Möllemann bat um Audienz bei Saddam

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eröffnet am: 24.04.03 22:30 von: Nassie Anzahl Beiträge: 2
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24.04.03 22:30

15990 Postings, 6771 Tage NassieMöllemann bat um Audienz bei Saddam

Der frühere FDP-Vizevorsitzende Jürgen W. Möllemann hat irakischen Dokumenten zufolge im August 2000 um einen Termin mit Staatschef Saddam Hussein gebeten. Der FDP-Politiker wusste sehr wohl, dass die Sache heikel war.


In einem als "geheim" eingestuften Schreiben des Außenministeriums in Bagdad an das Präsidentenbüro mit dem Betreff "Herr Jürgen Möllemann" heißt es: "Er sagte, dass er Präsident Saddam Hussein, Herrn Tarik Asis, den Außenminister und weitere Minister treffen möchte." Das Schreiben, das der Financial Times Deutschland vorliegt, trägt das Aktenzeichen "1539/80/1/km". Unterzeichnet ist es von Mohammed Said el Sahhaf, der damals noch das Außenministerium leitete und während des Irak-Krieges als Informationsminister des vor zwei Wochen gestürzten Diktators international bekannt wurde.

Hintergrund des Briefes ist eine Delegationsreise, die Möllemann im August 2000 plante. Gemeinsam mit deutschen Vertretern aus Politik und Wirtschaft wollte der wegen seiner antiisraelischen Äußerungen umstrittene Liberale und Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft im November desselben Jahres anlässlich der Handelsmesse nach Bagdad kommen, so der Brief.


Offenbar scheute Möllemann nicht davor zurück, mit Saddam auch persönlich zusammenzutreffen. "Der Botschafter bat ihn, noch weitere Politiker verschiedener Parteien zu gewinnen", heißt es in el Sahhafs Schreiben. "Herr Möllemann sagte, dass sei eine gute Idee, aber das Thema sei sehr sensibel." Er habe zugesagt, sich um die Angelegenheit zu kümmern.


Das Dokument befand sich im ersten Stock des Außenministeriums in einem von den US-Bombenangriffen verschonten Büro. Das Archiv nebenan dagegen ist weitgehend zerstört worden. In dem Raum wurden, nach Ländern geordnet, die Korrespondenzen aufbewahrt. Nach den Plünderungen liegen die noch vorhandenen Akten überall auf dem Boden verstreut.


El Sahhaf betont in seinem Brief, dass es sich bei Möllemann um einen ehemaligen deutschen Vizekanzler und Minister der christlich-liberalen Regierung handele, also um eine wichtige Persönlichkeit. "Sie müssen wissen, dass Herr Möllemann schon viele wirtschaftspolitische Delegationen geleitet hat, die Libyen, Iran und Nordkorea besucht haben." In all diesen Ländern sei es zu guten Geschäftsabschlüssen gekommen.


Auch politisch wurde Möllemann Zuverlässigkeit im Sinne des Regimes in Bagdad bescheinigt. "Er hat eine positive Meinung gegenüber Irak und hat die deutsche Regierung gedrängt, sich für die Aufhebung der Sanktionen einzusetzen." Sahhaf empfiehlt deshalb, Möllemanns Wünschen zu entsprechen. Ob er den gestürzten Diktator Saddam Hussein seinerzeit tatsächlich treffen konnte, geht aus den Unterlagen nicht hervor.


Der seit seinem FDP-Austritt parteilose Möllemann selbst war am Donnerstagabend für eine Stellungnahme zu dem Brief des irakischen Ex-Außenministers nicht zu erreichen.

 

24.04.03 23:09

2875 Postings, 7385 Tage HillHoffentlich gibt er nicht sein Ehrenwort ab,

dass er damit nichts zu tun hat! Sonst wird das Wasser schon mal eingelassen.  

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