Lebensversicherung...

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eröffnet am: 28.02.06 09:17 von: gurkenfred Anzahl Beiträge: 1
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19522 Postings, 7177 Tage gurkenfredLebensversicherung...

mal wieder ein kabinettstückchen unserer lebensversicherer:

Leibrenten sind häufig ein schlechtes Geschäft

Eine private Leibrente rechnet sich nur, wenn der Versicherte auf ein langes Leben setzt. "Wer absehbar seinen künftigen Grundbedarf nicht aus der Gesetzlichen Rente und anderen Einkünften decken kann und heute am Ende des Monats etwas übrig hat, sollte auf eine Leibrente setzen", sagte Susanne Meunier von "Finanztest" der Netzeitung. "Dann hat der Versicherte eine hohe Sicherheit, welches Geld ihm in der Rente zur Verfügung steht."

Wer nur zusätzlich für das Alter vorsorgen will, seinen Grundbedarf aber aus den absehbaren Einkünften finanzieren kann, solle auf andere Produkte ausweichen, die eine höhere Verzinsung bieten - dazu zählen beispielsweise Fonds- oder Banksparpläne.

Leibrente lohnt nicht
Hintergrund sind Berechnungen des Finanzwissenschafters Heinrich Bockholt von der Fachhochschule Koblenz im "Handelsblatt". Bockholt zufolge lohnt sich eine Leibrente nur für Versicherte, die älter als 90 Jahre werden. Wer das nicht schafft, schenkt seinem Versicherer bares Geld, denn mit einer einmaligen Kapitalauszahlung hätte er mehr bekommen.

Wer privat beispielsweise über eine private Rentenversicherung vorsorgt, hat am Ende der Laufzeit häufig die Wahl zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung oder einer monatlichen Leibrente. Eine Leibrente ist eine regelmäßige Auszahlung von Geld auf Lebenszeit. Manche Versicherer verlangen indes schon bei Vertragsschluss, dass sich der Kunde festlegt.

Steigende Lebenserwartung
Dass sich die Kapitalauszahlung selten lohnt, liegt Bockholt zufolge daran, dass die Versicherer ihrer Kalkulation die durchschnittliche Lebenserwartung zu Grunde legen und einen Sicherheitspuffer aufschlagen. Das Ergebnis: "Mit jedem Bundeswertpapier fahre ich besser", fasst Bockholt zusammen. Die Versicherer verteidigen indes ihr Vorgehen und verweisen auf die steigende Lebenserwartung der Menschen in der westlichen Welt. Die Versicherer müssten das in ihren Kalkulationen berücksichtigen.

"Dass sich die Leibrente selten lohnt, ist eine banale Erkenntnis", urteilte indes Meunier. Darum sollte die Wahl zwischen Leibrente und Kapitalauszahlung wohl überlegt sein. "Die Sicherheit, die der Kunde mit der Leibrente genießt, bezahlt er in jedem Fall mit dem Verzicht auf Rendite. Aber jemand, der eine Lücke in der Altersversorgung schließen will, fragt sich nicht, wie lang er leben muss, damit es sich gelohnt hat."

Versteckte Kosten
Kritik übte Bockholt auch an den versteckten Vertriebs- und Abschlusskosten einer Leibrente in der Ansparphase. Diese bewegen sich seinen Untersuchungen zufolge zwischen elf und 16 Prozent und schmälern die Rendite. Zusätzlich fallen in der Auszahlphase Verwaltungskosten an, die ebenfalls nicht im Vertrag ausgewiesen werden.

Für den Laien sei das Verfahren nicht transparent - mit dem Ergebnis, dass er Rentenangebote nicht sinnvoll beurteilten kann, urteilte Bockholt. "Wir hatten bei den Berechnungen selbst als Experten ununterbrochen Schwierigkeiten", zitierte ihn das "Handelsblatt".

(N24.de, Netzeitung)

mfg
GF

 

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