"Klassen-Medizin politisch gewollt"

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 29.07.08 14:27
eröffnet am: 29.07.08 13:04 von: hkpb Anzahl Beiträge: 12
neuester Beitrag: 29.07.08 14:27 von: rightwing Leser gesamt: 286
davon Heute: 1
bewertet mit 4 Sternen

29.07.08 13:04
4

5801 Postings, 5023 Tage hkpb"Klassen-Medizin politisch gewollt"

Eine tolle Gesundheitsreform.

Quelle: (WB) 29. Juli 2008

Privatrechnungen dreimal so hoch

Berlin (dpa). Die Bundesärztekammer hat Vorwürfe privater Krankenversicherer zurückgewiesen, Mediziner und Kliniken hielten sich bei ihnen mit falschen oder überhöhten Rechnungen schadlos.
"Kollektivvorwürfe seinen nicht angebracht, sagte der stellvertretende Ärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Die gestiegenen Leistungsausgaben seinen zunächst einmal die "natürliche Antwort auf die von der Regierung geförderte Zwei-Klassen-Medizin". Den Ärzten würden Leistungen für Privatpatienten" voll und ohne Zeitverzug erstattet - "ganz anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung".
Montgomery schloss nicht aus, dass bei Privatpatienten "das eine oder andere Mal auch zu viel getan wird". Er bestätigte, dass Mediziner bei Privatrechnungen bis an die Grenzen des Möglichen gehen. Der 2,3- und 3,5-fache Grundpreis sei "quasi zum Regelsatz geworden". Dies hänge mit einer "völlig veralteten" privatärztlichen Gebührenordnung zusammen, in der viele moderne Behandlungsmethoden nicht abgebildet seinen.
Um angemessen entlohnt zu werden, seien Mediziner deshalb gezwungen, vergleichbare Leistungen zu höheren Sätzen abzurechnen. Da es sich um eine Rechtsverordnung des Bundes handele, stehe Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) "hier in der Verantwortung".

Der FDP Gesundheitsexperte Daniel Bahr beklagte "Auswüchse" bei der Behandlung von Privatpatienten. Während gesetzlich Versicherte die Folgen von Rationierung Budgetierung erlebten, würden privat Versicherte oft überversorgt. Vor allem im Westen nutzten immer mehr Mediziner die Privatpatienten, "um in den Praxen noch auf ihren Schnitt zu kommen". Anders als Kassenpatienten könne aber jeder privat Versicherte seine Arztrechnung kontrollieren "und sollte dies auch tun.    

29.07.08 13:07

4748 Postings, 7260 Tage n1608*lol*

"Anders als Kassenpatienten könne aber jeder privat Versicherte seine Arztrechnung kontrollieren und sollte dies auch tun." Schön gebrüllt! Das versuche ich schon seit Jahren. Leider ohne Medizinstudium kaum möglich.    

29.07.08 13:09
2

19233 Postings, 4731 Tage angelamdu kannst überprüfen zu welchen satz dein arzt ab-

rechnet. fast jede gesellschaft wird dir sehr gern zur seite stehen, wenn du zweifel an der richtigkeit der rechnung hast.  

29.07.08 13:11
4

5801 Postings, 5023 Tage hkpb#2 gemeinsam mit deiner Krankenkasse

ist die Prüfung eher kein Problem.  

29.07.08 13:16

4748 Postings, 7260 Tage n1608Also, entweder Ihr seid nicht privat versichert

oder Mediziner.

Ihr könnt mir jedenfalls nicht erzählen, dass ihr bei allen Rechnungen den Durchblick habt. Klar, ich kann kontrollieren ob ein 2,3fach Satz berechnet wurde und nachfragen warum bspw. der 3,5fache Satz angesetzt wurde. Aber schon bei relativ kleinen Untersuchungen (bspw. Gesundheitscheck mit großem Blutbild)sind manche rechnungen 2-3 Seiten lang. Die einzelnen Fachbegriffe zu den Abrechnungsnummern musst Du schon durchegehend googlen, ob überhaupt ansatzweise einen Überblick zu bekommen.  

29.07.08 13:18

1352 Postings, 4563 Tage derkompetenteIch bin GKV-Patient

Was in der Abrechnung meines Arztes mit der KV drinsteht interessiert mich herzlich wenig. Ich weiß ja auch nicht, was mein Metzger alles in seine Wurst packt.  

29.07.08 13:19
2

4748 Postings, 7260 Tage n1608Genau das ist das Problem unseres

Gesundheitssystems: "Was in der Abrechnung meines Arztes mit der KV drinsteht interessiert mich herzlich wenig."  

29.07.08 13:19
2

19233 Postings, 4731 Tage angelamdas lassen wir mal so stehen.

ich kann dir nur den hinweis geben, dich an deine kasse zu wenden. sie machen das gern und haben einen anderen überblick als du.  

29.07.08 13:22
2

11942 Postings, 4673 Tage rightwingwas sollen sie auch machen?

nachdem es der staat geschafft hat, den ärzten für die kassenpatienten sätze zu diktieren, die knapp an der betriebswirtschaftlichen bruchstelle kalkuliert sind und ihnen zudem noch eine faktische verdienstgrenze gezogen haben (geht mal mitte dezember zum arzt - das wird schwierig), können die ärzte dies nur noch über die privatpatienten kompensieren. problematisch bei diesem thema ist nicht gier oder geiz, sondern die allseitige heuchelei - nachdem frau schmidt den privatkassen den nachschub junger kunden erfolgreich abgeschnitten hat, wird das system kollabieren - teils durch wahnwitzige beitragssteigerungen bei den privaten, vielleicht auch durch erste insolvenzen bei den ärzten ... aber dann ist frau schmidt auch nicht mehr am ruder sondern in rente ...  

29.07.08 14:08
2

478 Postings, 5381 Tage ohasehöhe uninteressant ?

wem nicht interessiert, was abgerechnet wird, hat nicht kapiert wer die rechnung
bezahlt.
nochmals       die rechnung zahle ich, ich der beitragszahler
              die rechnung zahlt nicht die krankenkasse

die krankenkassenbeiträge  werden im januar alle steigen, ich schätze , jeder zahlt mehr als
zur zeit der höchstbeitragssatz ist.
wer sagt seinem handwerker, du kannst das 1,5 fache oder 3fache verrechnen.
keiner, außer eine schadensvers. tritt ein.

  wer die zeche zahlt,  siehe oben  

29.07.08 14:17
1

Clubmitglied, 7918 Postings, 6910 Tage maxperformancemit dem Arzt ist es wie mit einem

Handwerker, wenn Bestandteile abgerechnet werden, die nicht geleistet wurden
kürzt Du die Rechnung. Hab noch nie ne Mahnung deshalb bekommen.

Die wissen genau was sie abrechnenen können und wo die
Zahlung mehr oder weniger Goodwill ist.
Ist wie "Bitte freimachen, falls Marke zur Hand".
-----------
gruß Maxp.

29.07.08 14:27
1

11942 Postings, 4673 Tage rightwingnicht so einfach

... das problem das sich heute stellt ist doch das problem der freien arztwahl. sicher bekommt man auch mit einer standardversicherung und normalen sätzen eine versorgung ... doch wenn man an etwas speziellen leidet, dann wäre es wünschenswert, eine echte koryphäe aufsuchen zu können - und die arbeiten eben oft nicht zum einfachen satz - das ist, wie bei jedem high-class-spezialisten ja auch ihr gutes recht. problematisch und nicht vermittelbar ist der umstand, dass ein und diesselbe leistung zu verschiedenen preisen berechnet wird. entweder wir setzen alle preise etwas hoch und verlangen den patienten eine höhere zuzahlung oder eben eine zusatzversicherung ab (was wohl auch kommen wird) .. oder wir müssen das ganze solidaritätsgetue überprüfen, jedem 150 euro/monat abzwacken und den rest über die steuern regeln ... war so ein cdu-vorschlag. interessant fand ich einen ansatz aus den usa, wo ein team von ärzten ihren patienten eine direkte flatrate anbot (100 dollar pro person, 150 dollar für eine familie) dafür war ein grossteil aller leistungen zu erbringen und die ärzte konnten auch einige medikamente verbilligt abgeben - gestoppt wurde dies durch eine klage von amerikanischen grossversicherungen, die den ärzten untersagte, in ihrem terrain zu wildern. diesen deppen, die wirklich zögerlich zahlen, hätte der amerikanische staat unbedingt in die schranken weisen müssen.  

   Antwort einfügen - nach oben