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eröffnet am: 26.12.06 20:32 von: quantas Anzahl Beiträge: 2
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26.12.06 20:38
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1276 Postings, 5156 Tage RochusSchmidtEin sehr symphatischer Sportler!

Roger Federer: In China steht die Nummer eins der Weltrangliste auch zuoberst auf der Beliebtheitsskala.
 
Er ist tapfer, kämpft elegant, und die Massen verzehren sich für ihn,wenn seine Autorität den Centre-Court betritt: Roger Federer. 2008 will er Peking erobern.

Von Jörg Allmeroth
Als Roger Federer zu seiner ersten Trainingseinheit in den Ariake Tennis Forest Parkvon Tokio marschierte, ahnte er nichts von dem, was ihm in den nächsten beiden Stunden bevorstehen würde. Kaum hatten Federer und der japanische Spitzenspieler Go Saeda an diesem Oktobersamstag vor dem Tokio Open 2006 die Anlage betreten, stürmten Hunderte aufgewühlter Fans auf den Basler Maestro zu. Sie liessen sich nur unter härtestem Einsatz breitschultriger Bodyguards davon abbringen, dem besten Tennisspieler derWelt im Rausch der Begeisterung allzu nahe zu kommen. Wenig später wurden Kameras und Handys gezückt, und jeder einzelne Schlag, jede einzelne Pose war vom Klicken der Objektive und einem ohrenbetäubenden Kreischen auf den Tribünen begleitet.

«Es war das ungewöhnlichste Training, das ich jemals mitgemacht habe», erinnert sich Federer. «Die Begeisterung der Leute war umso erstaunlicher, als ich vorher gar nie in Japan gewesen bin.» Am Ende dieses Warm-up-Programms musste der 25-jährige Superstar gar um seine Kleider und die Schläger fürchten, die das Heer derAnhänger ihm am liebsten an Ort und Stelle entrissen hätte. «Ich dachte schon, dass ich den Park nackt verlassen würde», schmunzelte Federer. «Damals ist mir klar geworden, was Rockstars manchmal mitmachen.»

In dieser Woche ist Federer beim Masters Cup in der chinesischen Boom-Metropole Schanghai am Werk. Die Begeisterung ist genauso überschäumend wie im Oktober in Tokio. Im asiatisch-pazifischen Raum, ganz besonders aber in Japan und China, wird der Branchenführer der Tennis- Tour wie ein Halbgott gefeiert. Wo immer Federer im Fernen Osten auftritt, rollt man ihm nicht nur symbolisch, sondern auch in Wirklichkeit den roten Teppich aus. In Tokio war der Racket-Artist sogar im Kaiserpalast zu Gast, um mit Kronprinz Naruhito auf einem Sandplatz Bälle zu schlagen und anschliessend mit der Herrscherfamilie zu dinieren.

«Die Menschen in dieser Region schauen voller Ehrfurcht und Respekt zu jemandem auf, der in seinem Beruf ganz oben steht», staunt Federer. «Roger ist auch hier eine Berühmtheit, ein Publikumsliebling der besonderen Sorte», schwärmt Brad Drewett, der Turnierdirektor des Masters Cup in Schanghai. Nicht nur Ex-Profi Drewett hat noch in «grossartiger Erinnerung», wie sich Federer im vergangenen Jahr mit letzter Kraft durch den absagegeplagten Wettbewerb schleppte. Und als einzig verbliebene grosse Zugnummer nach gerade überstandenem Bänderriss fast noch die Weltmeisterschaft im prunkvollen Stadion Qi Zhong gewann. «Bei diesen Auftritten sind ihm die Herzen der Fans endgültig zugeflogen», sagt Iggy Jovanovic aus dem Board of Directors der ATP (Association of Tennis Professionals).

Für die ATP ist Asien-Fan Federer ein Geschenk des Himmels. Vor allem jetzt, in einer Zeit, in der man die aufstrebenden Volkswirtschaften in der Region wie nie zuvor als strategischen Expansionsraum definiert hat. Mit dem überragenden Basler als Leitfigur sollen noch mehr Turniere an noch mehr Standorten etabliert werden. «Tennis ist eins der coolsten Freizeitvergnügen für die neuen chinesischen Eliten und den wachsenden Mittelstand im Land», bestätigt ATP-Chef Etienne de Villiers, der ehemalige Topmanager aus dem Disney-Vergnügungsimperium. Der umtriebige Chef hat bereits die Vision entwickelt, im Herbst der Saison einen grossen kombinierten Herren- und Damenwettbewerb in China auszutragen. Experten des Tennis-Weltverbands ITF gehen sogar noch ein Stückchen weiter. Mit einer Einsicht, die vor Jahren noch als revolutionärer Unsinn abgetan worden wäre: «Ein Milliardenvolk wie die Chinesen, das bald eine Reihe Weltklassespieler hat, wird irgendwann auch einen Grand-Slam- Wettbewerb beanspruchen. Und ich sehe nichts, was dagegen spricht», sagt ein ITF-Spitzenfunktionär.

Go East. Auch Federer will Asien als Botschafter seines Sports und natürlich seiner selbst erobern. «Ich fühle mich in diesen Ländern, in diesen fremden, faszinierenden Kulturen unheimlich wohl», schwärmt Federer, den beim zurückliegenden Japan-Besuch auch eine Überdosis Reiswein und ein gehöriger Kater nicht in seiner Begeisterung für Land und Leute stören konnten. Anders als im schwierigen amerikanischen Markt, in dem Federer immer noch nicht recht Fuss fassen konnte, laufen ihm in Asien hochkarätige Sponsoren nahezu hinterher. «Es gibt laufend Anfragen wegen einer Partnerschaft», bestätigt Tony Godsick, beim Marketing-giganten IMG für Federers Geschäfte zuständig. Federers Philosophie, nur wenige ausgesuchte Marken in den Unternehmenspool zuzulassen, hat Godsick längst verinnerlicht.

Im Riesenreich China ist Federer, der «Leader of the pack» («South China Morning Post»), eine der einprägsamsten Figuren aus der Sportwelt. Chinesische Kabelsender übertragen fast jede wichtige Partie des eidgenössischen Tennis-Zauberers. Mal bei den Masters-Series-Wettbewerben, mal bei den Grand-Slam-Höhepunkten wie Wimbledon. Und natürlich vor allem jetzt, wo Federer im vielleicht schönsten Stadion der Welt aufspielt. Im Qi Zhong, in den endlosen Aussenbezirken von Schanghai. «Unerkannt bleibe ich hier nirgendwo. Die Leute sind unheimlich hungrig auf Events wie den Masters Cup», erzählt Federer. Dass er trotz seiner letztjährigen Finalniederlage gegen David Nalbandian bei einer Internet-Umfrage des Massenportals Sina mit grossem Abstand zum «beliebtesten Spieler» gewählt wurde, ist fast schon eine Selbstverständlichkeit. Zumal man wie im Jahre 2005 miterleben konnte, wie Federer den Hundertschaften chinesischer Journalisten geduldig und mit ausgesuchter Freundlichkeit auch die letzten Geheimnisse zu Spielen, Sätzen und Siegen erklärte. «Federer kann in Asien zu einer absoluten Ikone werden, wie in der Sportwelt sonst nur Tiger Woods», sagt sein thailändischer Kollege Paradorn Srichaphan.

Auf Augenhöhe mit dem Golfer Woods, der ebenfalls einen Individualsport mit Charme, Autorität und Eleganz beherrscht, könnte Federer spätestens 2008 treten. Dann nämlich, wenn er bei Olympia in Peking zum grossen, goldenen Schlag ausholt. Der vor vier Jahren in Athen gescheiterte Schweizerweiss um die Bedeutung dieses noch fernen Augenblicks. Um den Stellenwert eines Turniers, das wie kein anderes in seiner Karriere zu werden verspricht. «Es ist eine gewaltige Chance. In Peking die Goldmedaille zu holen, ist sowieso einer der letzten Träume, die mir im Tennis geblieben sind.»


 
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