Probleme der "verdeckten Schulden"

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eröffnet am: 13.02.05 13:26 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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815894 Postings, 5963 Tage moyaProbleme der "verdeckten Schulden"

Probleme der "verdeckten Schulden"

von unserem Korrespondenten Bill Bonner

In den Vereinigten Staaten, genauso wie in anderen Industrieländern, summiert sich der Gegenwartswert der ausstehenden Pensionen auf 100 bis 250 % der gesamten Wirtschaftsleistung. Das sind "verdeckte Schulden", die die offiziellen öffentlichen Schulden bei weitem übertreffen. Im Gegensatz zum privaten Sektor werden sich diese Schulden nicht über die nächsten 30 bis 40 Jahre als Ausgaben amortisieren. Und es sollte darauf hingewiesen werden, dass unter normalen Bedingungen die Wirtschaft mit derartigen Defiziten nicht funktioniert. Sie funktioniert so nur in Krisenfällen.

Davon ausgehend, dass die gegenwärtige Politik unverändert bleibt, wird der Anteil der sozialen Sicherungssysteme an der gesamten Wirtschaftsleistung von aktuell 4,2 % auf 6,6 % im Jahr 2030 steigen - was einem Zuwachs von 57 % entspricht. Wenn diese 2,4 % Zuwachs ab
2001 zahlbar gewesen wären, dann würde sich eine Summe von 235 Milliarden US$ pro Jahr ergeben, oder mehr, als sich aus einer Erhöhung der Einkommenssteuer um 25 % ergeben würde.

Als ob das noch nicht genug wäre, werden die privaten Vorsorgeleistungen zunehmend verwundbar - nämlich immer dann, wenn die Aktienmärkte fallen. Die Firmen hatten mit Blick auf ihre Betriebsrenten genauso sorglos in Aktien investiert wie der individuelle Investor und gerieten nach dem Platzen der Spekulationsblase im Jahr 2000 in Bedrängnis. So stellt z. B. mein Kollege Eric Fry heraus, dass der Landmaschinenproduzent Deere & Company von seinen Pensionsfonds Investmentgewinne in Höhe von 657 Millionen Dollar erwartete. Stattdessen hatten diese Anlagen Verluste in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar gemacht, eine Differenz von mehr als
2 Milliarden Dollar, die Deeres Unterdeckung der eigenen Pensionsfonds auf mehr als 3 Milliarden Dollar steigerte.

Genauso berichtete General Motors (GM), dass das in den eigenen Pensionsfonds angelegte Vermögen im Jahr 2002 um 10 % gefallen war.
Standard & Poor's setzte damals sofort die Kreditwürdigkeit von GM herab, weil die schlechte Entwicklung der Pensionsfonds zu einem riesigen Anstieg der Unterfinanzierung dieser Fonds beigetragen hatte.
Während des Bullenmarktes der 1990er hatten Gewinne ausgelagerter Investitionen zu überproportionalen Gewinnen geführt. Auf die eine oder andere Weise aber hatten es Amerikas kreative Vorstandsvorsitzende sichergestellt, dass diese zusätzlichen Gewinne nicht in die Pensionsfonds flossen, sondern mithalfen, die ausgewiesenen Gewinne zu erhöhen.

Allerdings steigen die Aktienkurse nicht nur, sondern sie fallen auch.

Gruß Moya

 

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