Polizeifestplatte bei Ebay ersteigert

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neuester Beitrag: 08.04.05 09:35
eröffnet am: 02.04.05 21:38 von: Parocorp Anzahl Beiträge: 6
neuester Beitrag: 08.04.05 09:35 von: Luki2 Leser gesamt: 506
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02.04.05 21:38

13786 Postings, 7611 Tage ParocorpPolizeifestplatte bei Ebay ersteigert

POLIZEIDATEN BEI EBAY

Geheimes Schnäppchen

Ein Potsdamer Student hat für 20 Euro eine Festplatte der Polizei ersteigert. Sein Überraschungsfund: brisante Informationen wie interne Alarmpläne und Namenlisten von Krisenstäben. Das Brandenburger Innenministerium rätselt noch, warum die Daten nicht gelöscht wurden.

Potsdam - Das Internet-Auktionshaus Ebay ist stets für besondere Schnäppchen gut. Nach Informationen des SPIEGEL hat ein Potsdamer Student dort kürzlich für 20 Euro die ausrangierte Festplatte eines Polizeicomputers ersteigert - dass er dabei an geheime Daten kam, ist ganz sicher nicht im Sinne der Brandenburger Polizei als bisheriger Besitzer.

Völlig überrascht reagierte deshalb das Potsdamer Innenministerium auf die Meldung auf SPIEGEL ONLINE, wonach der Datenträger mit 20 Gigabyte Speicher zum Beispiel interne Alarmpläne für "besondere Lagen" wie Geiselnahmen oder Entführungen sowie Namenslisten für die Besetzung von Krisenstäben enthält. "Wir können uns das zurzeit nicht erklären", sagte Ministeriumssprecherin Dorothee Stacke. Eine eilig eingesetzte Arbeitsgruppe soll nun klären, wie die Festplatte zu Ebay kam. Stacke: "Die arbeiten mit Hochdruck."

Der Weiterverkauf sensibler Datenträger allerdings ist in Brandenburg mittlerweile Alltag. Bis Ende 2004 noch wurden die Festplatten der Ermittler geschreddert, wenn sie nicht mehr gebraucht wurden. Die darauf enthaltenen Daten konnten so - anders als bei konventionell gelöschten Laufwerken - auch von findigen Computerspezialisten nicht rekonstruiert werden. Seit Beginn dieses Jahres nun werden die Platten zunächst per Spezialverfahren gelöscht und anschließend zum Verkauf angeboten. Der Erlös kommt der Landeskasse zugute.

Technisches Versagen oder kriminelle Energie?

Das dabei angewandte Löschverfahren sei zuverlässig und vom Bundesamt für Sicherheit in der Datenverarbeitung anerkannt, erklärte Stacke. Die Firma habe Erfahrung auf dem Gebiet und vernichte "viel sensiblere Daten" als die aus dem Potsdamer Innenministerium. "Wir entsorgen pro Jahr 800 bis 1200 Festplatten", erläuterte Stacke.

Mit dem Verkauf der bereinigten Datenträger hatte Innenminister Jörg Schönbohm eine neue Einnahmequelle entdeckt. Denn der CDU-Politiker will nur ungern bei seinen Polizisten kürzen, obwohl Ministerpräsident Matthias Platzeck dem gesamten Kabinett wegen der leeren Landeskassen einen strengen Sparkus verordnet hat. Auch ein geplanter Umtausch der grünen in blaue Uniformen kostet Geld.

Den Weg der offenbar nicht gelöschten Festplatte zur Internetauktion will das Innenministerium nun schnell aufklären. Ein Diebstahl ist Stacke zufolge zumindest bislang nicht registriert worden. Der Fehler scheint also bei der beauftragten Löschfirma zu liegen. "Wir werden nachprüfen, ob dort technisches Versagen vorlag oder kriminelle Energie dahinter steckte", kündigte Stacke an. Zumindest der Verkäufer wird sich schnell ermitteln lassen. "Ebay ist in solchen Fällen sehr kooperationsbereit", sagte die Ministeriumssprecherin.

Eine noch größere Panne hatte sich vor einigen Jahren das Thüringer Innenministerium geleistet. Dort waren Computer des Verfassungsschutzes gestohlen worden, die während des Ministeriumsumzuges in einer Garage lagerten. Darauf befanden sich unter anderem Namen von V-Männern der Geheimdienstler in der Neonazis-Szene. Dass sich auch solche brisanten Informationen auf der Brandenburger Polizei-Festplatte befinden, schloss das Potsdamer Innenministerium aber aus.

Von Sven Kästner, AP



 

  

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02.04.05 21:42

4112 Postings, 7281 Tage Rexini20? für ne 20 gb hdd ist wirklich ein schnäppchen

ich habe erst letzte woche eine 20 gb hdd für 37,5 + 7 ? versand auf ebay vertickert . hahaha  

02.04.05 22:36

764 Postings, 6427 Tage bowmoreHihihi...

Hauptsache Du hast sie vorher formartiert...

*ggg*

Bis dahin

Bowmore

 

03.04.05 13:54

12895 Postings, 7463 Tage TimchenHihihi

Formatieren reicht leider nicht.
Die Daten sind dennoch drauf.  

04.04.05 16:19

764 Postings, 6427 Tage bowmoreHast ja Recht...

Stimmt natürlich, formatieren reicht nicht aus.

Bis dahin

Bowmore

 

08.04.05 09:35

7538 Postings, 7092 Tage Luki2Der Dieb war ein Polizist

Festplatten-Auktion

Der Dieb war ein Polizist

Auf einer bei Ebay ersteigerten Festplatte hatte der Käufer sensible Daten und Einsatzpläne der Brandenburger Polizei gefunden. Nun ist klar, wie die Harddisk ins Netz kam.

Ein ehemaliger DDR-Volkspolizist hat die von einem Studenten bei Ebay ersteigerte Festplatte der Brandenburger Polizei gestohlen und verkauft. Der jetzige Polizeiangestellte habe insgesamt sieben Datenträger mit teils streng geheimen Informationen entwendet und im Internet angeboten, sagte Landesinnenminister Jörg Schönbohm am Donnerstag in Potsdam. "Es handelt sich um einen Einzeltäter, das ist sicher", erklärte der CDU-Politiker. Dem Mann wurde gekündigt.

Der 45-jährige Angestellte des mittleren Polizeidienstes war bei den illegalen Geschäften auf das Geld aus, wie Schönbohm sagte. Deshalb habe er die Festplatten deutschlandweit per Ebay angeboten. Der Mann arbeitete dem Minister zufolge in einem verschlossenen Lager der Zentralen Dienste der Polizei in Wünsdorf südlich von Potsdam. Dort werden die jährlich 800 bis 1.200 ausrangierten Festplatten aus Polizeicomputern aufbewahrt, bis sie gelöscht und verkauft werden. "Von dort hat er sie entwendet und vermarktet", erklärte Schönbohm.

Der Verdächtige ist geständig
Der Verdächtige sei geständig, hieß es. Zuvor seien bei einer Wohnungsdurchsuchung Hinweise auf die Straftaten entdeckt worden. Die Kriminalpolizei war dem seit 1982 bei der Polizei Arbeitenden über eine Anfrage bei Ebay auf die Schliche gekommen. Außerdem meldete sich der Potsdamer Student im Ministerium, der Anfang März eine der Festplatten für knapp 20 Euro ersteigert hatte. Er ist der einzige Gewinner des Geschäftes: Für seine Hinweise erhält er eine Belohnung von 2.000 Euro.
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Laut Schönbohm war der mutmaßliche Dieb nicht an den gespeicherten vertraulichen Daten interessiert. Darunter befanden sich interne Alarmpläne für Geiselnahmen oder Entführungen, Namenslisten für Krisenstäbe, Einsatzbefehle und Lagebilder über die sicherheitspolitische Situation im Land. "Der Student hat versichert, dass die Informationen nicht weiter verwertet werden", erklärte der Minister. Drei der insgesamt sieben gestohlenen Laufwerke müssen jedoch noch überprüft werden. Über deren Inhalt konnte Schönbohm zunächst nicht sagen. Zwei andere seien kaputt, auf einer dritten habe sich nichts vertrauliches befunden.

Schönbohm räumte Versäumnisse bei der Lagerung ausrangierter Datenträger ein. "Wir müssen prüfen, inwieweit wir die Sicherheit verbessern können." Er betonte, mit der seit Jahresbeginn in Brandenburg angewandten Weiterverwertung ausrangierter Festplatten habe die Panne nichts zu tun. Dies war nach deren Bekanntwerden am vergangenen Wochenende zunächst vermutet worden.

Es wird nicht mehr geschreddert
Bis Ende 2004 waren alte Polizei-Festplatten nach dem Gebrauch geschreddert worden. Seit Januar 2005 werden sie dagegen mit einem vom Bundesamt für Datensicherheit lizenzierten Programm gelöscht und weiterverkauft. Dazu sei auf Empfehlung des Bundesinnenministeriums eine externe Firma beauftragt worden, erklärte Schönbohm. Deren Verfahren sei sicher und werde europaweit angewandt.

AP


Q: http://www.stern.de/computer-technik/internet/538781.html?nv=hp_rt

wer hätte das gedacht.

Gr.  

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