Muslime fordern Entschuldigung für Kreuzzüge

Seite 1 von 3
neuester Beitrag: 28.12.05 23:32
eröffnet am: 27.10.05 17:33 von: lassmichrein Anzahl Beiträge: 75
neuester Beitrag: 28.12.05 23:32 von: Hungerhahn Leser gesamt: 4054
davon Heute: 1
bewertet mit 5 Sternen

Seite: 1 | 2 | 3  

27.10.05 17:33
5

61594 Postings, 6111 Tage lassmichreinMuslime fordern Entschuldigung für Kreuzzüge

Tztztz... Naja - besser spät als nie, oder was ??? *Kopfschüttel*

Nadeem Elyas (Foto: dpa)
27. Oktober 2005

Muslime fordern Entschuldigung für Kreuzzüge

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Nadeem Elyas, hat die katholische Kirche aufgefordert, ihre historische Schuld gegenüber den Muslimen zu bekennen. Es sei an der Zeit, dass sich die römisch-katholische Kirche in einem "Mea culpa" für die Kreuzzüge entschuldige, sagte er der Tageszeitung "Die Welt".

Er erinnerte in dem Zusammenhang an das "Mea culpa", mit dem sich Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 bei den Juden entschuldigte. Dieser Schritt könne als Vorbild gelten.

Elyas sagte, auch die islamische Welt sei gefordert, die eigene Geschichte zu reflektieren und "gegebenenfalls ihre Fehler einzugestehen".

Der Zentralrat ist eine von mehreren muslimischen Dachorganisationen in der Bundesrepublik. Er umfasst eigenen Angaben nach bundesweit 19 Verbände und 400 Moscheegemeinden mit rund 160.000 Mitgliedern.

(N24.de, Netzeitung)

<!--nachrichtentext ende -->

Mehr zum Thema:
Papst will Beziehungen zu Juden verbessern

 
Seite: 1 | 2 | 3  
49 Postings ausgeblendet.

29.11.05 21:29

19279 Postings, 7511 Tage ruhrpottzockerNun lasst doch diesen Papst !


Den wahrlich ich prophezeie euch, dass ein Papst wie dieser noch bestimmen wird, dass nur noch Lesben Papst werden können.

Und ab der gleichen Zeit wird die heilige Kaba zu Mecka nur noch von Frauen betreten werden dürfen.

So gehet denn hin in Frieden und schüttelt den Kopf wegen des immer noch vorhandenen religiösen Wahns ....

 

29.11.05 21:32

4560 Postings, 7518 Tage Sitting BullAlso wenn

durch die (notwendige) Entschuldigung eine Diskussion um religiösen Schwachsinn/Fanatismus angestoßen wird, warum nicht?  

29.11.05 21:34

25551 Postings, 6998 Tage Depothalbiererbis dahin haben wir aber längst die hufe hoch

gerissen.

und mind. 2 generationen nach uns auch...  

29.11.05 21:42

19279 Postings, 7511 Tage ruhrpottzockerEine gerechte Strafe wäre,


wenn die Muselmanen in Miniröcken und die Katholiken mit Kopftüchern vor ihren Weibern aufmarschieren müssten.

Aber nur in Miniröcken und nur mit Kopftüchern - sonst nichts, versteht sich !

So dürfen sie gerne Buße tun für ihre Schandtaten !  

19.12.05 19:15

2576 Postings, 7182 Tage Hungerhahn@ruhrpottzocker o. T.

die von den Gläubigen verrichtete Buße beinhaltet aber auch, daß ich CHÖN CHARF werde!!  

19.12.05 19:36
3

7336 Postings, 6398 Tage 54reabDie Vorwürfe aus dem

arabischen Raum gegen den Westen und ihrer Vertreter resultiert aus ihren Komplexen. Man muss Mitleid und Geduld mit ihnen haben. Sie bringen es nicht zu funktionierenden Gesellschaften. Ihr Gesellschaften sind durchgehend korrupt. Wirtschaftlich bringen sie kein Fuß auf den Boden. Ich weiß, die Emirate kaufen wie wild ein. Beruht allerdings nicht auf eigener Leistungsfähigkeit sondern auf ihren Erdölreichtum. In Wissenschaft und Technologie sind sie abgeschrieben respektive waren die vergangenen Jahrhunderten nicht mehr präsent.

Schuld sind natürlich wir, die Kreuzzüge, die Kolonialzeit ... Dabei übersehen sie, dass  es viele Länder gibt, die ihre Unabhängigkeit später erreicht haben (z.b. in Asien) und sich in den letzten 40 Jahren prächtig entwickelt haben.

Unterschwellig merken sie natürlich, dass es an ihrer Kultur und damit auch an ihrer Religion liegen muss, dass sie kein Fuß auf den Boden kriegen. Deshalb entfachen sie einen Kulturkampf und führen einen feigen terroristischen Krieg, gegen uns und weiter gegen die Hälfte der eigenen Bevölkerung, ihre Frauen.

MfG 54reab  

19.12.05 19:43

19279 Postings, 7511 Tage ruhrpottzocker54reab,

und wo ist jetzt der Unterschied zum Westen ?
 

19.12.05 19:48

7336 Postings, 6398 Tage 54reab@RPZ: Sollte dir der Unterschied

zwischen dem Westen und dem arabischen Raum unbekannt sein, empfehle ich die eine kurze Urlaubs- ´/Studienreise dorthin.

Wenn du allerdings den Kulturkampf meinst, so ist der Westen inzwischen beteiligt. So ist es nun mal mit jedem Kampf. Alleine macht es keinen Spaß.

Solltest du allerdings der Meinung sein, dass der arabische Raum dem Westen technologisch und wirtschaftlich überlegen ist, naja, dann bin ich sprachlos,


MfG 54reab

 

19.12.05 19:50

36544 Postings, 6144 Tage Talisker54reab,

is ja schön einfach. Toll. "Die" wollen mit solchen Forderungen also nur irgendwelche Komplexe kompensieren. Yo. Denn die Kreuzzüge waren astrein, weiß gar nicht, was die haben.
Nebenbei, kannste angesichts deiner "Theorie" auch das langdauernde Zeitalter arabischer Hochkultur, in Europa war finsteres Mittelalter, erklären? Bitte auch in drei kurzen Absätzen.
Gruß
Talisker  

19.12.05 19:57

7336 Postings, 6398 Tage 54reab@Talisker: Hungerhahn ist schon sehr gut

auf die Problematik der Kreuzzüge eingegangen. Brauche ich nicht nochmals zu wiederholen. Wieso sollten wir nur bis in die Zeit der Kreuzzüge zurückschauen und nich ein bischen weiter zum christlichen oströmischen reich?

Wie die Kultur zur Zeit der "arabischen" Blüte war, weiss ich nicht genau. Auf jedenfall kamen die Eliten damals aus dem Atlas und das waren weder damals noch heute Araber. Aber es liegt nicht am Menschentypus. Würden Nordeuropäer in einer deratigen Umgebung aufwachsen, wären sie genau so erfolglos.

MfG 54reab

 

19.12.05 20:01

3030 Postings, 5675 Tage ORAetLaboraEx oriente Lux! o. T.

20.12.05 12:06
1

36544 Postings, 6144 Tage Talisker@54reab

Die arabische Hochkultur bestand längst nicht nur aus den Mauren, auch letztere werden (Atlas hin oder her) dennoch mit dazugezählt. War schon ein wenig mehr in der Zeit. Egal.

Wenn du mit "Hungerhahn ist schon sehr gut auf die Problematik der Kreuzzüge eingegangen. Brauche ich nicht nochmals zu wiederholen." #21 meinst - hebt sich zwar wohltuend von einigen Beiträgen hier ab, läßt sich aber dennoch einiges dran aussetzen. U.a. dass er zwar vom Anlass, nicht aber von den Gründen für den päpstlichen Aufruf schreibt. Und schon gar nicht davon, weshalb die Kreuzzüge bis heute ein Trauma in der arabischen Welt darstellen. Was von solchen Klappspaten wie G.W. Bush wacker angeheizt wird (der schwachsinnige Spruch hat wahrscheinlich mehr als nen ganzes militärisches Jahresbudget gekostet).
Wenn du dich schon zu so "anspruchsvollen" Theorien wie in #56 versteigst, sollte dein Hintergrundwissen aber ein wenig umfangreicher sein. Dann kann man vielleicht auch besser das Motiv für die Forderung in #1 erkennen.

Aber du wirst es gemerkt haben, was ich mit #59 zum Ausdruck bringen wollte, und ich sage es dir nicht zum ersten Mal beim Thema Muslime: platte Verallgemeinerungen bringens nicht. Schon gar nicht, wenn sie derart arrogant ("Sie bringen es nicht zu funktionierenden Gesellschaften.") und überheblich  ("Man muss Mitleid und Geduld mit ihnen haben.") und polemisch ("Schuld sind natürlich wir, die Kreuzzüge, die Kolonialzeit ...") daherkommen.
Gruß
Talisker
 

20.12.05 13:26
1

2683 Postings, 6139 Tage Müder JoeWer fordert eigentlich Entschuldigung für

die Kebap-Invasion?

Jetzt mal im Ernst: kaum kommt man in eine Fußgängerzone, wo auch immer, stinkt es nach Kebap. Man braucht den Schweinefraß ja nicht mal essen, alles stinkt: Hände, Klamotten und der Borsalino. Das ist eine Frechheit.

Und dann sitzt man in einem öffentlichen Verkehrsmittel, und was sieht man: Türken und Russen. "Horch, Woisch, krass, mach dich wech, Arschloch" und sonstige Begriffe aus der Sprache, derer sich Goethe bediente.

Irgendwie hat es Deutschland mal geschafft, Europa judenfrei zu machen. Vielleicht ... ja, jetzt denke ich nicht weiter, aber Europa ist Dtld. dankbar für gewisse Dinge. Und wenn es nur der hydraulische Bremskraftverstärker ist ... oder ähnliches.  

20.12.05 13:35

7336 Postings, 6398 Tage 54reab@Talisker: Auf angeblich platte

Argumente sollte man nicht sehr platt antworten. Ich habe nie behauptet, dass die Kreuzzüge vorbildlich und gerechtfertigt waren. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wenn man schon so weit in der Geschichte zurück geht, auch etwas weiter zurückgehen kann. Das christliche oströmische Reich wurde von den Muslimen nicht friedlich sondern mit brutaler Gewalt erobert und über die Jahrhunderte zerstört. Wer war jetzt im Recht, wer war grausamer. Ich bin der Meinung, da nimmt sich keiner was.

Dein Hinweis auf das Trauma in der arabischen Welt bezüglich den Kreuzzügen bestätigt meine Ansicht von den Komplexen. Auf jeden Fall haben sie einen Schaden, wie du ja auch feststellst. Die Kreuzzüge sind auch etwas länger her, als der berechtigte Angriff der USA auf den Irak. Dieser Angriff hat auch dem Maghreb und vielen anderen Gebieten in der arabischen Welt keinen Schaden zugefügt. Und wie sieht es dort aus? Würde Europa seine Türen öffnen, würde der gesamte Maghreb nach Europa strömen. Leider würde er seine Kultur mitbringen und uns dann noch mit ins Elend reißen.

Natürlich darfst du mir unterstellen ich hätte keine Ahnung von der Materie. Allerdings bist du auf kein einziges Argument konkret eingegangen. Zu deiner großen Ahnung: Bitte unterstelle nie einem Berber, er wäre ein Araber. Es könnte blutig enden.

MfG 54reab  

20.12.05 13:48

7336 Postings, 6398 Tage 54reabSchuld der Kreuzzüge?

Laut dem Arab Human Development Report (AHDR) der UNO sind die Hälfte aller Frauen und ein Drittel aller Männer in der Arabischen Welt Analphabeten. 32 Millionen Menschen leiden an Unterernährung. Das Bruttosozialprodukt aller 22 Länder der Arabischen Liga (300 Millionen Einwohner) lag 1999 mit 531,2 Milliarden Dollar noch unter dem des christlichen Spanien (40 Millionen Einwohner) mit 595,5 Milliarden Dollar. Zehn Millionen Kinder unter 15 Jahren besuchen keine Schule. Fast 40 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Algerien sind arbeitslos, in Marokko und Ägypten jeweils 35 Prozent. In den meisten Staaten mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung sind autokratische Regierungen an der Macht. Die Reaktion auf diese Lage ist in manchen Ländern eine verstärkte Zuwendung der Bevölkerung zu islamistischen Gruppierungen, zumal diese sich stark im sozialen Bereich einsetzen. Der militante Islam (der Islamismus) spiegelt nach dem früheren deutschen Außenminister Klaus Kinkel, "die wirtschaftliche, politische und kulturelle Enttäuschung" der Muslime wider.



 

20.12.05 14:00
3

7336 Postings, 6398 Tage 54reabDer tolerante Islam:

Seit etwa zwei Jahrhunderten gelten Lessings "Nathan" und Goethes "Diwan" als Maßstäbe aufklärerischer Toleranz gegen den religiösen - also christlichen - Herrschaftsanspruch. Bald kam die Idee von einem Islam hinzu, der bereits im mittelalterlichen Spanien die Toleranz zu höchster Entwicklung gebracht haben soll. Wer sich heute über Moslems, Zuwanderung und den "Dialog der Kulturen" informieren will, stößt immer wieder auf Lessings milden Herrscher Saladin, Goethes Konzept vom reinen, mystischen Eingottglauben und das Bild des islamischen Spanien, das Christen, Juden und Moslems in nie zuvor gekannter Toleranz vereinte.

Zugleich verewigt sich die eigene Gewaltgeschichte: Kreuzzüge und Inquisition sind garantierte Gegenreflexe, wann immer die Toleranz des Islam in Zweifel gezogen wird. Die Wurzeln des Westens - eine vom Klerus behinderte Befreiung des Geistes im Evangelium und der Kampf der Aufklärung um Menschenrechte - spielen kaum eine Rolle, wenn es um "den Islam" geht. Wer immer heute den offiziellen "Dialog" führt - er vertritt die Schablonen einer Islam-Fiktion, um sie als Ersatzrealität politisch zu installieren.

Es spielt weder bei Lessing noch heute eine Rolle, dass der reale Machthaber Saladin als Erneuerer der Scharia auftrat. Die Biografen des Sultans bestätigen, dass er die Machtbedingungen Allahs perfekt erfüllte, und dies nicht nur mit dem Dschihad nach außen, mit den Massenmorden an christlichen Kreuzrittern. "Er tötete", wie es sein Sekretär formulierte, "um dem Islam Leben zu geben" - bestätigt von der Damaszener Grabinschrift, der zufolge er "Jerusalem vom Schmutz der Ungläubigen befreite". Vor allem jedoch wirkte Saladin mit dem Dschihad nach innen als Vorbildherrscher, der die Dominanz des Allahgesetzes sicherstellte. Er gilt als Ikone des Islam, weil er den unislamischen Geist, etwa in Gestalt des philosophischen Mystikgenies Suhrawardi, 1191 durch Hinrichtung beseitigen ließ.

Hier hatte sich die Existenzformel des Islam durchgesetzt, das "Recht auf Unrecht", das in der Vernichtung des Unglaubens und des individuellen Denkens zum Schutz der Scharia besteht.

Die Kette der Denker ist lang, welche die Vertreter des orthodoxen Glaubens bis heute vom Leben zum Tode beförderten. Ihre Geistesfreiheit, ob in Gestalt des frühen Mystikers Halladj im Jahre 922 oder des ägyptischen Journalisten Foda im Jahre 1994, gefährdete ein Prinzip, das bis heute gilt: das Gesetz Allahs, das demjenigen Macht verleiht, der es durchsetzt. "Ich töte, und ich lache" war das Motto des Mystikdichters Rumi, der diesen Grundsatz besser als die Dissidenten begriffen hatte.

Selbst Averroes, der große Philosoph des hohen Mittelalters, war vor den harten Regeln des Allahgesetzes nicht sicher. Er lebte in Spanien, nach westlicher Vorstellung im Hort der Toleranz, wo man allerdings viele seiner Werke verbrannte und ihn in Córdoba an den Pranger stellte, um ihn an die Grenzen des islamischen Geistes zu erinnern. In einer solchen Atmosphäre konnte auch das Phänomen des Schädelminaretts aufleben. Zehntausende abgeschlagener Christenköpfe lieferten - in großen Mengen auch nach Nordafrika exportiert - das Baumaterial für Minarette des toleranten Spanien.

Die "Fundamentalisten" der Gegenwart, die nach Auffassung des "Dialogs" den Islam "missbrauchen", können sich neben einschlägigen Gewaltaufrufen im Koran also sehr wohl auf Vorbilder ihrer Geschichte berufen. Kein Geringerer als ihr Prophet hatte den Maßstab gesetzt. Als er 622 von Mekka nach Medina "auswanderte", führte er seine Gemeinschaft aus bedrängter Schwäche in dominante Stärke und prägte das Muster der Expansion des Islam: Gewalt, Bedrohung, Tribut, Auftragsmord und die Vernichtung der Juden - allesamt Zentralpunkte im Manifest der heutigen Moslembruderschaft.

Das literarische Ideal wurde zum Instrument der Täuschung, indem der Dialog eine Islamfiktion zur Grundlage konkreter Politik machte. Die Moslems in Europa können sich somit leicht in Gemeinschaften formieren, deren islamistische "Vertretungen" legitim erscheinen. Diese eignen sich die Fiktion des Islam an, solange sie ihnen in der Phase der Schwäche von Nutzen sind.

Diese Strategie machte den 11. September möglich, weil man sich selbst und den Moslems den "Dialog" über historische Fakten ersparte. So kann derjenige, der die Gewalt in der anderen Kultur bestreitet, "Täterbereitschaft" für diese Kultur zeigen. Wer eine Islamfiktion diktiert, vermeidet nicht den "Kampf der Kulturen", sondern beendet die faktenorientierte Diskussion und damit eine wesentliche Grundlage der aufgeklärten Kultur. Ob er will oder nicht, übernimmt er auch die erklärten Feindbilder des real existierenden Islam - die Demokratie im Allgemeinen sowie Israel und die Juden im Besonderen. Wenn es einen friedlichen Islam gibt - in einem solchen mythisch verklärten "Dialog" kann er sich erkennbar nicht artikulieren.
 

20.12.05 14:11

95440 Postings, 7128 Tage Happy EndDas tolerante Christentum

...siehe George W. Bush

...siehe http://www.ariva.de/board/226499  

...siehe http://www.ariva.de/board/240680  

...siehe http://www.ariva.de/board/237547  

...siehe http://www.ariva.de/board/237424

siehe ...

ariva.de 

 

20.12.05 14:31
3

7336 Postings, 6398 Tage 54reabfür Happy:

«Islam bedeutet Frieden? Unfug!»

Von Thomas Widmer

Für den deutschen Orientalisten Hans-Peter Raddatz hört die Freiheit beim Kopftuch auf. Er warnt vor der Unterwanderung des demokratischen Rechtsstaats durch die Scharia ? und vor den Gutgläubigen mit ihren süssen Träumen von Multikulti.

«Eine Frau in der Schweiz braucht keinen Schutz durch Kleidung; sie steht unter dem Schutz des Schweizer Rechts»: Hans-Peter Raddatz. Tom Haller (Bild)

Herr Raddatz, Sie plädieren in Ihren Publikationen für eine Verbannung des islamischen Kopftuchs aus der Schule. Weshalb?
Das Kopftuch signalisiert, dass wir es mit zwei Klassen von weiblichen Wesen zu tun haben. Die, die es tragen, sollen religiös und moralisch besser sein als die, die es nicht tragen.

Das müssen Sie näher erklären.
Wir können den Mechanismus auch «Rationalisierung» nennen. Weil die Frau keine Alternative zur Verhüllung und Unterwerfung unter das männlich dominierte System hat, rationalisiert sie ihr Verhalten: Indem sie ihre Zwangslage zur objektiv bestmöglichen Seinsform aufwertet, wird sie subjektiv anderen Seinsformen überlegen. Deshalb das Paradox, dass Musliminnen verkünden, sie hätten sich freiwillig für das Kopftuch entschieden, ja dieses sei Ausdruck ihrer Freiheit.

Auf Teenager passt Ihr Ansatz kaum. Eine 14-Jährige trägt das Kopftuch wegen ihrer Eltern. Es ist unbegründet Teil ihrer Lebenswelt.
Der Wille der Eltern spiegelt den Zwang des Systems, das die Lebenswelt prägt. In der Schule gerät das Mädchen durch die anderen Mädchen, die das Kopftuch nicht tragen, in einen Gewissenskonflikt. Dieser wird umso bedrückender, je strikter der Vater und die Brüder auf dem Kopftuch bestehen. Das Mädchen wird das Kopftuch früher oder später rationalisieren müssen, um sich als Mensch nach beiden Seiten behaupten zu können.

Für Sie macht das Kopftuch ein ganzes Repressionssystem sichtbar.
Es macht die Geschlechtertrennung sichtbar und signalisiert, dass sich seine Trägerin der Dominanz des Mannes unterwirft. Er beherrscht den öffentlichen Bereich, den sie nur verhüllt betreten kann. Und es signalisiert die permanente sexuelle Verfügbarkeit der Frau im Rahmen der Ehe, die durch Züchtigung erzwungen werden kann. Zur Annahme ihrer Rolle werden die Mädchen von Kind an indoktriniert. Das Verhüllungsgebot greift somit zentrale Grundrechte an: die Gleichheit der Geschlechter und auch die Freiheit der Religion. Wenn wir es akzeptieren, kehren wir zu vormodernen Politikformen und zur Anschauung der Frau als minderwertiges Wesen zurück.

Falls das stimmt, was sollen wir Ihrer Meinung nach dagegen unternehmen?
Gerade die pluralistische Demokratie muss deutlich machen, dass sie um ihres Bestandes willen auf bestimmte Grundregeln nicht verzichten kann. Nämlich auf solche, die die Grundrechte der Menschen und damit das soziale Zusammenleben insgesamt sicherstellen. Freilich, wenn wir in unserer eigenen Geschichte 600 Jahre, in die Verhältnisse des vormodernen Christentums, zurückblenden, ähneln diese in fataler Weise dem, was die Muslime heute ihren Frauen gegenüber praktizieren.

Die Verfechter der Toleranz sagen, ein Kopftuchverbot in der Schule erschwere die Integration, indem man jungen Frauen in feindseliger Weise einen Teil ihrer Kultur verbiete.
Toleranz ist ein hohes, ein unverzichtbares Gut, wenn sie im Sinne von Aufklärung und Humanismus verstanden und eingesetzt wird. Sie wird aber dann extrem verletzlich, wenn sie Minderheiten oder Interessen duldet, die sie selbst nicht kennen und akzeptieren, geschweige denn anwenden. Die Kernfrage ist, wie Toleranz mit einem intoleranten System umgehen soll. Solange das islamische Recht nur sich selbst toleriert und keinen Kompromiss zulässt, wird sich diese Frage im Rahmen der Migration immer dringlicher stellen.

Weil Muslime die Scharia zu uns bringen...
...und die Scharia jeden Muslim auffordert, sich je nach Standort und Möglichkeit für den Bestand und gegebenenfalls die Ausbreitung seiner Gemeinschaft einzusetzen. Wenn wir das Kopftuch in der Schule tolerieren, öffnen wir uns einem zentralen Bestandteil des islamischen Rechts. Und wenn wir unkontrollierten Moscheebau und Islamunterricht tolerieren, ermöglichen wir dem politischen Islam eine Unterwanderung des demokratischen Rechtsstaats.

Nun sind junge Leute in der Schule auch vom grassierenden Labelkult her unter Druck. Müsste man nicht auch aggressive Werbesignale aus den Schulzimmern verbannen?
Label und Marken unterliegen Moden. Das Design von Nike-Turnschuhen wandelt sich nahezu von Saison zu Saison. Was bleibt, ist das Logo, das sich als kognitives Symbol im Bewusstsein festsetzen soll. Dass es sich hier um Wettbewerb handelt, wird im Vergleich mit den drei Streifen von Adidas deutlich. Der Wandel der Produktästhetik ist ein typisches Merkmal der pluralistischen Konsumgesellschaft. Er birgt jedoch auch Gefahren. Der konformistische Charakter der Produkte kann zum uniformen Zwang werden, wenn der Mensch ohne bestimmte Logos nicht vollwertig ist. Womit wir wieder beim orthodoxen Islam sind, der die Frau uniformiert.

Allerdings unterliegt auch die Verhüllung der Muslimin Variationen.
Sie wirkt in der westlichen Diaspora schon beinahe islamischer als in der Region selbst. Dort wird die Kopfbedeckung, vor allem auf dem Lande, mehrheitlich recht locker getragen, wie man das Kopftuch auch in Europa eher als pragmatischen Schutz gegen Wind und Staub getragen hat. Erst mit dem Aufkommen des modernen Islamismus hat das Kopftuch eine ideologische Aufladung erfahren. Frauen dürfen sich in die Öffentlichkeit zeigen, aber mit einem Kopftuch, das jedes kleinste Haar verdeckt. Sie fungieren als politisches Instrument, als Vehikel der Propaganda. Innerhalb eines strikt männlichen Systems vertreten sie die Forderungen des Islamismus, der wie der Islam keine Frauenrechte kennt. Sehen Sie sich die Aktivistinnen des Islam an: Bevor man ihnen den öffentlichen Raum gestattete, haben sie fast alle die oberste Frauenpflicht erfüllt, nämlich die multiple Mutterschaft.

Was Sie schildern, ist eine Art gezielter Subversion unserer Gesellschaft durch den Islamismus.
Durchaus. Die politisierte Frau dringt in das fremde Rechtssystem vor. Nehmen wir den Fall der Lehrerin Fereshta Ludin, die in Baden-Württemberg mit Kopftuch nicht unterrichten durfte und sich auf den Klageweg begab. Diese Frau konnte gar nicht auf die Idee kommen, auf das Kopftuch zu verzichten, obwohl ihr das deutsche Beamtenrecht Mässigung und weltanschauliche Neutralität abverlangt. Denn gerade im öffentlich-rechtlichen Raum des abgelehnten Rechtssystems muss sich die linientreue Muslimin verhüllen.

Aber noch einmal ? wie will man diese Leute integrieren, wenn man ihnen einen zentralen Teil ihrer Identität verbietet?
Ein erheblicher Teil islamischer Identität besteht in der ideologischen Ablehnung von Integration. Allerdings mögen dem viele Muslime in Europa nicht mehr folgen. Wenn wir sie unterstützen wollen, kann Integration nur darin bestehen, dass man die Religion des Islam vom rechtlich-politischen Geltungsanspruch abtrennt. Es geht um die Privatisierung des Islam in Europa, um ihn mit der Religionsfreiheit westlicher Verfassungen kompatibel werden zu lassen. Die so genannten fünf Säulen des Islam, Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosengeben, Fasten im Ramadan und Pilgerfahrt nach Mekka, sind ohne weiteres in die westliche Gesellschaft integrierbar. Das Problem liegt allein in der Verknüpfung des Ritus mit der Scharia.

Was kann Dialog mit dem Islam heissen, wenn man so strikt argumentiert wie Sie?
Was Ihnen strikt erscheint, ergibt sich aus den realen Bedingungen, die der Islam selbst schafft. Zu lange hat man sich im «Dialog» mit komfortablen Allgemeinplätzen begnügt; die Folge ist, dass als Störfaktor erscheint, wer die Realität klar anspricht. Ein Beispiel eines solchen Allgemeinplatzes: Permanent wird behauptet, Islam bedeute «Frieden», weshalb der Islam eine friedliche Religion sei. Das ist Unfug. Islam heisst «Unterwerfung» oder «Hinwendung», die sich in der Verschmelzung der menschlichen Existenz mit Glaube und Gesellschaft ausdrücken. Da es sich um Allahs System handelt, ist dem Muslim zumindest langfristig aufgegeben, die Befolgung nichtislamischer Gesetze und Vorschriften zu umgehen.

Viele hiesige Muslime haben den Primat des hiesigen Rechtssystems allerdings längst ohne Vorbehalt akzeptiert.
Doch für ebendiese Muslime gibt es keine öffentlichkeitswirksame Plattform. Ganz im Unterschied zu den Islamisten, denen man die Rolle bevorzugter Dialogpartner zugewiesen hat. Es gibt eine Unzahl von Beispielen, wo die westlichen «Dialogisten» dazu übergehen, die islamistische Form des Islam zu unterstützen. So behauptet Marieluise Beck, Ausländerbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Milli Görüs, die radikale Organisation der Türken in Deutschland, befinde sich in einem eindeutigen Prozess der Demokratisierung...

...was Sie als Schönfärberei empfinden.
Immer wieder fallen mir diese systematischen Sprachkorrekturen auf. Die Islamisten in der Türkei taufte man nach ihrem Wahlsieg 2002 praktisch über Nacht in «gemässigte Islamisten» um. Unsere westlichen Dialogexperten zielten mit dieser Art von semantischer Kosmetik darauf ab, das öffentliche ? mithin auch türkische ? Misstrauen im Westen zu zerstreuen. Natürlich soll durch diese neue Sprachregelung auch der EU-Beitritt der Türkei problemfrei werden.

In der Talkshow «Zischtigsclub» im Schweizer Fernsehen sagte kürzlich eine Schweizer Muslimin, die Schleierpflicht für Frauen gehe klar aus dem Koran und der Sunna hervor, dem Brauch des Propheten. Ist das wirklich so klar?
Es gibt zum Beispiel die Koranstelle: «Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen, wenn sie austreten, sich etwas von ihrem Gewand über den Kopf herunterziehen.» Das Problem ist, dass jede Übersetzung eine Interpretation ist. Die Linguisten sind sich alles andere als einig, was die Stelle genau meint. Wenn man in Betracht zieht, dass sie im Original eventuell gar nicht arabisch war, sondern aramäisch, könnte man auch übersetzen: «...sie sollen sich den Gürtel um die Lenden schnallen.»

Dann wären wir bei der Gürteltragepflicht für Musliminnen.
Wir müssen den Kontext sehen: Damals, am Anfang des siebten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, verrichteten die Frauen ihre Notdurft draussen in der Wüste. Mit zunehmender Macht zog der Prophet Mohammed immer mehr Besucher an, die dann die Frau überraschten. Daher wohl das Gebot, die Gewänder züchtig zu raffen. Sicher aber ist der Vers wie viele andere einschlägige Aussagen des Korans mehrdeutig.

Wenn der Koran schon nicht wirklich klar ist, was sagt denn die Sunna des Propheten?
Die Sunna ist, was sie ist, nämlich die Tradition, die sich über etliche Jahrhunderte entwickelt hat. Die Muslime kannten den Schleier von Kulturen, die sie überwunden hatten. Das vermeintliche Schleiergebot dürfte eine Kombination sein: Einerseits adaptierte man eine fremde Sitte, anderseits wurde die Koranauslegung entsprechend umgebogen. So ist im Islam eine Auffassung entstanden, nach der sich die Frau wesentlich strikter verhüllen muss, als es die Praxis der Byzantiner und Perser verlangte, aus der sie teilweise hervorging.

Im Tessin kandidierte eben eine Muslimin bei einer Gemeindewahl. In einem Interview begründete sie ihr Kopftuch: «Eine muslimische Frau bedeckt ihren Körper, auch zum eigenen Schutz.» Das heisst: Eine Frau muss gegen die feindliche Männerwelt ihre Vorkehrungen treffen.
Hinter der Vorstellung steht der ideologische Begriff der Fitna. Das arabische Wort heisst «Unruhe», «Störung», «Aufruhr». Die Fitna kann aus zwei Quellen entstehen. Einerseits aus politischen Erhebungen gegen den Machthaber und die Ordnung der Scharia. Und anderseits aus der Verselbständigung der Frau, ihrer Auflehnung gegen Männerdominanz und Verhüllung. Die Aussage Ihrer Muslimin macht deutlich, wie weit das islamische Recht bereits in das schweizerische eingedrungen sein könnte. Eine Frau in der Schweiz sollte doch keinen Schutz durch Kleidung brauchen; sie steht unter dem Schutz der Schweizer Rechtsordnung und Verfassung, die keinen Freibrief für sexistische Übergriffe ausstellen.

Viele Musliminnen sehen sich offenbar als permanente sexuelle Provokation, sie müssen sich verhüllen, um die Männerwelt vor sich zu schützen und sich vor der Männerwelt.
Die Marokkanerin Fatima Mernissi, eine der wichtigsten Feministinnen im islamischen Raum, hat einmal ironisch gefragt: Wenn wir Frauen die Männer so aufreizen, dass diese nicht mehr Herren ihrer Sinne sind, wäre es dann nicht angemessen, ihren Blick zu verhüllen, um sie vor sich und ihren Trieben zu schützen?

Kann ein islamischer Feminismus existieren?
Er ist nur sehr begrenzt möglich. Auch eine Fatima Mernissi stösst an ihre Grenzen. Das islamische System und die männliche Dominanz stellt Mernissi letztlich nicht in Frage. Ihre Botschaft besteht in der Konstruktion eines ethischen Islam. Sie argumentiert, dass Mohammed vor 1400 Jahren seine Frauen besser behandelt habe, als Muslime dies heute tun. Durch jahrhundertelangen Missbrauch sei ein falscher Brauch entstanden, den der Koran nicht rechtfertige. Also will Mernissi diese ethische Seite reaktivieren.

Eigentlich eine einleuchtende Konzeption...
...die aber zu kurz greift. Wenn diese Vorzüge im Islam angelegt sind, warum haben sie dann über eine so lange Zeit missachtet werden können? Warum konnten sich Theologen und Machthaber im Namen Allahs in Riesenreichen einrichten und auf eine Islamform berufen, die nicht authentisch sein soll? Mernissis Argumentation erinnert an Sichtweisen, die auch westliche Betrachter gern benutzen. Sie sagen, Islamismus habe mit Islam nichts zu tun. Die historische Praxis sagt aber eher, dass es den Islamismus ohne den Islam nicht gibt, dass beide ursächlich verknüpft sind. Die Islamisten beziehen sich auf dieselben Wurzeln wie ihre weniger radikalen Glaubensgenossen: auf den Koran und die Prophetentradition.

Aber kann man vom Christentum nicht dasselbe sagen: Die Verwebung von Glauben und Fanatismus, Kreuzzüge und Inquisition erweisen, dass das Christentum gewalttätig ist?
Man kann zwar sagen, im Namen Christi sind Ströme von Blut geflossen, nicht aber, dass Christus dazu aufgefordert habe. Wir müssen den Kern christlichen Denkens, also die individuelle Erlösung und Eigenverantwortung vor Gott, von der profanen, gewaltbereiten Ideologie des klerikalistischen Christentums trennen, die in der Aufklärung politisch überwunden wurde. Ebenso sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass islamisches Sein nicht vom Kampf gegen den Nichtislam zu trennen ist. Vereinfacht lässt sich sagen, ein Christ missbraucht seine Religion, wenn er Gewalt anwendet, und ein Muslim missbraucht seine Religion ebenso, wenn er Gewalt nicht anwendet.

Eine Broschüre der eidgenössischen Rassismuskommission über Muslime in der Schweiz informiert uns mit werbendem Verständnis: «Erwachsene Männer erzählen bisweilen mit liebevollem Stolz, wie oft sie von ihrem Vater verprügelt wurden und wie gut er es mit ihnen gemeint habe.» Was sagen Sie zum kulturellen Relativismus, zur Preisgabe eigener Werte?
Wir sehen an diesem Beispiel, wohin eine pathologische Toleranz führt, die fremde Kulturwerte schon allein deswegen zum Heilsobjekt erklärt, weil sie nicht die eigenen sind. Auf die Frage nach seiner Reaktion zum 11. September 2001 sprach der deutsche Theologe Eugen Drewermann vom Recht der islamischen Welt auf Notwehr gegen die Arroganz des Westens. Hans-Christian Ströbele, Bundestagsabgeordneter der Grünen, nahm an einer Berliner Hamas- bzw. Hisbollah-Demonstration teil, an der man auf Arabisch «Juden sind Tiere» skandierte. Bereits konnte sich ein Mitglied des deutschen Bundesverfassungsgerichts «schariatische Elemente» in Recht und Verfassung vorstellen, und das öffentlich finanzierte Deutsche Orient-Institut hält es für «inakzeptabel», dass man den Muslimen die Toleranz abverlangt, die ihnen selbst zuteil wird.

Wenn man Ihnen zuhört, läuft alles auf einen «Zusammenprall der Kulturen» hinaus. Huntingtons Formel gilt aber als unfein, weil vergröbernd. Trägt Kampfrhetorik wie die Ihre nicht zu einer Verhärtung der Fronten bei?
Es darf nicht als Polemiker gelten, wer ein fremdes Rechtssystem prüft, das selbst Veranlassung gibt, an seiner rechtsstaatlichen Unbedenklichkeit zu zweifeln. Je mehr im Übrigen der Terror auf uns zu rückt, desto erklärungsbedürftiger wird der Proislamismus westlicher Ideologen. Könnte es sein, dass sie den radikalen Islam instrumentalisieren, um das zu bewerkstelligen, was weder Links noch Rechts geschafft haben: die Überwindung der bürgerlichen Gesellschaft?

Der Islam zerfällt in unzählige Spielarten, von Sufismus über Quietismus und Konformismus bis hin zu Fundamentalismus. Sind Aussagen wie «Der Islam will...» oder «Der Islamismus verlangt...» überhaupt zulässig?
Vor zwanzig Jahren hiess es bei uns, «den Islam» gebe es nicht, lediglich diverse Islamformen. Seit dem 11. September 2001 erweiterte man diese Aussage um die Erkenntnis, dass es auch «den Islamismus» nicht gibt, dass auch er in diverse Facetten zerfällt. Auf Punkte und Momente fixiert, scheint man im westlichen Umgang mit dem Islam weitgehend ausserstande, die Realität in einen Zusammenhang zu stellen, um eine brauchbare Perspektive entwickeln zu können.

Ein Standardargument hiesiger Islambetrachter ist, dass die Armut der Muslime schuld sei an deren Radikalisierung. Würde mehr Wohlstand also das Problem beseitigen?
Der klassische Islam fiel mangels produktiven Wirtschaftens nach wenigen Jahrhunderten fremdfinanzierter Blüte in eine Stagnationsphase, die bis heute dauert. Averroes, der grosse Philosoph Spaniens, erkannte das Dilemma vor 800 Jahren. Er schrieb es zwei muslimischen Merkmalen zu: der Unfähigkeit zu Wissen ausserhalb des Glaubenskomplexes und der Frauenrepression.

Wie wohl fühlen Sie sich eigentlich im Orientalistenmilieu? Sie ecken ja wohl permanent an?
Da ich das Vakuum besetze, das der Glauben der Orientalisten an einen «Córdoba»-Islam [im spanischen Córdoba blühte unter arabischer Herrschaft, von 711 bis 1492, eine Kultur der relativen Toleranz zwischen den Religionen; die Red.] bezüglich des Real-Islam geschaffen hat, nimmt man mein Treiben zwar zur Kenntnis, behandelt es logischerweise aber wie «den Islam»: «Den Raddatz» gibt es nicht. Dennoch werden meine Bücher positiv besprochen, was darauf hindeutet, dass die Intellektuellenszene insgesamt noch intakt ist. Als Elder Statesman der Orientalistik, welcher der Wirtschaft nahe steht, unterhalte ich allerdings eher internationale als deutsche Kontakte. In einem Land, in dem man als Professor für Iranistik nicht mehr das Persische zu beherrschen braucht, macht sich zuungunsten der Forschung eine wachsende Politisierung breit und die Bereitschaft, Auftragsarbeiten zu verrichten. Ich musste zu meiner Zeit noch drei Sprachen lernen.

Das tönt sehr pessimistisch.
Kein Trend währt ewig. Ich setze auf die jüngere Generation der Wissenschaftler, die inzwischen eine deutliche Skepsis gegenüber der Bevormundung durch das Meinungsdiktat erkennen lassen. Während von der Politik sehr wenig zu erwarten ist, liegt das grösste Potenzial für Veränderung in den Medien. Sie müssen im Mainstream der wissensarmen Islaminterpretation mitschwimmen, verfügen jedoch über das mit Abstand stärkste Ausmass an kritischer Intelligenz. Da sie auf Umsatz und Quoten achten müssen, brechen sie immer wieder aus dem Einheitsgerede aus. Schon der intellektuellen Abwechslung wegen möchte man manchmal meinen Kommentar hören. Wie zum Beispiel in diesem Interview. 
Aus: http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=7478&CategoryID=62Wahrscheinlich zu kompliziert für Happy ...  

20.12.05 14:34

95440 Postings, 7128 Tage Happy EndMüll hier nicht das Board zu!

Das nimmt ja proxicomische Ausmaße an...  


Und vor allem - mobb hier nicht so rum!  

20.12.05 14:35
1

799 Postings, 5507 Tage AsteroidDie humanen Religionen

Das tolerante Christentum

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.


Der tolerante Islam

Im Islam heißt es ganz ausdrücklich, im Koran in Sure 5, Vers 32:
"Wer einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Unheil im Lande angerichtet hat, soll wie einer sein, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer ein Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten." (Koran 5:32)

Keine Religion hält sich daran, die Verbreitung wurde immer mit "Schwert und Blut" erzwungen.
Es müssen sich Alle entschuldigen
 

20.12.05 14:46
1

7336 Postings, 6398 Tage 54reab@HE: Hier ging es um die

Entschuldigung wegen den Kreuzzügen. Dein Posting passte leider nicht zum Thema. So viel zum Zumüllen. Wer hier Meister im Zumüllen ist, kann man übrigens sehr gut am Zahlenwerk von Ariva ablesen. Es wurde auch kein Benutzer gemobbt. Im Gegensatz zu dir. Die Frage, ob das entsprechende Posting für dich nicht zu hoch sei, war sicherlich gerechtfertigt. Wurde durch deine vorangegangene Reaktion klar unterstützt.

MfG 54reab  

20.12.05 14:49

95440 Postings, 7128 Tage Happy End@54reab

Durch die Aussage "Wahrscheinlich zu kompliziert für Happy ..." fühle mich ganz klar gemobbt - und auf die subjektive Sichtweise der jeweiligen ID kommt es ja an *g*  

20.12.05 14:58

7336 Postings, 6398 Tage 54reabNa , da muss ich mich

entschuldigen. Du solltest dich allerdings auch für dein Müllposting entschuldigen. Sollte es aus deiner Sicht kein Müllposting gewesen sein, bleibt meine objektive Sicht der Dinge. Hier nochmals eine Verdeutlichung weshalb dieser Artikel:

Man kann zwar sagen, im Namen Christi sind Ströme von Blut geflossen, nicht aber, dass Christus dazu aufgefordert habe. Wir müssen den Kern christlichen Denkens, also die individuelle Erlösung und Eigenverantwortung vor Gott, von der profanen, gewaltbereiten Ideologie des klerikalistischen Christentums trennen, die in der Aufklärung politisch überwunden wurde. Ebenso sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass islamisches Sein nicht vom Kampf gegen den Nichtislam zu trennen ist. Vereinfacht lässt sich sagen, ein Christ missbraucht seine Religion, wenn er Gewalt anwendet, und ein Muslim missbraucht seine Religion ebenso, wenn er Gewalt nicht anwendet.

MfG 54reab



 

20.12.05 15:41
1

8970 Postings, 6136 Tage bammiedas schlimmste ist, das diese Religionen

in ihren eigenen Deutungen dermaßen verstrickt sind, das somit der eigentliche Kern und die Gleichheit aller Religionen stark verkrustet und zugeschüttet ist. Es sind quasi Spiegelungen vom Spiegelbild ihrerselbst. Sie können einfach nicht mehr das richtige vom falschen Bild unterscheiden.

Die Kreuzzüge waren zu Zeiten, indem das eigene "im Recht sein" anderen aufgezwängt wurden. Das war im Mittelalter. Nun tuts der Islam genauso. Deswegen sagt man derzeit, die Welt wäre, geistig gesehen, wiederum im Mittelalter.

So wie Israel Deutschland nicht vergeben kann, so kann auch der Islam nicht vergeben und fordert eine Entschuldigung von der Katholischen Kiche. Solange jede Seite nicht nachgibt, wird sich nichts ändern.


greetz bammie
 

28.12.05 23:32

2576 Postings, 7182 Tage Hungerhahn@bammie

meinst Du das ernst? Die Kreuzzüge lassen sich wohl kaum mit dem Holocaust vergleichen. Weitere Kommentare hierzu erspare ich mir.

Außerdem klingt in diesem Thread einerseits ständig an, daß die Moslems von den Kreuzzügen traumatisiert seien, andererseits aber wir uns nicht ständig an die Kriege der Moslems erinnern sollen. Das ist eine Doppelmoral, weil die Diskussionsteilnehmer den Moslems genau dieses Recht zubilligen.

Ich merke hierzu an, daß die Eroberung Spaniens, der anschließende Einfall in das Frankenreich, die Raubzüge an der Mittelmeerküste und der Einfall der seldschukischen Türken in Kleinasien den Kreuzzügen voraus gegangen sind. Mit dem gleichen Recht, daß die Moslems in Bezug auf die Kreuzzüge für sich in Anspruch nehmen, können wir diese Ereignisse wachhalten, uns traumatisiert fühlen und Entschädigung und Entschuldigung fordern. Nadeem Elyas könnte dann die Koffer packen und in seine Heimat zurück kehren.
Damit meine ich natürlich nicht Kleinasien, sondern die zentralasiatische Steppe, wo sein Volk ursprünglich herkommt.  

Seite: 1 | 2 | 3  
   Antwort einfügen - nach oben