RÜRUP = Herumdoktern an den Symptomen

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eröffnet am: 28.08.03 10:48 von: maxperforma. Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 28.08.03 16:29 von: SchwarzerLo. Leser gesamt: 184
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28.08.03 10:48

Clubmitglied, 7958 Postings, 7049 Tage maxperformanceRÜRUP = Herumdoktern an den Symptomen

RÜRUPS RENTENREFORM

Herumdoktern an den Symptomen

Bert Rürups große Rentenreform hat, selbst wenn sie komplett umgesetzt würde, nur eine geringe Halbwertszeit. Schon jetzt ist klar, die Vorschläge seiner Kommission kurieren nur die Symptome, die grundsätzlichen Probleme des Systems beseitigen sie nicht.


Berlin - "Die Rente ist sicher." Diesen Satz des ehemaligen Sozialministers Norbert Blüm will heute wohl kein Politiker mehr so recht unterschreiben. Bei Politikern von Regierung und Opposition hat sich inzwischen gleichermaßen die Einsicht durchgesetzt, dass das Rentensystem dringend reformbedürftig ist. Am Donnerstag kommt auf den Tisch, was Rentenexperte Bert Rürup und seine 25 Kommissionsmitglieder in den vergangenen neun Monaten zur Sanierung der Rentenfinanzen zusammengetragen haben.

Obwohl viele der Sparvorschläge in den vergangenen Wochen bereits durchgesickert sind, wird dann erst offiziell der 400 Seiten starke Bericht an Sozialministerin Ulla Schmidt übergeben. Schon vor Veröffentlichung des Kommissionsberichts bemüht sich die SPD um Schadensbegrenzung. "Das ist nicht die Bibel", beteuerten SPD-Fraktionschef Franz Müntefering und Ministerin Schmidt. Von einer Umsetzung der Vorschläge eins zu eins geht deshalb niemand aus. Doch die Vorschläge des Gremiums weisen in eine Richtung: Von Rentnern wird künftig ein höherer Sparbeitrag verlangt und für die jüngere Generation wird es wohl ohne private Vorsorge nur eine Mini-Rente geben.

Nachhaltigkeitsfaktor mindert Rentenanpassungen

Am kontroversesten wurde in den vergangenen Wochen der von Rürup vorgetragene Vorschlag für eine Erhöhung des Renteneinstiegsalters bis 2035 auf 67 Jahre diskutiert. Nicht viele Sympathien fand dieser Vorstoß in den Reihen der Bundesregierung, die daran erinnerte, dass erst einmal der Trend zur Frühverrentung gestoppt werden müsse. Mit durchschnittlich 60 Jahren verabschieden sich Deutsche auch im europäischen Vergleich extrem früh in den Ruhestand. Als Schritt in die richtige Richtung lobten dagegen Grünen-Fraktionschefin Krista Sager und Sozialexpertin Thea Dückert den unpopulären Vorstoß.

Auch die geplante Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors sorgt für Unmut. Dieser Faktor trägt der demografischen Entwicklung Rechnung und vermindert die jährlichen Rentenerhöhungen, wenn immer weniger Beitragszahler immer mehr Pensionäre versorgen müssen. Im Sozialministerium wird die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors schon ab dem kommenden Jahr erwogen. Sozialverbände und Gewerkschaften mahnen, mit diesen Reparaturversuchen nicht die jetzige Generation der Ruheständler für politische Versäumnisse verantwortlich zu machen. Und der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Peter Vetter, rechnet vor, dass bereits heute 29 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt werden müsse, um ein Ruhestandsgeld auf Sozialhilfeniveau zu erhalten. Mit dem Faktor würde sich dieser Betrag weiter verringern.

Ohne private Vorsorge ist der Lebensstandard nicht zu halten

Auf die heftigsten Einschnitte muss sich künftig zweifellos die Generation der heute Aktiven gefasst machen. Das Rentenniveau soll laut Rürup von derzeit 48 Prozent der Bruttolöhne auf rund 41 Prozent bis 2030 abgesenkt werden. Die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors und ein geplanter Sonderbeitrag zur Pflegeversicherung würden weitere Einschnitte bedeuten. Auch eine geplante stärkere Beteiligung der Rentner an den Gesundheitskosten greift ihnen ins Portemonnaie.

Bei allem Streit besteht quer durch die Lager jedoch Einigkeit, dass ohne einen Ausbau von betrieblicher und privater Vorsorge der Lebensstandard im Alter nicht zu halten sein wird. Eindeutig fällt das Votum der Rürup-Kommission deshalb auch für einen Ausbau der betrieblichen Vorsorgemodelle aus.

Auch einer Aufwertung der Riester-Rente steht die Rürup-Kommission durchaus positiv gegenüber. Bislang hat sich das staatlich geförderte Vorsorge-Modell allerdings für die Deutschen als wenig attraktiv erwiesen. Gerade mal fünf Millionen von rund 35 Millionen Förderberechtigten schlossen einen Vertrag ab.
quelle: www.spiegel.de
gruß Maxp.  

28.08.03 16:29

13475 Postings, 7579 Tage SchwarzerLordViel Blabla.

Ich sehe einzig in der Privatisierung der Sozialsysteme eine Chance zur Rettung. Das Kopfpauschalensystem hat auch was, aber nur wenn konsequent umgesetzt. Private Altersvorsorge ja, aber bitte ohne eine aufgeblähte Behörde, die dann auch noch diesen schrecklichen Namen mit sich rumträgt. Und vor allem einfacher müssen Förderung und Formulare werden.  

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