Ossis sind Türken unglaublich

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eröffnet am: 19.12.06 19:09 von: Skyline2007 Anzahl Beiträge: 5
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7953 Postings, 5118 Tage Skyline2007Ossis sind Türken unglaublich

© DIE ZEIT 02.10.2003 Nr.41

Ossis sind Türken
13 Jahre Einheit: In Gesamt-Westdeutschland sind die Ostdeutschen Einwanderer  Von Toralf Staud

In Wolfgang Beckers Good bye, Lenin! besucht der Filmheld Alex kurz vor den Wiedervereinigungsfeiern seinen in den Westen geflohenen Vater. Unerkannt betritt er die schmucke Villa in Wannsee, setzt sich zu seinen Halbgeschwistern vor den Fernseher und schaut das Sandmännchen. Die beiden Kinder fragen, wie er heiße, woher er komme. Alex antwortet: ?Ich komme aus einem anderen Land.? Er sagt nicht, er sei aus der DDR. Er sagt nicht, er komme aus ?der Zone?. Alex sagt auch nicht: ?Ich bin einer eurer armen Brüder und Schwestern.? (Obwohl das in dieser Konstellation nicht einmal gelogen gewesen wäre und einen hübschen Szenenwitz abgegeben hätte.) Schon gar nicht sagt er, er sei Ostdeutscher. Alex sagt: Er komme aus einem völlig anderen Land als die beiden West-Berliner Kinder. Das ist die schlichte Wahrheit. Wäre sie in den vergangenen 13 Jahren beachtet worden, der Prozess der Deutschen Einheit wäre anders ? und wahrscheinlich erfolgreicher ? verlaufen.

Seit dem Mauerfall und der Wiedervereinigung beherrschen Missverständnisse und wohlmeinende Lebenslügen über ?die Ostdeutschen? Politik und Öffentlichkeit. ?Der Westen? redete sich und den Ostlern ein, eigentlich sei man sich gar nicht so fremd. Nun wachse zusammen, was zusammengehöre. Alles werde gut. Ganz schnell. Tatsächlich aber sind die Ostdeutschen ? genau wie Alex sagt ? aus einem völlig anderen Land gekommen. Sie ließen ihre Heimat hinter sich, gerieten in einen fertigen Staat, in eine gesetzte Gesellschaft, die nicht auf sie gewartet hatte, die sie kaum mitgestalten konnten, in die sie sich einzupassen hatten. Wie typische Immigranten waren die Ostdeutschen anfangs orientierungs- und weitgehend mittellos. Sie hatten hohe Erwartungen, durchliefen Begeisterung und Enttäuschung. Das Außergewöhnliche ihres Migrantendaseins ist bloß, dass sie ausgewandert sind, ohne sich fortbewegt zu haben. Das neue Land ist zu ihnen gekommen, nicht umgekehrt.

Welchen Nutzen hat es, die Ostdeutschen als Immigranten zu betrachten? Erstens ergeben viele ihrer Verhaltensweisen plötzlich Sinn, die dem Westen bisher unverständlich erschienen. Die meisten Irritationen zwischen Ost- und Westdeutschen lassen sich als Konflikt erklären zwischen der Erwartung einer Mehrheitsgesellschaft einerseits, die Hinzukommenden mögen sich doch bitte artig anpassen, und der Forderung der Zuwanderer andererseits, zumindest etwas von ihrer Identität bewahren zu dürfen ? eine typische Auseinandersetzung also zwischen einem Aufnahmeland (das Assimilation verlangt) und Immigranten (die höchstens zu Integration bereit sind). Die Ostalgiewelle etwa, die gerade durch die Fernsehkanäle geschwappt ist, erklärt sich dadurch ganz simpel.

Zweitens lässt sich aus dieser Betrachtungsweise möglicherweise ein klügerer Umgang mit ?dem Ostdeutschen? ableiten. Drittens könnte ein Perspektivenwechsel bei Prognosen hilfreich sein: Betrachtet man die Ex-DDR-Bürger als Einwanderer, lassen sich möglicherweise realistische Antworten geben auf die Frage, was auf Dauer bleiben wird von der DDR.

Iren in Amerika erging es ähnlich

 

19.12.06 19:10

8274 Postings, 5492 Tage pomerolFrechheit o. T.

19.12.06 19:12

12175 Postings, 7151 Tage Karlchen_IIIch finde historische Artikel eigentlich weniger

19.12.06 19:13

7953 Postings, 5118 Tage Skyline2007Karlchen_II

wie dein name schon sagt ,nicht war.

musste ja auch nicht  

20.12.06 17:51

7953 Postings, 5118 Tage Skyline2007iss trotzdem supi o. T.

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