Langsam kehrt der Mut zurück

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eröffnet am: 26.11.04 14:01 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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Grüner-Kolumne: Langsam kehrt der Mut zurück

Die übergroße Angst der Investoren beginnt langsam, aber stetig zu entweichen.

Das "Handelsblatt" berichtete in dieser Woche über eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den "Investors Confidence Index" der Fondsgesellschaft JP Morgan Fleming. Diese wurde in den ersten beiden Novemberwochen durchgeführt. Demnach will wieder knapp die Hälfte der privaten Investoren in den kommenden zwölf Monaten Geld anlegen. Im Sommer plante dies lediglich ein Drittel.


In der Umfrage der GfK heißt es weiter, dass 40 Prozent der befragten Teilnehmer damit rechnen, dass der DAX in den nächsten sechs Monaten zulegt. Dies wird allgemein als Optimismus interpretiert. Doch die Kehrseite dieses Wertes bedeutet schlicht, dass 60 Prozent davon ausgehen, dass er nicht steigen bzw. sogar fallen wird.

Optimismus - aber Mutlosigkeit

Wie passt das zusammen? Ganz einfach. 40 Prozent der Investoren geben an, dass sie der Meinung sind, der DAX würde in den nächsten Monaten steigen. Doch nicht alle setzen diesen grundsätzlichen Optimismus in die Tat um und kaufen Aktien. Die negativen Erfahrungen des Bärenmarktes sitzen tief und viele Anleger sind regelrecht traumatisiert. Die bloße Erinnerung an Aktien sorgt für Unbehagen. Die Entscheidung, keine Aktien in die langfristige Vermögensplanung mehr einzubeziehen, ist viel mehr emotionaler Natur als eine rationale Überlegung.

Wenig positive Erfahrungen

Die sehr kurze Historie der breiten "deutschen Aktienkultur" muss bei der Bewertung dieser Umstände auch beachtet werden. Sehr viele deutsche Privatanleger haben bisher keine positive Erfahrungen mit Aktien machen können, da sie auf dem Hochpunkt der Hausse Ende 1999 bzw. Anfang 2000 erstmals Käufe getätigt haben. "Konservative Standardwerte" wurden damals eher weniger ins Depot aufgenommen. Die Depotchecks für Interessenten unserer Vermögensverwaltung - die wir ständig auswerten - zeigen eine massive Übergewichtung in Technologiewerten bzw. Technologiefonds. Viele dieser "Depotleichen" mit Verlusten über 90 Prozent befinden sich noch heute in den Depots und halten die Erinnerung an diese Zeit wach.

Fazit

Der Optimismus unter den Anlegern ist noch recht zerbrechlich und viele Investoren haben ihre Zuversicht noch nicht in tatsächliche Wertpapierkäufe umgesetzt. Der eigentliche Dammbruch steht uns noch bevor.

Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Thomas Grüner Vermögensmanagement GmbH. In den letzten Jahren hat er zahlreiche Beiträge und Kolumnen in diversen Finanzmagazinen, Zeitungen und Finanz-Websites veröffentlicht. Weitere Infos unter: www.gruener-vm.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

 

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