Platzeck soll neuer SPD-Chef werden

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01.11.05 21:49
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95440 Postings, 7119 Tage Happy EndPlatzeck soll neuer SPD-Chef werden

+++ EILMELDUNG +++

SPIEGEL ONLINE - 01. November 2005
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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,382796,00.html

Entscheidung
 
Platzeck soll neuer SPD-Chef werden

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck soll die Nachfolge von Franz Müntefering als SPD-Chef antreten. Das ist das Ergebnis einer Krisensitzung der Partei. Zuvor war auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck im Gespräch gewesen.

Berlin - Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte, Platzeck werde auf dem kommenden SPD-Parteitag für die Nachfolge des scheidenden SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering antreten. Er habe dafür seine "volle Unterstützung".

DDPDer brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck: soll SPD-Chef werden
Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck sagte, es sei eine "große Ehre". Er sei dankbar dafür, dass man kameradschaftlich die schwierige Frage der Nachfolge geklärt habe. Von der schnellen Nominierung eines Nachfolgers solle auch das Signal der vollen Untersützung für Müntefering ausgehen.

Müntefering hatte am Dienstag seinen Abgang als SPD-Chef angekündigt, nachdem er bei der Nominierung des Generalsekretärs im Parteivorstand seinen Vertrauten Kajo Wasserhövel nicht gegen die Parteilinke Andrea Nahles hatte durchsetzen können. Beck und Platzeck wollten ihren Vorschlag am Mittwoch offiziell vorstellen.

 
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02.11.05 09:24

21799 Postings, 7522 Tage Karlchen_ISchönbohm?

War das nicht der Typ, der gesagt hat, dass die Ossis potentiell gewalttätig sind und kleine Kinder umbringen?


Kommt sowas in Brandenburg an?  

02.11.05 09:45

61594 Postings, 6102 Tage lassmichreinHmmm - ich hätte jetzt eher auf Beck getippt... o. T.

02.11.05 09:56

10302 Postings, 7053 Tage chartgranatewar eigentlich klar

(Beck geht es in der Pfalz viel zu gut und er ist auch eher der gemütlichere,ländlichere "Landesvater-Typ",und um beides zu machen ist es mit der Landtagswahl zu stressig und die Entfernung zu gross.....),Platzek hat für mich immer den Eindruck gemacht daß er hoch hinaus will und sich ja als erster gleich zu Worte gemeldet.Er hat da sehr clever die Gunst der Stunde genutzt.....
Keine schlechte Entscheidung,er ist jung und steht somit für einen möglichen Wandel der Partei,ist ein smarter Bursche mit guter Aussendarstellung,wird von allen irgendwie geschätzt und anerkannt und ein sehr eloquenter Typ.
 

02.11.05 10:03
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61594 Postings, 6102 Tage lassmichreinIm Porträt: Matthias Platzeck

In die Pedale treten für die SPD - Matthias Platzeck (dpa)
02. November 2005

Der Deichgraf als Brückenbauer

Von Ronald Bahlburg

Eigentlich hatte sich Matthias Platzeck nach der Landtagswahl 2004 vorgenommen, sich erst einmal auf Brandenburg zu konzentrieren. Das Land zwischen Elbe und Oder wollte er modernisieren und für die Zukunft fit machen. Ein Regierungsamt in Berlin schlug er bisher noch jedes Mal aus. Jetzt wird er, schneller als ihm lieb ist, wohl Nachfolger von Franz Müntefering an der Spitze der Bundes-SPD. Er soll nach den Turbulenzen der vergangenen Tage als Brückenbauer dienen zwischen den zerstrittenen Flügel der Sozialdemokraten.

Dabei würde der 51-Jährige sicher versuchen, noch eine Weile in Brandenburg zu weiterzuregieren - allein um seine eigene Nachfolge zu regeln. 2002 trat Platzeck als Regierungschef in die Fußstapfen seines Ziehvaters Manfred Stolpe und führt seither eine Koalition mit der CDU. Zuvor trug ihm sein gelungenes Krisenmanagement als Umweltminister während des Oder-Hochwassers 1997 den Spitznamen «Deichgraf» ein.

Kritisch, aber kooperativ

Den Reformkurs der rot-grünen Bundesregierung unterstützte Platzeck ebenso kritisch wie nachdrücklich, womit er sich Respekt und Wertschätzung sowohl von Kanzler Gerhard Schröder als auch Parteichef Müntefering erwarb. Seit 1999 gehört er dem SPD-Bundesvorstand an und baute dort seinen Einfluss aus.

Bei Wahlen konnten sich die märkischen Sozialdemokraten auf den immer noch jungenhaft wirkenden, populären «Landesvater» stets verlassen: 2004 verhinderte Platzeck trotz heftigen Hartz-IV- Gegenwinds in Brandenburg knapp einen Sieg der PDS und konnte die Koalition mit der CDU fortsetzen. Bei der Bundestagswahl am 18. September blieb die SPD stärkste Kraft.

Sympathie trotz unbequemer Wahrheiten

Früh erkannte Stolpe Platzecks Qualitäten als «Menschenfänger», der dem Volk auch unbequeme Wahrheiten zumuten kann, ohne an Sympathie zu verlieren. Nach der Landtagswahl 2004 verordnete der Regierungschef Brandenburg einen «neuen Aufbruch». Dazu gehört die Kehrtwende in Brandenburgs Förderpolitik, wonach in Zukunft nur noch Regionen mit wirtschaftlichen Erfolgsaussichten auf Unterstützung hoffen können.

Die «Gießkanne» bleibe fortan im Schuppen, betont Platzeck seither gebetsmühlenhaft. Er setzte sich damit angesichts knapper Kassen und des auslaufenden Solidarpaktes in Ostdeutschland an die Spitze der Bewegung. In diesem Jahr übernahm der SPD-Politiker zudem von Stolpe den Vorsitz des Forums Ost seiner Partei.

Platzeck ist geschieden und hat drei Töchter. Seine berufliche Laufbahn begann der studierte Diplomingenieur für biomedizinische Kybernetik 1979 am Institut für Lufthygiene in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). Später arbeitete er bis 1990 als Abteilungsleiter in der Hygiene-Inspektion Potsdam.

Über eine Bürgerinitiative in die Politik

1988 gehörte Platzeck zu den Mitbegründern der Potsdamer Bürgerinitiative «Argus», die sich couragiert gegen Umweltsünden in der damaligen Bezirkshauptstadt wandte und für deren Sanierung einsetzte. Schließlich hatte auch die Stasi den Arztsohn fest im Blick. 1990 zog Platzeck für Bündnis 90 in die erste frei gewählte Volkskammer ein.

Noch im selben Jahr berief ihn Brandenburgs Regierungschef Stolpe nach Bildung einer Ampelkoalition als Umweltminister ins Kabinett. Erst 1995 trat Platzeck in die SPD ein, nachdem er die Fusion von Bündnis 90 mit den Grünen abgelehnt hatte. (dpa)



Mehr zum Thema:
N24-Kommentar. Erst das Land, dann die Partei - aber zuallererst die Person
Stoiber und Berlin: Ende eines großen Missverständnisses
SPD-Granden machen Platz für neue Generation
 

02.11.05 10:08

40733 Postings, 7018 Tage Dr.UdoBroemmeNa siehst du Charti :-)

Und schon sieht die Welt nicht mehr ganz so düster und apokalyptisch aus wie gestern *ggg*


Never argue with an idiot -- they drag you down to their level, then beat you with experience.  

02.11.05 10:12

10302 Postings, 7053 Tage chartgranatenene Doc

die allgemeine politische Welt sieht noch exakt so besch.... wie gestern geschildert,daran hat sich leider nix geändert.Das Schachspiel an sich bleibt eine Katastrophe und in sich vergurkt,egal welche Figur gerade hektisch von wo nach wo gezogen wird.....leider.
Auch meine grundsätzliche Einstellung zur Politi und die für mich daraus relevanten Schlüsse kann ein smarter Herr Platzek nicht ändern.  

02.11.05 10:13

19522 Postings, 7101 Tage gurkenfredalles wird gut. aber an dieser

personalie sieht man deutlich, wie dünn die personaldecke der parteien in wirklichkeit ist: zwischen platze und münte/schröder is der gleiche unterschied wie zwischen donald duck und superman :-))

mfg
GF

 

02.11.05 10:19

40733 Postings, 7018 Tage Dr.UdoBroemmeOch Gurki

Leute wachsen an ihren Aufgaben. Wenn du in einer Firma genauso denkst - dann gute Nacht.
Wie soll sich denn jemand Profil erarbeiten, wenn sich keiner traut, ihm Aufgaben zu übertragen und immer nur aufs bewährte Personal im Rentenalter setzt?


Never argue with an idiot -- they drag you down to their level, then beat you with experience.  

02.11.05 10:28
1

15231 Postings, 5568 Tage quantasIn 18 Jahren sieben Vorsitzende



Tages-Anzeiger Online
In 18 Jahren sieben Vorsitzende

Seit 1987 haben die Sozialdemokraten sieben Parteichefs verschlissen: von Hans-Jochen Vogel bis Franz Müntefering.

Schon der Rücktritt Brandts nach 23 Jahren im Amt des Parteichefs barg Anzeichen eines leichtfertigen Umgangs der SPD mit ihren Spitzenfiguren. Brandt warf verbittert das Handtuch, weil Funktionäre die junge Griechin Margerita Mathiopoulos als Pressesprecherin ablehnten. Er wurde Ehrenvorsitzender; sein Stellvertreter Hans-Jochen Vogel nahm widerstrebend die Nachfolge als Parteichef an.

Der Parteirechte Vogel bemühte sich um einen Ausgleich zwischen den Flügeln der Partei, scheiterte aber an seiner Doppelfunktion an der Spitze der SPD und ihrer Bundestagsfraktion: Was die Fraktion unter seiner straffen Führung in der politischen Auseinandersetzung als Oppositionskapital aufbaute, wurde von der links dominierten Basis eingerissen.

Engholm-Abgang nach Barschel-Affäre
Als Vogel im Jahr 1991, von Flügelkämpfen aufgerieben, von Björn Engholm abgelöst wurde, schien der SPD der Generationenwechsel zu gelingen. Doch wurde der schleswig-holsteinische Ministerpräsident von der Barschel-Affäre eingeholt. Er musste zugeben, von den Machenschaften früher gewusst zu haben als zunächst zugegeben. Engholm gab Parteivorsitz, Ministerpräsidentenamt und Kanzlerkandidatur im Mai 1993 auf und verschwand in der politischen Versenkung.
Rau als Wegbereiter für Scharping
Johannes Rau folgte im Mai und Juni als Übergangsvorsitzender und bereitete den Weg für Rudolf Scharping, der sich in einer Mitgliederbefragung gegen Gerhard Schröder und Heidemarie Wieczorek-Zeul als Kandidat für den Vorsitz durchgesetzt hatte.

Doch auch Scharping blieb glücklos und wurde 1995 von den Mannheimer Parteitagsdelegierten gestürzt. Er scheiterte an eigener Kommunikationsschwäche, einem katastrophalen Wahlkampf im Jahr 1994 und an Lafontaine, der sich nach einer fulminanten Rade selbst in den Parteivorsitz wählen liess.

Von Lafointaine bis Müntefering
Der Saarländer wiederum, Vertreter der Linken, aber zunächst Hoffnungsträger der ganzen SPD, überwarf sich im Kabinettsstreit um die Finanz- und Wirtschaftspolitik Anfang 1999 mit Bundeskanzler Gerhard Schröder. Von da an hintertrieb er die Politik Schröders, der zwangsläufig den Parteivorsitz übernehmen musste.

Dass nun auch Müntefering aufgibt, werten politische Beobachter als Ausdruck der anhaltenden Grabenkämpfe in der SPD, die schon Schröder zu Fall gebracht hätten.

 

02.11.05 10:31

129861 Postings, 6074 Tage kiiwii..fast so schlimm wie in Italien...

Guten Morgen nach Zürich !

MfG
kiiwii  

02.11.05 10:36

19522 Postings, 7101 Tage gurkenfred@doc brömme: du hast zweifellos

recht. aber an einer bestimmten stufe stößt jeder an seine grenze (peter-prinzip). und platze ist vielleicht ein guter MP, aber ob er auch ein guter spd-chef ist??? wir wedens sehen.
inne fierma isses übrigens so: wenn man gut ist, kommt man hoch. bis irgendwann einer merkt, daß es reicht (potentialanalyse, personalentwicklungsplanung,....). du glaubst nicht ernsthaft, daß es sowas in unseren parteien gibt, oder???? deshalb ist der vergleich in p10 nicht ganz passend.

mfg
GF

 

02.11.05 10:41

15231 Postings, 5568 Tage quantasGuten Morgen kiiwii


Guter Vergleich mit Italien.

MfG nach Frankfurt quantas  

02.11.05 10:48

14308 Postings, 6456 Tage WALDYBei der ganzen Sache gibt es nur ein Verlierer:



DEUTSCHLAND.....



fragt sich blos, ob die roten, das nicht schon vor der
erzwungenen Neuwahl schon wusten?

*stirnbatsch*

Sorry...ich habe grade den roten Vernunft unterstellt.....
Wie konnte ich nur????????????


MfG
 Waldy  

02.11.05 11:00

129861 Postings, 6074 Tage kiiwiiHi, mein Lieblingshund, wie gehts ? Und wo ist

eigentlich SL ? Long time no seen...

MfG
kiiwii  

02.11.05 11:08

14308 Postings, 6456 Tage WALDYKiiwii du komischer Vogel oder eher matschiges

Früchtchen.
THX fine!

Tja...SL nimmt sich seine wohlverdiente Kurpackung.
Auf gut Deutsch eine Auszeit.

Hoffe das er bald wieder da ist, und mit uns ,den rot/grünen
Trümmerhaufen weiter den Spiegel vor die Nase hält.


So long!

MfG
  Waldy  Arivas Zerberus Nr.:1
 

02.11.05 11:11

40733 Postings, 7018 Tage Dr.UdoBroemmeWaldy?

Kann es sein, dass ich dein Statement schon mal gelesen habe? Oder zweimal, oder zehnmal oder noch öfters?
Macht es eigentlich Spaß, sich nur noch selbst zu zitieren?

Diskutierst du morgens auch immer vorm Spiegel?


Never argue with an idiot -- they drag you down to their level, then beat you with experience.  

02.11.05 11:20

129861 Postings, 6074 Tage kiiwiiPlatzeck oder Platz weg ?

fragen sich jetzt einige, so
die rote Heidi
die rotere Frau Nahles
...


MfG
kiiwii
 

02.11.05 11:27

44542 Postings, 7161 Tage Slatergeiles Wortspiel Kicky o. T.

02.11.05 11:31
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14308 Postings, 6456 Tage WALDYLangsam aber sicher glaube ich, die roten sind von

ihren glorreichen Wahlsieg selber so überrascht, das
sie wie kopflose Hühner ala' Vogelgrippe reargieren.


Ist doch merkwürdig,Gerd der Kanzler sagt er bleibt/ist/kann/will Kanzler sein
und wird doch nur der  Kanzler der Hezen.


Turbored Müntifertig, der auch gerne mal der Wirtschaft mit anlauf in der Arsch tritt
hat jetzt auch keine Lust mehr.Wo rauf? Na die SPD zu führen.


Hmmmmm........


Warum blos diese Neuwahl????


Abgang mit Feuerwerk!



Und wer zahlt die Zeche...DEUTSCHLAND!

MfG
  Waldy  

02.11.05 15:12

95440 Postings, 7119 Tage Happy EndBeifall für Platzeck - selbst aus der Union

SPIEGEL ONLINE - 02. November 2005, 11:03
URL: 
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,382851,00.html

SPD-Vorsitz
 
Beifall für Platzeck - selbst aus der Union

Das gibt es selten im oft giftigen politischen Geschäft: Die Nominierung von Matthias Platzeck zum neuen SPD-Chef ist über die Parteigrenzen begrüßt worden. Der brandenburgische Ministerpräsident sei gut für die Große Koalition, hieß es aus der Union.

Berlin - Als Ministerpräsident einer Großen Koalition in Brandenburg kenne Platzeck die Probleme und könne so ein stabilisierender Faktor für das Bündnis in Berlin sein, sagte der CDU-Politiker Wolfgang Böhmer, der selbst Regierungschef in Sachsen-Anhalt ist.

APPlatzeck: Erleichterung in der SPD

Bei der letzten Wahl habe Platzeck außerdem gezeigt, dass er seine Haltung auch in einer schwierigen Lage mehrheitsfähig machen könne, sagte Böhmer. "Ich denke, dass das keine schlechte Lösung für die SPD sein wird. Er ist ein junger und dynamischer Politiker, der in Brandenburg Erfolg hat."

Ähnlich äußerte sich auch Jörg Schonbohm. Mit Platzeck sei kein Linksruck in der SPD zu befürchten, sagte Brandenburgs CDU-Chef und Innenminister im RBB.

Erleichtert wurde die Entscheidung für Platzeck auch von vielen SPD-Politikern aufgenommen. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir die Chance, die in der Krise steckt (...), wirklich nutzen zu einer sichtbaren und tatkräftigen Verjüngung", sagte Parteivize Wolfgang Thierse im Deutschlandradio. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gernot Erler sagte im Südwestrundfunk, durch die sehr schnelle Entscheidung werde "ein politisches Erdbeben zu einer Schrecksekunde".



Bundeskanzler Gerhard Schröder begrüßte die geplante Nominierung. "Das ist eine gute Entscheidung", sagte Schröder der "Sächsischen Zeitung". Inhaltlich und personell sei Platzecks Kandidatur zukunftsweisend. "Ich bedauere den Rückzug von Franz Müntefering vom Amt des Parteivorsitzenden. Gleichwohl, es ist gut, dass eine schnelle Entscheidung getroffen worden ist", sagte Schröder. "Matthias Platzeck kann sich auf meine Unterstützung verlassen."

Platzeck betreibe einen "erfrischend anderen Politikstil", sei offen und könne hervorragend integrieren, sagte lobte auch die SPD-Vize-Vorsitzende Ute Vogt im NDR. Bayerns SPD-Chef Ludwig Stiegler sprach im Bayerischen Rundfunk von "einer guten Wahl". SPD-Vorstandsmitglied Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte der ARD, es sei ein "hervorragender Vorschlag, mit Matthias Platzeck als Parteivorsitzendem auch eine längerfristige Perspektive zu schaffen und dazu beizutragen, dass es einen Generationswechsel an der Spitze gibt".

Kritisch äußerte sich dagegen der langjährige Bundesgeschäftsführers Egon Bahr. In einem mit Interview der "Berliner Zeitung" rief er die SPD auf, sich auf dem Parteitag in zwei Wochen in Karlsruhe auf die Koalitionsvereinbarung mit der Union zu konzentrierten und noch keinen neuen Parteivorsitzenden zu wählen. "Die SPD ist zuerst dem Land verpflichtet und nicht sich selbst gegenüber", sagte Bahr, der ein enger Vertrauter Willy Brandts war.

 

02.11.05 18:17
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98920 Postings, 7418 Tage KatjuschaGerade auf Phoenix altes Interview bei Gauss o. T.

03.11.05 00:44

19509 Postings, 6807 Tage lehnaDeichgraf auf dem Schleudersitz...

SPD-Parteichef ist ein Job mit übersehbarer Dauer.
Die "Halbwertzeit" lag zuletzt im Schnitt bei 2 Jahren:
Münte wurde von eigenen Heuschrecken gemeuchelt,Scharping davongejagt.
Oskar hatte keinen Bock mehr und Schröder gab entnervt auf.
Platzeck ist nicht zu beneiden...


 

03.11.05 01:28

12025 Postings, 6122 Tage .Juergen#24, schröder gab auf ? denke eher....

der hatte die parteiarbeit an seinen soldaten münte abgegeben

und der hats jetzt wie sein ehemaliger "chef" versucht.

nach dem motto...entweder ihr tut was ich will oder ich trete zurück.

und hat dabei eine bruchlandung gemacht..tja..dumm gelaufen

aber platzek ist ein weichei....der hält das bestimmt nicht lange durch.

unser WOBI ist da von anderen schrot und korn....den hebelt so leicht keiner aus..  

14.11.05 22:02
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62525 Postings, 7556 Tage KickyPlatzeck machtlos allein in der SPD?

Im 142. Jahr ihres Bestehens ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands verunsichert, ziellos und ängstlich. Gerhard Schröder stand immerhin noch fast fünf Jahre lang an der Spitze der SPD; sein ungleich beliebterer Nachfolger Franz Müntefering schmiss bereits nach 20 Monaten. Seine Gründe erklärte er beim Parteitag mit keinem einzigen Wort.Nichts ist verarbeitet, nicht der Streit um die Agenda 2010, nicht die vielen Parteiaustritte, die Wahlniederlagen, das Entstehen der Linkspartei. Nun rutscht die SPD in eine noch viel härtere Prüfung. In einer wirtschaftlich und finanziell verzweifelt schlechten Lage muss sie in der Regierung die Rolle des kleineren Partners übernehmen. Welch Ärger den Sozialdemokraten erst droht, wenn die jetzt vereinbarten Kürzungen und Streichungen ins Gesetzgebungsverfahren gehen, ist kaum abzuschätzen.In dieser Situation probiert die SPD eine neue Führungsspitze aus. Matthias Platzeck, der brandenburgische Ministerpräsident, soll zum neuen Parteivorsitzenden gewählt werden. Sie werden ihn wählen, weil es keinen anderen gibt, und weil sie sich von Platzeck erhoffen, dass er offener ist, debattenfreudiger und demokratischer als Müntefering. Sie werden Platzeck einen Vertrauensvorschuss geben, der ihm die nächsten Monate über die Runden helfen wird. Im Gegenzug erwarten sie, dass der neue Vorsitzende trotz der Regierungsbeteiligung eine lebendige Programmdebatte in Gang setzt. Sonst, so fürchten sie, wird es die SPD als Volkspartei nicht mehr lange geben.

Die Aufgabe, vor der Platzeck damit steht, ist nahezu unlösbar. Der neue Vorsitzende hat weder einen Sitz im Kabinett noch in der Fraktion. Von den sensiblen Entscheidungen, die dort getroffen werden, von den Streitereien und Machtkämpfen, die die große Koalition begleiten werden, wird er immer nur aus zweiter Hand hören. Vizekanzler Müntefering und Fraktionschef Struck können den Brandenburger schlicht und einfach aushungern lassen, wenn sie das wollen.Wenn es in der SPD zu einem Interessenkonflikt Partei gegen Regierung kommt - und das ist nur eine Frage der Zeit - sitzt Müntefering immer am längeren Hebel.  (Kommentar Berliner Zeitung heute)  

15.11.05 12:35

95440 Postings, 7119 Tage Happy EndPlatzeck mit 99,4 % gewählt

SPIEGEL ONLINE - 15. November 2005, 11:57
URL: 
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,385032,00.html

Parteitag
 
Platzeck fast einstimmig zum neuen SPD-Chef gewählt

Matthias Platzeck ist neuer Vorsitzender der SPD. Der Ministerpräsident Brandenburgs wurde auf dem Parteitag in Karlsruhe mit dem Traumergebnis von 99,4 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Franz Müntefering gewählt.

Karlsruhe - Für Platzeck votierten 512 von 515 Delegierten. Es gab nur zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Das entspricht einer Zustimmung von 99,4 Prozent. Der 51-Jährige hatte keinen Gegenkandidaten.

Ein besseres Ergebnis als Platzeck hatte nur Kurt Schumacher in den Jahren 1947 und 1948 bekommen. Platzeck ist der siebte SPD-Vorsitzende nach Willy Brandt, der die Partei bis 1987 insgesamt 23 Jahre lang geführt hatte.

DPAPlatzeck: Traumergebnis für den Müntefering-Nachfolger
Platzeck löst damit Franz Müntefering ab, der nach einer Niederlage in einer Abstimmung über den künftigen SPD-Generalsekretär seinen Rückzug angekündigt hatte.

Der brandenburgische Ministerpräsident hatte die SPD in seiner Rede zuvor zur Geschlossenheit aufgerufen. "Wir dürfen uns selbst niemals genug sein", rief Platzeck die Genossen auf. Die Menschen in Deutschland erwarteten, dass sich die SPD mit aller Kraft der Problemlösung widme. Diese Erwartung sei berechtigt und dürfe nicht enttäuscht werden.

Es dürfe niemals der Eindruck entstehen, "es würde uns um das Regieren gehen, nur um des Regierens willen", sagte der brandenburgische Ministerpräsident. Er forderte seine Partei auf, die Probleme des Landes entschlossen anzugehen, statt sich mit sich selbst zu beschäftigen. "Unsere Diskussionen müssen immer mehr sein als nur Selbstzweck", sagte er. "Wir dürfen uns selbst niemals genug sein."

Platzeck forderte die SPD auf, "einen dicken Strich" unter ihre Personalstreitereien zu ziehen. "Es nutzt nichts, darum herum zu reden: In unserer Partei sind in den vergangenen Wochen Fehler gemacht worden", sagte er. Auch der von ihm als Generalsekretär vorgeschlagene Hubertus Heil habe "nicht immer alles nur richtig gemacht". Gleichwohl sollten alle in der SPD jetzt nach vorn blicken.

"Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist mehr als die Summe ihrer Flügel und Fraktionen, ihrer Arbeitsgemeinschaften und Gliederungen", sagte Platzeck. Die SPD sei die Partei der gleichen Lebenschancen für alle, des sozialen Zusammenhalts und der Solidarität. "Uns geht es um die soziale Durchlässigkeit der Gesellschaft."

Die zentrale Gerechtigkeitsfrage sei es, "ob es uns gelingt, gute und gleiche Bildungschancen für alle zu organisieren", sagte Platzeck. Die SPD müsse "die Bildungspartei schlechthin des 21. Jahrhunderts" werden.

Platzeck warnte angesichts der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich auch vor einer Spaltung der Gesellschaft. Das Beispiel Frankreichs mache klar, was passiert, wenn "das Band der gesellschaftlichen Gemeinsamkeit zerfasert", sagte Platzeck. "Auch bei uns gibt es zunehmend Menschen und Gruppen, die nicht teilhaben an dem, was unsere Gesellschaft ausmacht", sagte der Müntefering-Nachfolger.

Platzeck bekannte sich ausdrücklich zu seiner ostdeutschen Herkunft. "Ich habe die ersten 35 Jahre meines Lebens in einer vollständig anders organisierten Gesellschaftsordnung verbracht. Das ist nicht zu ändern. Und daran würde ich auch nichts ändern, selbst wenn ich es könnte", sagte Platzeck.

Platzeck ist erst seit zehn Jahren SPD-Mitglied. "Ich weiß sehr wohl, dass diese Zeitspanne manchen von Euch außerordentlich kurz vorkommen muss. Für mich waren es die zehn besten und glücklichsten Jahre meines Lebens", behauptete er. "Ich möchte mein Land, unser Deutschland, gegen kein anderes Land der Welt eintauschen."

 

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