Neues Momentum in der Mobilfunkindustrie...

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1497 Postings, 6945 Tage Fips17Neues Momentum in der Mobilfunkindustrie...

07.05.2001: Gries & Heissel: Neues Momentum in der Mobilfunkindustrie?
In zweiten Halbjahr 2000 erhöhte sich der Pessimismus in der Mobilfunbranche. Kann die Perspektive für Datendienstleistungen einen neuen Wachstumsboom auslösen? Die Zukunftserwartungen in der Mobilfunkindustrie erhielten in 2000 einen Dämpfer. In den Jahren zuvor war diese Geschäftsaktivität bei den ehemaligen Monopolen für die Gewinndynamik verantwortlich. Der ausgeprägte Anstieg der Kundenzahl ermöglichte sogar, die Erosion der Festnetzergebnisse zu kompensieren. In 2001 setzte sich allerdings der Konsens durch, dass die in der Vergangenheit erreichten Umsatzwachstumsraten in 2001 nicht mehr zu realisieren sind.

Im ersten Halbjahr 2000 waren die Investoren zuversichtlich, dass zusätzliche Umsätze durch Datendienstleistungen den durchschnittlichen Umsatz je Kunde steigern werden. Die erfolgreiche Einführung von SMS (Short Message Standard) ließ auf eine solche Entwicklung schließen. Der nächste Umsatzschub sollte durch die Einführung von WAP-Diensten (Wireless Application Protocol) kommen. Die Konsumentenakzeptanz für diese Dienstleistung erwies sich allerdings als sehr zäh.

Im weiteren Verlauf des Jahres mussten die Telekommunikationsunternehmen noch erhebliche Beträge für den Erwerb von UMTS-Lizenzen bereitstellen. In Deutschland wurden für 6 Lizenzen insgesamt EUR 50,8 Mrd. bezahlt. Im Vereinigten Königreich kosteten 5 Lizenzen EUR 34 Mrd. und in Italien wurde für ebenfalls 5 Lizenzen EUR 13,8 Mrd. bezahlt. Die hohen Lizenzkosten in Verbindung mit den erwarteten Infrastrukturaufwendungen ließen viele Investoren nicht mehr an den wirtschaftlichen Erfolg der mobilen Datenübertragung glauben. Insbesondere die Tatsache, dass der Vorreiter der mobilen Datenübertragung WAP sich als Flop etablierte, nährte die Szenarien der Skeptiker. Diese Entwicklungen hatten zur Konsequenz, dass der Marktkonsens von Euphorie auf Pessimismus schwenkte und die Kurse der Telekommunikationswerte stark belastete.

Die CeBIT 2001 konnte die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der mobilen Datendienste nicht verdrängen. Jedoch bot sie den Finanzmärkten die Möglichkeit, die Perspektive neu einzuschätzen. Die Ausrüster von Telekommunikationshardware stellten dort ihre 2,5G-Telefone vor. Der GSM-Standard wird als die 2. Generation des mobilen Telefonierens bezeichnet. GPRS ist eine Weiterentwicklung dieses Standards, der höhere Datenübertragungsraten zulässt. Daher die Bezeichnung 2,5-Generation. Ab 2002 wird die UMTS-Technologie eingeführt und markiert die 3. Generation des Mobilfunks. Die bedeutendeste Charakteristik der 3G-Technologie ist die schnelle Datenübertragung. Mit dieser Technik kann voraussichtlich eine Übertragungsrate von 140 kb/s je Sekunde erreicht werden. Dies entspricht der 3-fachen Geschwindigkeit eines analogen- und der 1,1- fachen Geschwindigkeit eines ISDN- Festnetzanschlusses. Ein maßgeblicher Faktor für die enttäuschende Entwicklung der WAP-Dienste war die langsame Übertragungsrate von nur 9,6 kb/s und die unattraktive Darstellung der Inhalte auf Monochrome-Displays. Die 2,5G-Endgeräte haben das Darstellungsproblem teilweise gelöst. Allerdings wird die immer noch geringe Ansichtsfläche bei breiten Kundengruppen voraussichtlich nur wenig Kaufanreize auslösen. Bei der Einführung der 3G-Endgeräte in 2002 kann mit Telefonen und handgroßen Computern gerechnet werden, die über größere und vor allem bunte Bildschirme verfügen. Allerdings sind und werden diese Geräte teuer sein. Aus diesem Grund erwarten wir keinen durchschlagenden Erfolg bei den privaten Datendiensten bis 2005, insbesondere vor dem Hintergrund der gerade angekündigten Kürzung der Endgerätesubventionierung bei einigen Mobilfunkanbietern. Wir erwarten in der ersten Phase der UMTS-Einführung eine rege Nachfrage bei Geschäftskunden, gefördert durch den Einsatz der Geräte in mobilen Business to Business (B2B) e-commerce Transaktionen und Verbindungen zu den Unternehmensinternen Intranets.

Die Wachstumsperspektiven für die Nutzung des mobilen e-commerce sind hoch. Eito, der europäische Telekommunikationsverband, erwartet ein Teilnehmerwachstum von 7 Millionen am Ende 2000 auf 175 Millionen bis 2005. Die Umsatzerwartung für 2005 liegt bei ca. EUR 86,1 Mrd. Diese Annahmen indizieren einen durchschnittlichen Jahresumsatz je Kunde in Höhe von EUR 492. Auf Monatsbasis beträgt der Umsatz EUR 41 und entspricht dem derzeitigen durchschnittlichen Umsatz je Teilnehmer bei der Sprachkommunikation. Der derzeitige Umsatz ist allerdings schon durch den eher schwachen Umsatz der "pre-paid" Kunden verwässert. Wir halten diese Prognose für konservativ und erwarten daher an eine Erholung der Telekommunikationswerte bei verbesserten Marktbedingungen.

Quelle: Gries & Heissel

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mfg Fips17  

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