Putin reißt sich Yukos unter den nagel!

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neuester Beitrag: 19.11.04 19:05
eröffnet am: 19.11.04 12:45 von: letzau Anzahl Beiträge: 3
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19.11.04 12:45

1336 Postings, 5509 Tage letzauPutin reißt sich Yukos unter den nagel!

19. November 2004 Die russische Staatsführung hat am Freitag zu ihrem möglicherweise entscheidenden Schlag gegen den Ölkonzern Yukos ausgeholt. Ein Jahr nach der Verhaftung von Vorstandschef Michail Chodorkowski beschlossen die Behörden die Versteigerung der Mehrheit des Hauptunternehmens Juganskneftegas und damit die Zerschlagung des Ölkonzerns.


Mit dem Verkaufserlös sollen Steuerforderungen in Milliardenhöhe finanziert werden. Das Startgebot für die Versteigerung am 19. Dezember wurde vom Fonds für Staatseigentum mit 246,75 Milliarden Rubel (6,6 Milliarden Euro) festgelegt - für einen Anteil von 76,79 Prozent des Juganskneftegas-Kapitals. Dies ist weit niedriger als eine vorsichtige Schätzung der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein, die einen Wert zwischen 11,5 und 13,6 Milliarden Euro errechnet hat.

Yukos-Investoren befürchten, daß Juganskneftegas unter Wert an einen dem Kreml freundlich gesonnenen Käufer gehen soll. Als mögliche Käufer sind die Erdgaskonzerne Gasprom und Surgutneftegas im Gespräch; Gasprom wies dies am Freitag jedoch erneut zurück.

?Organisierter Diebstahl?

In einer Erklärung im Internet sprach Yukos-Vorstandschef Steven Theede von einem ?organisierten Diebstahl? der Regierung. Die Ankündigung des Fonds für Staatseigentum sei ?eine kühne Demonstration der Verachtung, die die Regierung für den Rechtsstaat hat?.

Mit der Versteigerung werde eine endgültige Entscheidung über das Schicksal von Yukos herbeigeführt, sagte der Chefstratege der Moskauer Alfa-Bank, Chris Weafer. ?Jetzt beginnt das Spiel, es wird auf die eine oder andere Weise zu Ende gehen?, erklärte Weafer. Die nächste spannende Frage sei der bei der Versteigerung erzielte Preis und ob dieser zur Deckung der Steuerforderungen ausreiche. Die Finanzbehörden fordern von Yukos Steuernachzahlungen von rund 14 Milliarden Euro für die Jahre 2000 bis 2002.

Versteigerungstermin an einem Sonntag

Interessant ist auch der Termin der Versteigerung an einem Sonntag - einen Tag vor einer Gesellschafterversammlung, auf der eine Entscheidung über einen möglichen Konkursantrag getroffen werden sollte. Damit habe Yukos noch nicht einmal die Zeit, um sich für zahlungsunfähig zu erklären, sagte Jewgeni Suworow von der Moskauer Zenit-Bank.

Am Donnerstag hatten die Behörden den Druck auf Yukos weiter verstärkt und den Manager der Tochtergesellschaft Yukos-Moskwa, Alexej Kurzin, verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, umgerechnet 590.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt und im Unternehmen als Spende für Behinderte deklariert zu haben. Gegen einen Anwalt von Yukos, Nikolai Gololobow, wurde ein internationaler Haftbefehl ausgestellt. Gololobow hält sich zur Zeit in Großbritannien auf. Er werde von den russischen Behörden allein aus dem Grund gesucht, daß er für die Interessen von Yukos eintrete, sagte Gololobow.

Das juristische Vorgehen des Staates gegen Yukos und seinen früheren Vorstandschef wird von Kreml-Kritikern als Versuch gesehen, Chodorkowski wegen seiner politischen Ambitionen zu bestrafen und verlorenen Einfluß in der Energiewirtschaft zurückzugewinnen. Auf Juganskneftegas entfallen rund 60 Prozent der gesamten Ölförderung von Yukos; das Unternehmen fördert in Westsibirien täglich eine Million Barrel Rohöl.


Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: EPA
 

19.11.04 12:48

1336 Postings, 5509 Tage letzauund als nächstes folgt sibneft!

Putin reißt sich jetzt einen Ölkonzern nach dem anderen unter den Nagel! Yukos war nur der Anfang, Sibneft wird folgen! Und dann?

Was ist das für ein Staat, der gegen den Rechtsanwalt, der Yukos verteidigt, Haftbefehl erlässt? Wohin wird das führen?

Vielleicht der 2. George W. Bush?  

19.11.04 19:05

10283 Postings, 6791 Tage chartgranatenein,die Nummer

ist noch viel schärfer,da eiskalt offensichtlicher.
Putin ist das gefährlichste Politindividuum unserer Zeit...eiskalt,aalglatt,kann sich auch noch gut verkaufen und mit hoher Intelligenz und strategischer Weitsicht ausgestattet (das könne solche Pfeiffen wie George W. oder Berlusconi nicht für sich beanspruchen..).....der Junge kommt (zum Glück für uns) 20 Jahre zu spät fürs russische Grossreich,sonst wären die Dinge damals anders gelaufen......  

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