Kleindienst/Boersenspiel oder °Wie Zocke ich richtig ab°

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eröffnet am: 11.08.99 14:28 von: Sepp Anzahl Beiträge: 1
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95 Postings, 7421 Tage SeppKleindienst/Boersenspiel oder °Wie Zocke ich richtig ab°

Am Freitag vergangener Woche begann eine neue Runde im
3Sat-Boersenspiel. Diesmal mit dabei ist Norwin Schoerigg, seines
Zeichens Mitarbeiter bei Consors Discountbroker. Er trifft die
Anlageentscheidungen fuer das Musterdepot nicht allein, dafuer hat
man 5 der umsatzstaerksten Consors-Kunden (sog. StarTrader) an
einen Tisch geholt und diesen die Aktienauswahl ueberlassen.
Die StarTrader haben unter anderem Kleindienst und Brain Force in das
Depot aufgenommen. Nun waren am Freitag Nachmittag im Vorfeld
der Sendung schon starke Kursanstiege bei den betreffenden Aktien zu
vermelden, Kleindienst z.B. stieg um fast 17 Prozent. Ein Schelm, der
Boeses dabei denkt. In der Sendung wurden speziell die Aktien von
Kleindienst in den hoechsten Toenen gelobt und mit einem Kursziel von
40 Euro ausgestattet. Als Kauflimit wurden 24 Euro angegeben, dies
war 20 Prozent (!) hoeher als der Schlusskurs vom Freitag. Die Frage
von Herrn Nemec, dem Moderator, ob Informationen aus dem Kreise
der StarTrader herausdringen koennen, wurde klar verneint. Ein
sogenanntes Frontrunning (Insider-Kauf von Aktien vor oeffentlicher
Empfehlung) waere nicht moeglich. Danach bemerkte der Moderator,
er moechte nicht wissen, was nach der Sendung im Internet
los sei. Dort entbrannte tatsaechlich eine Welle der Entruestung. In
einschlaegigen Boersenforen wurde das offensichtliche Frontrunning
stark diskutiert. Einige machten ihrer Empoerung Luft, andere
beschwichtigten eher. Im allgemeinen kann man sagen, so wie
es gelaufen ist, ist es nicht akzeptabel. Man darf nicht
vergessen, dass sich hier einige Boersenteilnehmer auf Kosten
anderer bereichert haben. Dass vor der Sendung Informationen
verfuegbar waren, zeigt der starke Kursanstieg der Kleindienst-Aktien
in der letzten Stunde der Handelszeit. Die Umsatzzahlen stiegen
ebenfalls stark an.
Die weitere Verfahrensweise obliegt nun der Boersenaufsicht.
Klar ist, dass sich Consors mit seinen StarTradern keinen Gefallen
getan hat. Die Sendung 3SatBoerse wird an Popularitaet nicht
eingebuesst haben. Schliesslich laesst sich mit den Favoriten der
Boersenspielteilnehmer viel Geld verdienen. Ich bin gespannt, ob
die Sendungsmacher diese Woche Konsequenzen ziehen werden.

 

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