05 23:15

26159 Postings, 6110 Tage AbsoluterNeulingSo - mein letztes BTW 2005-Posting

Guten Abend.


A.N.
(vincit saltando)

geschichtsunterricht ist das eine, die wahrheit oftmals eine andere. war in meck/pomm und es gab nur einen, der bei diesem lehrer je eine 1+ in der mündl. prüfung bekam.

 

15.09.05 23:33

129861 Postings, 6220 Tage kiiwiino sex please.

ariva.de

"I think, I may need a Bathroom break") Is this possible ? Thx"  

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