Müntefering kündigt Rückzug an

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neuester Beitrag: 02.11.05 11:12
eröffnet am: 31.10.05 15:35 von: lassmichrein Anzahl Beiträge: 111
neuester Beitrag: 02.11.05 11:12 von: kiiwii Leser gesamt: 1542
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31.10.05 15:35

61594 Postings, 6111 Tage lassmichreinMüntefering kündigt Rückzug an

Ist zwar bestimmt schon in einem anderen Thread versteckt....

 

31. Oktober 2005

Konsequenz aus SPD-Personalstreit: Parteichef Müntefering kündigt Rückzug an

Franz Müntefering, hat angekündigt, beim Bundesparteitag Mitte November in Karlsruhe nicht mehr als Vorsitzender der SPD zu kandidieren. Das sagte Müntefering am Montag in Berlin.

(N24.de, Netzeitung)

 
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85 Postings ausgeblendet.

31.10.05 23:13

7114 Postings, 6918 Tage KritikerAber, aber BarCode -

Der Stoiber sollte doch nur die Angie schützen vor dem aggressiven Münte, weil, dabei schaltet die Ossi-Tante zu langsam; wenn jetzt aber der Münte gar nicht da ist, braucht sie auch den Edi nicht mehr. - klar?
Also bleibt der Edi wieder auf seinem nicht geregelten Hof in Bayern. - logo!? Und als Fremder in einer fremden Stadt hätte er sowieso nicht viel verrissen. Und Wirtschaft . . . naja. . .,
Biergarten ist ihm vertrauter - und auch noch ohne Söder oder Huber - so ganz allein - im nebligen November
Ich versteh ihn! - Kritiker.  

31.10.05 23:20
1

15130 Postings, 6866 Tage Pate100was für Schwachköpfe

So bescheuert kann man doch gar nicht sein!
Bestehen unsere Parteien eigentlich nur noch aus Idioten???

Ich kann mir den Scheiss nicht mehr anschauen...  

31.10.05 23:48

31028 Postings, 6864 Tage sportsstarDruck erzeugt Gegendruck

..  
Angehängte Grafik:
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Druck_erzeugt_Gegendruck.gif

31.10.05 23:49

25551 Postings, 6998 Tage Depothalbierer1 quatschkopp weniger !!

langsam gefällt mir dieses lustige possenspiel, daß sich große koalition nennt, hahahaha,  

01.11.05 00:06

31028 Postings, 6864 Tage sportsstarUnd Guido setzt dem ganzen bei Beckmann gerade

noch die Krone auf..! Der buddelt jetzt auf einmal wie ein wilder die merkel an und "analysiert en detail" die SPD, und setzt zwei Sätze später in puncto Stoiber an, dass ihn Personaldebatten und Auseinandersetzungen in anderen Parteien - als Vorsitzender der größten Oppositionspartei - nichts angeht!

Kann man nicht mal was inszenieren, dass er zB von nem Paparazi aufm Klo erwischt wird?

Halloween in Berlin..!

klasse Tag!
 

01.11.05 00:38
3

19565 Postings, 6816 Tage lehnaGenossen kippen aus "Versehen"...

ihren eigenen Vorsitzenden.
Ohne Rücksicht auf ihre Wähler und das Land wurde er von den Linken weggeputzt...
Ähem..,oder wars doch kein Versehn???

Denn irgendwie wirkt der Franzl hier als Störfaktor...


 

01.11.05 10:19

19565 Postings, 6816 Tage lehnaNach der Halloween-Party....

im Genossen-Vorstand steht Angie ohne Vizekanzler da.
In Deutschland brennt die Hütte und die Linken demontiern aus Trotz ihren Vorsitzenden,man,man...
Es hat allerdings Tradition,dass linke Utopisten in der SPD ihre Leitfiguren ausmerzen.(Schmidt,Brandt)...
 

01.11.05 10:35

7336 Postings, 6398 Tage 54reabschockstarre

SPD IN DER SCHOCKSTARRE

Wut und Entsetzen nach Münteferings Sturz


In der SPD herrschen Wut und Entsetzen. Kopflos streiten die Sozialdemokraten nach dem angekündigten Rückzug ihres Parteichefs Müntefering über Gründe und Konsequenzen. Erste Forderungen nach der Abdankung des gesamten SPD-Vorstands werden laut.

Berlin/Düsseldorf - Mit dem angekündigten Rückzug von Parteichef Franz Müntefering habe sich die gesamte engere Parteiführung in Frage gestellt, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Eine völlige Neuaufstellung ist sofort überfällig", betonte Poß, der selbst dem Parteivorstand angehört. Empört zeigte er sich über führende Parteifreunde, die nach Münteferings Bloßstellung durch die Nominierung der Parteilinken Andrea Nahles zur Generalsekretärin jetzt einfach zur Tagesordnung übergehen wollten.

Unter Hinweis auf die stellvertretende SPD-Chefin Ute Vogt und den thüringischen SPD-Chef Christoph Matschie, die schon öffentlich über Nachfolger von Müntefering spekulierten, sagte Poß: "Solche Schönredner brauchen wir nicht." Der gesamte Vorgang müsse sorgfältig aufgearbeitet werden. Bei der SPD-Basis herrsche wegen des Umgangs mit Müntefering "blanke Wut und pures Entsetzen".

Vogt beteuerte dagegen, niemand im Vorstand habe Müntefering bei der Abstimmung über den Generalsekretär Schaden zufügen wollen. Sie räumte allerdings ein, das Votum für Nahles sei riskant gewesen. Wenn sie allerdings gewusst hätte, dass Müntefering bei einem Scheitern Wasserhövels sein Parteiamt zur Verfügung stellen werde, hätte sie selbst wohl nicht für Nahles gestimmt. Nahles hätte in diesem Fall womöglich gar nicht für das Amt der Generalsekretärin kandidiert.

Nahles wird der Rückzug nahegelegt

Der Sprecher der ostdeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten, Stephan Hilsberg, sagte allerdings, jedem im Vorstand hätten die Folgen einer Niederlage für Münteferings Wunschkandidaten Kajo Wasserhövel klar sein müssen. Nahles habe mit ihrem Machtspiel den Rücktritt Münteferings in Kauf genommen, die SPD "kopflos" gemacht und damit gezeigt, dass sie für das Amt der Generalsekretärin in keiner Hinsicht geeignet sei. Mit der Nominierung von Nahles sei die SPD aus einer komfortablen Situation in eine möglicherweise über Wochen dauernde Krise hineingeschlittert. Nahles solle sich ihre Kandidatur noch einmal überlegen.

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, sagte, Nahles Behauptung, man habe ja nicht wissen können, dass Müntefering bei einer Abstimmungsniederlage im Vorstand sein Amt zur Verfügung stellen werde, zeige lediglich, dass sie nicht einmal zur Führung einer Juso-Gruppe qualifiziert sei. Auch SPD-Vize Heidemarie Wieczorek-Zeul, der frühere Juso-Chef Niels Annen und die amtierende Familienministerin Renate Schmidt hätten Eitelkeit vor politischen Sachverstand gesetzt. Er könne nur hoffen, dass Müntefering als Arbeitsminister und Vizekanzler antrete und die Partei einen Vorsitzenden finde, der für eine starke SPD in der Großen Koalition sorge.

SPD-Fraktionsvize Gernot Erler spricht sich jetzt für eine Vertagung der Entscheidung über einen neuen Parteivorsitzenden sowie einen Generalsekretär aus. "Ich könnte mir vorstellen, dass der Parteivorstand am Mittwoch vorschlägt, auf dem Parteitag in Karlsruhe nur über den Koalitionsvertrag zu entscheiden und alle Personalentscheidungen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben", sagte Erler heute im ARD-"Morgenmagazin". "Wir brauchen jetzt die Autorität von Schröder und Müntefering, um überhaupt die Große Koalition zustande zu bringen", betonte er. Beide dürften jetzt nicht beschädigt werden.

Die SPD müsse nun darüber nachdenken, wie sie Münteferings entscheidende Rolle bei den Koalitionsverhandlungen mit der Union bewahren könne. "Das kann schlecht verbunden werden mit der plötzlichen Entscheidung über einen neuen Parteivorsitzenden", betonte Erler. Er sprach sich für den Eintritt Münteferings in das Kabinett der künftigen Regierung aus.

Die Entscheidung zur Nominierung Nahles' beruht nach Ansicht Erlers auf einem "Missverständnis". Die Mehrheit des Vorstandes habe durchaus Münteferings politische Autorität und seinen Erfolg anerkannt. Das "System Müntefering", ein System von "sehr eng geführten Entscheidungen", als Dauerlösung für die SPD zu installieren, sei von der Mehrheit aber nicht gewollt gewesen.

Auch die anderen Parteien machen sich mittlerweile Gedanken über die SPD: Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, sagte, sie sei in Sorge um den Zustand der SPD. Die Partei habe so viel mit sich zu tun, dass man sich fragen müsse, ob sie überhaupt verhandlungsfähig sei.

CDU-Präsidiumsmitglied Hildegard Müller sagte, sie hoffe, dass die instabilen Verhältnisse in der SPD jetzt nicht zu Lasten des Landes gingen. "Wir haben eine große Aufgabe vor uns und können keine SPD gebrauchen, die sich mit sich selbst befasst", betonte sie.

Der Chef der Jungen Union, Philipp Mißfelder, sagte, die SPD habe ein gewaltiges Stück Arbeit vor sich, um ihr innerparteiliches Gleichgewicht zu wahren.


quelle:http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,382633,00.html

mfg 54reab

p.s.: dieser kindergarten darf nicht an die regierung! das bürgerliche lager sollte die spd verlassen.  

01.11.05 12:02

19565 Postings, 6816 Tage lehnaTitanic sucht neuen Käptn...

Der Andrang auf den Posten wird sich in Grenzen halten.
Nahles,die Schröder einst wegen der Agenda 2010 als Abrissbirne bezeichnete,wird ihren Sieg kaum feiern.
Die Wette auf Neuwahlen läuft bereits...  

01.11.05 20:21

15130 Postings, 6866 Tage Pate100Der politische Selbstmord der SPD

Der politische Selbstmord der SPD

Rüdiger Suchsland 01.11.2005
Für die Zukunft der größten Volkspartei der Bundesrepublik steht das Schlimmste zu befürchten
Die spinnen die Sozis - vielleicht trifft diese Aussage das Verhalten der SPD seit der Wahl vom 18. September am präzisesten. Der gestrige Rücktritt Franz Münteferings vom SPD-Parteivorsitz ist nämlich nur der Gipfelpunkt einer Serie falscher oder jedenfalls unverständlicher Entscheidungen, die die SPD-Politik während der letzten Wochen seit dem überraschend guten Abschneiden bei der letzten Bundestagswahl, die angesichts der Vorgeschichte ein hervorragendes Ergebnis brachte, geprägt haben. Das Gesamtergebnis könnte schlimmer nicht sein: In wenigen Wochen hat die SPD den relativen Sieg nicht genutzt, ihr gerade erst wieder errungenes politisches Kapital verspielt, ihre Spitzenfiguren verloren oder beschädigt, zentrale politische Positionen ohne Not aufgegeben - mit anderen Worten: Die SPD begeht politische Harakiri.

   

Es wäre immer falsch gewesen, Franz Müntefering zu überschätzen. Seinen Rücktritt als Antwort auf die Wahl von Andrea Nahles zur neuen SPD-Bundesgeschäftsführerin anstelle des von ihm favorisierten Kandidaten Kajo Wasserhölvel mag man als konsequent feiern oder gar als Zeichen bewundern, dass hier einer nicht an Ämtern klebt. Man kann es auch mit guten Gründen für unangemessen und sachlich falsch halten.

So spontan und unangekündigt, wie es auch in den internen Gremien verkündet wurde, handelt es sich so oder so allemal um eine Überreaktion aus narzisstischer Kränkung, im derzeitigen Stadium der unabgeschlossenen Koalitionsverhandlungen gar um Partei schädigendes Verhalten. Einmal mehr erweist sich die deutsche Linke als die dümmste Linke der Welt, die SPD als machtvergessen und im schlimmsten Sinne gesinnungsethisch: Inhalte werden zwar zur Disposition gestellt, aber ohne sich dafür etwas einzuhandeln, starke Personen opfern sich selbst auf dem Altar fragwürdiger vormoderner Werte wie "Ehre" und "Konsequenz", eine Strategie ist nicht erkennbar und taktische Positionen werden ohne äußeren Zwang preisgegeben. Vergleichen wir einmal das Verhalten der rotgrünen Parteien nach der - ja besser als erwartet ausgegangenen - Wahl: Mit Schröder und Fischer treten die mit Abstand beliebtesten und prägendsten Politiker der Koalition zurück, mit Müntefering der Parteivorsitzende und designierte Vizekanzler, während die Union an einer schon geschlagenen Kandidatin festhält und sich dadurch taktische Feldvorteile sichert.

Was, darf man mit gutem Grund fragen, passiert eigentlich - wenn man nicht eine rot-grün-rote Option für realistisch hält -, falls die Union nun die Koalitionsverhandlungen in der kommenden Woche platzen lassen und Neuwahlen erzwingen würde? Sie könnte dies - nun erst; vorher war es unmöglich - mit Verweis auf das SPD-interne Chaos tun, ohne als verantwortungslos und machtgeil dazustehen. Bei einer solchen Wahl drohte der SPD der Absturz und der Bundesrepublik doch noch die schon abgewählte schwarzgelbe Option. Das einzige, das die SPD vor dieser Drohung vermutlich rettet, ist die Schwäche Merkels.
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Die SPD als Büttel für die Kanzlerwahl Merkels

Mit seinem Rücktritt zieht Müntefering zugleich die Konsequenz aus den persönlichen und politischen Fehlern der letzten Wochen, die für das gestrige klare Votum pro Nahles eine wichtige Rolle gespielt haben dürften. Gehen wir noch einmal ein par Schritte zurück: Je genauer man hinschaut, um so weniger kann man es fassen. Der oft erwähnte Auftritt Schröders bei der TV-Runde am Abend der Wahl war noch am ehesten verzeihlich. Nicht nur, dass der Überschwang des Kanzlers menschlich verständlich war, er war auch sachlich gerechtfertigt. Denn tatsächlich wollte und will die große Mehrheit der deutschen Wähler lieber einen Kanzler Schröder als eine Kanzlerin Merkel; letztere will bekanntlich noch nicht einmal die Mehrheit der Union. Nur: Völlig unverständlich ist, warum sich die SPD nun zum Büttel eben für die Kanzlerwahl Merkels machen lässt. Mit einem anderen TV-Auftritt und taktisch besserem Verhalten gegenüber der SPD hätte Schröder gute Chancen gehabt, Kanzler zu bleiben, womöglich gar in einer Großen Koalition. Doch zumindest hätte man sich für den Verzicht Schröders auf den Kanzlerschaftsanspruch den Verzicht auch Merkels aushandeln können.

Warum geschah das nicht? Da steht zunächst der zumindest ungeschickte Versuch Münteferings, die CDU/CSU-Fraktion zu spalten, verbunden mit der Erklärung die SPD, sie sei die stärkste Partei. Ungeschickt war dies in dreifacher Hinsicht: Ihm lag die Fehleinschätzung zugrunde, die GRÜNEN würden sich an der Spaltung der Union beteiligen. Direkt nach der Wahl war der Versuch aber auch deshalb ohne Aussicht auf Erfolg, weil er allzu offenkundig parteitaktisch motiviert war. Sachlich ist das Argument allerdings völlig zutreffend, dass der Anspruch der CDU/CSU als Einheit betrachtet zu werden fragwürdig ist. Denn die beiden Unionsparteien sind rechtlich getrennte Organisationen mit eigener Struktur, eigenem Haushalt, eigenem Programm, eigenen Mitgliedern. Sie verzichten nur darauf, in Bayern bzw. im nichtbayerischen Bundesgebiet anzutreten. In TV-Runden, etwa der Debattenrunde am Abend der Wahl, waren sie mit beiden Vorsitzenden vertreten - warum, wenn es sich um eine geschlossene Gruppierung handelt? Und was würde die Union erwidern, wenn SPD und GRÜNE morgen beschlössen, eine Fraktionsgemeinschaft zu bilden und dadurch zur stärksten Partei würden? Insofern war Münteferings Schritt im Prinzip richtig und hätte nur zu anderer Zeit - besser begründet - erfolgen müssen. Falsch war er direkt nach der Wahl aber auch drittens, weil Müntefering damit de facto die Unionsposition ohne Grund anerkannte, nach welcher der stärksten Fraktion einer Koalition prinzipiell das Recht auf die Kanzlerschaft zusteht. Man muss gar nicht nach Israel blicken, um diesen Anspruch in seiner Absolutheit zu bestreiten und undemokratisch zu finden.

Die Ministerien für schlechte Nachrichten

Grosse taktische Fehler beging die SPD auch im Umgang mit der in Dresden nötigen Nachwahl. Von vornherein war klar, dass sie keine echte Machtverschiebung bewirken könnte, ihr sehr wohl aber immense symbolische Bedeutung zukommen würde. Während die Union am Abend der Wahl ohne auf die Hochrechnungen zu warten, sofort den eigenen Sieg ins Land posaunte und den Wiedergewinn eines sicheren und bislang immer errungenen Direktmandats als ein "Votum für Merkel" darstellte, ließ sich die SPD-Zentrale auf die Position ein. Nie hörte man von der Parteispitze, dass ja die SPD in Dresden die mit Abstand meisten Stimmen bekommen hatte - dabei war das doch ein klares Votum für Schröder, oder?

Am schwersten wiegt das Vor-Abkommen zur Bildung der Großen Koalition, für das Müntefering maßgeblich verantwortlich zeichnet: Von Merkels Kanzlerschaft abgesehen sicherte sich die Union darin alle Zukunftsbereiche, darunter für die SPD zentrale Felder wie Familie und Bildung, sowie das Ministerium für wohlklingende Dampfplauderei - Wirtschaft - und das für ressentimentgeladenen Populismus - Innenpolitik -, während der SPD die Ministerien für schlechte Nachrichten zufielen: Finanzen, Arbeit, Gesundheit, für nervtötende Pedanterie und dasjenige für bürgerärgende Spaßverderberei: Umwelt. Inhaltlich vertrat man plötzlich die Einführung der Merkelsteuer. Die von Clement bis Nahles kritische Reaktion in der SPD, die sich als nahezu gleichstarke Partei in der künftigen Regierung unter Wert vertreten fühlte, ist verständlich und angemessen.

Denn man konnte sich den Verlauf der nächsten Jahre gut ausmalen: Aufgerieben zwischen pragmatischen Kompromissen und Zugeständnissen an die Union und den rein gesinnungsethisch argumentierenden "Wächtern der Revolution", vulgo: Linkspartei, die sich in ihrer Mischung aus Populismus und Fundamentalismus - man könnte auch sagen: aus Zynismus und Verantwortungslosigkeit - als bessere SPD darzustellen suchen, könnte die SPD ins Mark erschüttert und bei kommenden Wahlen unter 30 Prozent gedrückt werden. Ihre wirkliche Chance läge nur darin, dass die Union noch mehr Schwäche zeigen könnte. Aber wenn es darauf ankam, hat die Union zumindest machtpolitisch noch immer funktioniert.

Ökonomisierung statt Repolitisierung

Die gigantische Dummheit des Rücktritts des Parteivorsitzenden ist zugleich nur Indiz für eine tiefer liegende programmatische Schwäche der Sozialdemokratie: Seit einigen Jahren, genau genommen seit dem Beginn von Schröders verspäteter Kanzlerschaft im Zeichen des schon 1998 fragwürdig gewordenen "Dritten Weg" (Anthony Giddens) erhebt die SPD nicht mehr den Anspruch, die Spielregeln der Gesellschaft verändern zu wollen. Sie hat den ideologischen Kampf verloren gegeben; zwar nicht vor dem Neoliberalismus, aber vor dem konservativ abgedämpften Abbau des Sozialstaats, der Demontage der Politik überhaupt kapituliert. Wo ihre Repolitisierung gefordert wäre, betrieb die SPD im Wesentlichen Ökonomisierung der Verhältnisse und imitierte damit zwar nicht das Weltbild, aber das Modell der Rechten: den Gehorsam gegenüber wettbewerblichen Anpassungszwängen. Die Unternehmen wurden massiv entlastet, die Grundpfeiler des Sozialstaats zwar nicht theoretisch, aber praktisch infrage gestellt, der klassische Anspruch, den Armen und Unterprivilegierten zu helfen, aufgegeben.

Das zunehmend bittere Lob der Wirtschaft nützte Schröder und Müntefering so wenig, wie der Jubel des Westens Gorbatschow nach dem Fall der Mauer. Dabei konnte die Gefahr einer Fortsetzung dieser Politik erst eben in New Orleans besichtigt werden. Zudem hat es die SPD nicht vermocht, aus den vorbildlichen Errungenschaften der Rotgrünen Regierung ein Projekt, eine neue Identität zu formen: Die Fremden- und Erinnerungspolitik, eine zu großen Teilen vorbildliche Umweltpolitik, das außenpolitische Engagement in Europa, im Kosovo, im Nahen Osten, gegen den Irakkrieg.

Und nun? Rotkohl gegen Cunctator

Die bisherige Politik von Rotgrün war nicht in gleicher Weise fortzusetzen. Doch die SPD hat es nicht verstanden, ihre Programmatik fortzuschreiben, ihre Werte zeitgemäß zu definieren. Stattdessen flüchtet sie sich nun, auch auf der SPD-Rechten, ins Fegefeuer aus Pragmatik und Idealismus. Insgeheim sehnt sie sich, das wird jetzt deutlich, nach Opposition, nach wohlfeilem Abstand von der Macht. Doch während Oskar Lafontaine außerhalb und seine Ziehtöchter und Söhne innerhalb der SPD ihre Visionen pflegen und von radikalen Lösungen schwadronieren, werden viele Menschen leiden. Die jetzt aufscheinende Alternative zwischen dem so machtbewussten wie ideenarmen pfälzischen Rotkohl Kurt Beck und dem unverständlicherweise als Wunderkind gefeierten, ewigen Cunctator Mathias Platzek - zwischen dem Lothar Matthäus und dem Bernd Schuster der deutschen Politik - zeigt, wie gruselig es um die SPD und ihre Zukunft bestellt ist. Dass sie dies mit großen Teilen der europäischen Sozialdemokratie gemeinsam hat, macht ihre Lage keineswegs besser.  

01.11.05 21:18

129861 Postings, 6083 Tage kiiwiiPlatzeck soll's werden, sagt Reuters

01.11.05 21:20

129861 Postings, 6083 Tage kiiwiiOssis an die Macht !

...auch in der SPD
...der Westen hat abgewirtschaftet


MfG
kiiwii  

01.11.05 21:57

129861 Postings, 6083 Tage kiiwiiMit Platzeck und ohne Stoiber wird's für Merkel

viel leichter...

...es ist fast unglaublich, aber es läuft wirklich alles günstig für sie...


MfG
kiiwii  

01.11.05 22:04

42128 Postings, 7661 Tage satyrÄh Kiwi Gehts denn noch? Ossis in der SPD

der Westen hat abgewirtschaftet?
Hast du alle beisammen?
Woher stammt denn das Merkel?
Hat die West CDU schon immer abgewirtschaftet?
Blickst du überhaup noch was durch deine Parteibrille?
Stoiber in Bayern es wird leichter für das Merkel?
Stoibers langer Arm reicht bis Berlin da kannst du sicher sein.
Oder sind das Vorbereitungen für Neuwahlen ohne das Merkel.  

01.11.05 22:17

129861 Postings, 6083 Tage kiiwiiahh, der Experte an sich

Stoiber ist politisch kurz vor der Pensionierung; von wegen langer Arm...

Was glaubst Du denn, wie groß die "Freude" in der CSU in München darüber ist, daß der wiederkommt...  Die hatten doch schon die Jobs verteilt... und nu macht er auch da wieder alles kaputt.

Nö, nö, denk noch mal drüber nach...


MfG
kiiwii  

01.11.05 22:28

42128 Postings, 7661 Tage satyrOhne die CSU ist das Merkel ,ein Gartenzwerg

ohne Zipfelmütze,deswegen wird sich die CSU niemals einsargen lassen.
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff-Stoiber ist der erste-
wer ist der nächste?
Wie war das nochmal mit den Ossis?
Wo der Westen abgewirtschaftet hat?
war es nicht die CDU mit dem lackierten Ossitrampel?
Die abgewirtschaftet hat?  

01.11.05 22:49

129861 Postings, 6083 Tage kiiwiiklar - personell abgewirtschaftet

- oder warum stehen demnächst an der Spitze beider Volksparteien Personen aus den Neuen Ländern ?


MfG
kiiwii  

01.11.05 22:50

21799 Postings, 7531 Tage Karlchen_IKommt

Stoiber aus Sachsen?  

01.11.05 22:52

129861 Postings, 6083 Tage kiiwiiWer is nochmal Stoiber ??

01.11.05 22:55

21799 Postings, 7531 Tage Karlchen_IWeißte nicht?

Das war derjenige, der sich vor gut drei Jahren mal für eine Stunde als Kanzler feiern ließ. Der freute sich damals richtig auf seinen Umzug nach Berlin.  

01.11.05 22:57

129861 Postings, 6083 Tage kiiwii...ach der...

...von dem hab ich noch nie arg viel gehalten...

MfG
kiiwii  

01.11.05 22:59

13786 Postings, 7586 Tage Parocorpstoiber geht nicht nach berlin

welch ein glück.

der bayowarische gesichtsfünfer hat auf bundesebene nichts zu suchen.

vollpfosten.
 

01.11.05 23:07

42128 Postings, 7661 Tage satyrwer geht schon nach Berlin wenn er in Bayern ne

Muschi hat.  

01.11.05 23:13

21799 Postings, 7531 Tage Karlchen_IIm konkreten Fall würde ich so schnell wie möglich

nach Berlin ziehen.  

02.11.05 11:12

129861 Postings, 6083 Tage kiiwiiDa der Osten in den letzten Jahren nie Chefsache

war (jedenfalls nicht wirklich) sucht und stellt nun der Osten selbst die Chefs !


Wenn man Probleme nicht löst, suchen sich die Probleme ihre Lösungen irgendwann selbst...


(auch Soiber war eher Problem als lösung, ergo...)


MfG
kiiwii
 

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