Kohl ist schuld am Terrorismus

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eröffnet am: 26.12.01 09:38 von: Happy End. Anzahl Beiträge: 1
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Ein amerikanischer Wissenschaftler will einen Grund für den Wahnsinn von Bin Ladin und den muslimischen Selbstmordattentätern entdeckt haben

Keiner weiß, ob Bin Ladin tot ist oder bereits aus Afghanistan geflohen ist. Verzweifelt suchen die Amerikaner nach dem Oberhaupt des Terrornetzwerks, nachdem sie selbst mit ihm mediengefällig und komplexitätsreduzierend den "internationalen Terrorismus" muslimischer Ausprägung personifiziert haben. Ein für längere Zeit untergetauchter Bin Ladin würde den Sieg in Afghanistan vermutlich entscheidend schmälern, fürchtet die US-Regierung. Präsident Bush hatte schließlich immer wieder beschworen, ihn tot oder lebendig zu fassen zu bekommen. Noch viel unangenehmer wäre freilich, wenn Bin Ladin dem Sender al-Dschasira ein neues Video zusenden würde, indem er sich womöglich über die USA lustig macht. Immerhin will jetzt ein amerikanischer Wissenschaftler herausgefunden haben, warum Usama bin Ladin so verrückt ist. Der ehemalige Bundeskanzler Kohl ist es nicht, wohl aber eine noch immer in arabischen Ländern verwendete schwarze Schminke, die "Kohl" oder Kajal heißt.

Neben dem grünen Pulver aus Malachit haben schon die alten ägyptischen Frauen 4.000 Jahre vor Christus das schwarze Kohl verwendet, um ihre Augen zu schminken. Mit Fett vermischt, lässt es sich auch mit einem Stift auftragen. Kohl wurde zum Schwärzen der Lider und Augenbrauen eingesetzt, um so die Augen zu vergrößern. Bis heute wird Kohl in den arabischen Ländern oder in INdien nicht nur als Schminke, sondern auch als Heilmittel geschätzt. So soll das Pulver gegen Augenkrankheiten und gegen Sonneneinstrahlung schützen. Nomaden in der Wüste nehmen Kohl auch als Gesichtsschutz gegen Sandstürme und extrem heiße und kalte Temperaturen.

Zur Verschönerung dient Kohl aber nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern und Kindern, die schon in frühem Alter damit geschminkt werden und diese Gewohnheit bis ins Alter beibehalten. Das Problem mit diesem Kohl ist nur, dass er aus bleihaltigen Verbindungen besteht, die hochtoxisch sind. Und hier kommt die Erklärung des Weltraummediziners Karl Simanonok ins Spiel, der früher unter anderem bei der Nasa in Forschungsprojekten gearbeitet und seitdem alles Mögliche unternommen hat. Auch wissenschaftliche Publikationen wollen gerne einmal mehr Aufmerksamkeit als gewöhnlich erregen. Daher hat UniSci, eine US-Website, die Forschungsmitteilungen amerikanischer Universitäten veröffentlicht, wohl auch gerne eine Mitteilung von Simanonok aufgegriffen, in der dieser der  Frage nachgeht, ob nicht eine Bleivergiftung die Verrücktheit von Bin Ladin erklären könnte. Inwieweit seine Handlungen oder sein Denken von Wahnsinn geprägt sind, wird von ihm allerdings nicht näher diskutiert.

Bleivergiftungen können nämlich besonders bei Kindern äußerst schädlich sein und nach Simanonok "deren IQ erheblich sinken lassen und Entwicklungsprobleme verursachen". Bei Kinder und Erwachsenen kann Bleibelastung schon in geringen Mengen zu Bluthochdruck und Leberschäden sowie zu Verhaltens- und Lernstörungen führen. Schwere Bleivergiftungen können Lähmungen, Koma und Tod verursachen.

Simanonok geht von einer Beobachtung aus, die er in einer kalifornischen Klinik, in der arme Menschen behandelt wurden, gemacht gaben will. Dort sei ihm aufgefallen, dass pakistanische Kinder oft durch Kohl, mit dem die Mütter die Augen ihrer Kinder geschminkt haben, Bleivergiftungen erhalten hätten. Im Mittleren Osten sei es gang und gäbe, Mädchen und Jungen damit zu schminken. Leicht könne dabei Blei über die Hände in den Mund gelangen und sich so im Körper anreichern. In Indien liegen beispielsweise die Grenzwerte für Schadstoffe in Kosmetika wesentlich über denen von Deutschland, bei Blei sogar um 500 Prozent. Das ist besonders bei Kohl oder Kajal besonders bedenklich. Aus arabischen oder asiatischen Ländern stammendes Kajal kann bis zu 83 Prozent Blei enthalten.

Der Wissenschaftler will nun bei einigen Fotos von Bin Ladin festgestellt haben, dass er sich auch mit Kohl schminkt. Es sei auch bekannt, dass der Terroristenboss Leberprobleme habe, was auch auf eine Bleivergiftung zurückgeführt werden könne: "Neben der Tatsache, dass viele arabische Kulturen eine lange Geschichte der Aussetzung an Blei durch Kohl kennen, wobei es keine Behörden wie die EPA oder die FDA gibt, um dessen Verwendung zu begrenzen, sollte besonders eine Bleivergiftung als möglicher Faktor der jüngsten Ereignisse berücksichtigt werden, da viele arabische Kämpfer, wozu auch manche Taliban gehören, traditionellerweise Kohl für ihre Augen verwenden." Eine Bleivergiftung wäre also nicht nur ein Grund für die Leberprobleme Bin Ladins, sondern würde auch die "Verrücktheit der Selbstmordattentäter unter dem Einfluss bösartiger religiöser Vorstellungen" verstärken. Was früher bei den ersten Selbstmordattentätern die Kombination aus einer Eintrittskarte in das Paradies mit Rauschgift und Gehirnwäsche war, ist für Simanonok also eine Kombination aus Blei mit einer bösartigen Religion, die Selbstmordattentate im Rahmen des Dschihad verklärt und ebenfalls als Eintritt ins Paradies versteht.

Sollte also Bleivergiftung für den muslimischen Terror mitverantwortlich sein, könnten Bomben und Verfolgung nicht wirklich langfristig helfen, wenn nicht ein kultureller Wandel erfolgt und die arabischen Ländern mehr auf die körperliche Verträglichkeit ihrer Kosmetik achten. Terrorprävention wäre dann wirklich ein langfristiges Projekt, zumal neurotoxikologische Stoffe auch anderweitig vorkommen. Ein US-Bericht aus dem letzten Jahr kam zum Ergebnis, dass schätzungsweise 12 Millionen Tonnen an Chemikalien jährlich von der amerikanischen Industrie in die Luft oder das Wasser abgegeben werden, die bei Kindern körperliche oder geistige Schäden hervorrufen können. Bei der Mehrzahl der über 80000 im Handel befindlichen Chemikalien ist allerdings noch gar nicht bekannt, welche Auswirkungen diese haben (  Angriff auf die Gehirne).

Simanonok verweist daher auch auf andere Berichte, insbesondere von dem Neurowissenschaftler Roger Masters, der nicht nur Drogen oder Alkohol, sondern auch Bleivergiftungen für eine höhere Kriminalitätsanfälligkeit verantwortlich macht. Aufgrund von Untersuchungen habe sich ergeben, dass bei Straftätern, aber auch bei hyperaktiven Kindern im Blut oder in den Haaren ein signifikant höherer Wert an Schwermetallen (Blei, Mangan oder Cadmium) nachgewiesen werden konnte. Viel Blei im Blut bei siebenjährigen Kindern lässt nach Masters Jugend- und Erwachsenenkriminalität erwarten. Wer in einer Umwelt aufgewachsen ist, in der größere Mengen an Blei im Benzin, durch die Industrie, durch Farben im Haus oder durch fluoridiertes Wasser vorhanden sind, habe ein erhöhtes Risiko, Verhaltens- und Lernstörungen zu entwickeln, die eben neben den anderen sozialen Faktoren auch eine Grundlage für Gewalttätigkeit und Kriminalität sein können. Blei, vor allem in Kombination mit Mangan, verändern Neurotransmitter wie Dopamin oder Serotonin, wodurch nach Masters unter anderem die Selbstkontrolle geschwächt werden soll.

Wie eine mögliche Bleivergiftung von Bin Ladins Gehirn mit dem Terrorismus zusammen hängt, ist damit noch nicht geklärt. Zumindest ist er nicht so "wahnsinnig", selbst ein Selbstmordattentat zu begehen. Dafür schickt er lieber andere auf den Weg ohne Rückkehr. Ob die Strategie, Selbstmordattentäter auszubilden und einzusetzen, selbst einem (blei)kranken Gehirn entspringt, ist schon wieder eine andere Frage. Zynisch gesagt ist der Selbstmordattentäter die Waffe, die bislang ganz rational die größte Wirkung mit der höchsten Wahrscheinlichkeit erzielt, auch ans Ziel zu gelangen, auch wenn es natürlich "Pannen" gibt wie eben jetzt, als ein Attentäter auf dem Flug von Paris nach Boston seinen in den Schuhen befindlichen Sprengsatz nicht zünden konnte und durch den Rauch die Mitfahrer auf sich aufmerksam machte, die ihn überwältigen konnten.

Ganz absurd ist die These von der Bleivergiftung also nicht, aber wohl doch ein wenig zu einfach.

Gruß
Happy End
heise.de

 

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