Kleine Fabel

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neuester Beitrag: 25.07.15 02:16
eröffnet am: 24.07.15 11:55 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 32
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24.07.15 11:55
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66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingKleine Fabel

Im Mittelalter fuhren Piratenschiffe die deutschen Flüsse hoch, durchbrachen die Stadtmauern der Hansestädte, töteten die Bürger und raubten deren Gold.

Heute kommen die US-Investmentbänker mit dem Flugzeug. Sie fliegen in Brüssel ein, tragen keine Schwerter und keine Feuerwaffen, sondern einen Koffer. Dieser Koffer ist physisch fast leer. Er enthält allerdings eine große Urkunde, auf die in großen goldenen Lettern das Wort "US-Reputation" gedruckt ist. Dieses Papier öffnete ihnen alle Türen. Diese Bänker müssen daher in Brüssel keine Mauern durchbrechen, sondern ihnen wird sogar ein langer roter Teppich ausgerollt. Am Ende dieses Teppichs steht ein Schreibtisch.

Am Schreibtisch angelangt, führen die Bänker Gespräche über Firmenübernahmen. Sie wollen große europäische Firmen übernehmen, das Geld dafür jedoch nicht in Dollar bezahlen, sondern in Euro auf den Tisch legen. Da die Bänker in Amerika viele Dollars auf ihrem Konto haben, vertraut man ihnen und gibt ihnen Kredit. Sie geben nun im Namen ihrer US-Klienten (darunter Coca-Cola) Anleihen heraus, die in Euro ausgestellt sind. Diese Euroanleihen-Emission begründen sie damit, dass man, wenn man in Europa Firmen aufkaufen will, am besten auch mit Euro bezahlt, dann gäbe es keine Währungsrisiken.

Kurz darauf werden diese Euro-denominierten Anleihen herausgegeben und auf dem freien Bondmarkt angeboten. Dort gibt es leider nicht allzuviele Interessenten für Coca-Cola-Anleihen in Euro. Aber zum Glück gibt es ja Mario Draghi von der EZB, der gerade Euro-QE durchgewunken hat: Draghi will bis 2016 für ingesamt über 1000 Milliarden Euro "europäische" Staatsanleihen aufkaufen (mit aus dünner Luft geschöpftem Geld), um "der hiesigen Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen". Leider fragt die hiesigen Wirtschaft kaum Kredite nach, da sich Europas Wirtschaft in einer Rezession (in den EMU-Problemstaaten sogar fast in einer Depression) befindet. In dieser misslichen Lage ist Draghi hocherfreut, dass zumindest Coca-Cola Kredite anfragt - indirekt, indem Coca-Cola die neuen firmeneigenen Euro-Bonds herausgibt. Draghi kauft die ganze Tranche auf, und das gedruckte Geld fließt an Coca-Cola.

Die Bänker von Coca-Cola nehmen dieses Geld nun, um den in Deutschland marktführenden Getränkehersteller "Frankensprudel GmbH" aufzukaufen. Die Firma gehört nach der Übernahme Coca-Cola. Doch Coca-Cola hat effektiv kaum eigenes Geld für den Kauf auf den Tisch gelegt. US-Anwälte werden künftig scharf darüber wachen, dass an den neuen Eigentumsverhältnissen - unabhängig von etwaigen politischen Entwicklungen oder gar Unruhen - nicht gerüttelt wird. Dabei soll auch TTIP helfen, das den Amerikanern "Rechtssicherheit" bringt.

Nachdem die Frankensprudel GmbH auf diesem Weg von Coca-Cola "vereinnahmt" wurde, ist das nächste Ziel der Bänker, die Schulden ihres Klienten Coca-Cola aus der Welt zu schaffen. Das ist möglich, weil der Kauf ja in Euro abgeschlossen wurde. Wenn es den Bänkern gelänge, den Außenwert des Euro stark zu senken, z. B. auf 25 US-Cents, dann hätte Coca-Cola bei der Übernahme von Frankensprudel rückwirkend ca. 80 % Preiserlass - in Dollar gerechnet - erhalten.

Das Geschäft wird für Coca-Cola also erst richtig lohnend, wenn der Außenwert des Euro möglichst stark dezimiert wird. Wieder daheim in New York telefonieren die Bänker mit ihren Politikfreunden in Washington - in der US-Regierung und bei der Notenbank Fed - dass sie "dringend Hilfe" benötigen.

Eine Woche später ruft Obama bei Hollende an und bittet ihn, Griechenland "unbedingt" zu retten, sonst sei die Nato gefährdet. Ökonom Krugmann, der die Interessen der US-Regierung (und von Coca-Cola) vertritt, schreibt in der New York Times einen Leitartikel, dass eine Fortsetzung der Sparpolitik in Griechenland das Land in eine tiefe Depression stürzen würde und verweist - geschichtsklitternd - auf die Brüning'sche Sparpolitik von 1930-32.

Statt "eisern" und ruinös zu sparen, sollen die Griechen also Hilfsgelder aus der Eurozone erhalten. Das ist zwar, sofern es sich nicht um Kredite handelt, die per Maastricht verbotene Transferunion. Aber man sehe sich doch bitteschön das Riesenelend in Griechenland an. Das Ergebnis der bisherigen Sparpolitik sind
hungernde Rentner vor leeren Geldautomaten, weinende Alleinerziehende vor leeren Supermarktregalen, die Straßen voller Siechender, weil die Krankenhäuser geschlossen sind.

Die linke Syriza-Regierung applaudiert lautstark den Krugman-Plänen. Das ist genau das, was sie selber will - sich dem "entwürdigenden" neoliberalen Diktat aus Brüssel, das eine Transferunion verbietet, standhaft widersetzen. Varoufakis avanciert in diesem Schaukampf zum neuen Popstar. Europa Linke applaudiert ebenfalls und ruft - von Lissabon bis Helsinki: "Nieder mit der Völkerrechtsverletzung durch die Troika! Schluss mit der erniedrigenden Fremdbestimmung."

Kurz darauf meldet sich auch noch der IWF und sagt, er habe ausgerechnet, dass die griechische Staatsverschuldung "nicht tragfähig" sei. Ein Großteil der Schulden müsse den Griechen erlassen werden. Wieder applaudiert Syriza, aber im Hintergrund (von Europa aus kaum hörbar) auch die Bänker in New York.

Im Sommer 2016 wird der IWF ausrechnen, dass auch Italien, Spanien und Portugal ein Großteil der Altschulden erlassen werden muss, weil auch in diesen Ländern die "Schuldentragfähigkeit" nicht mehr gewährleistet sei. In der Zwischenzeit haben Draghi (via Euro-QE) und die Rettungsschirme bereits für viele Hundert Milliarden Euro PIIGS-Staatsanleihen aufgekauft. Der EZB bleibt angesichts des Massenelends, das inzwischen inzwischen ganz Südeuropa befallen hat, leider nichts anderes übrig, als "schweren Herzens" auf ihre Rückforderungen zu verzichten. Nun hat die EZB zwei faule Billionen in der Bilanz und muss von Europas Steuerzahlern ausgebailt werden. Es gibt Riesenproteste in den Nordländern bis rauf zu Finnland. Die Finnen treten als erste freiwillig aus der Eurozone aus. Kurz danach auch die Holländer.

Der Euro geht im Devisenmarkt in den freien Fall über. Er fällt unter die Parität und bald auch unter das Allzeittief von 0,82, das EUR/USD zuletzt Ende 2000 erreicht hatte. Nach Durchschlagen dieser Marke stürzt der Eurokurs "mangels charttechnischer Unterstützung" ins Bodenlose. Erst bei 0,25 finden sich überraschend massenhaft Käufer.

Diese Käufer sind die Bänker, die nun im Auftrag von Coca-Cola die billigen Euros "einsammeln". Wenn die Schatulle hinreichend gefüllt ist, kündigt Coca-Cola die 2015 begebene Euro-Anleihe und zahlt die Käufer aus. Die Käufer erhalten zwar einen Euro pro geliehenene Euro (= volle Auszahlung) aber der Euro ist nun nur noch 25 US-Cents wert. Die Übernahme der Frankensprudel GmBH gab es rückwirkend - in Dollar gerechnet - mit 80 % Rabatt.

Über diese zig Umwege wurde der deutsche Goldschatz (Frankensprudel) rechtlich nach Amerika transferiert, ohne dass in Europa auch nur ein Tropfen Blut floss. Das ist historisch ein Riesenfortschritt im Vergleich zu den Seeräuber-Attacken auf Hansestädte im hohen Mittelalter.

Autor: Anti Lemming  
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6 Postings ausgeblendet.

24.07.15 13:53

66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingJa Obgicou - genau das TUT Draghi

www.bloomberg.com/news/articles/2015-07-02/...to-its-qe-purchase-list

The European Central Bank added state-backed company debt to the list of assets eligible for purchase under its 1.1 trillion euros ($1.2 trillion) quantitative easing program, widening efforts to spur growth in the region.

Italian utilities Enel SpA, Snam SpA and Terna SpA - Rete Elettrica Nazionale were among borrowers whose debt may now be purchased, according to the ECB?s website. Bonds of those companies rallied, according to data compiled by Bloomberg....
 

24.07.15 14:00

233929 Postings, 6088 Tage obgicouist Coca Cola state backed?

24.07.15 14:19

66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingUSA dürfte wegen des AA-Ratings

von Coca-Cola keine Probleme haben, für Eurobonds von Coca-Cola zu garantieren.

"State-backed" kann heißen "vom Staat garantiert", aber auch
"staatliche Firmen" bzw. "Firmen mit staatlicher Beteiligung".

Wie auch immer, es ist bereits geplant, dass Draghi auch private Firmenanleihen aufkaufen will. Aus dem Bloomberg-Link:

Executive Board member Benoit Coeure said in May that the central bank may ?frontload? QE purchases before the European summer holiday period, when liquidity is lower. He and colleague Peter Praet have also said officials have the flexibility to adjust the program to curb any unwarranted euro-area market volatility related to Greece?s financial crisis.

?So far purchases are around state-owned corporates, but may extend further to high-quality investment-grade names,? said Alberto Gallo, head of macro credit research at Royal Bank of Scotland Group Plc in London. The expansion shows the ECB is ?ready to intervene closer to the real economy.?




A.L.: Für Coca-Cola würde es keinen großen Unterschied machen, wenn Draghi die im Februar von Coca-Cola emittierten Eurobonds erst z. B. im August aufkauft. Es sind ja nur rund 1 % Zinsen p.a. darauf fällig.

Der Arbitrage-Deal aus dem Euro-Währungsverlust würde übrigens auch unabhängig von etwaigen Draghi-Aufkäufen funktioniern: Coca-Cola könnte nach einem Erdrutsch von EUR/USD, z. B. bei 0,50, die 8,5 Mrd. Euro am Devisenmarkt zurückkaufen - für dann nur 4,25 Mrd. Dollar. Danach könnte Coca-Cola die Anleihen kündigen und hätte 4,25 Mrd. für lau erhalten.

Wenn Draghi Euroanleihen von US-Emittenten kauft, ist lediglich sichergestellt, dass die Amis große Mengen an Euro-Bonds in Europa absetzen können, was sonst evtl. nicht möglich wäre. Die 8,5-Mrd-Euro-Emission von Coca-Cola im Feb. war die größte Emission an Euro-Bonds, die je eine US-Firma getätigt hat.  

24.07.15 14:24

233929 Postings, 6088 Tage obgicoualso hat die EZB nicht, wie von Dir in

#6 geschrieben, "einen Großteil dieser Coca-Cola-Euro-Anleihen aufgekauft."

Sie hat nicht einen Cent davon gekauft. Und nur weil irgendein RBS-Fuzzi meint, ECB "may extend further to high quality debt", heißt das erstens nicht, dass die EZB das schon geplant hat ud zweitens noch viel weniger, daß sie auch Anleihen von Nicht-Euro Corporates kauft.  

24.07.15 14:36
1

66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingDas steht oben unter "Fabel",

Obgicou, ist ist also "Fiktion" ebenso wie die aufgekaufte Firma "Frankensprudel".

Wenn die EZB die Coca-Cola-Anleihen real erst im August kaufen würde, spielte das für das oben beschriebene (teils fiktive) Prozedere auch keine Rolle.

Im Februar konnte Coca-Cola die 8,5 Mrd. an Euro-Bonds ja offenbar restlos an "Investoren" absetzen (womöglich zählen zu den Käufern sogar US-Hedgefonds, die die Anleihen später an die EZB weiterreichen wollen).

Sobald Coca-Cola das Geld aus der Bondemission in der Tasche hat, ist es
für strategische Firmenaufkäufe in Europa nutzbar. Die Emission scheint bereits im Februar glatt über die Bühne gegangen zu sein.

Würde Draghi generell im Rahmen von Euro-QE große Mengen von US-Corporate-Bonds in Euro kaufen, würde er damit weiteren US-Übernahmen europäische Firmen, die durch Euro-Verschuldung finanziert werden, Tür und Tor öffnen.

Euro-QE würde damit freilich für US-amerikanische "Finanzialisierungs"-Deals zweckentfremdet.  

24.07.15 14:50

66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingEZB braucht die Corporate-Bonds offenbar

weil sonst nicht genügend Bond-Volumen (inkl. Staatsanleihen) für Draghis geplante QE-Aufkäufe zur Verfügung steht.

Im Artikel (aus FT-Alphaville) wird von "Euro-denominierten Bonds" gesprochen. Es wird dabei offen gelassen, ob diese Bonds von europäischen oder amerikanischen Firmen herausgegeben worden sind.

http://ftalphaville.ft.com/2014/10/21/2015142/...buy-corporate-bonds/

...Reuters is reporting that the European Central Bank might be willing to purchase corporate bonds as part of its ?1 trillion effort to restore ?the size of [its] balance sheet towards the dimensions it used to have at the beginning of 2012.? The story has also been picked up by the FT and WSJ.

We didn?t immediately get why the ECB would decide to do this, especially since spreads on even the junkiest of junk debt are still quite narrow. (Lufthansa?s recent 5-year note yielding just 1.1 per cent at issuance comes to mind.)

One explanation is that the size of the markets the ECB has already agreed to target ? asset-backed securities and covered bonds ? is too small for the central bank to achieve its objectives.

According to the European Covered Bond Council, there were about ?1.74 trillion of euro-denominated covered bonds outstanding last year, the most recent data available. The market for ABS eligible for the ECB to purchase is only about ?745 billion....
 

24.07.15 14:54
1

233929 Postings, 6088 Tage obgicouin Deinem letzten Posting

sind jetzt wesentlich mehr wenn's und Konjunktive drin.

Ich würde speziell die EZB in Deiner Argumentation außen vorlassen.
Allgemein sorgen Zentralbanken dafür, dass gute Namen sich sehr günstig fremdfinanzieren können. Das machen sie aber nur, damit schlechte Namen sich zu halbwegs überlebensmöglichen Konditionen durchwurschteln können.

Das hat natürlich jede Menge negative Seiteneffekte und führt auf Dauer zu Subpotential-Wachstum, wie man ja in Japan seit langem und in den USA seit ein paar Jahren wunderbar beobachten kann.  

24.07.15 15:00

66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingDer Seeräuber-Trick aus dem Eingangsposting

funktioniert auch ganz ohne EZB:

1. US-Firmen geben Euro-Bonds heraus und kaufen mit den Erlösen europäische Firmen auf. Das sind Sachwerte, deren Wert weitgehend unabhängig vom Euro-Kurs ist.

2. Anschließend sorgt die US-/IWF-Politik der "großen Geldflutung" dafür, dass der Euro stark abwertet. In einer extremen PIIGS-Krise (griech. Zustände in der gesamte Eurozonen-Südzone) könnte EUR/USD bis unter 0,50 fallen.

3. Die Firmen aus (1) kaufen jetzt die günstigen Euros am Devisenmarkt auf. arkt. Damit können sie sofort oder später die zu 1,10 emittierten Bonds auslösen (oder bei Endfälligkeit in Euro bedienen). Die Firmenaufkäufe per Kredit aus (2) erfolgten dann rückwirkend mindestens 50 % Rabatt.

4. Wenn die EZB mitmischt und auch US-Firmenbonds im Rahmen von QE aufkauft (# 12, 13), würde sie den Übernahmemarkt noch weiter öffnen, weil dann noch mehr Euro-Bonds von US-Firmen vom hiesigen Markt aufgenommen werden könnten. Die EZB würde dann via QE für künstliche Nachfrage nach Euro-denominierten Ami-Bonds sorgen.  

24.07.15 15:28
1

21410 Postings, 2721 Tage potzzzblitzDie Linke applaudiert sicher nicht zu global-

kapitalistischen Tricksereien, sondern verfolgt eine politische wie wirtschaftliche Bottom-Up-Strategie. Um Veränderungen im Wirtschafts- und Finanzsystem zu erreichen, muss man die Probleme der Bevölkerung lösen, wo sie akut werden.

Ich vermisse in der Geschichte völlig die Kritik an den Verursachern von Negativentwicklungen, die durch TTIP, WTO, IWF, Weltbank, EZB, Brüssel etc. ihren Ausdruck finden.

In dieser Story gibt es nur die gewitzten US-Strategen, Ex-Goldmänner und "dumme" Linke. Etwas billig.  

24.07.15 17:44
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66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingIch sehe nur das seltsame Phänomen

dass pseudo-linke US-Wirtschaftsprofessoren wie Krugman und Stieglitz Konzepte empfehlen, die angeblich die Eurozone retten sollen (mehr Geld für die Griechen, keine Sparpolitik), und der die Linken größtenteils zustimmen, während gleichzeitig erkennbar ist, dass die Amis die Eurozone und den Euro mit dieser Politik zerstören wollen - und sogar an diesem Zusammenbruch verdienen (kreditfinanzierte Firmenübernahmen, siehe Eingangsposting).

Eine Transferunion ist gemäß Maastricht verboten, und die Eurozone würde sie auch politisch kaum überleben. Finnland hat bereits mit Austritt gedroht.

Ohne Transferunion sind die Eurozonen-Staaten gezwungen, so lange in die Haushaltspolitik von potenziellen Pleitestaaten wie Griechenland "hineinzuregieren", bis der Haushalt ausgeglichen ist, d.h. bis die Staatsausgaben mit den (in GR spärlichen) Einnahmen wieder ausgeglichen werden. Anderenfalls würden ja Defizite entstehen, die die anderen 18 EMU-Staaten durch Transferzahlungen ausgleichen müssen. Dieses Reinregieren wiederum wird von den Griechen als "Diktatur" und "Fremdbestimmung" wahrgenommen.

Einer der wenigen Linken, die erkannt haben, dass Griechenland ohne den Euro besser bedient wären, ist Oskar Lafontaine:

www.n-tv.de/politik/Lafontaine-hat-genug-vom-Euro-article15492511.html

Samstag, 11. Juli 2015
Zurück zu Einzel-Währungen
Lafontaine hat genug vom Euro


...Der ehemalige Linken-Chef Oskar Lafontaine hält den Euro für gescheitert. Das erklärt er in einem "Spiegel"-Interview. "Der Euro ist ein Rückschritt im historischen Projekt der europäischen Integration", sagt der Linken-Politiker. "Viele Beobachter, quer durch alle Länder Europas, weisen darauf hin, dass die Völker Europas nicht näher zusammengerückt sind, sondern dass sie sich eher wieder voneinander entfernen."

Lafontaine zufolge war es ein entscheidender Fehler der Währungsunion, dass ihr keine politische Union vorausging. "Der Euro ist schon gescheitert, wie dürfen uns da keiner Illusion hingeben", so der Fraktionsvorsitzende der Linken im Saarland. Er plädiert dafür, zur Währungsschlange zurückzukehren, in der eine Bandbreite von Wechselkursen für die verschiedenen europäischen Währungen festgelegt wird.

Nur so könne Griechenland wieder auf die Beine kommen, sagte Lafontaine dem "Spiegel". "Wichtig ist, dass Griechenland wieder die Möglichkeit erhält abzuwerten, um mit seinen Produkten wettbewerbsfähig zu werden. Es ist überdeutlich, dass Griechenland unter den gegenwärtigen Bedingungen einer starren Währung keinen wirtschaftlichen Erfolg haben kann."

Der Linken-Politiker steht mit seiner Position im Widerspruch zur Führung seiner Partei. Die hält am Euro fest und lehnt einen Grexit ab. Doch in Fragen der Währungspolitik auf Widerstand zu stoßen, sei für ihn "keine neue Erfahrung", so Lafontaine....
 

24.07.15 19:10
3

233929 Postings, 6088 Tage obgicoudie globale Linke vergißt,

dass sie mit ihren Keynesianischen Wahlgeschenken die conditio sine qua non für die weltweite Staatsschuldenkrise ist  

24.07.15 19:16
1

47473 Postings, 2429 Tage Lucky79#1 ist doch keine Fabel...

Fabel = Geschichte, in der Tiere die Rolle der menschlichen
Protagonisten übernehmen!

Was du erzählst... ist eine humorvolle Retrospektive auf das Mittelalter,
die du passend mit heutigen Abläufen vergleichst...  

24.07.15 19:18

47473 Postings, 2429 Tage Lucky79Ansonsten hast du den Sachverhalt...

gut verstanden, um was es in unserer Welt geht....!  

24.07.15 19:18

47473 Postings, 2429 Tage Lucky79und es so auf den Punkt gebracht...

24.07.15 19:31
2

66322 Postings, 6101 Tage Anti LemmingRichtig Lucky

Es ist keine Fabel.

Hier liefere ich die passende Überschrift nach

"Von Seeräubern und US-Investmentbänkern"
Untertitel: Raub im Wandel der Zeiten  

24.07.15 19:41
2

8485 Postings, 5204 Tage Stöffenzu #18

Mein Latein ist zugegebenermaßen mies, aber ich habe es stets so verstanden, dass wer in endlicher Zeit mehr ausgibt als er einnimmt, schlussendlich Pleite geht.

Oder gibt's da doch mittlerweile neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu?
-----------
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

24.07.15 20:44
1

50546 Postings, 3727 Tage boersalino# 22 Seeräuber, A.L., sind ehrenwerte Männer

verglichen mit der Sippe, die du wohl eher gemeint haben dürftest:

"Freibeuter bezeichnet: einen privaten Seefahrer, der von einer Regierung per Kaperbrief die Erlaubnis bekommt, feindliche Schiffe auf hoher See aufzubringen" ...

https://www.google.de/...m2rM6baEPT75CPmfIg&bvm=bv.98476267,d.bGg  

25.07.15 01:01
3

10115 Postings, 3973 Tage Monti Burns#24 Boersa

Drake hat es mit diesem Geschäftsmodell sogar bis ins TV geschafft ;-)

A.L.`s Fabel ist natürlich rhetorisch gewohnt gekonnt platziert.
Lässt sich verschwörungstechnisch hervorragend vermarkten,
wie all seine Postings, seit gefühlten Jahrzehnten im Bären-Thread.
Leider ist die Realität selten auf seiner Seite, wie auch in diesem
Falle. .....und selbst wenn er recht hätte, dann sind mir schlitzohrige
Investoren aus den USA immer noch lieber, als potentielle Counterparts
aus Fernost, namentlich China.

Falls Ihr es allgemein noch nicht wissen solltet:

Es ist einzig und alleine den USA geschuldet, dass wir hier (noch)
unseren Wohlstand ausleben dürfen und diesen Wohlstand überhaupt
erreichen konnten. Gäbe es den Atomschirm nicht, dann müssten wir
nämlich selbst eine gigantischen Anstrengung in Sachen Verteidigungs-
bereitschaft leisten, die wir im Augenblick noch in Sozialleistungen stecken
können. Mit unserer Mickeymaus-Armee hätten wir nämlich selbst gegen die Griechen keine Chance. Allein dieser "Geldwerter-Vorteil" ist es wert, dass
man sich von der NSA (in Abstimmung mit dem BND) bespitzeln lassen muss.
Was muss das im Übrigen langweilig sein, sich Telefonate, oder SMS von
Mutti und Steinmeier reinziehen zu müssen. Dafür haben die NSA-Leute
sicher eine Art "Zumutungs-Zulage" kassiert. Erkenntniswert dürfte gleich
Null gewesen sein.

Jawohl, die USA saugen die ganze Welt aus, wie ein Vampir.
Seine Saugzähne sind der USD und Goldman Sachs :-)

Ist mir doch egal. Wenn es uns nicht die USA besorgt, dann halt
die Chinesen oder die Russen oder jede andere dann herrschende
Großmacht. Irgendwer saugt immer,  denkt mal an Euer eigenes
Leben. Schließlich seid Ihr doch alle Säugetiere, genau wie die USA ;-)









 

25.07.15 01:21
2

23319 Postings, 7391 Tage modLöschung


Moderation
Zeitpunkt: 26.07.15 13:41
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Beleidigung

 

 

25.07.15 01:25
4

57168 Postings, 6304 Tage nightflyBlankfein

Europa blank? Fein!
D und Europa haben doch schon lange die Fäden aus der Hand gegeben,
(geben müssen)
mit TTIP kann sich Europa dann als amerikanische Kolonie betrachten.
-----------
Ich summe, also bin ich.

25.07.15 01:29
2

23319 Postings, 7391 Tage modnightfly

Wir sind schon immer quasi der 51.Staat der USA und damit sehr gut
gefahren.
Was wäre die Alternative? Russland?
Mach mal ne Reise nach Russland.
-----------
Freies Land !    
... noch

25.07.15 01:40
1

23319 Postings, 7391 Tage modEtwas wird immer vergessen

Die USA praktizieren - im Gegensatz zu D - das ordnungspolitische
Wirtschaftsmodell einer freien Marktwirtschaft.
Wenn die blöden deutschen Banker und Anleger darauf reinfallen,
haben sie selber schuld.
In den USA wird btw. eine ganz andere Wirtschafts-Ethik gefahren als
bei unserer teils moralisierenden Vorstellung.
Historisch gebildete und vor Ort gelebte IDs wie AL müssten das
eigentlich aus der US-Geschichte ableiten können.
Ich wundere mich immer über .....

Btw. auch in Asien und der arabischen Welt wird eine andere
Wirtschafts-Ethik praktiziert und hochgehalten als bei uns.
Stichwort: Strategeme
-----------
Freies Land !    
... noch

25.07.15 01:49
2

10115 Postings, 3973 Tage Monti BurnsSo ist das Mod !

Saugende amerikanische "Freie Marktwirtschaft" vs.
Soziale Marktwirtschaft, die auch mal saugen wollte und
sich kräftig verschluckt hat.

Typisch deutsche dümmlich, naive Art halt. Die Amerikaner
lachten zurecht über das German dumb money !


 

25.07.15 01:59
1

23319 Postings, 7391 Tage modWie das so da läuft

Man zieht jemanden - nicht ganz fair - im Business trickreich über den Tisch.
Anschliessend geht man zusammen einen Saufen, diskutiert die
Sache aus und fragt den Unterlegenen:
"War ich nicht gut?"
"Ja, aber beim nächsten Mal ziehe ich dich über den Tisch!"
Grosses Gelächter beiderseits.

Sportsgeist und jeder weiss es.
Die Vorfahren glaubten:
Wer wirtschaftlich auf Erden erfolgreich ist, kommt ins Himmelreich.
AL - als Historiker - kann sicher diese Glaubenrichtung mit dem
zutreffenden Begriff belegen.
-----------
Freies Land !    
... noch

25.07.15 02:16
1

23319 Postings, 7391 Tage modso n schiet og

Von Ihnen kommen bereits 7 der letzten 20 (oder weniger) positiven Bewertungen für Monti Burns.  
-----------
Freies Land !    
... noch

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