Mein Auto, mein Haus, mein Satellit

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eröffnet am: 21.12.06 10:22 von: Luki2 Anzahl Beiträge: 1
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7538 Postings, 7206 Tage Luki2Mein Auto, mein Haus, mein Satellit

Japan: Mini Satellit für Weltraum- Freaks

Mein Auto, mein Haus, mein Satellit ? ein Japaner bietet Weltraumzugang zum Schnäppchenpreis.

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Für umgerechnet 660 000 Euro, einen Bruchteil von Weltraumflügen, verspricht Astro Research Privatleuten, einen Mini-Satelliten beladen mit bis zu fünf Kilogramm persönlicher Fracht ins All zu schicken und die Flugbahn zu verfolgen. MySat-1 heißt das Produkt, ein Würfel von 25 Zentimetern Kantenlänge, ummantelt von blau schimmernden Solarzellen. Ein Flug zur russischen Raketenbasis ist im Preis enthalten. ?Ich will jedem ermöglichen, das All zu nutzen?, schildert Unternehmensgründer Ted Mitsuteru Sugiki sein Anliegen.

Kein reiner Marketinggag

Sugikis Angebot ist mehr als ein reiner Marketinggag. Er ist Teil seiner Vision, Astro Research mit innovativen Angeboten zu einem der führenden, privaten Weltraumunternehmen ausbauen. Als Hauptkunden hat er Forscher und Unternehmen im Visier. Viele Wissenschaftler würden gerne Weltraumexperimente durchführen, glaubt Sugiki. Sie verfügen aber nicht über große Budgets für bisherige Satelliten oder wollen nicht so lange auf einen Start warten.

Neben dem einfachen Würfel MySat-1, der nichts weiter tun kann, als unkontrolliert trudelnd in 600 bis 800 Kilometer Höhe um die Erde zu kreisen und ein Funksignal abzugeben, hat er daher eine Reihe von höher entwickelten Orbitern entwickelt.

Bereicherung für Forschung und Homepage

Das Einstiegsmodell für ernsthafte Anwendung ist eine technisch anspruchsvolle Version des MySat1, die stabilisiert und mit einer Sende- und Empfangsanlage versehen ist. Daher können die Auftraggeber mit ihm kommunizieren und so auch Versuche durchführen. Außerdem gibt es ihn mit einer Digitalkamera und einem kleinen Flüssigkristallbildschirm, auf den von der Erde Botschaften geladen werden können. Der Satellit kann dann ein Bild von der Erde mitsamt Textnachricht zum Empfänger schicken.

Ein hübsches Gimmick für die Homepage, und ökologisch korrekt obendrein. Die Mini-Satelliten werden nicht als Weltraummüll enden, gelobt Sugiki. Alle starten nach zwei bis drei Jahren im All ein Bremssystem, so dass sie nach 20 bis 30 Jahren in der Erdatmosphäre verglühen.

Darüber hinaus führt Astro Research richtig große Satelliten, die auf russischem und chinesischem Design basieren. Das ganz große Rad will Sugiki jedoch mit Kommunikations- und Wettersatelliten drehen. Der Kommunikationssatellit soll Entwicklungsländer preiswert den Zugang zu satellitengestütztem Breitbandübertragungen in Ballungsräumen bieten. Mit dem Wettersatelliten verspricht er, bunte Wetterbilder live zur Erde zu schicken.

Low Price durch Low Tech

Den niedrigen Preis der Orbiter verdankt Sugiki seiner Konstruktionsphilosophie. Er baut die Satelliten so klein, dass die Raketen-Start-Firmen sie gerne als Fracht beim Start richtiger Satelliten mitnehmen. Dadurch sinken die Startkosten. Gleichzeitig verwendet Sugiki kaum speziell für die Raumfahrt entwickelte High-Tech, sondern schraubt die künstlichen Trabanten aus preiswerten handelsüblichen Bauteilen zusammen.

Als Erfolgsgarant wirbt Sugiki mit seiner Erfahrung und der seiner Unternehmung. Bevor er Astro Research gründete, hat Sugiki Raketen für Japans größtes Weltraumunternehmen Mitsubishi Heavy Industries entwickelt. Nun verdient er sein Brot mit der Bewertung von Weltraumprojekten nationaler Weltraumbehörden.

Aussichten ungewiss

Noch ist ungewiss, ob Sugikis Idee sich auch zum Kassenschlager entwickelt. Sein erstes Angebot für die Massen, Asche von Verstorbenen als Gedenkgottesdienst per Satellit zum Mond zu schicken, wird nicht wie geplant 2007 oder 2008 abheben. ?Für 70 Kilogramm Asche benötigen wir 5000 Menschen?, erklärt Sugiki, ?so viele zu finden, ist sehr schwierig.? Für den Fall, dass auch seine anderen Ideen am Boden bleiben, expandiert Sugiki daher offenbar in neue Geschäftsfelder. Seit kurzem bietet er auch einen Tennis-Aufschlagroboter zum Kauf an.


Q: http://www.focus.de/finanzen/news/japan_nid_41416.html

Gr.  

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