Ozeane leergefischt: Nie wieder Fischstäbchen?

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neuester Beitrag: 01.12.06 00:01
eröffnet am: 30.11.06 08:16 von: denkidee Anzahl Beiträge: 12
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30.11.06 08:16
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112127 Postings, 6238 Tage denkideeOzeane leergefischt: Nie wieder Fischstäbchen?

Geht's auch den Steinbeißern an den Kragen? (Foto: Wikipedia)

   
Ozeane leergefischt: Nie wieder Fischstäbchen?

Rotbarsch, Kabeljau und Schellfisch - wo sind sie geblieben? Vor wenigen Jahrzehnten noch gehörten sie zum Meer wie Wind und Wellen. Heute sind sie selten geworden und finden sich kaum noch in den Netzen der Fischer. Viele Fischarten gehören mittlerweile zu den bedrohten Tierarten.

Bildergalerie: Die Liste der seltenen Fische

Vorbei sind die Zeiten, als sich vor den deutschen Küsten noch alle Arten von edelstem Speisefisch tummelten. Vorbei die Zeiten, in denen der Fischfang vielen Menschen an der Küste ein lukratives Einkommen bescherte. Heute wird den immer selteneren Speisefischarten überall auf den Weltmeeren mit Hightech, Satellitenortung und kilometerlangen Netzen nachgestellt.

Bald sind die Meere leer

Die Folge: Rotbarsch, Kabeljau und Schellfisch werden immer seltener. Die Experten warnen. Geht der Fischfang in diesem Stil weiter, können die Meere schon in wenigen Jahren leergefischt sein. Schon heute zeigt sich, dass die Fische, die sich in den Netzen verfangen, immer kleiner werden. Nur selten erreichen die Schuppentiere noch die Größe voll ausgewachsener Exemplare.

Eine globale Studie über die Folgen des Artensterbens in den Meeren schürt schlimme Befürchtungen. Die Datenrecherche, in die unter anderem die Fischfang-Daten der Vereinten Nationen seit 1950 eingegangen sind sowie Archivdaten aus Küstenregionen der vergangenen 1.000 Jahre, zeigen Erschreckendes.

Knapp ein Drittel der von den Menschen genutzten Fisch- und Meeresfrüchtebestände sind um 90 Prozent im Vergleich zu den Ausgangswerten zurückgegangen. Obwohl der Aufwand der industriell betriebenen Fischfänger immer größer wird, die technische Ausrüstung kaum noch einen Fischschwarm unentdeckt lässt, sinken die Erträge kontinuierlich.

Gibt es noch Hoffnung?

Immer mehr wärmeliebende Arten aus wandern aus südlicheren Meeresregionen in die leergefischte Nordsee ein, wo sie sich offensichtlich dank des Klimawandels immer wohler fühlen und, wie im Falle der Streifenbarben, schon in größeren Schwärmen vorkommen. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass in Schutzzonen, in denen der Fischfang weitestgehend verboten ist, sich die Artenvielfalt in relativ kurzer Zeit fast vollständig erholen kann. Vielleicht ist es doch noch nicht zu spät für Rotbarsch, Kabeljau und Co.

Welche Fische kann man denn überhaupt noch mit ruhigem Gewissen kaufen? Dazu hat der WWF einen Fischführer herausgegeben, eine Checkliste für den Fischkauf, die Empfehlungen zu den unterschiedlichen Fischarten enthält. Und es gibt sie noch, die Fische, die Sie mit ruhigem Gewissen kaufen können. Dazu zählen alle Fische, die mit dem MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) versehen sind, das Fänge aus nachhaltiger Fischerei kennzeichnet.

 
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30.11.06 08:47
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112127 Postings, 6238 Tage denkideeKabeljau

(Foto: FishBase)

Kabeljau
Der Kabeljau zählte bis etwa 1970 zu den verbreitetsten Fischarten überhaupt. Weil er in großen Schwärmen vorkam, leicht zu fangen war, sich gut verarbeiten und lagern ließ, wurde er in Massen gefischt. Die Folge: Der Kabeljau wurde massiv überfischt, die Bestände gingen dramatisch zurück. Heute ist der Fortbestand der Kabeljaubestände bedroht.

Im Bereich des Atlantik gibt es fünf größere Kabeljaubestände. Zweien davon, dem isländischen und der Barentssee-Kabeljau, geht es relativ gut. Drei weitere Bestände, die weiter südlich vorkommen, sind in katastrophalem Zustand. Daher wird empfohlen, keinen Kabeljau mehr zu kaufen.

 
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30.11.06 09:04
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112127 Postings, 6238 Tage denkideeRotbarsch

(Foto: dpa)

Rotbarsch
Schon seit 1998 besteht ein Fangverbot für Rotbarsch im Nordatlantik, doch die Einhaltung der Fangquoten wurde nicht kontrolliert. Im Jahr 2005 wurden neue Fangquoten vereinbart, die höher lagen, als es die Bestände zuließen. Daher ist der Rotbarsch in seinem Fortbestand besonders gefährdet.

Besonders gravierend ist, dass Rotbarsche erst nach zwölf bis 20 Jahren geschlechtsreif sind und nur relativ wenige, lebende Larven zur Welt bringen. Die Überfischung wirkt sich dadurch besonders stark und langfristig auf die Bestandserhaltung aus. Rotbarsch sollte daher nicht mehr gekauft werden.

 
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30.11.06 09:28
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112127 Postings, 6238 Tage denkideeHeilbutt

(Foto: FishBase)

Heilbutt
Der Heilbutt ist weltweit stark gefährdet. Noch vor einigen Jahren wurden bis zu drei Meter große Exemplare gefangen. Heute gelten die langlebigen Plattfische als extrem überfischt.

Experten fordern für den großen Weißen Heilbutt und auch den kleineren Schwarzen Heilbutt aus dem Nordostatlantik Schutzpläne und niedrige Fangquoten. Diese Fische sollten nicht mehr gekauft werden.

 
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30.11.06 14:34
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112127 Postings, 6238 Tage denkideeDornhai / Seeaal

(Foto: FishBase)

Dornhai / Seeaal
Der Dornhai ist die häufigste Haifischart, ist aber in verschiedenen Meeren gefährdet. Vor allem wegen seiner langen Lebensdauer und der späten Geschlechtsreife besteht wegen der Überfischung Gefahr für die Bestände. Er wird erst mit zehn bis 20 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen bringen nach zwei Jahren Tragzeit bis zu 20 Junge zur Welt.

Dornhaifänge in der Nordsee sanken seit den 60er Jahren um 80 Prozent. Auch im Nordatlantik ist der Bestand kollabiert.

Dornhai wird auch in der Nordsee gefangen und ist als "Schillerlocke? oder "Seeaal? im Handel. Wegen der starken Überfischung und dem Rückgang der Bestände sollten Dornhai, Schillerlocken und Seeaal nicht mehr gekauft werden
 
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30.11.06 16:27
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112127 Postings, 6238 Tage denkideeLengfisch

(Foto: dpa)

Lengfisch
Der Lengfisch gehört zu den Arten, über deren Lebenszyklus noch wenig bekannt ist. Was bekannt ist, ist die Tatsache, dass auch Lengfisch zu den stark überfischten Spezies gehört. Fischereiexperten empfahlen daher, die Fangquoten drastisch zu reduzieren, doch die EU senkte die Quoten für 2006 nur um zehn Prozent - weiterhin schlechte Aussichten für den Fortbestand Leng.

Lengfisch aus dem Nordostatlantik nach Möglichkeit nicht mehr kaufen.

 
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30.11.06 18:56
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112127 Postings, 6238 Tage denkideeScholle

(Foto: dpa)

Scholle
Zwar wurde der Fangdruck auf Nordsee-Schollen seit ihrem zahlenmäßigen Tiefstand 1997 deutlich reduziert, trotzdem bleibt er zu hoch. Bei der Fischerei auf Seezungen werden bis zu zwei Drittel der mitgefangenen Schollen tot oder sterbend wieder über Bord geworfen.

Vor allem die Art der Befischung auf Seezunge und Scholle ist extrem umweltschädigend. Schleppnetze, die über den Boden gezogen werden, pflügen den Meeresboden um, was besonders die Vielfalt der Bodenlebewesen stark reduziert. In den Netzen findet sich jede Menge "Beifang? ? für jeden marktfähigen Plattfisch geht ein Vielfaches an mitgefangenen Fischen ungenutzt wieder über Bord.

Um die Bestände zu schützen und wegen der brachialen Fangmethoden sollten Schollen nicht gekauft werden.

 
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30.11.06 20:11

12570 Postings, 6137 Tage EichiSchuld ist der Mensch.

Es gibt einfach zu viele.  

30.11.06 20:16
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2142 Postings, 6119 Tage andreHannibalSeid wann ist in Fischstäbchen Fisch?

Habe ich da was verpasst?

André  

30.11.06 20:28
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781 Postings, 5141 Tage koebesDa wird Käpt`n Iglo ja Arbeitslos

und Hartz4 Emfänger.  

30.11.06 23:15

112127 Postings, 6238 Tage denkideeSteinbeißer

(Foto: dpa)

Steinbeißer
Das Verbreitungsgebiet der Steinbeißer beschränkt sich auf die Atlantikküsten Frankreichs und der britischen Inseln, Island, die Nordsee, die norwegischen Küste (und Fjorde) sowie die Gewässer bis zur sibirischen Insel Nowaja Semlja. Im Pazifik um Japan herum und vor der kalifornischen Küste findet sich die pazifische Unterart.

Normalerweise leben die Tiere am felsigen Meeresgrund, wo sie zahlreiche Versteckmöglichkeiten finden. Die geschlechtsreifen Tiere steigen aber auf in Tiefen von 70 bis 200 Meter, wo sie den Schleppnetz-Trawlern als Beifang in die Netze gehen.

Dadurch kommen die Tiere nicht mehr zur Paarung und Eiablage - die Bestände sind gefährdet. Daher sollten Steinbeißer nicht mehr gekauft werden.

 
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01.12.06 00:01

112127 Postings, 6238 Tage denkideeHai

(Foto: dpa)

Hai
Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO sterben jährlich 100 Millionen Haie durch die Fischindustrie. Sie gehen als unerwünschter Beifang in die Netze oder werden gezielt gefangen. Vor allem im Pazifik machen asiatische Fischer Jagd auf Haie, um ihnen die Flossen abzuschneiden, die in vielen asiatischen Ländern als Delikatesse auf dem Speiseplan stehen. Die verstümmelten Tiere werden wieder zurück ins Meer geworfen.

700.000 Haie jährlich werden durch Langleinenfischerei im Pazifik getötet, 80.000 Blauhaie gehen Jahr für Jahr allein der französischen Trawlerflotte im Nordostatlantik in die Netze.

Rund siebzig Haiarten gelten als gefährdet, elf stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.

 
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