Mein Lebenslauf

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eröffnet am: 14.01.10 22:41 von: Boersiator Anzahl Beiträge: 3
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14.01.10 22:41
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9095 Postings, 6989 Tage BoersiatorMein Lebenslauf

Mein Lebenslauf

Als ich geboren wurde, war ich noch sehr jung. Meine Eltern  waren gerade nicht zu Hause. Sie waren auf dem Feld Kartoffeln  holen. Es war zwar nicht unser Feld, aber wir holten dort immer  unsere Kartoffeln. Mein Vater ist ein Alteingesessener, zur Zeit  sitzt er gerade auch wieder wegen seines Glaubens. Er hat geglaubt  seine Miete nicht bezahlen zu muessen. Ich war nicht alle Kinder  die wir hatten. Wir waren zu Hause zwanzig Geschwi- ster  und  zwar zehn Jungen, neun Maedchen und ein Blindgaenger. Wir  schliefen alle in einem Zimmer - mit Gasmaske. Das Handtuch  stand gleich hinter der Tuer. Da wir nur ein Bett hatten, war es mit  dem Schlafen sehr schwierig. Das erste Kind wurde ins Bett gelegt  und, wenn es eingeschlafen war, wieder herausgenommen und an  die Wand gestellt. Dann kam das naechste an die Reihe. Nur mit  dem Wecken war es schwierig. ich bin einmal 14 Tage  stehengeblieben, was niemand auffiel. Wir waren eine sehr  musikalische Familie. Meine Mutter naehte auf einer  Singer-Maschine, mein Vater war Pianotraeger bei Musik-Meier  Einer meiner Brueder war Saenger, er sank immer tiefer. Jetzt  brummt er schon zwei Jahre. Ein anderer Bruder blaest auf dem  letzten Loch. Am musikalischsten war meine kleine Schwester  die ging schon bei der Geburt floeten. Wir waren eine sehr  intelligente Familie. Mein Bruder ist auf der Universitaet in  Heidelberg. Er steht dort in Spiritus, weil er zwei Koepfe hat.  Ein Bruder ist Verwandlungskuenstler. Der geht mit einem alten  Mantel ins Cafe und kommt mit einem neuen wieder heraus.  Ein anderer wiederum ist Klempner. Was er am Tag klemmt,  wird am Abend wieder verloetet. Ein anderer ist im Stadt- bad  taetig. Er steht dort als Brause, weil er einen Wasserkopf hat.  Wir hiessen alle Emil, bis auf Fritz, der heisst Hans. Meine  Schwestern waren alle furchtbar duenn. Die eine musste immer  zweimal ins Zimmer kommen, damit man sie sah. Eine hat jetzt  Zwillinge bekommen. Sie sehen sich sehr aehnlich, besonders  der andere. Als ich sechs Jahre alt war, kam ich zur Schule.  Ich war immer der Liebling meiner Lehrer. Verschiedene Klassen  durfte ich sogar zweimal besuchen, waehrend die anderen in  eine neue mussten. Einmal wurde ich in der Biologiestunde gefragt:  "Welchen Beruf hatte Goethes Faust?" Ich sagte "Damenschneider."  Warum, fragte er weiter. Ja, sprach ich: "Als er in Gretchens  Zimmer ging, rief er: Hier moechte ich saeumen!" Ein andermal in  der Zeichenstunde: "Wenn ihr beim Metzger 30 DM, beim Baecker  10 DM und beim Kaufmann 15 DM Schulden habt, wie- viel habt  ihr dann zusammen?" "Das weiss ich nicht, dann ziehen wir meistens  um." Brachten wir schlechte Zeugnisse nach Hause, bekammen  wir mit dem Aus- klopfer - brachten wir gute Zeugnisse mit, gab  es einen Groschen fuer die Spar- buechse. War die voll, wurde  ein neuer Ausklopfer gekauft. Dann kam einmal der Oberschulrat  zur Visite. Da ich am intelligentesten aussah, fragte er mich, ob ich  ein Sprichwort wuesste. Ich sagte ihm: "Ein Narr kann mehr fragen,  als zehn Weise antworten koennen." Er lief gleich rot an und  schmierte mir eine. Bestand aber darauf, dass ich noch ein  Sprichwort sagen sollte. "Gewalt geht vor Recht" sagte ich dann.  Da kam gerade der Schulleiter herein und wollte auch ein  Sprichwort von mir hoeren. Ich sagte: "Ein Unglueck kommt  selten allein." Da warfen sie mich zur Schule hinaus. Anschliessend  kam ich zu einem Schmied in die Lehre. Er gab mir einen  Hammer und sagte: Wenn ich nicke, schlage zu. Er nickte nur  einmal. Dann wurde ich Vertreter. Mein Chef war sehr neugierig  und fragte mich auch nach meinem frueheren Beruf. Ich sagte nur:  "Ich habe den Oelsardinen die Augen zugedrueckt, bevor sie in  die Buechse kamen. Ihm viel auf, dass ich eine sehr langsame  Aussprache habe und er fragte mich, ob ich ueberhaupt etwas  schnell machen koenne. "Ja", sagte ich, "ich werde schnell  muede." Er stellte mich dann doch ein. Ich hatte die Staedte  Hamburg, Bonn, Koeln, Dresden, Leipzig und Berlin zu  besuchen, und das alles in 8 Tagen. Als ich zum Bahnhof kam,  traf ich meinen alten Freund Karl. "Mensch Emil, wollen wir  nicht zusammen fahren?" "Nee, Karl," erwiderte ich, "ich bin  schon zusammengefahren, als ich dich sah." "Uebrigens Emil,  du hast deinen Hut verkehrt herum auf!" "Wieso das," fragte ich,  "Du kannst doch nicht wissen in welche Richtung ich gehe."  Die Bundesbahn ist doch eine herrliche Einrichtung, dachte ich.  Grund zu die- sem Lob gab mir der Herr gegenueber. Er fuhr  von Bonn nach Hamburg und ich von Hamburg nach Bonn. Nur  mit dem Unterschied, ich sass so herum und er sass so herum.  Unterwegs zaehlte er Schafe. Einmal kam ich ihm zuvor und  sagte: "62 Stueck." "Wie konnten Sie denn das so schnell  herausbekommen?" "Ja," sagte ich, "ich habe die Beine gezaehlt  und dann durch vier geteilt." Als ich von meiner Reise zurueck  kam, kam mir der Chef mit offenen Armen ent- gegen.  "Wunderbar," sagte er, "sie sind der erste, der das in so kurzer  Zeit geschafft hat. Wo sind die Abschluesse?" "Was fuer  Abschluesse," fragte ich. "Ich bin froh, dass ich die Anschluesse  erreicht habe." Dann kam ich zu einem Fotografen in die Lehre.  Aber ich konnte mich nicht richtig entwickeln. Einmal kam eine  Frau mit vier Kindern und bat mich, ich sollte ihre Familie  vergroessern. Ich sagte ihr, sie solle zu dem gehen, der es  angefangen hat. Dann kam ich zu einem Metzger in die Lehre.  Aber als ich sah, was der in die Wurst reintat, hab ich ihm  gesagt: "Sie, wenn das rauskommt, was da reinkommt, dann  kommen sie nimmermehr raus." Ich kam dann zum Theater.  Ich habe im "Wildschuetz" die wilde Sau gespielt. In einem  anderen Theaterstueck hatte ich auf die Buehne zu kommen  und zu sagen: "Sie kommen noch nicht." Als ich in der  Ritterruestung auf der Buehne stand, entdeckte ich vor mir e  inen kleinen Kasten, aus dem eine Frau herausguckte und mir  zufluesterte: "Sie kommen noch nicht." Da habe ich nur gesagt:  "Na, dann eben nicht!" und bin wieder gegangen. Das Publikum  schrie und tobte und stuermte die Kassen nach der Vorstellung .  Man warf auch mit Blumen nach mir, aber da hingen noch die  Toepfe dran. Der Direktor sagte, ich sei unbezahlbar und ein  vollwertiger Ersatz fuer Gustav Gruendgens: Ich haette an seiner  Stelle sterben sollen. Ich habe dann auch kein Geld bekommen.  Dafuer gab er mir die Hand - mitten ins Gesicht. Wenn man  nichts kann und nichts weiss, bleibt einem nur noch ein Ausweg:  man wird Polizist. Mein Wachhabender zeigte mir mein Revier  und sagte: "Bis zu diesem roten Punkt dahinten muessen sie gehen!"  Ich zog dann los, nach 15 Tagen war ich zurueck. Es war  das Schlusslicht eines Fernlasters, der nach Hamburg fuhr. Da  schickte man mich ins Irrenhaus. Nun bin ich bei Ihnen gelandet.

Mit verwirrten Gruessen

Boersi

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9 Jahre ARIVA (08.01.2001 - 08.01.2010) Unglaublich, aber wahr!

14.01.10 23:11
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95440 Postings, 6990 Tage Happy EndDu bist Heinz Erhardt??

14.01.10 23:31

33470 Postings, 7119 Tage DarkKnightHier die Kurzversion, das erklärt alles

"...geboren wurde .... ich am intelligentesten .... Irrenhaus ..."

Was für andere Selbsteinschätzung kann man hier auch sonst erwarten?
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DARKKNIGHT - - - The Art of Harassing

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