Jedem Bürger sein Nachtsichtgerät

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neuester Beitrag: 21.12.06 08:42
eröffnet am: 07.12.06 11:30 von: quantas Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 21.12.06 08:42 von: quantas Leser gesamt: 800
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bewertet mit 11 Sternen

07.12.06 11:30
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15225 Postings, 5469 Tage quantasJedem Bürger sein Nachtsichtgerät

Koller & Keller

Koller: Bei Tchibo verkaufen sie jetzt für 201 Franken ein Nachtsichgerät, das bisher ausschliesslich von Top-Spionen verwendet wurde. Steht schwarz auf weiss im Prospekt.

Keller: Nichts von schwarz auf weiss. Werbung für Spionageausrüstung wird bei Tchibo grundsätzlich taschenlampengelb auf nachtschwarz gedruckt.

Koller: Hast Du es etwa auch gelesen?

Keller: Was heisst hier gelesen? Ich habe es zu entziffern versucht. Aber ohne Nachtsichtgerät war das sehr schwierig.

Koller: Dann musst Du dir halt eines bestellen, damit du den Rest des Kataloges auch noch lesen kannst. Aber sag mal, müssen eigentlich Aussagen, die nicht schwarz auf weiss, sondern bloss taschenlampengelb auf nacht-schwarz gedruckt sind, auch stimmen?

Keller: Jedenfalls sollten bei dir Warnlichter aufleuchten. Ich habe schon mal selbst ein wenig rumspioniert und herausgefunden, dass dasselbe Nachtsichtgerät in Deutschland nur 99 Euro kostet.

Koller: (zückt den Rechner): Ja, wegen diesen 43 Franken 61 würde ich jetzt kein Büro aufmachen. Ich meine, wenn wir uns Schweizer schon gegenseitig ausspionieren sollen, dann wenigstens auf hohem pekuniärem Niveau.

Keller: Lieber Koller. Der Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz muss an allen Fronten gekämpft werden. Die Freiheit des Konsumenten ist unteilbar. Und Nachtsichtgeräte werden gerade in den Wintertagen zu einem Kostenfaktor für die breite Bevölkerung, weil Verbrecher und Vergewaltiger gar nicht mehr Zeit haben, alle ihre Untaten am helllichten Tag zu begehen.

Koller: Gut, wenn das so ist, dann müssen wir aber nicht die billigsten, sondern die besten und teuersten Nachtsichtgeräte haben. Stell Dir vor, meine Nachbarn müssen in der Zeitung lesen, der Koller habe einen Verbrecher mit Hilfe einer Tchibo-Nachtsichtlampe erwischt. Da komm ich mir ja selber ertappt vor. Stimmt es überhaupt, dass dieses Gerät von Top-Spionen verwendet wird?

Keller: Es scheint so. Ich habe mir von Tchibo eine Namens- und Adressliste geben lassen.

Koller: Und die geben die einfach raus?

Keller: Ja, auch Spione sind heute auf Privataufträge angewiesen. Und die sind bestens informiert. Einer hat mich sogar gefragt, ob mir dieser Kollär nicht langsam auf die Nerven geht. Er könne da durchaus etwas tun.

*ggg*

quantas

 

07.12.06 11:34
1

21368 Postings, 6850 Tage ottifantBoah Toll Super Geil

Einmal witzig bitte, ich kann das nicht!













warum auch immer ...  

07.12.06 11:42

29568 Postings, 5458 Tage ScontovalutaNächsten Donnerstag

auch für Deutschland, 149 Euronen!  
Angehängte Grafik:
Lidl.jpg
Lidl.jpg

07.12.06 11:45
1

21368 Postings, 6850 Tage ottifantFür alle Spanner

und die es mal werden wollen.  

07.12.06 11:49
4

29568 Postings, 5458 Tage Scontovaluta@otti: Nachtsichtgerät nicht Nacktsichtgerät!

Sei nachsichtig, war ein Scherz!
 

07.12.06 11:52

21368 Postings, 6850 Tage ottifantIn der Nacht gehören brave Schweizer

ins Bett. Zwecks fortpflanzung und so...

 

08.12.06 09:35
4

15225 Postings, 5469 Tage quantasKoller & Keller

Europas Neid auf die Schweizer Steuern

Keller: Hast Du gelesen: Die EU hat doch eine Seele.

Koller: Wirklich? Wer sagt denn sowas?

Keller: Unser Bundesrat Hans-Rudolf Merz.

Koller: Das habe ich aber ganz anders gelesen als du. Der hat doch die EU scharf kritisiert und gesagt, sie sei bloss neidisch.

Keller: Eben. Neid ist eine Gefühlsregung und deutet auf das Vorhandensein einer Seele hin. Man muss eben die Zeitungsmeldungen in einem positiven Geist lesen. Besonders am frühen Morgen.

Koller: Aber Neid ist doch eine Todsünde, ein niediger, verwerflicher Instinkt, den man als erwachsener Mensch im Griff haben sollte.

Keller: Gut reden wir halt von kleinen Kindern. Ist es nicht auch ein wenig kindisch, den anderen einfach Neid vorzuwerfen, statt sie mit Argumenten zu überzeugen? Das erinnert mich an meine Kindergartenzeit: "Du bisch jo numme niidig."

Koller: Jetzt tust du aber dem Merz unrecht. Ein paar Argumente hatte der schon.

Keller: Ja, wie zum Beispiel: "Die Steuerhoheit der Kantone ist unantastbar. Oder: "Hier gibt es nichts zu verhandeln." Und aber auch: "Wir haben gezeigt, dass es sich lohnt, für unsere Prinzipien zu kämpfen." Das sind doch keine Argumente. Warum klopft der sich nicht einfach mit beiden Fäusten auf die Brust, wenn er sich in Kampfstimmung bringen will?

Koller: Die Holdinggesellschaften und die Vermögensverwaltung bringen uns ein hohes Steuersubstrat, wie der Merz sagt, und das will uns die EU wegnehmen, die wollen doch nur an unser Geld, die Neidhammeln.

Keller: Die haben vielleicht das nicht ganz unberechtigte Gefühl, dass es sich nicht um unser, sondern um ihr Geld handelt. Immerhin liegen inzwischen 3000 Milliarden Franken ausländische Anlagegelder auf Schweizer Banken. Damit dürften den EU-Staaten über die Jahre mindestens 500 Milliarden Steuergelder entgangen sein.

Koller: Selber schuld. Wenn die ihre Staatsausgaben nicht in den Griff kriegen und dafür die leistungswilligen Reichen und deren Erben schröpfen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die ihr Geld lieber in die Schweiz bringen.

Keller: Ja, das ist offenbar genau die Rolle, in der Merz brillieren will: Der edle Ritter Rudolf, Rächer der Enterbten.

Koller: (trommelt sich auf die Brust) Genau! Nieder mit dem Neid. Am Schweizer Wesen soll Europa genesen.

MfG

quantas

 

15.12.06 08:46
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15225 Postings, 5469 Tage quantasSupervisoren,Psychiater und vor allem Wölfe

Koller: Was ist deine Meinung zur schweizerischen Wolfspolitik?

Keller: Hä? Schweizer Wolfspolitik?

Koller: Ja, Wolfspolitik. Ob man sie ansiedeln soll und wo, ob sie einwandern dürfen, wieviel Schafe man sie reissen lassen soll, ob man sie jagen darf.

Keller: Interess...

Koller: Also wenn Du mich nach der Wolfspolitik fragen würdest, würde ich sagen: "Dafür ist es jetzt viel zu spät." Die Wölfe hätten sich halt rechtzeitig für eine restritivere Menschenpolitik entscheiden sollen. Am besten noch bevor wir das Feuer erfunden haben.

Keller: Wow. Woher hast du das denn?

Koller: Gut gell? Das habe ich mit meinem Supervisor einstudiert. Der hat gesagt, dass es so nicht weiter gehen kann.

Keller: Was kann denn so nicht weitergehen?

Koller: Mit uns. Mein Supervisor hat sämtliche Keller-Koller-Dialoge analysiert und festgestellt, dass du in 64 Prozent aller Fälle das erste Wort hast und zu 76 Prozent auch das letzte. Er hat mir das sogar graphisch aufgezeichnet. Schau mal. Wenn die in der Personalabteilung diese Auswertung auch machen, ist meine Karriere definitiv kaputt. Ein für alle Mal.

Keller: Und deshalb hast du mit deinem Psychiater diese neue Wolfs-Eröffnung einstudiert? Gratuliere, matt in zehn Zügen.

Koller: Nicht mit dem Psychiater. Den Psychiater hast du für die grundsätzlichen Sinnfragen, der Supervisor ist mehr für das Tagesgeschäft. Taktik und Strategie. Wie oft habe ich das den beiden bei den gemeinsamen Koordinationssitzungen schon gesagt?

Keller: Moment. Du leistest dir also einen Supervisor und einen Psychiater?

Koller: Ja, das lohnt sich. Die beiden kosten mich noch nicht einmal einen Drittel meines Bonus und sie erhöhen meine Chancen, bei der nächsten Bonusrunde noch dabei zu sein, um mindestens 50 Prozent. Abgesehen davon fördere ich auf diese Art den Strukturwandel und kurble den Dienstleistungssektor an. Eine klassische Win-Win-Situation.

Keller: Ein interessanter Gesichtspunkt. Hast Du das auch von Deinem Super-Weisen?

Koller: Klar, wir haben sogar noch mehr Strukturwandel. (denkt kurz nach) Ja, jetzt weiss ich es wieder: Landschaftsgestalter für den Garten, Innenarchitekten für die Zweitresidenz und Schönheitschirurgen für die Drittfrau.

Keller: Die wahren Wölfe breiten sich aus, auch ohne Wolfspolitik.

Koller: Mist, das wäre meine Pointe gewesen. 

 

21.12.06 08:42
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15225 Postings, 5469 Tage quantasLöschung


Moderation
Moderator: jo
Zeitpunkt: 28.12.06 09:17
Aktion: Löschung des Beitrages
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