Konjunkturprogramm

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 31.03.09 07:44
eröffnet am: 31.03.09 07:44 von: tommmm Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 31.03.09 07:44 von: tommmm Leser gesamt: 157
davon Heute: 1
bewertet mit 1 Stern

31.03.09 07:44
1

1092 Postings, 4126 Tage tommmmKonjunkturprogramm

Moskau öffnet Tresore
Weltwirtschaftskrise zwingt zum Einsatz der Devisenreserven. Regierung will nicht nur Oligarchen, sondern allen Bürgern beispringen. Putin für »Sozialsystem auf Weltniveau«
Von Tomasz Konicz

Halbvoll oder halbleer? Dieser Moskauer Supermarkt spiegelt Rußlands wirtschaftliche Situation wider
Foto: AP
Ist Rußland bereits über den Berg, oder taumelt es am Abgrund? In den Führungsgremien gibt es dazu derzeit Meinungsverschiedenheiten. So erklärte der stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank, Alexej Uljukajew, gegenüber dem Radiosender Echo Moskau am vergangenen Freitag: »Ich denke, die schärfste Phase der Krise ist überstanden.« Zur Begründung führte er die stabile Lage auf den heimischen Finanzmärkten an. Der Kapitalabfluß ebbe ab, ausländische Investoren kauften wieder vermehrt russische Aktien, so Uljukajew.

Tatsächlich konnte die Talfahrt des Aktienindex RTS gestoppt werden. Auch gelang es der Zentralbank, den Verfall des Rubel aufzuhalten. Die russischen Währung hatte sich von 35 Rubel je Euro im September 2008 auf einen Eurokurs von derzeit 45 Rubel verbilligt, doch seit Jahresbeginn blieb dieser Wert stabil. Doch der Preis war hoch: Im Ergebnis mehrerer Interventionen sanken die Devisenreserven der Zentralbank von 476 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 auf 384 Milliarden im Februar 2009. Dennoch verfügt das Land noch über weitere Rücklagen in Höhe von 220 Milliarden US-Dollar, die im Stabilisierungsfonds geparkt sind. Uljukajew stellte sogar eine leichte Absenkung des Leitzinses in Aussicht, da die bislang mit 13 Prozent recht hohe Inflation abzuebben beginne. Vor allem kann die Russische Föderation einen wichtigen strukturellen Unterschied zu den meisten hochverschuldeten osteuropäischen Staaten aufweisen: Eine niedrige Auslandsverschuldung. Moskau hatte diese zwischen 2001 und 2007 dank üppiger Deviseneinnahmen von 33 auf 1,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) reduzieren können.

http://www.jungewelt.de/2009/03-31/021.php  

   Antwort einfügen - nach oben