Mieses Geschäft mit dem Mitleid

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neuester Beitrag: 28.08.03 11:16
eröffnet am: 28.08.03 10:03 von: MD11 Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 28.08.03 11:16 von: kunibert Leser gesamt: 460
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28.08.03 10:03

4020 Postings, 6228 Tage MD11Mieses Geschäft mit dem Mitleid

Bettler-Mafia  

Sie sind die Ärmsten der Armen. Doch mit der Not der einen werden die anderen reich: Das Landeskriminalamt München ist einer slowakischen Bettler-Organisation auf der Spur, die bis zu 75 Bettler täglich für einen Hungerlohn auf die Straßen schickt ? moderne Sklavenarbeit. Denn die Bosse kassieren stündlich und leben wie die Fürsten.  


?Geben ist seliger denn nehmen", sagte der Apostel Paulus und meinte damit, dass Mildtätigkeit eine schöne Sache ist. In diesem Fall jedoch ist Mitgefühl eher fehl am Platze: Seit Frühjahr beobachtet das Landeskriminalamt verstärkte Aktivitäten slowakischer Bettler, die offensichtlich straff organisiert auf Mitleid machen.

Nicht nur gutherzige Spender werden ausgebeutet. Auch die Bettler selbst sind arm dran. Für einen Hungerlohn werden sie ausgebeutet ? von modernen Sklavenhändlern, die von der Polizei unbehelligt in ihrer Heimat wie die Fürsten leben. An Kirchen sieht man sie oft, auch in Fußgängerzonen, an Bahnhöfen und besonders gern vor Discountern nahe der Einkaufswagen ? dort, wo jeder Kunde die Euro-Münze schon griffbereit hat.

Es sind Frauen und Männer jüngeren oder mittleren Alters, vereinzelt haben sie auch Kinder dabei. Sie sitzen ganz still da, sehen traurig, abgerissen und absolut hilfsbedürftig aus. Die Rechnung geht auf. ?Bis zu 100 Euro pro Tag sind an einem guten Platz schon drin. Diese Leute ziehen in Fünfergruppen los, bis zu 75 Bettler sind täglich in südbayerischen Städten unterwegs", schätzt Kriminaldirektor Josef Geißdörfer, Leiter des Dezernats für Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt. Macht 7500 Euro pro Tag ? ein Vermögen für die Bosse in der Slowakei, von denen jeder einzelne angeblich bis zu 60 Bettler führt.

Inzwischen gewann die Polizei Einblicke in die Strukturen der Bettel-Organisation: Alle stammen aus der Umgebung von Rimavska Sobota. Einige haben dreimonatige Touristen-Visa, andere reisen illegal ein. 25 Euro Fahrgeld sind für die Autoreise fällig, einige bekommen auch Fahrkarten. Bei einigen Bettlern fand die Polizei Autokarten mit genauen Reiserouten.

Städte und Sitzplätze werden ihnen genau zugewiesen. Die Bettler werden streng kontrolliert, stündlich erscheinen Aufpasser zum Abkassieren. Nur zehn Euro pro Tag darf ein Bettler behalten. Ein Euro pro Stunde ? das ist ein Hungerlohn. Dennoch ist der Job in Deutschland begehrt, weil die meisten in ihrer Heimat in bitterer Armut leben.

Wo kein Kläger, da kein Richter: Mehr als Kontrollen und Ausweisung droht den Bettlern nicht. Geißdörfer: ?Mit einem Touristen-Visum darf man in Deutschland nicht arbeiten. Betteln gilt bei Ausländern als illegale Arbeitsaufnahme. Und das ist ein Grund zur Ausweisung." Auf die starke Konkurrenz aus Osteuropa sind auch die Münchner Bettler schlecht zu sprechen. Michel (45) saß gern an der Heilig-Geist-Kirche im Tal, fühlt sich dort inzwischen umzingelt: ?Da hat man als einheimischer Bettler gar keine Chance mehr."  


Gut,dass alles so eindeutig juristisch geregelt ist im schönen Deutschland.
 

28.08.03 10:12

Clubmitglied, 7958 Postings, 7049 Tage maxperformanceschützt unsere einheimischen Bettler

^spendet nur bei Ihnen!  

28.08.03 10:18

7336 Postings, 6299 Tage 54reabdie globalisierung trifft auch die

bettler. endlich!

*g*


 www.baer45.de.vu">
 

28.08.03 10:20

138 Postings, 6072 Tage Der Pinguin@maxperformance

... und wie soll das funktionieren? Kriegen einheimische Bettler einen Stempel mit der garantierten "Herkunftsgarantie" ... wie Hühner??!

Der Pinguin

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28.08.03 10:29

Clubmitglied, 7958 Postings, 7049 Tage maxperformancedie kriegen ne

Bettelerlaubnis vom Ordnungsamt.
Das Ausstellen kostet allerdings 16€,-)))
gruß Maxp.  

28.08.03 10:44

138 Postings, 6072 Tage Der Pinguin@maxp.

... gute Idee ... und dafür können sicherlich noch einige hundert Arbeitsplätze geschaffen werden ... *ggg*

Der Pinguin

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28.08.03 10:50

251 Postings, 7470 Tage ADVOKATmal ne blöde frage:

wenn es unseren einheimischen sozialhilfeempfängern doch verhältnismässig gut gehen soll, warum gibt es dann eigentlich einheimische bettler? sind das die, die sich schämen, aufs sozialamt zu gehen?  

28.08.03 10:55

4020 Postings, 6228 Tage MD11@advocat

genau...das sind die ANSTÄNDIGEN Armen.....die Suppn gibt´s an der Klosterpforte !
Und Florida kennen die nur aus den Bildern im Reisebüroschaufenstern.
Da sind schon wirklich Pechvögel dabei...ehemalige Akademiker, die ALLES verloren haben.
 

28.08.03 11:16

1766 Postings, 6468 Tage kunibertIch hab mal einen Bettler

kennengelernt, einen ehemaligen bekannten
Rechtsanwalt, jetzt Alki. Auch für deutsche
Bettler kann es ein lukratives Geschäft sein.  

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