Neuer Zusatz für die AGB's bei Ariva

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eröffnet am: 01.11.05 18:28 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 1
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24466 Postings, 5760 Tage EinsamerSamariterNeuer Zusatz für die AGB's bei Ariva

GUTE-LAUNE-KLAUSEL

Jammern am Arbeitsplatz verboten

Meckern über das Wetter? Nörgeln über den lahmen Rechner? In einer Leipziger IT-Firma wäre das glatt ein Kündigungsgrund. Per Arbeitsvertrag bekennen sich die Mitarbeiter zum positiven Denken und sind nun ständig gut drauf - oder bleiben zu Hause.

"Ich finde es einfach Spitze, dass in unserem Unternehmen das Meckern und Jammern nicht verbreitet ist", sagt Kathleen Sochor. Sie ist seit vier Jahren fest im Team der aufstrebenden Leipziger Nutzwerk GmbH. Für sie war die Klausel im Arbeitsvertrag kein Problem, sie zähle ohnehin nicht zu denen, die ständig jammern und meckern, sagt sie.

Ihre Kollegin Mira Giesen ist ebenfalls begeistert. "Viele Menschen ärgern sich über ganz unnütze Dinge", sagt die 21-Jährige, die seit August bei der Leipziger IT-Firma ausgebildet wird. Sie sitzt am Empfang im sechsten Stock des Atrium-Bürohauses. Ein Empfang, der wenig Kundschaft sieht, denn die im Betrieb gefertigten Sicherheitslösungen für "Safer Surf" werden ausschließlich per Internet vertrieben.

90 Prozent der 16 Angestellten von Nutzwerk sind Programmierer ohne direkten Kundenkontakt. Dennoch haben alle in ihrem Arbeitsvertrag die Klausel unterschrieben, dass Meckern und Jammern in der Firma verboten ist. "Es ist wirklich so: Wenn einer anfängt, zieht er alle mit runter, und ein Tag voller Sonnenschein ist dann wie ein Tag voller Regen", so Mira Giesen.

Lächeln als Firmenphilosophie

Auslöser für die ungewöhnliche Klausel im Arbeitsvertrag war eine ehemalige Mitarbeiterin, die sich partout nicht mit der Firmenphilosophie abfinden konnte. Seitdem heißt es offiziell "Meckern und Jammern verboten". Die Geschäftsführung sieht sich bestätigt. "Die Mitarbeiter denken positiver. Wichtig ist einfach nur, wenn sie hier arbeiten, dass sie sich nicht hinreißen lassen nachzugrübeln, sondern einfach nach vorn schauen", erklärt Thomas Kuwatsch, zweiter Mann in der Nutzwerk GmbH.

Doch wie weit reicht dieses Verbot? Und dürfen Programmierer, die am Ende einer tagelangen harten Arbeit vor einem Scherbenhaufen stehen, gar nicht schimpfen? Thomas Kuwatsch: "Wenn man eben diesen Ansatz verfolgt und sagt, das kann ich jetzt eh nicht ändern, ich leg noch mal los und bin dann in drei Tagen fertig, dann kann ich mich freuen, dass ich es geschafft habe."

Gute-Laune-Klausel rechtlich fragwürdig

Arbeitsrechtler sehen eine derartige Vereinbarung im Arbeitsvertrag, die einen Eingriff in die Privatsphäre des Arbeitnehmers darstellt, mit gemischten Gefühlen. "Grundsätzlich können Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertraglich vereinbaren, worauf sie sich einigen", sagt die Leipziger Rechtsanwältin Marion von Sahr. "Natürlich können sie sich auch darauf einigen, dass Miesepetrigkeit verboten sein soll." Ob eine Kündigung wegen Miesepetrigkeit am Ende jedoch durchsetzbar sei, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mehr verstehen, sei allerdings fraglich.

Allerdings gilt die ungewöhnliche Klausel nicht absolut, erklärt Mitarbeiter Jens Piatrowski. "Wir streiten durchaus über konstruktive Dinge. Und das steht ja auch explizit mit drin in diesem Paragraphen: Konstruktive Kritik ist erlaubt", so Piatrowski. Und was passiert, wenn es überhaupt nicht geht, wenn der Tag mit dem falschen Bein beginnt und auch danach alles schief läuft? "Also wenn es überhaupt nicht geht, dann bleibe ich zuhause. Das ist aber bisher noch nie passiert."

Quelle: hab's weggeklickt ;( Wiwo.de glaub ich ;)

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