Rom in Flammen

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 18.07.02 16:49
eröffnet am: 18.07.02 14:32 von: Happy End Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 18.07.02 16:49 von: Happy End Leser gesamt: 314
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

18.07.02 14:32

95440 Postings, 7120 Tage Happy EndRom in Flammen

18.7.64: Durch einen heftigen Brand wurde Rom fast ganz verwüstet. Obwohl Kaiser Nero, nach neuesten historischen Erkenntnissen, wahrscheinlich zur Brandzeit nicht in Rom war, wurde er vom Volk als möglicher Brandstifter betrachtet, so dass er sich damit die Möglichkeit schaffen konnte, die Stadt nach seinen Plänen wiederaufzubauen. Nero beschuldigte stattdessen die Christen, die auf Grund ihrer religiösen Bräuche bei den Massen unbeliebt waren. Damit leitete er die ersten Grundzüge der Christenverfolgung ein. Zudem begann der römische Kaiser kurz nach dem Brand mit dem Wiederaufbau der Stadt und ließ dabei unter anderem die riesige Palastanlage "Domus Aurea" erstellen.

weitere Infos zu Nero


18.7.1798: Erfindung der Lithografie

Bei der Suche nach einer preiswerten Methode zur Vervielfältigung seiner Manuskripte erfand der Österreicher Alois Senefelder die Lithographie, ein Flachdruckverfahren, das auf der chemischen Trennung von Wasser und Fett beruht. Gegenüber dem bis dahin gebräuchlichen Kupferstich ermöglichte sie eine erheblich schnellere Arbeitsweise. Die Einführung der Lithografie veränderte auf vielfältige Weise das wirtschaftliche und soziale Gefüge und wurde für mehr als 100 Jahre zur gängigen Drucktechnik. Viele andere Drucktechniken gehen direkt auf die Weiterentwicklung der Lithografie zurück, so etwa der Lichtdruck und der Offsetdruck.


18.7.1870: Papst unfehlbar  

Für alle normalen Menschen ist "Unfehlbarkeit" ein gewaltiges Wort. Nur allzu gut weiß wohl jeder um seine kleinen Fehler und großen Schwächen. Beim Papst ist das ganz anders - natürlich. Doch der oberste Hirte der katholischen Kirche als ein Übermensch, sündenlos und allwissend? In bestimmten Situationen schon, sagen die Bischöfe:

"Wenn der römische Bischof in höchster Lehrgewalt spricht, das heißt, wenn er seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, (...) so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte."

Das von Papst Pius IX. einberufene erste Vatikanische Konzil definiert das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes. Am 18. Juli 1870 wird das Konzilsdokument "Pastor Aeternus" verabschiedet. Es erklärt, dass der Papst die oberste Gerichtsbarkeit über die ganze Kirche besitzt und dass er hiermit von einem Irrtum in seinen Lehren befreit ist.

Eine umstrittene These, die von Kritikern eher auf Machtansprüche des damaligen Papstes Pius IX. zurückgeführt wird, als auf einen biblisch begründeten Hintergrund; auch wenn an einen Lehrsatz, der unter die Unfehlbarkeit fällt, Bedingungen geknüpft sind: z.B. darf es in sekundären Fragen durchaus verschiedene Auffassungen geben.

Nur wenn es zu Streitfragen kommt, die die Substanz des Glaubens bedrohen oder sich auf Grundsätze der Moral beziehen, ist der Papst die oberste und letzte Instanz vor Gott und dann tritt das Unfehlbarkeitsdogma in Kraft. Damit ist klar, dass Gott die grundsätzlichen und wichtigen Entscheidungen nicht fehlgehen lässt. Politische oder gar naturwissenschaftliche Entscheidungen fallen nicht unter das Unfehlbarkeitsdogma.

Der Beschluss des Konzils stellt den Papst jetzt per Dekret in die Nachfolge von Petrus, als dem Ersten unter den Jüngern. Denn das Neue Testament schreibt Simon Barjonas, genannt "Petrus", eine besondere Stellung unter den Aposteln zu. Jesus stattet ihn mit besonderen Vollmachten aus: Er wird oberster Richter und Schlüsselbewahrer für das kommende Himmelreich.

Im Neuen Testament ist keine direkte Amtsnachfolge für Petrus ausgesprochen. Diese entwickelt sich erst in der Tradition der katholischen Kirche. Im Verlauf der Verbreitung des christlichen Glaubens vor zweitausend Jahren übernimmt der Bischof von Rom, dem damaligen Zentrum der Welt, die Funktion des Oberhirten: Er wird nun oberster Richter und Schlüsselbewahrer auf dem Stuhl Petri.

Der Papst erhält seine Aufgabe. Und da eine in direkter Folge biblischer Aufgaben ausgeführte Berufung nicht irren kann, gilt der Papst knapp 1900 Jahre später als unfehlbar. Um seinem Beschluss Nachdruck zu verleihen, scheut das Vatikanische Konzil keine verbindlichen Aussagen.

"Wer also sagt, der selige Apostel Petrus sei nicht der von Christus, dem Herrn, eingesetzte Fürst aller Apostel und das sichtbare Haupt der ganzen irdischen Kirche; oder derselbe habe (...) nicht den wahren und eigentlichen Jurisdiktionsprimat von ebendiesem unserem Herrn Jesus Christus direkt und unmittelbar empfangen, der sei mit dem Anathema, dem Kirchenausschluss belegt."

Als direkte Reaktion auf die Papstdogmen des ersten Vatikanischen Konzils treten zahlreiche Katholiken aus der katholischen Kirche aus. Hauptgegner und geistiger Führer der Opposition ist der Theologe und Kirchenhistoriker Ignaz von Döllinger, ein deutscher Theologieprofessor. Er sieht eine Unfehlbarkeit des Papstes weder biblisch noch kirchengeschichtlich begründet. Nur ein Jahr später - 1871 - wird der prominenteste Kritiker des Dogmas öffentlich exkommuniziert.


18.7.1872: Geheimes Wahlrecht

Unter der Führung des liberalen Premierministers William Ewart Gladstone wurde in Großbritannien mit dem sogenannten "Ballot Act" das geheime Wahlrecht eingeführt. Ziel des Gesetzes war es, die zuvor häufig aufgetretenen Manipulationen und Wählerbeeinflussungen zu beenden. So waren beispielsweise Arbeiter von ihren Arbeitgebern mit Entlassung bedroht worden, falls sie ihre Stimme nicht wie gewünscht abgaben. 1884 wurde das Wahlrecht durch die "Reform Bill" weiter ausgedehnt. Mit der Zulassung von Landarbeitern durften nun fast alle britischen Männer an den Abstimmungen teilnehmen. Frauen wurden die demokratischen Rechte jedoch weiterhin verwehrt.


18.7.1901: Deutsche Südpolforschung

Mit der Ernennung des Geografen Erich von Drygalski zum Leiter der ersten deutschen Südpol-Expedition durch Kaiser Wilhelm II. gingen die Forschungsvorbereitungen in die letzte Phase. Nur wenige Tage später, am 11. August, lief die "Gauss" von Kiel mit dem Ziel Südpol aus. Am 21. Februar 1902 sichtete die Besatzung Land und taufte es "Kaiser Wilhelm II. Land". Nachdem das Schiff danach fast 14 Monate vom Eis eingeschlossen war, errichteten die Forscher eine Winterstation. Nach vielen wissenschaftlichen Untersuchungen kehrte die Besatzung 1903 nach Deutschland zurück. Im Anschluss an die Expedition veröffentlichte Drygalski umfangreiche Arbeiten über den Südpol.  


18.7.1925: "Mein Kampf" veröffentlicht  
 
"Mein Kampf" von Adolf Hitler, 782 Seiten stark, millionenfach aufgelegt, von kaum jemandem von vorne bis hinten gelesen.

Am 18. Juli 1925 kam das braunste der braunen Bücher auf den Markt. Von diesem Tag an konnten fanatische Anhänger, erbitterte Gegner und alle, die den Kopf in den Sand steckten, Hitlers ganzen künftigen Feldzugsplan lesen. "Der Jude ist die Made im faulenden Leibe, Pestilenz, schlimmer als der schwarze Tod von einst, Bazillenträger der schlimmsten Art, ewiger Spaltpilz der Menschheit, die Drohne, die sich in die übrige Menschheit einschleicht, die spinne, die dem Volk langsam das Blut aus den Poren saugt, eine sich blutig bekämpfende Rotte von Ratten", nahm die Judenausrottung vorweg.

Aber auch Ein-Parteien-Herrschaft, Terrorregime und Ostfeldzug ließen sich seit dem 18. Juli 1925 nachschlagen.

"Wäre dieses Buch doch bloß gelesen worden!", stöhnen die Aufarbeiter der Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland. Doch das wäre ein hartes unangenehmes Stück Arbeit gewesen.

Der Mann, der sich berufen glaubte, "deutsche Art und deutschen Geist an der Spitze einer völkisch bestimmten, ständisch gegliederten Pyramide zu verkörpern.", schrieb ein Deutsch, dass es einen noch heute schüttelt. Gnädige Lektoren griffen erst später ein, allein zwischen 1925 und 1930 2300 Mal.

Der Historiker Joachim Fest spricht in seiner Hitler-Biografie von den "gedrechselten, wurmartigen Perioden, in denen sich bildungsbürgerliche Paradiersucht und österreichischer Kanzlistenschwulst umständig verbanden".

So zum Beispiel, wenn Adolf Hitler schreibt: "Allmählich erhielt ich dann für meine eigene Überzeugung allerdings geradezu granitene Grundlage, so dass ich seit dieser Zeit eine Umstellung meiner inneren Anschauung in dieser Frage niemals mehr vorzunehmen gezwungen wurde."

Das Buch, das übrigens ursprünglich: "Vier mal Jahre Kampf gegen Lüge, Dummheit und Feigheit" heißen sollte, machte seinen Autor zum Millionär. Wenigen Autoren ist dies mit einem einzigen Buch gelungen.

Bis 1945 als die Sieger des Zweiten Weltkrieges den Deutschen verboten, das Buch zu drucken, zu kaufen oder zu lesen, wurden 20 Millionen Exemplare gedruckt. Doch die wenigsten wurden verkauft. "Mein Kampf" wurde organisiert verteilt, jedes Parteimitglied bekam eins, die Reichsbahndirektion verfügte, dass an verdienten Beamten künftig "Mein Kampf" als Geschenk zu überreichen sei und nach 1933 wurde staatlich verordnet, frisch Vermählte mit dem Chefopus zu beglücken.

Band Eins seiner Kampfschrift brachte Adolf Hitler 1924 in der Festung Landsberg zu Papier. Eingesperrt wurde der 1889 in Braunau in Österreich geborene Anstreicher nach einem Putsch-Versuch gegen die Reichsregierung. Hochverrat, der Tod von zwanzig Menschen, Geiselnahme und bewaffneter Geldraub brachte dem Angeklagten fünf Jahre Festungshaft ein.

Nach sechs Monaten allerdings war Adolf Hitler wieder auf freiem Fuß. Die erste Auflage des ersten Bandes betrug 10.000, der zweite Druck im Dezember 1925 bereits 18.000 Exemplare. Kein schlechter Start für die schwer lesbare Programmschrift einer Partei, die damals im ganze Reich nur etwa 50.000 Mitglieder zählte.

Band Zwei des Buches entstand nach seiner Entlassung, gleichzeitig durfte der oberste Chef aller deutschen Nationalsozialisten seine im November 1923 verbotene rechtsextreme Nationalsozialistische Partei Deutschlands (NSDAP) im Februar 1925 wieder gründen.

Doch wie konnte jemand, der bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr offenbar keine anderen Talente besaß als herumzulungern und zu stänkern, in eine Position gelangen, die es ihm möglich machte, die halbe Welt in Schutt und Asche zu legen?

Hitler schreibt: "Ich aber beschloss, Politiker zu werden". Falsch, kontert der bekannte englische Hitler-Biograf Ian Kershaw. Denn nicht Hitler wählte die Politik, sondern die Politik wählte Hitler. Sie sei "durch Revolution und Räterepublik zu ihm in die Kaserne gekommen".

Zitat "Mein Kampf": "Ein Staat der im Zeitalter der Rassenvergiftung sich der Pflege seiner besten rassischen Elemente widmet, muss eines Tages zum Herrn der Erde werden. Das mögen die Anhänger unserer Bewegung nie vergessen, wenn je die Größe der Opfer zum bangen Vergleich mit dem möglichen Erfolg verleiten sollte."

Die Größe der von Hitler angekündigten Opfer sind hinreichend bekannt: 60 Millionen Menschen sind während des Zweiten Weltkrieges elendig verreckt, die Juden in Europa fast vollständig ermordet, Millionen von Flüchtlingen, Hunger, Armut, Kälte. Mit diesem Buch hat es begonnen.  


18.7.1971: Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate

Die sechs Emirate am Persischen Golf Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Umm al Quwain, Fujairah entschieden sich zur Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate. Offiziell erfolgte der Staatsakt am 2. Dezember 1971. Im darauf folgenden Jahr trat noch Ras al Khaimah dem Bündnis bei. Der zwischen Oman und Saudi-Arabien liegende Kleinstaat mit knapp drei Millionen Einwohnern zählt auf Grund seiner Ölvorkommen zu einem der reichsten Länder der Welt. Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist Abu Dhabi, eine der modernsten Metropolen der Region. Die Regierung der Föderation wird von einem Premierminister geführt, der wechselweise aus einem der Mitgliedsemirate kommt.


18.7.1993: Machtwechsel in Japan

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte waren die japanischen Liberaldemokraten (LDP), nach fast 40 Jahren an der Macht, nicht an der Regierungsbildung beteiligt. Der Abwahl der LDP waren seit Mitte der Siebziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts mehrere Finanzskandale vorausgegangen. Infolge dieser Affären mussten zwei liberaldemokratische Premierminister zurücktreten, woraufhin 1993 Neuwahlen angesetzt wurden. Zum ersten Regierungschef einer Koalition ohne Beteiligung der LPD wurde Morihiro Hosokawa von der von ihm gegründeten "Neuen Partei" gewählt. Er legte sein Amt nach nur acht Monaten 1994 nieder.

 

18.07.02 15:58

Clubmitglied, 44099 Postings, 7238 Tage vega2000Da kann ich passend rausgeben:-)

Happy: Nero war doch Peter Ustinov & der Rom angezündet *gg*







ariva.de  

18.07.02 16:07

8554 Postings, 7094 Tage klecks1Happy: was machen die Depot-Auswertungen

S.P.Q.R.

Kaiser Augustus  

18.07.02 16:25

Clubmitglied, 44099 Postings, 7238 Tage vega2000S.P.Q.R & Kaiser Augustus

Die Abkürzung steht für Senatus Populusque Romanus (= Senat & römisches Volk). die sich auf Feldzeichen, Denkmälern & Münzen befand. Damit sollte die Teilung der Regierungsgewalt zwischen Senat & dem Volk dokumentiert werden. Das Feldzeichen, das am Anfang jeder Geschichte auf der Eingangskarte gezeigt wird, ist nicht an zufälliger Stelle sondern just an dem Ort, an dem Alesia liegt, in die Karte gerammt worden. Spitzfindige Zeitgenossen sind der Ansicht, hinter dem Kürzel verberge sich das heutige Italienische "Sono pazzi questi romani!", was zu Deutsch etwa "Die spinnen, die Römer!" bedeutet.

Kaiser Augustus
Geboren wurde er, zunächst noch unter dem Namen Octavian, am 23.9.63 v. Chr. in Rom. Caesar adoptierte ihn 6 er setzte sich im Kampf um die Herrschaft letzendlich gegen Pompeius durch & sicherte sich somit die Position als "Princeps", dem ersten Bürger. 28 v. Chr. verlieh im der Senat den Titel Augustus ("der Erhabene"). Die höchste Auszeichnung war wohl der Titel "pater patriae", Vater des Vaterlandes. Augustus starb am 19. August des Jahres 14 n. Chr. auf Grund einer Erkrankung in Nola... Nach seinem Tod wurde er von den Römern als Gott verehrt!!!

ariva.de  

18.07.02 16:49

95440 Postings, 7120 Tage Happy End@klecks / vega

@klecks: Depotauswertungen werden aktualisiert, wenn ich wieder aus dem Urlaub zurück bin ;-)

@vega: Wo Du Recht hast, hast Du Recht..............

Gruß    
Happy End

Depowettbewerb GESAMT
Depotwettbwerb NEUER MARKT  

   Antwort einfügen - nach oben