Koran-Unterricht in D´land

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eröffnet am: 18.12.06 13:57 von: ottifant Anzahl Beiträge: 1
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21368 Postings, 7098 Tage ottifantKoran-Unterricht in D´land

Gezerre um Islam-Lehrer  
Türkisches Konsulat greift in Kompetenz des Kultusministeriums ein  
Die Frage, wie weit die Türkei Einfluss auf türkische Lehrer nehmen darf, die an deutschen Schulen Islam-Unterricht geben, hat zu einem Kompetenzstreit zwischen dem Kultusministerium und dem türkischen Generalkonsulat geführt. Das Konsulat hatte den Lehrern untersagt, mit dieser Zeitung zu sprechen.

Fast 2000 Grund- und Hauptschüler besuchen in München das Fach ?Islamische Unterweisung?. Es wird in zwei Sprachen angeboten: Deutsch und Türkisch. Die meisten Lehrer kommen aus der Türkei und sind türkische Beamte (siehe Bericht rechts). Daher rührt auch das jüngste Kompetenzgerangel.

Die Vorgeschichte: Mitarbeiter dieser Zeitung bitten an der Grundschule am Hildegard-von-Bingen-Anger um ein Gespräch mit den zwei türkischen Islamlehrern. Als türkische Beamte haben sie einen befristeten Angestelltenvertrag mit der Staatsregierung.

Die Lehrer sind bereit, den Journalisten von ihrer Arbeit zu erzählen. Die Schulleiterin Gabriele Binder gibt grünes Licht. Doch am Tag vor dem Besuch ruft das türkische Generalkonsulat in der Redaktion dieser Zeitung an. ?Türkische Beamte dürfen sich nicht gegenüber einer Zeitung äußern?, lässt der Generalkonsul Abdurrahman Bilgiç ausrichten.

Die Schulleiterin bittet um Nachsicht: ?Der Termin ist geplatzt, weil die Lehrer sich nicht über das Verbot hinwegsetzen wollen. Wir können nichts dafür.? Die Frage ist: Darf sich das Konsulat überhaupt einmischen?

Nein, glaubt der Leiter des für Grundschulen zuständigen staatlichen Schulamts, Günter Gramsamer. ?Die Schulleiterin entscheidet alleine, ob Journalisten mit den Lehrern reden dürfen?, sagt er. ?Vorausgesetzt ist nur, dass die Lehrer selbst bereit dazu sind.? Das Konsulat habe das nicht zu bestimmen. Allerdings weiß Gramsamer auch nicht, ob vielleicht in den ?Entsendeverträgen? der Lehrer mit dem türkischen Staat solche Auflagen gemacht werden.

Das bayerische Kultusministerium ist sich nach Prüfung der Entsendeverträge sicher: ?Das Konsulat hat jedenfalls kein Vetorecht?, wie Sprecher Ludwig Unger sagt. Dienstgeber sei allein der Freistaat, bei den türkischen Lehrkräften greife voll und ganz das bayerische Dienstrecht. Niemand sonst könne den Lehrkräften verbieten, sich öffentlich zu äußern. Doch wie gehen Schulamt und Kultusministerium damit um, dass sich das Konsulat einmischt?

?Wir können nicht erzwingen, dass die Lehrer mit der Öffentlichkeit reden?, sagt Unger. Es sei verständlich, dass die Lehrer sich nicht über das Konsulat hinwegsetzten ­ Loyalität gegenüber dem Heimatstaat, in den sie zurückkehren würden. Andererseits: ?Uns ist schon daran gelegen, dass öffentliche Interessen wahrgenommen werden?, sagt Unger. ?Die Arbeit der Journalisten sollte akzeptiert, und es sollte respektiert werden, was in der bayerischen Verfassung steht.?


 

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