Olympia bavarese

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neuester Beitrag: 15.09.05 16:13
eröffnet am: 15.09.05 15:51 von: MD11 Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 15.09.05 16:13 von: BeuleVonOs. Leser gesamt: 176
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15.09.05 15:51

4020 Postings, 6459 Tage MD11Olympia bavarese

Nürnberger Architekt baut Olympiahalle in Peking


Nürnberg/Peking (dpa) - Der Nürnberger Architekt Thomas Glöckner baut das «National Indoor Stadium» für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.


Computeranimation des Entwurf für das National Indoor Stadium in Peking.


dpa

Wie Glöckner erklärte, setzte er sich mit seinem Entwurf gegen die Vorschläge von etwa 800 Konkurrenten durch. In der rundum verglasten Halle sollen die olympischen Turnwettbewerbe stattfinden. Das Stadion mit 18 400 Sitzplätzen wird etwa 100 Millionen Dollar kosten.

Glöckners Entwurf setzte sich sowohl bei einer Fachjury als auch in einer Publikums-Abstimmung durch. Dabei hatten Bewohner von Peking sowohl über Internet als auch in einer Befragung per Wahlzettel über das in der Halle des Volkes ausgestellte Modell befinden können. Nach Angaben des Architekten bezieht der Entwurf die chinesische Symbolik der Himmelsrichtungen ein und wird eines der zentralen Bauwerke der Spiele sein.

Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wertete den Erfolg des Nürnberger Architekten als «Paradebeispiel für die innovative Kraft in unserem Land». Die geplante Olympiahalle gebe «Made in Germany» im Zukunftsmarkt China einen guten Klang. Die Bayerische Staatsregierung habe Glöckner in der letzten Phase des Wettbewerbs auch finanziell unterstützt, erklärte der Architekt.

 

15.09.05 15:53

21799 Postings, 7663 Tage Karlchen_ISieht aus wie der

Palast der Republik  

15.09.05 16:13

1016 Postings, 6186 Tage BeuleVonOst@MD: na und?

Bauen für China


Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt die China-Projekte eines Hamburger Architekturbüros
Wer durch China reist, den wird die Zersiedlung der Landschaft verwirren, die Strukturlosigkeit der Städte ohne Zentrum, ohne Ende. Zunehmend werden nun internationale Architektenbüros für Projekte engagiert. Ein Hamburger Büro präsentiert nun seine China-Projekte.

Gerkan, Mark und Partner haben schon rund 100 Entwürfe geliefert, drei sind bereits fertig gestellt und 18 sind im Bau oder in Planung etwa für die Hafenstadt Luchao südlich von Shanhei, wo ab 2020 etwa 300 000 Menschen leben sollen.

Die China-Projekte von Gerkan, Mark und Partner sind jetzt in einer Ausstellung zu sehen und zwar im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.

Im abgedunkelten Obergeschoss des Museums für Kunst und Gewerbe nimmt ein etwa fünf Meter breites Panoramabild die Besucher beeindruckend in Beschlag: Es zeigt das weite Rund einer Lagunenstadt, einer "never ending" Copocabana. Diese umfasst freundlich, aber akkurat und vor allem kreisrund einen künstlichen See. In Wirklichkeit besitzt dieser riesengroße Wassertropfen einen Durchmesser von zweieinhalb Kilometern. Luchao Harbour City soll in ersten Bauabschnitten bis zum Jahr 2005 fertiggestellt sein.

Erfahrungen mit chinesischen Geschwindigkeiten zeigen, dass daran nicht zu zweifeln ist. Die Bagger und Kräne sind schon da, insgesamt 300.000 Menschen, also die Bevölkerung einer Stadt wie Braunschweig, werden hier südöstlich von Shanghai, direkt am Zugang zum zukünftigen Tiefseehafen Yangshan leben.

Luchao krönt das Engagement der Hamburger Architekten Gerkan, Mang und Partner, die inzwischen Dutzende von Wohnhäusern, Museen oder Messehallen in China projektiert haben und auch realisieren werden.

Die Ausstellung im Hamburger "Museum für Kunst und Gewerbe" gibt auf großformatigen Bannern einen guten Eindruck von der Großzügigkeit und bisweilen vom Gigantismus der Projekte wider.

Luchao Harbor City, so will es die Ironie der Geschichte, wird einen europäischen Traum von der Idealstadt ausgerechnet in China erfüllen. So lange Menschen in der bisweilen selbstquälerischen Verdichtungsform von Großstädten zusammenleben, suchen auch kluge Köpfe nach idealen Stadtmustern, die vor allem mit dem Wort Ordnung beschrieben werden können. Der Ausstellungskatalog liefert dazu einen guten Überblick.

Insbesondere im 20. Jahrhundert, als die städtische Katastrophe kulminierte, versuchten Planer und Architekten, wie Ebenezer Howard, Le Corbusier oder Oscar Niemeier immer wieder Städte als kleine Paradiese neu zu konzipieren. Meist waren diese kreis-rund: Der Kreis diente als Zeichen des Kosmos und Sinnbild von Harmonie. Ob in der fürstlichen Idealstadt Karlsruhe oder in den Skizzen einer ideellen Gartenstadt von Howard, wo die runden Vorstädte um die Central City wie die Planeten um die Sonne kreisen. Die meisten Architekten und Planer scheiterten. Entweder wurden ihre Ideen erst gar nicht verwirklicht oder schlicht von Auto und Wachstum überrollt.

Meinhard von Gerkan hat sich nun auch für das Kreismotiv entschieden. In den Mittelpunkt der neuen Stadtlandschaft legt er einen See, so wie in seiner Heimatstadt Hamburg die Außenalster dominiert. Der See ist kreisrund.

Ordnung und der Glaube an die Kraft der Geometrie haben Meinhard von Gerkan in seinem ganzen architektonischen Schaffen begleitet, hier nun könnten sie ihm zum finalen Erfolg verhelfen. Kreisförmig liegen die Nachbarschaften der Stadt um den See mit seinen zentralen Cityangeboten. Nicht chaotisch wird das Auto sich diese Stadt erobern können, sondern über Radialstraßen kanalisiert und in die einzelne Quartiere geführt. Eine Ringbahn erreicht alle Stadtteile. Eine klare Angelegenheit und Haltung dieses Architektenbüros.

Sehr wahrscheinlich, so glauben jedenfalls Meinhard von Gerkan und seine Mitarbeiter in China, ist darin ihr Erfolg und der von inzwischen zahlreichen anderen deutschen Architekten in China begründet: deutsche Tugenden wie Logik und Sicherheit in der Ingenieursbaukunst kommen hinzu. Und dass die Chinesen von deutscher Architektur eine hohe Meinung haben, lässt sich noch heute in der von Deutschen gegründeten Hafenstadt Tschingdao beobachten: Alle alten kolonialen Gebäude vom ehemaligen Governeurssitz bis hin zu den Wohnhäusern haben noch heute einen hohen Gebrauchswert und werden umfangreich saniert. Vielleicht ist das ein gutes Omen für die erste richtige Stadtneugründung des 21. Jahrhunderts in Luchao-Harbor City.


 

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