Kapitalauszahlung der Pensionskasse

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neuester Beitrag: 28.07.15 17:09
eröffnet am: 28.07.15 16:50 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 6
neuester Beitrag: 28.07.15 17:09 von: Radelfan Leser gesamt: 1185
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28.07.15 16:50
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Clubmitglied, 45429 Postings, 7443 Tage vega2000Kapitalauszahlung der Pensionskasse

darf nur ermäßigt besteuert werden.

Arbeitnehmer, die sich beim Eintritt in den Ruhestand für eine Kapitalauszahlung ihrer betrieblichen Altersversorgung entscheiden, müssen diesen Betrag nicht voll versteuern. Wie bei der Basisvorsorge sind Einmalkapitalauszahlungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge vielmehr tarifermäßigt zu besteuern.

Der Sachverhalt:
Die Klägerin war bis 2010 als Angestellte in einer Bank tätig. Im Jahr 2003 hatte sie mit ihrem Arbeitgeber eine sog. "Entgeltumwandlung" vereinbart. Dazu wurde seinerzeit zu Ihren Gunsten ein Altersvorsorgevertrag mit einer Pensionskasse abgeschlossen und zur Entrichtung der Beiträge (steuerbefreiter) Arbeitslohn an die Pensionskasse abgeführt.

Mit Eintritt in den Ruhestand (2010) erhielt die Klägerin - auf ihren Wunsch - die betrieblichen Altersversorgungsleistungen aus der Pensionskasse nicht monatlich, sondern in einem Einmalbetrag (rd. 17.000 ?) ausgezahlt. Das Finanzamt war der Auffassung, dass diese Zahlung der Pensionskasse mit dem vollen Steuersatz zu veranlagen sei. Die Klägerin verlangte demgegenüber eine ermäßigte Besteuerung nach der sog. "Fünftelregelung" (§ 34 EStG), also mit einem ermäßigten Steuertarif.

Das FG gab der Klage statt.
Die Revision zum BFH wurde wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassen.

http://www.otto-schmidt.de/news/steuerrecht/...werden-2015-07-03.html  

28.07.15 16:56
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Clubmitglied, 45429 Postings, 7443 Tage vega2000Hier die gesamte Urteilsbegründung

http://www3.mjv.rlp.de/rechtspr/...4D060-070B-45B2-89F9-DBC431D0B90E}  

28.07.15 16:58
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33772 Postings, 7454 Tage DarkKnightDanke, endlich mal klare Worte.

Vor allem diese Argumentation finde ich wegweisend, um nicht zu sagen: stammtischtauglich:

"Da § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG i. V. m. § 34 Abs. 1 EStG allein an die in der Auszahlungsphase eingetretene Zusammenballung von sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 5 S. 1 EStG anknüpft, kann der Anwendung der Tarifermäßigung schließlich auch nicht entgegenstehen, dass die Klägerin im Rahmen der am 12. September 2003 vereinbarten Entgeltumwandlung in der Ansparphase nach § 3 Nr. 63 EStG die Steuerfreiheit der von ihr geleisteten Beiträge gewählt hat. Der vom Gesetzgeber zum Aufbau einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung durch Art. 1 Nr. 2 c) des AltEinkG eingeführte § 3 Nr. 63 EStG, der die Steuerfreiheit der Arbeitgeberbeiträge in das jeweilige Altersvorsorgesystem in der Ansparphase regelt, kann nicht zur Folge haben, dass die Anwendung des § 34 EStG, der allein darauf gerichtet ist, die durch die Zusammenballung von Einkünften höhere Progressionswirkung abzumildern, in der Auszahlungsphase ausgeschlossen ist."

Ein klares Bekenntnis zu ... hmmm .. zu was eigentlich?  

28.07.15 17:01
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Clubmitglied, 45429 Postings, 7443 Tage vega2000Nun klammer Dich mal nicht am Text fest,

wichtig ist nur was am Ende für den Arbeitnehmer herausspringt, denn wer kann heute schon von der gesetzlichen Rente alleine leben.  

28.07.15 17:07
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195 Postings, 3838 Tage tb-79finde ich nur logisch

schließlich wird ja die Fünftelregelung auch bei einer Abfindung angewendet um eben
"die durch die Zusammenballung von Einkünften höhere Progressionswirkung abzumildern"  

28.07.15 17:09

53121 Postings, 5467 Tage RadelfanAch was, jetzt gibbet neben der ges. Rente

auch noch Zusatzrenten. Das ist ja was ganz Neues!

Man hörte doch sonst immer von interessierter luxuriöser Seite von der völligen Verarmung der Rentner....
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Es ist nicht ausgeschlossen, dass mein Text auch eine Spur von Ironie enthält.

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