Mit La-Ola-Wellen des Gehirns lernt der Mensch im

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Mit La-Ola-Wellen des Gehirns lernt der Mensch im Schlaf
Madison -  Das Gehirn nutzt zum Lernen im Schlaf La-Ola-ähnliche Nervenwellen. Im Tiefschlaf verbinden sich viele seiner Hirnzellen zu einer Einheit. Wie Fußballfans, die ihre Hände während einer La-Ola-Welle gleichzeitig aufstrecken, reagieren Millionen von individuellen Hirnzellen gleichzeitig mit einem elektrischen Signal.

Diese langsamen Hirnstromwellen seien für den Tiefschlaf charakteristisch. Ein internationales Forscherteam beobachtete nun, dass diese Wellen bei Menschen, die gut lernen können, besonders groß sind.

"Langsame Hirnwellen im Schlaf scheinen frisch Gelerntes zu festigen und zu verstärken", sagte Studienautor Reto Huber, der an der Universität Wisconsin in Madison forscht. Für die Studie mussten zwölf Probanden am Computer einen Bildschirmzeiger (Cursor) per Maus auf einen Zielpunkt hinbewegen. Ohne ihr Wissen verfälschte der Computer die Bewegungsrichtung des Bildschirmzeigers leicht, so dass die Probanden dies mit einer veränderten Bewegung kompensieren mussten.

Huber zeichnete die Hirnstromaktivitäten der schlafenden Probanden auf. Ergebnis: "Wir sahen größere langsame Hirnstromwellen in der vom Test beanspruchten Hirnregion - und nur dort", berichtete Huber. Probanden, die den Test am Besten meisterten, zeigten während der Nacht besonders große langsame Hirnstromwellen.


Einige Schlafforscher vermuten, dass die nächtliche Hirnaktivität neu geschaffene Nervenverbindungen überprüfen und aussortieren könnte. Wichtige Verbindungen werden behalten und verstärkt, unwichtige wieder abgebaut. Zusammen mit seinem Institutskollegen Giulio Tononi präsentiert Huber seine Ergebnisse jetzt in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature".


Dass Lernen im Schlaf tatsächlich möglich ist, hatten unter anderen auch amerikanische Forscher im Oktober berichtet: Ihre Versuchsteilnehmer konnten zuvor gehörte undeutliche Worte aus einem Sprachcomputer nach dem Schlafen besser verstehen als ohne Schlaf.  dpa


Artikel erschienen am 1. Juli 200
   
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