Napster will mit Microsoft kooperieren

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536 Postings, 7389 Tage vanSeeNapster will mit Microsoft kooperieren

ftd.de, Fr, 4.5.2001, 18:45

Napster will mit Microsoft kooperieren

Die Musiktauschbörse Napster verhandelt mit Microsoft über die
Nutzung von Software. Napster könnte mit Microsofts Technik den
Urheberschutz von Musikstücken sichern und so deren illegale
Verbreitung über den eigenen Dienst stoppen.

Gerüchten zufolge stehen der Softwarekonzern aus Redmond und das
angeschlagene Unternehmen vor einer weit reichenden Kooperation. Dies
berichtet die "Los Angeles Times" in ihrer Ausgabe vom Freitag.

Die beiden Unternehmen seien seit Wochen in Gesprächen. Napster hätte sich
dabei selbst zum Kauf angeboten, schreibt das Blatt unter Berufung auf zwei
Napster-Insider. Microsoft hätte dies jedoch zurückgewiesen. Seitdem würden
sich die Gespräche nur noch um die Nutzung der Software gedreht. Die
Bezahlung könnte nach Angaben der LA Times in Lizenzgebühren oder
Anteilen an Napster bestehen.

Einstieg in digitalen Musikhandel

Für Microsoft könnte das Geschäft der Einstieg in den Markt des digitalen
Musikhandels bedeuten. Die Sicherheitstechnologie des Konzerns wird von
den Plattenfirmen anerkannt. Napster könnte die Musikindustrie damit
überreden, die Tauchbörse mit neuen Titeln zu beliefern. Napster würde damit
auch die Auflagen der Gerichte erfüllen.

Eine Sprecherin von Napster hat Gespräche mit Microsoft bestätigt. Microsoft
sei jedoch lediglich eine von vielen Technologie-Firmen, mit denen die
Musiktauschbörse über die Einbindung von Produkten verhandele. Eine
Microsoft-Sprecherin verweigerte mit Hinweis auf die Firmenpolitik jeglichen
Kommentar.

Napster war von der Vereinigung der amerikanischen Musikindustrie (RIAA)
wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt worden und muss nun alle
geschützten Titel herausfiltern. Dies ist aber bisher noch nicht vollständig
geschehen. Dennoch musste die Tauschbörse, die mit dem Medienriesen
Bertelsmann kooperiert, bereits deutliche Rückgänge bei der Zahl der Nutzer
hinnehmen.

Napster weist Berichte über Niedergang zurück

Napster-Chef Hank Barry hat Berichte über den Niedergang der
Online-Tauschbörse als übertrieben zurückgewiesen. Täglich nutzten nach wie
vor Millionen Menschen Napster zum kostenlosen Tausch von Musiktiteln,
sagte er am Donnerstag in Los Angeles.

Das Forschungsinstitut Webnoize hatte in dieser Woche mitgeteilt, die Zahl
der über Napster getauschten Titel sei in Folge eines gerichtlich verfügten
Filters im April um 36 Prozent niedriger gewesen als im März. Auch wenn 80
Prozent der Titel durch die Inhaber der Urheberrechte blockiert seien, nutzten
fast acht Millionen Menschen täglich Napster, sagte Barry. Die Nutzer seien
die besten Kunden der Plattenindustrie, fügte er hinzu. 40 Prozent der
Napster-Nutzer hätten Umfragen zufolge angegeben, in den vergangenen
sechs Monaten zehn oder mehr CDs gekauft zu haben.

Webnoize zufolge ging die Zahl der über Napster getauschten MP3-Dateien
vom Höchststand von 2,79 Milliarden im Februar auf 2,49 Milliarden im März
und 1,59 Milliarden im April zurück. MP3 wandelt Musikstücke in kleine digitale
Dateien um. Durch diese Technologie ist der Tausch von Musikstücken über
das Internet in den vergangenen zwei Jahren explosionsartig gestiegen.  

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