Junge Männer braucht niemand

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neuester Beitrag: 25.11.04 11:38
eröffnet am: 25.11.04 11:23 von: chrismitz Anzahl Beiträge: 7
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25.11.04 11:23

16447 Postings, 6962 Tage chrismitzJunge Männer braucht niemand

Junge Männer braucht niemand - sie machen nur Krieg und Terrorismus

   

Der amerikanische Geheimdienst CIA publizierte im Jahr 1995 den Bericht "Demografische Hintergründe für ethnische Konflikte". Verfasser war der Soziologe Gary Fuller von der Universität Hawai. In dem Bericht ging es um die Frage, ob rasches Bevölkerungswachstum zu politischer Instabilität führen kann. Denn dieses erwirkt zwangsläufig eine Beule in der demografischen Kurve ("youth bulge"), einen Überhang an jungen Menschen, die keinen Platz in der Gesellschaft finden. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Mord und Totschlag drohen, sobald die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen einen Anteil von 20 Prozent an der Gesamtbevölkerung übersteigt.

Acht Jahre später hat der Bremer Völkermordforscher Gunnar Heinsohn aus dieser Theorie ein Buch gemacht: Wo Väter im Mittel mehr als zwei Söhne hinterlassen, komme es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Konflikten, heißt es in seinem Buch "Söhne und Weltmacht". Wiederhole sich dieser Überhang über mehrere Generationen, erwachse ein regelrechter Sprengsatz.

Die meisten islamisch geprägten Länder erleben diesen Prozess seit mehr als fünf Generationen. Sie haben die Zahl ihrer Menschen binnen eines Jahrhunderts von 150 auf 1200 Millionen Menschen verachtfacht, und, so Heinsohn, "die größte Sohneswelle der Menschheitsgeschichte" produziert. Al-Qaida und Hamas wären damit keine politischen oder ideologischen Phänomene, sondern zwangsläufige Folge einer demografischen Entwicklung.

Angesichts der hohen Geburtenraten in den meisten schwarzafrikanischen und vielen islamischen Ländern wird sich das Heer in den nächsten 15 Jahren weiter vergrößern. Es sei kein Zufall, so Heinsohn, dass diese Spanne unter US-Strategen als die gefährlichste im Kampf gegen den internationalen Terrorismus gelte. Zu diesen Ländern gehöre beispielsweise Pakistan, wo Millionen in Koranschulen auf den Heiligen Krieg gedrillt würden. Noch höhere Wachstumsraten verzeichnen Afghanistan, Saudi-Arabien oder der Jemen. In manchen afrikanischen Staaten ist fast die Hälfte der Bevölkerung jünger als 15 Jahre – ein unerschöpflicher Nachschub an Söhnen, für die in Heroismus und Märtyrertum die einzige Chance liege.

Die statistische Grundlage für die Theorie des kriegsträchtigen Überhangs an jungen Männern hat der Demograf Steffen Kroehnert vom Berlin-Institut für Weltbevölkerung und globale Entwicklung jetzt nachgeholt und die demografischen Daten aus 159 Nationen mit den 238 Kriegen und bewaffneten Konflikten seit 1945 abgeglichen. Und dabei ergibt sich ein Bild, das weit komplexer ist als Heinsohns linearer Zusammenhang zwischen Konflikten und Sohnesüberschuss.

Das höchste Konfliktrisiko besitzen nach der Analyse des Berlin-Instituts Länder, bei denen die Gruppe der 15-24 Jährigen 19 bis 21 Prozent ausmacht. Ist jedoch der Überhang an jungen Menschen noch größer, sinkt erstaunlicherweise die Wahrscheinlichkeit für Konflikte massiv. Dies lässt sich rein mathematisch erklären: Ein großer Überhang entsteht häufig, wenn in Ländern mit zuvor hohen Geburtenraten die Kinderzahlen zurückgehen. In dieser Phase wachsen aus der jüngsten Kohorte weniger Kinder nach, also steigt der relative Anteil 15- bis 24-Jähriger. Gleichzeitig entlastet der Geburtenrückgang die Familien und den Staat, und es wird mehr investiert. Diese "demografische Dividende" hat den asiatischen "Tigerstaaten" in den 1980er Jahren überhaupt erst den Wirtschaftsaufschwung ermöglicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass Konflikte im Wesentlichen von anderen Faktoren abhängen. Das Unruhepotenzial von Ländern wie Saudi-Arabien, Afghanistan oder dem Irak geht zu einem guten Teil auf das Konto von modernisierungsresistenten Diktaturen und maroden Bildungssystemen. Andere Nationen, etwa Bangladesch, Malaysia oder die Türkei, in denen der Bildungsgrad steigt und Frauen mehr Rechte erlangen, erleben eine ökonomische Belebung, und sie verlieren entsprechend an Brisanz.

Die Alternative für ihren Terrorismus sehen die jungen Männer also nicht im Frieden, sondern in der Eroberung. Sicher würden dabei viele das gewaltlose Eindringen durch Wanderung einem militärischen Einmarsch vorziehen. Aber nur für eine Minderheit gibt es diese Option.
 

25.11.04 11:29

9950 Postings, 6598 Tage Willi1Moin


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25.11.04 11:31

16447 Postings, 6962 Tage chrismitzMoin Willi!

Gestern Abend kam schon so was ähnliches in der ARD! War interessant!

Gruß  

25.11.04 11:32

9950 Postings, 6598 Tage Willi1Ähm, das war gestern,

haste gesehen?
Passt in mein Weltbild.

Mach Du gut

Willi  

25.11.04 11:35

16447 Postings, 6962 Tage chrismitz*gg*

Hab es mir fast gedacht!
Ich habe leider das Fernsehprogramm dieser Woche nicht auswendig gelernt! Schande über mich! ;-)

Gruß  

25.11.04 11:36

9950 Postings, 6598 Tage Willi1Janu,

hastes gesehen?  

25.11.04 11:38

16447 Postings, 6962 Tage chrismitzJa

aber nicht ganz! Hatte noch was anders vor...was nicht so brutales, wenn du verstehst! ;-)

Gruß  

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