Ölpreis-Sprung treibt US-Börsen ins Minus

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eröffnet am: 15.09.05 07:40 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 1
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24466 Postings, 5898 Tage EinsamerSamariterÖlpreis-Sprung treibt US-Börsen ins Minus

Wall Street

Ölpreis-Sprung treibt US-Börsen ins Minus

Ein Sprung des US-Ölpreises um fast zwei Dollar hat am Mittwoch den Anlegern an der Wall Street die Kauflaune verdorben und die Kurse ins Minus geschickt. Händlern zufolge hatte schon zuvor das nächste Woche anstehende Zinstreffen der US-Notenbank (Fed) die Investoren zur Vorsicht veranlasst.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen 10 633 und 10 537 Zählern. Er verließ den Handel 0,5 % ermäßigt mit 10 545 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um 0,33 % auf 1227 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte sogar 1,03 % auf 2149 Stellen ein.

?Es scheint jetzt Vorsicht zu herrschen vor dem Treffen des FOMC?, sagte Paul Cherney von Cherney Market Analysis. Der für die Geldpolitik der Fed verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) kommt am Dienstag zu turnusmäßigen Beratungen zusammen. Analysten erwarten mehrheitlich eine elfte Leitzinserhöhung um wiederum 25 Basispunkte auf dann 3,75 %. Mit Spannung warten sie jedoch auf eine Stellungnahme der Fed zu den wirtschaftlichen Folgen des Hurrikans ?Katrina?.

Händlern zufolge trübte der unerwartet starke Rückgang der US-Ölvorräte in der vergangenen Woche und der dadurch ausgelöste Preissprung für leichtes US-Öl um mehr als zwei auf über 65 Dollar die Stimmung auf dem Börsenparkett. ?Wir erleben eine technische Reaktion, die durch die höheren Ölpreise verstärkt wird?, sagte Elliot Spar von Ryan Beck & Co.

Nutzen zogen allerdings die großen Energiekonzerne daraus, weil die Investoren bei steigenden Ölpreisen auch wachsende Gewinne der Konzerne erwarten. Lebhaft gefragt waren deshalb die Aktien des weltgrößten Energiekonzerns Exxon Mobil, die sich um knapp ein Prozent auf 62,47 Dollar verteuerten. Die Papiere des Konkurrenten Chevron wurden mit 62,55 Dollar um knapp 0,3 % höher angeschrieben.

Auch ein überraschend positiver Quartalsbericht der Investmentbank Lehman Brothers, die ihren Gewinn um 74 % gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten klar übertroffen hatte, weckte Begehrlichkeiten der Anleger. In Erwartung kräftig sprudelnder Gewinne der gesamten Branche kauften sie nicht nur Lehman-Aktien, die dadurch zunächst um mehr als ein Prozent anzogen, sondern auch Papiere der Konkurrenten. Lehman schlossen nur leicht höher mit 112,41 Dollar. Die Titel von JPMorgan Chase legten knapp 0,3 % auf 34,24 Dollar zu.

Dagegen belastete die Erwartung eines Konkursantrages der drittgrößten US-Fluggesellschaft Delta Air Lines den Markt. Der Kurs sackte um fast neun Prozent auf 0,71 Dollar ab.

Für Enttäuschung sorgte auch der erst im August an die Wall Street gebrachte chinesische Internet- Suchmaschinenbetreiber Baidu.com. Die Emissionsbanken Goldman Sachs und Piper Jaffray stuften die Papiere auf ?underperform? ab. Damit lösten sie eine Verkaufswelle aus, die den Kurs der Papiere um knapp 28,5 % auf 83,93 Dollar in die Tiefe spülte. Andere Internetwerte, wie Yahoo und Google gerieten in den Sog und verloren knapp 1,5 % auf 33,80 Dollar, beziehungsweise fast 2,8 % auf 303,00 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,49 Mrd. Aktien den Besitzer. 1217 Werte legten zu, 2079 gaben nach und 165 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,72 Mrd. Aktien 984 im Plus, 2017 im Minus und 167 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 8/32 auf 100-22/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,164 %. Die 30-jährigen Bonds fielen im Kurs um 17/32 auf 113-31/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,450 %.

Quelle: HANDELSBLATT, Mittwoch, 14. September 2005, 22:31 Uhr

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