Mobbing bei New Yorks Anti-Terror-Kämpfern

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eröffnet am: 08.12.06 11:08 von: SWay Anzahl Beiträge: 4
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08.12.06 11:08

11123 Postings, 5402 Tage SWayMobbing bei New Yorks Anti-Terror-Kämpfern

Mobbing bei New Yorks Anti-Terror-Kämpfern
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,453092,00.html
Von Yassin Musharbash

Der Mann ist ein Held im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. Das bestätigte ihm die Stadt New York schriftlich. Trotzdem wird der Polizist gemobbt: Von Vorgesetzten, Kollegen und einem Ex-CIA-Agenten. Jetzt wehrt sich der Beamte vor Gericht.

Berlin - "Heroische Anstrengungen im Anschluss an das World Trade Center-Desaster", bescheinigte die Stadt New York dem 48-jährigen Polizisten kurz nach dem 11. September 2001. Doch behandelt wurde der Mann im Rang eines "Captain" ganz und gar nicht wie ein Held: Weil es ihnen offenbar nicht in den Kopf ging, dass ein arabischer Muslim gegen al-Qaida & Co. und für die Sicherheit Amerikas kämpfte, mobbten und beleidigten einige seiner Kollegen und Vorgesetzten in der "Cyber Unit" der New Yorker Polizei (NYPD) den Mann über drei Jahre lang.
Wenn es um wichtige Informationen ging, wurde er etwa - gemeinsam mit anderen muslimischen Mitarbeitern - von Besprechungen ausgeschlossen. "Alle Araber sind Tiere", musste er sich von einem Vorgesetzen anhören. Die "Cyber Unit" beobachtet dschihadistische Internetseiten und erstellt aus dem Gedankenaustausch der Terror-Anhänger im WWW Gefährdungsanalysen. Eines Tages lag ein Zettel auf dem Schreibtisch des Beamten: "Al-Qaida rekrutiert auch online!", wurde ihm darauf nahe gelegt.

Islam als "Todeskult" bezeichnet

Am schlimmsten aber waren zweifellos die E-Mails. Tausende von ihnen versandte ein externer Terrorberater des NYPD im Laufe der Jahre an hunderte Polizisten, die mit der Terrorbekämpfung befasst waren. Und viele hatten einen ausgesprochen anti-arabischen oder anti-islamischen Inhalt.

Am 10. Oktober 2003 etwa stand folgendes in der Rundmail: "Was passiert, wenn sich ein Muslim zwischen dem Koran (Gottes Wort) und der Loyalität zu Amerika entscheiden muss? Wenn er ein guter Muslim ist, kann er kein guter Amerikaner sein." Am 1. Oktober 2004 leitete der Terrorberater einen Artikel mit der Überschrift "Jeder Vierte hat anti-islamische Einstellung" an die Adressaten in seinem Verteiler weiter, versehen mit dem Kommentar: "Dann ist jeder Vierte gut informiert."

Am 21. November 2004 musste der muslimische Terroristenjäger lesen: "Radikaler Islam? Gibt es nicht... es gibt nur Islam."

Und am 1. Januar 2005: "Dies ist kein Krieg gegen Terrorismus... er richtet sich gegen ISLAM."

Am 29. Januar 2005: "Jemand müsste schon blind, dumm oder ignorant sein um zu denken, dass Islam eine Religion (und keine faschistische politische Ideologie) ist".

Am 19. Mai 2005: Der Koran sei ein "feindseliges Manifest einer barbarischen und faschistischen Ideologie".

Am 1. Juni 2005: Der Islam sei keine Religion, sondern ein "Todeskult".

Und schließlich am 5. Juli 2005: "Den hasserfüllten Koran zu verbrennen, sollte als ein Dienst an der Öffentlichkeit gesehen werden."

"Kultur der Diskriminierung"

Die E-Mail-Auszüge wurden SPIEGEL ONLINE von Ilann Maazel, dem Anwalt des muslimischen Terroristenjägers, zur Verfügung gestellt. Sie sind Teil der Beschwerde, die der Polizist bei Gericht eingereicht hat, Eingangsstempel von "Judge Jones" vom 5.12.2006. Denn der Mann will sich das alles nicht mehr gefallen lassen. Die "Kultur der Diskriminierung" innerhalb seiner NYPD-Division, heißt es in dem Dokument, habe dazu geführt, dass der Kläger heute "von Angstgefühlen, Unglücklichsein, Depression und Isolation geplagt wird".

Der Kläger ist gebürtiger Ägypter. Anfang der Achtziger Jahre wanderte er in die USA ein, 1990 wurde er US-Bürger, er studierte, arbeitete bei einer Sicherheitsfirma und wurde schließlich Polizist. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 baute er im Auftrag des NYPD die "Cyber Unit" mit auf - als einer der wenigen Polizisten mit Arabischkenntnissen. Diese Interneteinheit wird vom NYPD oft als Einheit "der Besten unter den Besten" angepriesen. Er habe "den american dream" gelebt, schreibt der Anwalt über seinen Mandanten, der, weil er undercover arbeitet, in dem Dokument ausschließlich unter dem Alias "John Doe" firmiert, wie in der US-Justiz üblich.

Bis 9/11 schien es niemanden zu stören, dass "John Doe" praktizierender Muslim und Amerikaner und Terrorbekämpfer war. Aber danach wendete sich das Blatt - und zwar in dem Moment, in dem Bruce Tefft als externer Terrorberater des NYPD die Bildfläche betrat. Tefft hat 21 Jahre bei der CIA gedient, bis er sich in die Privatwirtschaft begab.

Er ist sehr umtriebig: Mit den Kollegen seiner Firma IOIS bietet er etwa Fortbildungskurse für Polizisten und andere Interessierte in Sachen Terrorbekämpfung an, drei Tage kosten 275 US-Dollar. Und für eine andere Firma, "Orion", begann er ungefähr Anfang 2002, das NYPD zu beraten. Er ist der Absender der E-Mails, gegen die "John Doe" jetzt klagt.

Beschwerden auch wegen Rede in Kanada

Die Klage richtet sich allerdings gegen die Stadt New York. Denn "John Doe" sagt, er habe sich bei vier verschiedenen Vorgesetzten beschwert, ihnen die E-Mails vorgelesen, sich schriftlich beklagt, und dabei stets den vorgeschriebenen und für solche Fälle vorgesehenen Dienstweg eingehalten. Reaktion: Null.

Die Stadt sieht das anders. In der "New York Times" wird eine E-Mail von Paul J. Browne, dem Chef-Sprecher des NYPD, zitiert: "Sobald das NYPD davon erfuhr, dass Beschwerden wegen des Inhalts von E-Mails eines Individuums vorlagen, das nicht Angestellter des NYP ist, reagierten wir sofort und blockten seine E-Mails." Der Arbeitgeber des Mannes sei informiert worden. Der "New York Times" sagte Browne weiter, der Vertrag mit "Orion" sei "irgendwann 2003" beendet worden. Irgendwie aber sei es Tefft gelungen, weiterhin E-Mails an die Empfänger innerhalb des NYPD zu senden. Anwalt Maazel freilich findet, das die NYPD-Maßnahmen zu spät erfolgt seien.

Und im Übrigen sei es in jedem Fall "unglaublich, dass heutzutage hunderte rassistischer E-Mails zu hunderten NYPD-Beamten über drei Jahre hinweg gesendet werden, und nicht eine einzige Person etwas unternimmt, um das zu stoppen", meint er.

Keine Antwort von Tefft

Bruce Tefft, der Ex-CIA-Agent, der angeblich viele Jahre in afrikanischen Staaten seinen Dienst für den Auslandsgeheimdienst tat, steht unterdessen nicht zum ersten Mal wegen seiner Haltung zur islamischen Religion in der Kritik.

Bereits im Oktober 2004 hatte er bei einer Podiumsdiskussion an der Universität im kanadischen Toronto heftig polemisiert: "Islamischer Terrorismus basiert auf dem Islam, so wie er durch den Koran offenbart wurde", sagte er der Zeitung "The Canadian Jewish News" zufolge. Es sei zwar möglich, dass es moderate Muslime gebe, "der Islam als solcher ist aber nicht moderat". Und schließlich: "Es gibt keinen Unterschied zwischen Islam und islamischen Fundamentalismus, der ein totalitäres Konstrukt ist". Die Bürgerrechtsorganisation "Council on American-Islamic Relations" (CAIR) hatte das Simon Wiesenthal Center, auf dessen Einladung Tefft in Toronto sprach, damals aufgefordert, sich zu distanzieren.

Wann die Beschwerde von "John Doe" verhandelt wird, ist unklar. Solche Fälle, sagte Anwalt Maazel SPIEGEL ONLINE, "können Monate oder Jahre dauern".

SPIEGEL ONLINE kontaktierte Tefft am Mittwoch vormittag per E-Mail, erhielt aber bis jetzt keine Antwort.
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Tja, was will man von Untergebenen schon erwarten wenn der höchste Kopf von allen nicht gleichzeitig auch der Hellste von allen ist...  

22.12.06 20:29

11123 Postings, 5402 Tage SWayManche scheinen den Kreuzzügen nachzutrauern,

Amtseid auf Koran entfacht Abgeordnetenstreit
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,456221,00.html

Er ist der erste muslimische Abgeordnete im neuen US-Kongress und steht gleich unter Beschuss: Der Demokrat Keith Ellison will bei seiner Vereidigung die Hand auf den Koran legen - Konservative wie der republikanische Abgeordnete Virgil Goode wittern eine Gefahr für die Werte der Nation.

Washington - Für Keith Ellison war es eine völlig normale Angelegenheit, kein Stoff für einen öffentlichen Streit: Nach seiner Wahl kündigte der erste Muslim im US-Kongress an, bei der Vereidigung zum Abgeordneten im Januar seine Hand auf den Koran legen zu wollen. Schließlich leisten jüdische Abgeordnete den Amtseid mit der Tora und Christen mit der Bibel.
Mit dem Protest des republikanischen Abgeordneten Virgil Goode hatte der Demokrat Ellison, ein US-Staatsbürger, der in den siebziger Jahren zum Islam konvertierte, nicht gerechnet. Konservative Bürger aus Goodes Wahlkreis in Virgina hatten dem Republikaner Protestbriefe geschrieben, schockiert über die Pläne Ellisons.

Goode gab seinen Wählern recht. "Amerika muss endlich aufwachen", schrieb der Republikaner laut einem Bericht der "New York Times" den aufgebrachten Bürgern zurück und holte zur Generalkritik an der US-Immigrationspolitik aus. Einwanderung müsse erschwert werden, sonst "haben wir bald sehr viel mehr Muslime in den USA", so Goode. Die Wahl eines Muslims in den Kongress sei eine Bedrohung für die traditionellen Werte der Nation.

Der konservative US-Kolumnist Dennis Prager hatte schon nach der Wahl Ellisons in seinem Weblog geschrieben: "Wenn er nicht in der Lage ist, die Bibel zu akzeptieren, soll er nicht für den Kongress kandidieren." Prager zog in seiner Polemik außerdem einen zweifelhaften Vergleich: "Würden die Demokraten jemandem auch erlauben, Hitlers 'Mein Kampf' für den Schwur zu benutzen?"

Ellison hatte bei den Kongresswahlen im November in seinem Wahlkreis in Minneapolis 59 Prozent der Stimmen erlangt. Der Demokrat hatte im Wahlkampf einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak gefordert. Er setzte sich zudem für die Einführung eines Mindestlohnes ein.

In der offiziellen Zeremonie bleibt der Koran draußen

Nach den Äußerungen Goodes sind Demokraten und amerikanische Muslime in Aufruhr, wie die "New York Times" berichtet. Sie werfen dem Abgeordneten religiösen Fanatismus und Intoleranz vor. Die US-Verfassung verbiete es, die Kongress-Abgeordneten wegen religiöser Ansichten zu diffamieren. Bill Pascrell, demokratischer Abgeordneter aus New Jersey, forderte Goode auf, Muslime in dessen Bundesstaat Virgina zu besuchen und Vorurteile auszuräumen statt zu unterstützen. Sein Parteikollege Ellison müsse sich nicht wegen seines Glaubens rechtfertigen.

Ellison selbst sieht die öffentliche Debatte gelassen. Er wolle den Koran auch nur in privaten Vereidigungszeremonien einsetzen, nach dem offiziellen Schwur aller Abgeordneten auf die Verfassung. Auf ein Treffen mit Goode freue er sich sogar, sagte Ellison dem TV-Sender "CNN". "Ich kenne Goode nicht und will ihn erstmal treffen. Vorher verurteile ich ihn nicht."

"Keine Veranlassung, sich zu entschuldigen"

Goode sei wohl einfach schlecht informiert über sein Leben, so Ellison. Er sei kein Immigrant, sondern US-Amerikaner. Die Wurzeln seiner Familie in Amerika, rechnet er vor, gehen bis ins Jahr 1742 zurück. Das will Ellison auch Goode sagen: "Hier leben über fünf Millionen Muslime und es gibt keinen Grund, sich zu fürchten. Wir unterstützen Amerika und die Verfassung."

Ob der Demokrat die entfachte Debatte damit beruhigen kann, ist fraglich. Aus dem Büro Goodes kommen jedenfalls keine diplomatischen Signale. Linwood Duncan, Sprecher des republikanischen Politikers sagte über Goode: "Er steht zu seinem Brief und sieht keine Veranlassung, sich zu entschuldigen."

anb  

22.12.06 21:49

12175 Postings, 6913 Tage Karlchen_IIAmtseid auf den Koran?

Kann man fast den Amtseid auf Hitlers "Mein Kampf" ablegen.  

14.03.07 10:44

11123 Postings, 5402 Tage SWayjetzt gehts es auch bei uns los, oder was

http://www.ariva.de/board/285308/Big_Brother_an_der_Uni  

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