Kapitalanleger-Steuertipps zum Jahresende

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eröffnet am: 22.12.06 17:40 von: Jessyca Anzahl Beiträge: 5
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5208 Postings, 7006 Tage JessycaKapitalanleger-Steuertipps zum Jahresende

Steuertips für Kapitalanleger

Von Lutz Schumann





Das Jahr nähert sich dem Ende. Für Kapitalanleger drängt damit die Zeit, wenn sie ihre Erträge noch vor dem Fiskus retten wollen: Steuertips von A bis Z für FAZ.NET-Leser. Links in der Infografik: Jahresend-Checkliste für Kapitalanleger.

Abgeltungssteuer: Frühestens ab 2009

Die pauschale Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Spekulationsgewinne wird wohl frühestens 2009 eingeführt. Daher ist es nicht ratsam, bei der langfristigen Aktienanlage jetzt schon Buchgewinne zu realisieren.

Bankbescheinigungen

Als Kapitalanleger sollten Sie folgende drei Bescheinigungen gut kennen, damit Sie Steuern sparen: Von Ihrer Bank, Bausparkasse oder Fondsgesellschaft erhalten Sie automatisch die Jahresbescheinigung, die allerdings nicht immer stimmt. Übernehmen Sie die Daten deshalb nicht ungeprüft (siehe auch: Steuer-Serie (6): Die Tücken der Jahresbescheinigung).

Detaillierter ist die Ertragsaufstellung, die Sie anfordern müssen und die bei manchen Instituten 15 bis 20 Euro kostet. Sie enthält zum Beispiel genaue Angaben über Stückzinsen und Zwischengewinne. Wenn Ihre Gewinne höher sind als der Freistellungsauftrag, den Sie Ihrer Bank erteilt haben, dann führt die Bank die Steuer automatisch ans Finanzamt ab. Als Quittung erhalten Sie eine Steuerbescheinigung, die Sie dem Finanzamt im Original einreichen müssen.

Bezugsrechte: Nur zur Hälfte steuerpflichtig

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, wie der Verkauf von Bezugsrechten, die durch eine Kapitalerhöhung entstanden sind, steuerlich zu behandeln ist (IX R 15/05). Bezugsrechte bemessen sich nach dem Aktienbesitz. Es kommt also darauf an, ob seit dem Kauf der Aktien die einjährige Spekulationsfrist abgelaufen ist oder nicht.

Innerhalb der Spekulationsfrist ist das Halbeinkünfteverfahren auch auf Bezugsrechte anzuwenden: Gewinne sind nur zur Hälfte zu versteuern und Verluste dürfen nur zur Hälfte mit anderen Spekulationsgewinnen verrechnet werden. Der BFH widersprach mit seinem Urteil dem Finanzgericht Niedersachsen, das das Halbeinkünfteverfahren bei Bezugsrechten generell ausgeschlossen hatte.

Brasilien-Anleihen: Gnadenfrist für fiktive Quellensteuer

Obwohl Deutschland das Doppelbesteuerungsabkommen mit Brasilien zum 31. Dezember 2005 gekündigt hatte, kommen deutsche Anleger noch für das ganze Jahr 2006 in den Genuß des fiktiven Quellensteuerabzugs (BMF, IV B 3 - S 1301 - BRA - 77/05). Das bedeutet: Für alle brasilianischen Dividenden und Zinsen dürfen Sie 20 Prozent Quellensteuer von Ihrer Steuerschuld abziehen, die Sie gar nicht gezahlt haben.

Tip: In den meisten Fällen ist es sinnvoll, daß Sie Ihre Anleihen direkt nach der Ausschüttung verkaufen. Denn die fiktive Steuer funktioniert nur bei echten Zinsen, aber nicht bei Stückzinsen, die Sie beim Verkauf erhalten (siehe auch: Anleihen: Mit Stückzinsen Steuern sparen).

Dubai-Fonds: Doppelbesteuerung gilt wieder

Die überraschende Kündigung des steuerzahlerfreundlichen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Dubai Anfang des Jahres hat eine überraschende Wendung genommen: Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat vor kurzem entschieden, das DBA doch noch um zwei Jahre zu verlängern. Offensichtlich konnten sich die Vertreter der beiden Länder in den Verhandlungen nicht auf ein neues Abkommen verständigen.

Tip: Zeichner von Dubai-Fonds und Anleger sollten sich nicht darauf verlassen, daß die großzügigen Steuergeschenke des alten DBA auch in einem neuen Vertrag wieder zu finden sind. Ab 2008 ist endgültig mit einer Verschlechterung zu rechnen. Prüfen Sie daher mit Ihrem Steuerberater vorsichtshalber Alternativen.

Finanzinnovationen: Jetzt gilt auch die Fifo-Methode

Das Bundesfinanzministerium hat nun auch für Finanzinnovationen das so genannte Fifo-Verfahren eingeführt, das für Aktien schon seit einem Jahr gilt. Zu Finanzinnovationen zählen Geldanlagen, mit denen steuerpflichtige Einnahmen in steuerfreie Kursgewinne umgewandelt werden sollen, zum Beispiel Zerobonds, Aktienanleihen, Garantiezertifikate, Floater und niedrig verzinste Anleihen mit Emissionsdiskont.

Das Fifo-Verfahren ist dann von Bedeutung, wenn Sie als Anleger zu unterschiedlichen Zeitpunkten die gleichen Wertpapiere kaufen. Verkaufen Sie später einen Teil Ihrer Papiere, ist zu klären, ob Sie die zwölfmonatige Spekulationsfrist eingehalten haben. ?Fifo? steht für ?first in - first out? und besagt, daß Sie die Papiere in der Reihenfolge verkaufen, in der Sie sie erworben haben, also die ältesten zuerst.

Freiaktien: Manchmal steuerpflichtig

Normalerweise gilt bei einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG): Wandelt sie Gesellschaftsmittel (zum Beispiel Rücklagen) in Nennkapital um und vergibt neue Anteilsscheine an ihre Gesellschafter oder Aktionäre, so handelt es sich dabei nicht um eine Kapitaleinnahme.

Anders verhält es sich, wenn der Aktionär zwischen Freiaktien und einer Dividende wählen kann. Dann handelt es sich bei den zusätzlichen Aktien um steuerpflichtige Einkünfte aus Kapitalvermögen, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, VIII R 49/03). In diesem Fall ist das Halbeinkünfteverfahren anzuwenden.

Geschlossene Fonds: Neue Modelle gestoppt

Die Bundesregierung hat vergangenen September ein Steuersparmodell gestoppt, das sie im Herbst bei der Formulierung eines Gesetzes zur Verlustverrechnung übersehen hatte. Die Folge: Die Finanzämter dürfen die Verluste aus neuen geschlossenen Fonds bereits rückwirkend ab dem 1. Januar 2006 nicht mehr akzeptieren.

Und so funktioniert das Steuersparmodell: Der Anleger beteiligt sich zum Beispiel mit 10.000 Euro an einer Kommanditgesellschaft, die auf diese Beteiligung mehr als das 30fache als Kredit (also über 300.000 Euro) aufnimmt. Aus Damnum (die Differenz zwischen dem Nominalbetrag des Darlehens und dem Auszahlungsbetrag) und der anfänglichen Zinszahlung für den Kredit ergibt sich eine Verlustzuweisung von etwas über 250 Prozent. Das Bankdarlehen wird in nicht börsennotierte Anleihen investiert. Die Zinsen aus der Anleihe werden für den Zinsendienst des Kredits verwandt. Am Ende der Laufzeit steht der Erlös aus dem Verkauf der Anleihen für die Rückzahlung des Kredits zur Verfügung. Die von der rückwirkenden Steueränderung am stärksten betroffenen Anbieter sind die Deutsche Bank und die deutsche Tochter der australischen Bank Macquarie.

Tip: Als betroffener Anleger sollten Sie umgehend mit dem Fondsanbieter sprechen und eine Rückabwicklung Ihrer Anteilszeichnung verlangen (siehe auch: Wer braucht geschlossene Fonds?).

Geschlossene Immobilienfonds: Kein vorschneller Verkauf

Übereilte Verkäufe von Anteilen an einem geschlossenen Immobilienfonds kurz vor Jahresende sind nicht zu empfehlen. Wenn Sie Ihre Beteiligung innerhalb von fünf Jahren verkaufen, streicht Ihnen der Fiskus nämlich im Nachhinein die Verluste, die Sie bis dahin geltend gemacht haben. Denn bei solch einer kurzen Frist könne es sich nicht um die Absicht handeln, Gewinne zu erzielen, sondern nur um Liebhaberei. Mit dieser harten Auffassung setzt die Oberfinanzdirektion Düsseldorf (2253 A - St 214 - D) ein älteres Urteil des Bundesfinanzhofs über die Einkunftserzielungsabsicht um.

Tip: Prüfen Sie vor dem Verkauf von Anteilen an einem geschlossenen Immobilienfonds unbedingt, wie lange sich diese schon mit Ihrem Besitz befunden haben. Vermeiden Sie den Verkauf vor Ablauf von fünf Jahren. Sprechen Sie im Zweifelsfall vorher mit Ihrem Steuerberater.

Halbeinkünfteverfahren: Verfassungsmäßigkeit ungeklärt

Beim Bundesfinanzhof (BFH) sind zwei Verfahren anhängig, in denen offene Fragen zum Halbeinkünfteverfahren geklärt werden sollen. Als das Verfahren 2001 eingeführt wurde, waren ein paar verworrene Übergangslösungen nötig, um Nachteile auszugleichen.

Frage 1: Ist es rechtmäßig, daß Werbungskosten beim Handel mit Aktien oder GmbH-Beteiligungen nur zur Hälfte abgesetzt werden können (VIII R 69/05)? Dies betrifft vor allem Finanzierungen per Darlehen, da sich auch die Schuldzinsen bisher nur zu 50 Prozent absetzen lassen.

Frage 2: Gilt der verringerte Abzug schon für Gewinnausschüttungen ab 2001, obwohl das Halbeinkünfteverfahren bei inländischen Ausschüttungen erst 2002 angewendet wurde (VIII R 10/06)? Das Finanzgericht Köln hat daran ernsthafte Bedenken geäußert und gewährt einen Steueraufschub (?Aussetzen der Vollziehung?), bis der BFH die Frage geklärt hat (15 V 2441/05).

Krankenkasse: Verkaufsgewinne sind beitragspflichtig

Ein vorläufiger Beitragsbescheid zur Krankenversicherung darf geändert werden, wenn ein steuerpflichtiger Spekulationsgewinn berücksichtigt werden soll, entschied das Bundessozialgericht (B 12 KR 8/05 R). Der Gewinn ist auf jeden Fall eine beitragspflichtige Einnahme zum Lebensunterhalt - völlig unabhängig, ob er auch als Arbeitseinkommen nach dem Bundessozialgesetz aufzufassen ist.

Tip: Wenn Sie Spekulationsgewinne in größerem Umfang erzielen, sollten Sie sich bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse erkundigen, ob und wie diese Aktiengewinne behandelt.

Lebensversicherungen: Neue Steuervorschriften

Das Bundesfinanzministerium hat neue steuerrechtliche Details über Lebensversicherungen erlassen, die ab 2005 geschlossen wurden (IV C 1 - S 2252 - 343/05). Demnach sind die Erträge nur zur Hälfte zu versteuern, wenn die Laufzeit mindestens zwölf Jahre beträgt und Sie als Versicherter bei der Auszahlung mindestens 60 Jahre alt sind. Einmalzahlungen sind erlaubt, außerdem dürfen Sie mit der Versicherungssumme Darlehen tilgen oder absichern. Bisher war dies steuerschädlich.

Wenn Sie die Beiträge über Kredite finanzieren, können Sie die Schuldzinsen vorab voll als Werbungskosten absetzen - und zwar auch dann, wenn Sie später die 50-Prozent-Ermäßigung erhalten. Abschlußgebühren zählen allerdings nicht zu den Werbungskosten.

Achtung bei Altverträgen (Abschluß vor dem 1. Januar 2005): Laufend steigende Beiträge sind nur dann erlaubt, wenn sie maximal 20 Prozent pro Jahr betragen. Das Finanzamt behandelt höhere Beiträge als neuen Vertrag. Die Folge: Die Steuerfreiheit geht verloren.

Tip: Bis 21. Dezember 2006 dürfen Sie Ihre alten Lebensversicherungen an die neue Regelung anpassen. Sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsvertreter oder -makler.

Optionsscheine: Verfall ist absetzbar

Als Besitzer von wertlosen Optionsscheinen müssen Sie bislang in die Trickkiste greifen, wenn Sie Ihren Verlust von der Steuer abziehen wollen, denn die Finanzämter messen mit zweierlei Maß: Lassen Sie die Scheine verfallen, erkennt der Fiskus den Verlust nicht an. Stoßen Sie die Scheine dagegen kurz vor Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist mit weiterem Verlust ab, können Sie den gesamten Verlust mit Spekulationsgewinnen verrechnen.

Hoffnung machte nun das Finanzgericht Münster, das auch den Verfall eines Optionsscheins als privates Veräußerungsgeschäft ansieht (10 K 5715/04 F). Jedoch muß noch der Bundesfinanzhof höchstrichterlich entscheiden (IX R 11/06).

Tip: Bis zur endgültigen Entscheidung sollten Sie auf Nummer Sicher gehen und Optionsscheine vor Fälligkeit mit Verlust verkaufen. Falls Sie jedoch in der Vergangenheit Scheine verfallen ließen, legen Sie Einspruch gegen einen ablehnenden Steuerbescheid ein und verweisen auf das laufende BFH-Verfahren.

Privater Wertpapierhandel: Keine Gewerbesteuer

Wenn der Handel mit Aktien einen erheblichen Umfang annimmt, unterstellt der Fiskus gerne gewerblichen Wertpapierhandel. Der Grund liegt auf der Hand: Der Betroffene muß neben der Einkommensteuer auch Gewerbesteuer auf seine erzielten Gewinne zahlen.

Das Finanzgericht München stellte sich jetzt auf die Seite der Anleger (1 K 2294/03). Der Fiskus dürfe die Gewerblichkeit nicht nur an den getätigten Umsätzen festmachen, meinten die Richter. In ihrem Urteil zeigen sie auch die ?gefährlichen? Kriterien auf:

- Optionsgeschäfte von angestellten Börsenmaklern, die in den ihnen im Rahmen ihres Angestelltenverhältnisses zur Verfügung stehenden Büroräumen ohne Einsatz von Kapital und unter Anwendung ihrer beruflichen Kenntnisse Kursdifferenzen ausnutzen.

- Bankentypisches Verhalten des Anlegers. Indizien hierfür sind zum Beispiel der Umfang der Geschäfte und ein Mindestmaß an kaufmännischer Organisation.

- Eigengeschäfte unmittelbar mit Börsenpartnern, ohne Einschaltung einer Bank.

Tip: Dieses Urteil zeigt, daß Privatanleger - unabhängig vom Umfang ihrer Handelsaktivitäten - eine Gewerbesteuerpflicht ihrer Kapitaleinkünfte nicht befürchten müssen. Sollten Ihnen Ihr Finanzamt dies unterstellen, kontern Sie mit dieser Entscheidung.

Sparerfreibetrag: Kapital auf die Kinder übertragen

Ab 2007 sinkt der Sparerfreibetrag für Ehepartner von 2.740 auf 1.500 Euro, für Ledige von 1.370 auf 750 Euro. Sie können diesen Nachteil ausgleichen, indem Sie einen Teil Ihres Kapitals auf Ihre Kinder übertragen. Deren verschiedene Freibeträge liegen bei insgesamt 8.501 Euro. Verfügt das Kind über keine weiteren Einkünfte, kann es also die Zinsen (angenommen: vier Prozent) auf ein Vermögen von rund 200.000 Euro steuerfrei einstreichen.

Maximal 205.000 Euro lassen sich alle zehn Jahre auf den Nachwuchs übertragen, ohne daß Schenkungsteuer anfällt. Bei Minderjährigen gilt: Wenn Sie das Vermögen ohne Auflagen verschenken, können Sie das Geld Ihrer Kinder selber verwalten. Mit Auflagen jedoch müssen Sie einen Ergänzungspfleger bestellen.

Tip: Es muß erkennbar sein, daß sich der Besitzer des Geldes wirklich geändert hat. Die Konten und Depots müssen also auf den Namen des Kinds laufen. Die Erträge dürfen Sie zugunsten Ihres Sohns oder Tochter investieren.

Spekulationsbesteuerung: Seit 1999 zulässig

Schlechte Nachrichten: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Spekulationssteuer ab 1999 abgesegnet (IX R 49/04). Begründung: Durch die automatische Kontenabfrage könnten die Finanzämter hinterzogene Steuern aufdecken. In früheren Jahren dagegen war dies nicht möglich: Nur wer seine Gewinne ehrlich angab, mußte Steuern zahlen, Steuerschummler dagegen nicht. Wegen dieser Ungleichheit hatte das Bundesverfassungsgericht die Spekulationssteuer für verfassungswidrig erklärt.

Tip: Einsprüche gegen Steuerbescheide ab 1999 sollten Sie trotzdem noch nicht zurückziehen, weil ein weiteres Verfahren am Bundesverfassungsgericht anhängig ist. Von dem neuen Karlsruher Verfahren (Az.: 2 BvR 204/06) können jene profitieren, deren Bescheide für die Jahre ab 1999 noch nicht bestandskräftig sind.

Achtung: Prüfen Sie, ob Sie irgendwann seit 1999 Spekulationsgewinne eventuell vergessen haben anzugeben. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Steuerberater oder Rechtsanwalt! Denn durch die automatische Kontenabfrage kommen die Finanzämter Schummeleien schneller auf die Schliche. Zumal die Finanzverwaltung in Zukunft deutlich mehr Konten und Depots prüfen will.

Spekulationsverluste: Noch Jahre später feststellen

Wenn Sie 2006 Spekulationsgewinne erzielt haben, aber keine Spekulationsverluste zum Verrechnen haben, sollten Sie Ihre Aktiengeschäfte der vergangenen Jahre überprüfen. Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) ermöglicht auch eine nachträgliche Feststellung von Spekulationsverlusten.

Die aktuelle Entscheidung: Als Kapitalanleger müssen Sie Ihre Spekulationsverluste nicht in dem Jahr angeben, in dem sie angefallen sind (IX R 21/04). Es reicht aus, sie in einem späteren Jahr feststellen zu lassen, in dem sie mit Gewinnen verrechnet werden sollen. Bisher hatten die Finanzämter keine nachgereichten Verluste anerkannt, sobald die Einspruchsfrist gegen den Steuerbescheid abgelaufen war.

Tip: Prüfen Sie unbedingt bis zum Jahresende, ob Sie noch ?alte? Spekulationsverluste aus der Vergangenheit als Steuersparmodell nutzen können. Sollte es künftig zur Einführung einer Abschlagsteuer für Kapitalerträge kommen, ist wahrscheinlich Schluß mit einer Verlustverrechnung.

Zertifikate: Keine Finanzinnovation bei Teilrückzahlung

Zertifikate mit begrenzter Rückzahlungsgarantie sind keine Finanzinnovationen. Damit bleiben Kursgewinne nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist selbst dann steuerfrei, wenn der Emittent eine Rückzahlung zugesagt hat. Voraussetzung: Diese Rückzahlungsgarantie liegt bei maximal zehn Prozent, so das Finanzgericht München (2 K 2385/03).

Der Fall: Bei einem Indexzertifikat wurde eine Rückzahlung von 10,26 Prozent zugesagt, sodaß bei Fälligkeit Verluste von nahezu 90 Prozent möglich waren. Bei diesen Bedingungen ist kein Erhalt des Vermögens mehr gesichert, sodaß nach Meinung der Finanzrichter keine Finanzinnovation vorliegt.

Tip: Banken stufen Zertifikate mit einer Teilrückzahlung trotzdem weiterhin als Finanzinnovation ein. Das bedeutet, daß die Gewinne dem Zinsabschlag unterliegen und in der Jahresbescheinigung der Kreditinstitute als Kapitaleinnahmen aufgelistet werden. Korrigieren Sie dies als betroffener Anleger im Rahmen Ihrer Steuererklärung und halten Sie Ihren Steuerbescheid offen, da noch der Bundesfinanzhof entscheiden muß (VIII R 53/05).

Der Autor ist Chefredakteur von ?Kapital und Steuern vertraulich?, www.kapital-und-steuern.de.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: FAZ.NET
 

22.12.06 17:43

5208 Postings, 7006 Tage JessycaOptionsscheine: Verfall absetzbar?

Optionsscheine: Verfall ist absetzbar


Als Besitzer von wertlosen Optionsscheinen müssen Sie bislang in die Trickkiste greifen, wenn Sie Ihren Verlust von der Steuer abziehen wollen, denn die Finanzämter messen mit zweierlei Maß: Lassen Sie die Scheine verfallen, erkennt der Fiskus den Verlust nicht an. Stoßen Sie die Scheine dagegen kurz vor Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist mit weiterem Verlust ab, können Sie den gesamten Verlust mit Spekulationsgewinnen verrechnen.


Hoffnung machte nun das Finanzgericht Münster, das auch den Verfall eines Optionsscheins als privates Veräußerungsgeschäft ansieht (10 K 5715/04 F). Jedoch muß noch der Bundesfinanzhof höchstrichterlich entscheiden (IX R 11/06).

 

25.12.06 19:14

5208 Postings, 7006 Tage JessycaSparerfreibetrag:Kapital auf die Kinder übertragen

Sparerfreibetrag: Kapital auf die Kinder übertragen


Ab 2007 sinkt der Sparerfreibetrag für Ehepartner von 2.740 auf 1.500 Euro, für Ledige von 1.370 auf 750 Euro. Sie können diesen Nachteil ausgleichen, indem Sie einen Teil Ihres Kapitals auf Ihre Kinder übertragen. Deren verschiedene Freibeträge liegen bei insgesamt 8.501 Euro. Verfügt das Kind über keine weiteren Einkünfte, kann es also die Zinsen (angenommen: vier Prozent) auf ein Vermögen von rund 200.000 Euro steuerfrei einstreichen.


Maximal 205.000 Euro lassen sich alle zehn Jahre auf den Nachwuchs übertragen, ohne daß Schenkungsteuer anfällt. Bei Minderjährigen gilt: Wenn Sie das Vermögen ohne Auflagen verschenken, können Sie das Geld Ihrer Kinder selber verwalten. Mit Auflagen jedoch müssen Sie einen Ergänzungspfleger bestellen.


Tip: Es muß erkennbar sein, daß sich der Besitzer des Geldes wirklich geändert hat. Die Konten und Depots müssen also auf den Namen des Kinds laufen. Die Erträge dürfen Sie zugunsten Ihres Sohns oder Tochter investieren.

 

27.12.06 19:11

5208 Postings, 7006 Tage JessycaPendler

Die Pendlerpauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz fließt im nächsten Jahr erst ab dem 21. Kilometer. Das gilt für alle Fahrten, egal mit welchen Verkehrsmitteln.

Arbeitnehmer sollten daher mit ihrem Chef verhandeln, ob er sich nicht über Tankgutscheine oder Jobtickets an den Fahrtkosten beteiligt. Das ist bis zu 44 Euro pro Monat steuer- und sozialabgabenfrei möglich.
 

27.12.06 19:31

5208 Postings, 7006 Tage JessycaDas häusliche Arbeitszimmer

Ab 2007 ist das häusliche Arbeitszimmer nur noch absetzbar, wenn es Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Arbeit ist. Viele Lehrer, Richter und Nebenberufler können also 2006 letztmals mit dem Heimbüro Steuern sparen. Haben sie den Maximalbetrag von 1250 Euro für 2006 noch nicht ausgeschöpft, kann sich etwa der Kauf neuer Teppiche oder Gardinen lohnen. Arbeitsmittel wie Büromöbel oder Computer bleiben auch weiterhin abzugsfähig.
 

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