Morgens Aronal und abends nen Big Mäc

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eröffnet am: 02.04.05 22:07 von: Parocorp Anzahl Beiträge: 1
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13786 Postings, 7614 Tage ParocorpMorgens Aronal und abends nen Big Mäc

Mit welcher Zahncreme schütze ich am besten meine Zähne? Das Wichtigste dürfte sein, seine Beißerchen regelmäßig zu putzen.

Wir leben in einer Welt des Verkaufens. Es ist nahezu unmöglich, sich dem Dauer-Einfluss durch Werbung zu entziehen. Sie umgibt uns permanent, ist allgegenwärtig. Von morgens bis abends begleiten uns Spots, Plakate und Anzeigen im Fernsehen, Radio und den Printmedien. Werbung kann nervig sein, sie kann aber auch mit Witz und Humor für Heiterkeit und Abwechslung im Alltag sorgen. Wir stark die ?Produktinformationen? unser Leben beeinflussen, zeigt CickZack anhand eines (nicht ganz ernst gemeinten) Tagesablaufs.



Der Radiowecker reißt mich aus dem Schlaf. Es erklingt aus den Lautsprechern Musik in den schönsten Tönen. Doch anstatt der aktuellen Charthits vernehmen meine Ohren den Werbeslogan ?Heide-Park Soltau?. Also wieder umgedreht und weitergeschlafen. Nach einer kurzen Achterbahnfahrt im Traum rappele ich mich langsam auf. Nun wird es auch Zeit ? mein Bus fährt in einer Dreiviertelstunde.Ich wandele durch die Wohnung, bis ich vor dem Badezimmerspiegel stehe. Morgens ?Aronal? und abends? Egal! Jetzt werden erst einmal die Zähne geputzt. Gegen den Mundgeruch hilft ?Odol?. Trotz der unendlichen Frische für den Rachen bleibt die unendliche Frische für mein Gesicht aus. Ich bin immer noch hundemüde.Frisch und unwiderstehlich in den TagDa hilft nur noch eines: duschen. Ich stelle mich unter den warmen Strahl, greife zum Duschgel und schamponiere die Haare. Doch plötzlich spüre ich einen fürchterlicher Schmerz in meinen Augen. ?Schauma?, so lehrt uns die Werbung, brennt angeblich nicht. Und dann die bittere Überraschung: Ich habe mich vergriffen und die Haare mit Flüssigseife gewaschen. Aber wenigstens bin ich nun wach und kann frisch in den Tag gehen. Jetzt noch den ?Axe?-Effekt testen ? und es funktioniert: Unser Hund läuft mir hinterher. Na, dann kann ja heute gar nichts mehr schief gehen.Bevor ich das Haus verlasse, fehlt eigentlich nur noch ein bisschen Haarspray. Die Frisur sollte halten ? doch weit gefehlt: Kaum bin ich aus dem Haus, fängt es an zu regnen. Meine Haarpracht fällt förmlich in sich zusammen. Außerdem läuft mir die nun flüssig gewordene chemische Substanz in die Augen ? es brennt schon wieder.Nun sitze ich im Bus auf dem Weg zur Schule. Am Fenster prangt ein großes rundes Etwas, das mir die Sicht nach draußen versperrt. Warum musste ?Real? denn unbedingt Werbung an meinen Bus kleben? Und dann auch noch an mein Fenster?Nach der Schule entdecke ich in meinem Portmonee einen schon fast vergessenen Schatz: Gutscheine von McDonald?s. Bald darauf stehe ich auch schon an der Kasse, um meine Bestellung aufzugeben: ?Ich hätte gerne einen Whopper und einen Kingshake.? Doch kaum habe ich das gesagt, starren mich alle umstehenden, wartenden und bedienenden Menschen an. Wie konnte ich nur Burger King mit McDonald?s verwechseln? Schnell die Bestellung korrigiert: ?Dann nehme ich eben eine Apfeltasche und einen Chickenburger und Ihre Handynummer ? und das alles für ein Euro.? Wenigstens das hat geklappt. Wie eine Bestellung auszusehen hat, habe ich in der Fernsehwerbung schon hundertmal gesehen.Das Essen kommt prompt. Doch nirgends auf dem Tablett kann ich die gewünschte Handynummer entdecken. Also frage ich noch einmal höflich nach, bekomme jedoch eine etwas unfreundliche Bemerkung zur Antwort: ?Laufen Sie noch ganz rund, oder was?? Komisch, dieser Spruch kommt in dem Werbespot, den ich schon beinahe auswendig kenne, gar nicht vor.Wieder draußen angekommen, empfängt mich ein eisiger Wind. Ich muss meine Nase schnäuzen. ?Tempo? hält was es verspricht, manchmal aber auch nicht ? ein großer Riss in der Mitte des Taschentuches beweist das Gegenteil. Ein Passant reicht mir ein No-Name-Produkt ? und diesmal klappt es.Endlich zu Hause: Nach einigem Zögern zeige ich meine bewertete Mathearbeit vor. Da hilft auch kein ?Melitta?-Kaffee mehr ? leider. Nach dem ganzen Stress gehe ich erst einmal nach draußen. Bis zur nächsten Tankstelle ist es nur ein kurzer Weg. Nach dem anstrengenden Tag muss nun ein kühles ?Fosters? Abhilfe schaffen. Wie ich aus der Sendung ?Die witzigsten Werbespots der Welt? weiß, sollte nun die Welt ganz anders aussehen, ich jedoch kann keinen Unterschied bemerken. Erst nach dem sechsten Bier dürfte die Welt wohl viel bunter aussehen als vorher. Darauf verzichte ich aber.Abends, wenn der kleine Hunger kommtKaum komme ich nach Hause, stolpere ich auch schon über unsere Katze, die ganz unruhig auf und ab geht. Mit allerletzter Willenskraft erinnere ich mich an die letzte Werbebotschaft des Tages: ?Katzen würden Whisky saufen?. Hört sich zwar komisch an, aber wenn die das in der Werbung so sagen? Nur noch das Wundermittel in den Fressnapf gefüllt und fertig ist die Mahlzeit.Kurz vor dem Schlafengehen verspüre ich einen ungeheuren Heißhunger. Da wir noch Eiscreme im Haus haben, gehe ich in die Küche um mir ein ?Cornetto? aus dem Gefrierfach zu holen. Dieses Wunderprodukt soll einen in eine Fantasiewelt entführen. Leider bin ich zu müde, um die Wirkung zu testen. Nach dem zweiten Bissen schlafe ich ein.Doch was ist das? Im Schlaf erfüllen sich meine unerfüllten Werbeträume des Tages wie von selbst. Alles was tagsüber misslang, funktioniert nun auf wundersame Weise. Vielleicht sollten die Werbeleute ihre Botschaften auch einfach noch einmal überschlafen?Was bewirkt Humor in der Werbung?Durch humorvolle Werbung wird beim Publikum eine hohe Aufmerksamkeit erreicht. Viele Unternehmen versprechen sich hierdurch einen intensiveren Kaufanreiz ? besonders bei der jungen Käuferschaft. Humor fördert die Sympathie für den Werbetreibenden, kann aber auch gerade ältere Konsumenten vergraulen. Zudem besteht die Gefahr, dass witzige Elemente vom Produkt ablenken und dadurch lediglich die Pointe hängen bleibt. Folgende Aspekte kennzeichnen humorvolle Werbung:Aufmerksamkeit: Werbebotschaften, die durch ihre humorvolle Art und Weise gekennzeichnet sind, ziehen Aufmerksamkeit auf sich.Verständnis: In der Regel wird das Verständnis der Botschaft durch lustige Einlagen erhöht.Ablenkung: Humor kann jedoch den Adressaten ablenken. Das ist der Fall, wenn sich der dieser nur an die Werbepräsentation erinnert, nicht aber an den Nutzen des Produkts.Überzeugung: Witzige Appelle scheinen auf den ersten Blick zu überzeugen.Glaubwürdigkeit: Die Glaubwürdigkeit des Produkts oder des Produzenten kann aber auch negativ beeinflusst sein, da eine überzogene Darstellung der Wirklichkeit beim Publikum teilweise Ablehnung hervorruft.Differenzierung: Bestimmte Eigenschaften des Empfängers können unter Umständen die Wirkung von Humor vereiteln. So kann beispielsweise geringe Intelligenz das Verständnis erschweren.Sympathie: Ein lustiger Kontext steigert die Sympathie für die Marke und schafft positive Reaktionen.




James Patric Hiller

16.03.2005 09:32; aktualisiert:16.03.2005 09:45





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