Pessimismus-Weltmeister bremsen sich selber aus

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neuester Beitrag: 04.02.05 08:14
eröffnet am: 03.02.05 23:02 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 4
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03.02.05 23:02

Clubmitglied, 43661 Postings, 7202 Tage vega2000Pessimismus-Weltmeister bremsen sich selber aus

Die Deutschen

Pessimismus-Weltmeister bremsen sich selber aus

Keine andere Industrienation schätzt ihre eigene Lage so negativ ein wie die Deutschen. Diese Skepsis verhindere Risikobereitschaft und Innovationsgeist und bremse so den wirtschaftlichen Aufschwung, glauben Experten.

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Die Deutschen: Pessimismus-Weltmeister
Foto: dpa

 

Skepsis und fehlendes Vertrauen der Deutschen in die Politik bremsen nach Meinung von Experten den Aufschwung in Deutschland.

?Die Erwartungen der Deutschen sind so schlecht, wie in keinem Industriestaat der ganzen Welt?, sagt Dominik Enste, Experte für Wirtschaftsethik beim arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) am Donnerstag.

Etwa drei Viertel der Bevölkerung denke, ?mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland geht es bergab?. ?In anderen Ländern im westeuropäischen Umfeld befürchten das nur 45 Prozent, in Ost- und Zentraleuropa sogar nur 16 Prozent der Bevölkerung?, sagte Enste.

Diese Verunsicherung hat nach Angaben von Enste ?viel mit den politischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu tun, die von Seiten der Politik nicht transparent genug kommuniziert werden?.



» Das Anpacken statt Einpacken ist der Grund, dass die USA und nicht Deutschland aus der Krise kommt «

Klaus-Peter Schöppner vom Meinungsforschungsinstitut Emnid

Vertrauen schafft Basis für Risikobereitschaft

Zudem kritisierte Enste die Darstellung von politischen Veränderungen in der Bundesrepublik. ?Reform wird als Opfergang empfunden. Das sollte die Politik umdrehen in Richtung: Nach einer Durststrecke geht es auch wieder bergauf?, appellierte Enste. Vertrauen schaffe die Basis für Risikobereitschaft.

?Wenn jemand vertraut, geht er auch mehr Risiko ein und ist damit offen für Globalisierung und internationalen Handel?, sagte Enste. Länder, die besonders viel Vertrauen hätten - wie die Niederlande oder auch die skandinavischen Staaten, entwickelten mehr wirtschaftlichen
Aufschwung, sagte Enste.


 
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Auch von den USA könnte Deutschland viel lernen, meint zum Beispiel Klaus-Peter Schöppner vom Meinungsforschungsinstitut Emnid. "Das Anpacken statt Einpacken ist der Grund, dass die USA und nicht Deutschland aus der Krise kommt", sagte er der Bild-Zeitung.

Dabei spielten auch die Kosten für Kontrollen eine Rolle. Wenn man den Mitmenschen mehr vertraue, dann müsse man auch weniger überprüfen und spare Kosten für Rechtsanwälte oder andere Kontrollen, meinte der Wirtschaftsethiker. ?Vertrauen in die Politik ist die wichtigste Basis für Unternehmen und Konsumenten, beispielsweise bei Investitionen und Konsumentscheidungen?, sagte Enste.


(sueddeutsche.de/dpa)

 

03.02.05 23:09

13786 Postings, 7542 Tage Parocorpist doch bekannt, oder?

so sind sie, viele deutsche.

die deutschen sind einfach ein paralysiertes volk, nix zu machen.


...be happy and smile    ariva.de

 

 

04.02.05 00:40

1720 Postings, 5785 Tage Hartz5Pessimismus - Optimusmus?

Was spielt das für eine Rolle? Im Gegensatz zur USA verlieren die einzelnen Staaten in Europa ihre nationale Prägung. So etwas wie Patriotismus, was in den USA von fast jedem Bürger, den Unternehmen und der Politik gelebt wird, gibt es weder in dieser Form für die Vereingten Staaten von Europa und schon garnicht für Deutschland.

Hier sieht man auch den gravierenden Unterschied zur politischen Landschaft. In den USA wird keine Form linker Politik geduldet (da hätte nicht mal die SPD eine Chance) und sogar außenpolitisch bekämpft. Ob Demokraten oder Republikaner, die politische Grundrichtung ist klar festgelegt und jeder Bürger oder Investor kann sich darauf verlassen, daß sich hieran nichts ändern wird. In Europa herrscht politische Vielstimmigkeit, die sich teilweise so gegensätzlich ist wie Feuer und Wasser.

Also, was machen die Unternehmen? Sie gehen genau dahin, wo die Produktionsfaktoren den meisten Profit abwerfen und in der Folge von 7,5 Millionen Arbeitslosen wird ein Teil davon demnächst beginnen dem hinterherzuwandern. In diese neue Rolle wird man sich erst noch einfinden müssen und die Frage nach dem warum wird noch lange im Raum stehen bleiben. Weshalb erst 50 Jahre lang nach der totalen Zerstörung etwas komplett Neues und Gutes national aufbauen, um es dann wieder zu verschenken?

Deutschland hat die einstmals überlegene Bildung geopfert, ist dabei das historisch gewachsene soziale Band zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern aufzukündigen und verliert sein politisches Gesicht, welches sich den großen Volksparteien widerspiegelte.

Kurz gesagt, ein Land gibt seine nationale Identität auf und ist aufgrund seiner Größe und Struktur nicht in der Lage, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Eine Gesellschaft ohne Ziel- und Wertvorgabe, nur mit einem Oberbau aus anonymer Demokratie und Wirtschaftsraum, der zudem keinen fairen Wettbewerb mehr garantiert, wird jede Zukunftsinvestition uninteressant und zum unkalkulierbaren Risiko, egal ob für den einzelnen Bürger oder ein Unternehmen. Hier zählt im Moment nur noch der schnelle Profit und der persönliche Vorteil.

Warum in Deutschland produzieren, wenn ich es gleich um die Ecke wesentlich billiger kann? Warum in Deutschland forschen und entwickeln, wenn ich genauso gute Mitarbeiter im Ausland für die Hälfte oder weniger bekomme? Warum in Deutschland meine Steuern abführen, wenn ich im gleichen Wirtschaftsraum günstigere Alternativen finde? Warum mich mit Gesetzen und Auflagen rumschlagen, die ich zudem logisch nicht mehr nachvollziehen kann, wenn es auch einfacher geht? Wie soll ich meine Altersvorsorge gestalten und welche Sicherheiten habe ich dabei überhaupt noch, wenn hier schon fast im Minutentakt Änderungen erfolgen? usw.

Pessismus - Optimismus? Eher Überlegungen auf die der Normalbürger keine rationalen Antworten mehr finden kann und die ihm die Politik schon garnicht mehr bietet, wobei ein Teil davon lieber weiter Wirtschaftsfeindlichkeit und Bürokratismus pflegt und sich lieber an Windmühlen, Dosenpfand und Ökosteuer ergötzt. Bei der politischen Standfestigkeit und der Wahrung des Wohlstands, da können wir sicherlich von den USA lernen. Aber da haben die linken Schreier sicherlich auch die besseren Zukunftskonzepte.  

04.02.05 08:14

32 Postings, 6003 Tage NaturfreundOptimismus braucht etwas

@Hartz5
guter Beitrag!

Woher soll der Optimismus der Leute auch kommen?
Der Optimismus braucht im Gegensatz zur Hoffnung etwas reales an das er sich aufrichten und nähren kann!
Versprechungen genügen da überhaupt nicht, egal wie oft sie wiederholt werden!

Mit der Hoffnung ist das anderes (das ist wohl auch der Grund warum sie zuletzt stirbt)  

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